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    Freund oder Feind?

    Freund oder Feind? Eine Zeile auf einem Wintertagskärtchen. Es war ihm müßig erschienen darauf zu antworten, denn der Absender hatte nie etwas anderes in ihm gesehen als einen Widersacher. Doch nun war ein Mensch tot und die Ironie dahinter amüsierte Aedan köstlich, auch wenn er nicht lachte. Er klappte das Kärtchen auf und ließ sich die Zeile mit einem Schluck Cognac im Geiste zergehen. Freund oder Feind? Alle Komik und alle Bitterkeit lag in dem Wissen, dass die Antwort Freund war. Doch dieses Wissen besaß Aedan Berlînghan allein. Er ließ die Hand sinken und sah in die Regennacht hinaus, die vor seinem Fenster toste.
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    Ein weiterer Scheit bricht und ein Teil fällt in die Asche, die Glut verbirgt und noch vor kurzem selbst Feuer war. Jetzt lässt sie sich nicht mehr von der Hitze anstecken, sondern kann nur noch davon zehren anderen nah zu sein. Neue Fragmente alter Bäume, die in der Jugend der Prozedur Flammen fangen und wärme spenden.

    „Ihr habt nicht laut genug geweint,“ entgegnet der Entführer mit provokanter Stimme, kalt wie Asche. Fiona tupft sich nach dem verbalen Schlag mit der Ringfingerkuppe eine übergeschwappte Träne aus den Seelenseen von der hellen, von anhaltender Müdigkeit schattierten Haut um die Lider und Wimpernkränze. Die Sommersprossen haben sich vor dem Winter verborgen und warten wie die wilden Gänse auf das erste Licht des Frühjahres um zurück zu kehren. „Was sollte das bringen?“ fällt es fragend von vibrierenden Lippen. Der Mann vor ihr bleibt hingegen völlig ruhig und antwortet abgeklärt, „nichts, wie auch das leise Jammern, weil ihr nicht zum Tanzen… [Weiterlesen]
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    „Ich will wissen, was über diese Artefakte geredet wird, die angeblich aufgetaucht sind.“ Helena stemmte ihre Stiefel ungehobelt gegen die Tischkante und stellte sie dann brav unterhalb des Tisches ab, abwechselnd; immer wenn ihr eine Position langweilig wurde, nahm sie die andere ein. Sie saß in der Küche, ihr gegenüber ein noch junger Mann mit unscheinbarem Aussehen. Hinten an der Anrichte stand Trajan und horchte.
    „Gegenstände aus Elona“, fuhr Helena fort. „Die so unsagbar wertvoll sein sollen, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Irgendetwas Uraltes.“
    „Artefakte, die aufgetaucht sin'?“, nuschelte der unauffällige Kerl. Er hatte etwas Kluges in den Augen, das er nicht verstecken konnte. Deshalb war er Helena sofort aufgefallen. „Hatte...glaub' ich, bisher nich' viel von gehört. Ich soll dir also Bescheid geb'n, sobald ich was drüber erfahre?“
    Während der Mann sprach, brachte Trajan ein gefaltetes Leinensäckchen zum Tisch. Er legte es neben die Holzkiste, die dort stand,… [Weiterlesen]
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    Sie sitzt am Schreibtisch über den Büchern, die ihr eigentlich etwas beibringen sollen, doch die Feder kratzt nur lieblos Kreise über das Pergament. Ihre Gedanken hängen etwas nach, folgen einer inneren Ahnung und einer Spur, welche sich über Worte legt, denen sie lieber noch folgen will. Kurzentschlossen rücken die Finger die Lehrbücher zur Seite, schließen sie, legen kleine Marker ein damit sie dort weiterlesen konnte, wo sie aufhörte. Ein Stück Pergament wird in die Finger genommen und die ersten Worte finden darauf zueinander. Noch einmal liest sie den ersten Satz und kratzt mit der Federspitze mehrmals darüber um ihn weniger leserlich zu machen. "Denk nach, damit du es los wirst." spricht sich der Verstand hinter hübscher heller Stirn zu und die Feder tupft einmal mehr in dunkle Tinte, folgend auf ein Tuch und dann streicht sie über die Seite.

    Da dachte die Arroganz für sich,
    sie kann davon kommen mit jedwedem Urteil.
    Aufbrausend, tobend und hinterlassend, einsam und allein,
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  • NACHLASS

    Aedan Berlînghan saß in seinem Ohrensessel und las das Götterfelser Tageblatt. Wirtschaft und Tod, das waren seine Themen, und sie waren enger miteinander verzahnt als sich der gemeine Bürger vorstellen konnte. Denn auch wenn in den schwarzen Kästen selten ein Name stand, der ihn ehrlich erquickte - der Graf von Fennmont erfreute sich schließlich bester Gesundheit - so gab es reichlich, aus denen sich Kapital schlagen ließ.

    Hab und Gut blieben stets zurück wenn eine Seele in die Nebel einkehrte und Nachlassverwaltung war den meisten Menschen ein leidiges Thema. Häuser wurden versteigert, Lebenswerke verschleudert; denn niemand zahlte für den ideellen Wert einer Sache.

    Das war traurig... regelrecht deprimierend, aber für Aedan Berlînghan ein großer Gewinn und so markierte er auch heute wieder einen Namen in der Zeitung. Er hatte die alte Dame gekannt, gut gekannt, aber besser noch kannte er ihre Adresse, und nun würde er mit den anderen Aasgeiern darüber kreisen. Die
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  • Als der Büchsenmacher-Meister Freidruth Saphira heute morgen in die Werkstatt hinunter stapfte, geplagt vom Husten und Krankheit, merkte er sofort, dass etwas anders war. Üblicherweise war seine Tochter Ayleen um die Uhrzeit bereits wach und richtete das Frühstück für die beiden her. Oft war sie auch schon bei der Arbeit und reparierte das erste Gewehr des Tages. Doch heute war niemand da...
    Kein ruß verschmiertes Gesicht welches ihn grinsed mit einem`Guten Morgen`begrüßt, kein lautes grummeln und fluchen, wenn es mal wieder nicht so funktioniert wie sie will und kein...nun...es schien in der Werkstatt keinerlei Leben zu sein.
    Der alte Herr schlurft in seinen Schlappen über den Boden zum Küchentisch, welcher gedeckt war mit einem Teller voll Speck, Spiegeleiern und frischem Brot und einer kleinen Kanne frischen Kaffee. Ein Brief liegt auch dabei und der alte zieht seine Brille auf um diesen lesen zu können...





    An diesem Morgen sah man den Büchsenmacher Saphira aus seinem Haus[Weiterlesen]
  • Die Arme vor der Brust verkreuzt blickte Luc über den Tisch hinweg ins graue Augenpaar. Der alte Mann, sein Ziehvater, blickte zurück und trug dabei dieses gewisse Lächeln um die Lippen. Das Lächeln was Eltern haben wenn ihre Kinder nach Hause kamen und Dinge gestanden, die sie eh längst gewusst hatten. “ So ist das also?“, fragte der Alte, dessen Stimme dabei eine Wärme in sich trug die das leise prasselnde Kaminfeuer kühl hat wirken lassen. Lucius hmmte als er mit der Rechten, in einer Verlegenheitsgeste, über seinen Nacken strich.
    “Und wann?“ Faltige Finger fummelten funkelnden Firlefanz aus seiner schützenden Hülle und drehten es im Licht. In den alten Händen wirkte das kleine Ding noch zierlicher, zerbrechlicher und von noch höherem Wert das der Löwensteiner die Brauen hob. Nicht das es noch verloren ging, wobei solch ein glänzendes Stück auf dem Holzboden eh schnell wieder gefunden wäre. “Sag schon wann, oder bist du dir doch nicht sicher?“ Die stahlgrauen Augen… [Weiterlesen]
  • Mehr als kritisch wurde die Takelage des Dreimasters beäugt, dessen chaotische Anordnung, dem Laienverstand der Priesterin einen Streich spielte. Sie ergab keinen Sinn, ebenso zweifelte sie daran, dass die Segel ihr volles Potenzial in der Ausbreitung entfalten konnten. Sie würden sicherlich an den dicken Seilen hängen bleiben, reissen und sie alle in den Tod stürzen.
    Ebenso war sie davon überzeugt, dass die erste Welle auf hoher See, das flache Schiff einfach umreissen und zum U-Boot umfunktionieren würde.
    Kurzum: sie traute dem Gefährt nicht, über dessen Deck sie langsam mit ihrem Gehstock krückte, um die Beschaffenheit der Oberfläche zu prüfen.

    Leza war schon jetzt etwas bleicher um die Nase geworden, obwohl die Gewässer weitestgehend ruhig waren und das Schiff somit kaum bewegte; dennoch war ihr speiübel.
    Der logische Teil ihres Verstandes wusste natürlich, dass die Symptome des Unwohlseins, ein Streich ihrer Abneigung und des Unbehagens waren und körperliche Warnreize… [Weiterlesen]
  • Forschungsbericht


    Fall Nr. 0072- "Die Tresenhand"

    Fallbearbeitung

    Mary Cloud- Gelehrte der Abtei Durmand- Aufklärung von Mysterien mit Verdacht auf magischen Hintergrund





    Auftragsbeschreibung

    In der Taverne zum Flaschenhals in Götterfels, soll externen Quellen und Gerüchten zufolge, ein schwarzer Handabdruck auf dem Tresen hinterlassen worden sein.Es gilt nun diesen Gerüchten nachzugehen, die Hintergründe aufzuklären und sämtliche gesammelte Information mit dazugehörigen Anschauungsmaterial, in einem versiegeltem Paket dem zuständigen Ansprechpartner in der Abtei Durmand zukommen zu lassen.


    Verlauf

    Der besagte handabdruck wurde von mir unter die Lupe genommen, als ich zu einer abendlichen Stunde den "gewürgten Flaschenhals" aufsuchte. Es waren nicht viele Gäste anwesend welche mir auch nicht weiter bekannt waren. Eine Personenbeschreibung kann ich seperat gerne angeben, falls dies gewünscht wird. Die zugegenen Gäste waren meinses erachtens alle sehr zwielichtig, was
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  • Noch hat kein Hahn gekräht, die Sonne ist noch nicht am Horizont angekommen um diesen zu überwinden und ich liege lächelnd im Bett. Meine Hände schützen meinen Leib als könne ihm hier in diesen Federn ein Leid geschehen und doch weiß ich, dem ist nicht so. Neben mir geht gleichmäßiger, ruhiger Atem. Ich drehe mich auf meine Seite, ein Bein ausgestreckt, eines angezogen und besehe die schlafende Miene eines Mannes, der die Schluchten tiefsten Unglücks und die Höhen tiefsten Glücks mit gleichbleibendem Lächeln hervorbringen kann. Aber jetzt ruht er da, friedlich und entspannt, wie nur der Schlaf mit Gewissheit um das eigene Sein einem aufgeben kann. Und ich? Ich bin wach und lächle, meine Finger strecken sich nach einer seiner Locken, ganz zart und im weichen Hauch lege ich sie zurecht, weil sie sich auf seine Stirn verloren hat und das Glück in diesen Sekunden ist grenzenlos.

    Noch hat die Uhr im Haus nicht geschlagen um den Morgen anzukündigen, noch sind die Schritte der Bediensteten
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