Artikel von „Luc / Zavo“ 46

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  • Die Arme vor der Brust verkreuzt blickte Luc über den Tisch hinweg ins graue Augenpaar. Der alte Mann, sein Ziehvater, blickte zurück und trug dabei dieses gewisse Lächeln um die Lippen. Das Lächeln was Eltern haben wenn ihre Kinder nach Hause kamen und Dinge gestanden, die sie eh längst gewusst hatten. “ So ist das also?“, fragte der Alte, dessen Stimme dabei eine Wärme in sich trug die das leise prasselnde Kaminfeuer kühl hat wirken lassen. Lucius hmmte als er mit der Rechten, in einer Verlegenheitsgeste, über seinen Nacken strich.
    “Und wann?“ Faltige Finger fummelten funkelnden Firlefanz aus seiner schützenden Hülle und drehten es im Licht. In den alten Händen wirkte das kleine Ding noch zierlicher, zerbrechlicher und von noch höherem Wert das der Löwensteiner die Brauen hob. Nicht das es noch verloren ging, wobei solch ein glänzendes Stück auf dem Holzboden eh schnell wieder gefunden wäre. “Sag schon wann, oder bist du dir doch nicht sicher?“ Die stahlgrauen Augen… [Weiterlesen]
  • Mit einem festen Ruck, an den Schultergurten zog er den Rucksack etwas an ihrem Rücken hinauf. Was hatte das Reh bitte alles eingepackt, dass Luc beim Hinaufheben der lederverpackten Güter deutlich das Gewicht im Arm fühlte? Als hätte Arla seine Gedanken gelesen, murmelte sie ein verlegenes “Rosalies Spielsachen“. Amüsiert schnaubte der Löwensteiner aus, als er ihre dunklen, leicht lockigen Haare unter den Riehmen hervorzog und dabei wohl absichtlich über ihren Hals strich. “Stimmt. Sie brauch im Hoelbrak all ihre Malbücher, Bauklötze und Kuscheltiere“, brummte er neckend, als er kurz zum Kind hinüber sah. Zwei war sie jetzt. Zwei Jahre und im letzten so bedeutsam gewachsen, das ihr keins der alten Hemdchen mehr passte. Das er ein kleines gelbes Hemdchen, mit weißen Punkten drauf, für sich behalten hatte war nur ein Geheimnis des Kerls, welches Arla wohl gerade zu lüften versuchte. Der Blick ihrer meerblauen Augen lag auf ihm und obwohl er immernoch gen Rosalie… [Weiterlesen]
  • Die Stunden des Wachdienstes vergingen zäh. Dunkle Wolken hingen schwer und schmierig am Himmel über Mutters Blattwerk, wie Teerpfützen, welche an ihrem Glanz zu kratzen schienen. Und doch strahlten die großen Blätter hell, waren stark und dick in ihrem Wuchs. Das erste Mal, seit vielen Monaten, hatte Glyzavo das Gefühl Mutter ganz nah zu sein und ihr Erholen nicht nur duch das Stimmgemurmel der Geschwister zu hören, sondern auch wirklich zu sehen. Der Hain hatte einige Blätter verloren, Kratzer abbekommen und Verluste erlitten die tief in den Wurzeln des Mutterbaumes verankert waren und alle nachfolgenden Generationen beeinflussen würde.
    Doch sein Volk war stark. Ihr Geist war stark und ihr Willen ungebrochen.Tief in sich fühlte der Hüter Zinderhangs die Reiselust und den Drang danach die eigenen Fasern an neuen, unbekannten Landen zu härten. Und noch nie hatte er sich, vor einem Aufbruch, so sicher gefühlt.
    Denn er ging nicht alleine.
    Aber noch war man im Hain, hatte eine Ventaris
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  • Er konnte einfach nicht die Augen von ihr wenden. Es ging einfach nicht und wenn er es doch für einen winzigen Moment schaffte tat sie etwas was seinen Blick sofort zurück zog. In eben diesem Moment war es ihr Lachen, was die Zahnreihen entblößte. Für ihr Alter und ihre Lebensart waren sie erstaunlich hell und gut gepflegt. Warum hatte sie bitte so weiße, grade Zähne, die ansich perfekt hinter den geschwungenen, vollen Lippen lagen, welche sich nun schürzten, als sie sein starren sah. Das Lachen verklang somit und der Raum erkaltete augenblicklich. Ohne ihr Lachen verschwand das Leben und die Wärme und ihm war sofort klar warum Männer in ihrem Netz, wie Fliegen hingen. Oder eher warum sie sich auf ihrem Schiff wie Seeratten tummelten.
    Diese Geste, wenn Frauen sich nach einem Schluck von ihrem Getränk mit dem Daumen über die Unterlippe strichen damit der kleine Resttropfen nicht das Kinn herunter läuft, jagte auch ihm nun einen Schauer über den Rücken. Gefühlt tausend kleine… [Weiterlesen]
  • Stahlgraue Augen blickten ihm entgegen, trugen in sich einen stummen Vorwurf, der keinerlei verbale Äußerung benötigte um in der eigenen Brust zu schmerzen. Lucius drehte den Kopf bei Seite, damit er dem stechenden Blick entgehen konnte. Doch das Räuspern seines Gegenübers zog den Blick des Löwensteiners zurück.
    “Was? Rückgängig machen kann ich es nicht.“ Sein Gegenüber hob die inzwischen ergrauten Brauen, als sich dazu die Lippen des alten Mannes fester aufeinander legten. Noch immer kein Wort, seit sie hier saßen und das nun schon fast die ganze Nacht.
    “Ist es das also? Du redest nicht mehr mit mir? Weil ich sie geküsst habe? Bei Grenth, Vater! Es gibt weit größere Sünden im Reich des Prinzen, als so ein bedeu-“ “Lucius!!“, harsch schlug die raue, bärige Stimme des Alten ihm entgegen. “Wage dich ruhig selbst zu belügen, aber vor mir sprichst du solch Unwahrheit nicht! Bedeutungslos? Wenn es das war, ist es nur noch schlimmer.“ Endlich Worte des Alten, auch wenn sie… [Weiterlesen]
  • Luc riss die Augen auf.
    Ein eiliges Drehen auf die Seite verhinderte, gerade noch so, dass er sich mit dem eigenen Erbrochenem besudelte. Leise plätschernd traf das Alkohol-Magensäure-Gemisch auf den Planken auf. Die gelbgrüne Pfütze schimmerte im schwachen Kerzenlicht so wunderschön, als wäre sie absichtlich hier platziert worden. Wie kleine Sterne reflektierten sich die Flammenspitzen im Kotzepfützchen, wie Sterne im Meer. Doch die Ruhe des Pfützchens wurde unterbrochen von schaukelnden Wellen, welche das Schiff in ihren schaumigen Armen wog, wie eine Mutte ihr Neugeborenes. Nur einen kleinen Spalt öffnete der Löwensteiner den Mund, als der bittere Geschmack bereits wieder über seine Zunge kroch und an der Unterlippe, in kleinen diamantglitzernden Tropfen, hinab fiel. Plitsch. Platsch. Tropf. Mit dem Handrücken wischte sich der Kerl den letzten Tropfen von Mund, eh das schwere Würgen begang. Der Brustkorb drückte sich schmerzenend zusammen, als der Magen krampfte und… [Weiterlesen]
  • Höchst konzentriert lief der großgewachsene Kerl durch die götterfelser Straßen. Jeder Schritt wurde sorgsam gesetzt, um bloß nicht zu viele Geräusche zu machen, oder gar eventuell umzuknicken. Die hellgrünen Augen suchten die Gebäude zu beiden Seiten ab. Irgendwo musste es doch sein. Er hatte es doch auch schon einmal gesehen, wenn auch nur von außen, aber genau das sollte ihm ja eigentlich nun helfen. Der Himmel wurde immer dunkler und von kleinen, manch gar winzigen Sternen bespickt. Da stopte der Kerl, mit dem Blick nach oben und suchte nach einen Stern, welcher manchmal rötlich zu schimmern schien. Doch kaum kam das warme Schaukelschiff zum Stehen, öffneten sich zwei dunkle Knopfaugen. “Luuuuc, nis haltööööäääääähhh“, gähnte Rosalie langgezogen und der Rest ihres Protests blieb in müden, schlummrigen Gedanken hängn. “Wir sind gleich da. Dann geht's ins Bett.“ Das Mädchen schlang erneut die Arme um seinen Hals und kuschelte sich an. Auch wenn ihm… [Weiterlesen]
  • Am frühen Morgen des vierzehnten Tages, diesen Monats, findet Herr Lupin einen Schrieb auf seinem Schreibtisch.
    Sofort erkennt er die Handschrift seines Geschäftspartners Quessar.

    „Ehre den Sechs und der Königin,

    ich schreibe dir erneut in Bezug auf eine Geschäftsbeziehung im vergangenen Jahr. Unser werter Herr Kollege T. kann noch immer nicht nachvollziehen, warum wir die Beendigung der Geschäfte für sinnvoll erachtet haben. Ich weiß genau das du nun lachen musst. Ich musste es auch. Doch es kommt noch lustiger. Noch immer scheitern seine missratenen Versuche, unsere Kunden abzuwerben, auf extrem klägliche Art und Weise. Ich bin versucht unserm Kollegen T. ein Seminar zu spendieren, auf dass er den Umgang mit Kundschaft erlernen möge. Denn seine Reden, Grenth bewahre, sind wahrlich von unterirdischer Natur, dass nicht einmal ein Asura ihnen lauschen würde. Und wenn doch, klappen sich diesem nach kurzer Zeit die Ohren zu.

    Im Gespräch, mit einem unserer Kunden, erfuhr ich von[Weiterlesen]
  • Rosalie lag vor ihm, auf dem Wickeltisch. Ihre großen braunen Augen blickten müde, aber überaus wachsam zu ihm hinauf. Mit den kleinen Fingerchen spielte sie an den eigenen langen Locken und gähnte dann herzhaft. Der kleine Schreck am Strand hatte ihr die letzten Reserven des Tages geraubt. Bei der Erinnerung an den Biss, pochte das Nagelbett verräterisch. “Kleiner Schrecken.“ Die Stimme des Löwen ließ das Mädchen auflächeln. “Luuuc, nis böse.“ Das stand für sie fest. Er hätte vor ihr wohl brandschatzen und morden können und das kleine Kinderherz würde immer noch für ihn schlagen, in fester Überzeugung das Luc eben nis böse ist. “Stimmt. Aber Rosalie ist ein Vielfraß.“ Er hob das, fertig für den Schlaf gewickelte, Kind auf den Arm. “Hamm Hamm!“, machte sie sogleich und wollte da nach der Nase des Löwen schnappen, als ein weiteres Gähnen Rosalie überkam. “Nein. Kein Hamm Hamm. Rosalie muss jetzt schlafen. Bett, Bett.“ “Bei dis.“ Und zack,… [Weiterlesen]
  • „....Hallo?.... Hörst du mir noch zu?.... Lucius!“
    Andrews Stimme war so laut und schmerzte dem Jungen im Kopf. Noch nie, jedenfalls nicht solang er sich erinnern konnte, hatte er den Mann so brüllen hören. Ihm klingelten regelrecht die Ohren. Doch jetzt stand er vor ihm, mit geweiteten Pupillen, zornesgerötetem Kopf und geballten Fäusten.
    „Ich habe NEIN gesagt! Und dabei bleibt es! Verstanden!?“
    „....nein“, sprach Luc leise. Ein Wunder das er überhaupt noch wiedersprechen konnte.
    „Lucius Gregor Quessar....“ Luc wusste ganz genau, dass wenn Andrew seinen vollen Namen aussprach ein riesiges Donnerwetter herangrollte. Und doch ballte nun auch er seine Finger zu Fäusten und sah seinem Ziehvater fest in die Augen. „Nein Pa! Ich will das so und ich mach das. Ich will zur Garde und zurück nach Löwenstein. Außerdem habe ich die Bewerbung längst abge...“ KLATSCH! Andrews Handrücken traf den Jungen unvorbereitet im Gesicht, so heftig, dass dieser seitwärts vom Stuhl segelte.
    „Dafür habe[Weiterlesen]