Artikel von „Luc / Zavo“ 49

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  • Die Lehne, des Stuhls, war mit der selben Polsterung bestückt, welche auch die Sitzfläche zu einem gemütlichen Platz machte. Dunkelblauer Samt wurde mit kunstvoll verzierten Nieten in einem Rautenmuster über die Polsterung gespannt und gab dem alten Möbelstück somit eine ganz eigene Art von Eleganz.
    Lucius drückte den Rücken etwas durch und kontrollierte so den Sitz der eigenen Wirbel. Als sich der Rücken gänzlich an die gemütliche Polsterung schmiegte seufzte er in seinem Wohlgefühl leise auf. Neben ihm wurde der Seufzer mit einem leisen Schnarchen quietiert. Er war wohl nicht der Einzige der von diesem Stuhl nicht mehr aufstehen wollte.
    Grüne Augen besahen sich den Raum, in welchen man sicherlich schon vor einigen Stunden gebracht hatte. Die Bitte um ein klein wenig Geduld war längst ausgereizt. Und doch störte es wohl keinen der Männer hier länger warten zu müssen. Wohin hätten sie auch gehen können?
    Die holzbeschlagene Wände trugen ähnliche Schnitzereien, welche man bereits im… [Weiterlesen]
  • Der Ärger war groß in dem sonst von Lächeln gezeichnetem Gesicht.
    Was war ihm auch eingefallen, ihr solche eine schwere Aufgabe zu geben?! War das wirklich sein ernst? Und jetzt saß er da und trank seinen Kaffee, schwarz mit ein ganz klein wenig Zucker. Er hatte sich zurück gelehnt. Er hatte es sich richtig gemütlich gemacht in dem alten Ohrensessel, welcher wahrlich schon bessere Tage gesehen hatte. Das Buch hatte er längst bei Seite geleget. Das er lesen wollte, diese Tarnung hatte er aufgegeben und nun lag seine Konzentration doch komplett auf ihr.
    Sie schnaubte leise und schielte aus den Augenwinkeln zu ihm hinüber und sofort bildete sich ein sanftes Lächeln auf den Lippen des Mannes.
    Warum machte er es denn nicht? Immerhin hatte er das Gerät ja auch mitgebracht! Er hatte das Ding angeschleppt und im ersten Moment hatte sie sich auch wirklich darüber gefreut. Es war bunt, handlich und es klapperte darin etwas - bestimmt Geschenke für sie.
    Es war also wirklich keine Frage, das sie… [Weiterlesen]
  • Das beständige Rauschen der Wellen war schon lange nichts mehr, was den Hüter wirklich störte.
    Als leises Hintergrundgeräusch war es in den Alltag eingeflossen und begleitete ihn bei jedem seiner Schritte auf dem Frachter. Doch so wie das Rauschen des Meeres in den Ohren so war auch das flaue Gefühl im Magen zu einem beständigen Begleiter geworden. Dem Meer so ausgeliefert zu sein, wollte ihm einfach nicht behagen.
    Es waren inzwischen nun fast zwei Wochen vergangen, als man mit der zusammengestellten Truppe und einigen Abteilern das Schiff bestiegen hatte. Es war pures Glück für ihn nicht auf dem kleinen Mannschaftskahn mitsegeln zu müssen, sondern auf dem Frachter einen Platz gefunden zu haben.
    Alleine schon aus dem Grund, dass das Meer das große Schiff nicht so sehr zum Schwanken brachte, wie die kleine Nussschale welche den ganzen Weg über hinter und mal neben dem Frachter hersegelte.

    Die ersten Tage auf See waren unerträglich gewesen. Die Nähe zu den Brüdern und deren Gefühl… [Weiterlesen]
  • Die Arme vor der Brust verkreuzt blickte Luc über den Tisch hinweg ins graue Augenpaar. Der alte Mann, sein Ziehvater, blickte zurück und trug dabei dieses gewisse Lächeln um die Lippen. Das Lächeln was Eltern haben wenn ihre Kinder nach Hause kamen und Dinge gestanden, die sie eh längst gewusst hatten. “ So ist das also?“, fragte der Alte, dessen Stimme dabei eine Wärme in sich trug die das leise prasselnde Kaminfeuer kühl hat wirken lassen. Lucius hmmte als er mit der Rechten, in einer Verlegenheitsgeste, über seinen Nacken strich.
    “Und wann?“ Faltige Finger fummelten funkelnden Firlefanz aus seiner schützenden Hülle und drehten es im Licht. In den alten Händen wirkte das kleine Ding noch zierlicher, zerbrechlicher und von noch höherem Wert das der Löwensteiner die Brauen hob. Nicht das es noch verloren ging, wobei solch ein glänzendes Stück auf dem Holzboden eh schnell wieder gefunden wäre. “Sag schon wann, oder bist du dir doch nicht sicher?“ Die stahlgrauen Augen… [Weiterlesen]
  • Mit einem festen Ruck, an den Schultergurten zog er den Rucksack etwas an ihrem Rücken hinauf. Was hatte das Reh bitte alles eingepackt, dass Luc beim Hinaufheben der lederverpackten Güter deutlich das Gewicht im Arm fühlte? Als hätte Arla seine Gedanken gelesen, murmelte sie ein verlegenes “Rosalies Spielsachen“. Amüsiert schnaubte der Löwensteiner aus, als er ihre dunklen, leicht lockigen Haare unter den Riehmen hervorzog und dabei wohl absichtlich über ihren Hals strich. “Stimmt. Sie brauch im Hoelbrak all ihre Malbücher, Bauklötze und Kuscheltiere“, brummte er neckend, als er kurz zum Kind hinüber sah. Zwei war sie jetzt. Zwei Jahre und im letzten so bedeutsam gewachsen, das ihr keins der alten Hemdchen mehr passte. Das er ein kleines gelbes Hemdchen, mit weißen Punkten drauf, für sich behalten hatte war nur ein Geheimnis des Kerls, welches Arla wohl gerade zu lüften versuchte. Der Blick ihrer meerblauen Augen lag auf ihm und obwohl er immernoch gen Rosalie… [Weiterlesen]
  • Die Stunden des Wachdienstes vergingen zäh. Dunkle Wolken hingen schwer und schmierig am Himmel über Mutters Blattwerk, wie Teerpfützen, welche an ihrem Glanz zu kratzen schienen. Und doch strahlten die großen Blätter hell, waren stark und dick in ihrem Wuchs. Das erste Mal, seit vielen Monaten, hatte Glyzavo das Gefühl Mutter ganz nah zu sein und ihr Erholen nicht nur duch das Stimmgemurmel der Geschwister zu hören, sondern auch wirklich zu sehen. Der Hain hatte einige Blätter verloren, Kratzer abbekommen und Verluste erlitten die tief in den Wurzeln des Mutterbaumes verankert waren und alle nachfolgenden Generationen beeinflussen würde.
    Doch sein Volk war stark. Ihr Geist war stark und ihr Willen ungebrochen.Tief in sich fühlte der Hüter Zinderhangs die Reiselust und den Drang danach die eigenen Fasern an neuen, unbekannten Landen zu härten. Und noch nie hatte er sich, vor einem Aufbruch, so sicher gefühlt.
    Denn er ging nicht alleine.
    Aber noch war man im Hain, hatte eine Ventaris
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  • Er konnte einfach nicht die Augen von ihr wenden. Es ging einfach nicht und wenn er es doch für einen winzigen Moment schaffte tat sie etwas was seinen Blick sofort zurück zog. In eben diesem Moment war es ihr Lachen, was die Zahnreihen entblößte. Für ihr Alter und ihre Lebensart waren sie erstaunlich hell und gut gepflegt. Warum hatte sie bitte so weiße, grade Zähne, die ansich perfekt hinter den geschwungenen, vollen Lippen lagen, welche sich nun schürzten, als sie sein starren sah. Das Lachen verklang somit und der Raum erkaltete augenblicklich. Ohne ihr Lachen verschwand das Leben und die Wärme und ihm war sofort klar warum Männer in ihrem Netz, wie Fliegen hingen. Oder eher warum sie sich auf ihrem Schiff wie Seeratten tummelten.
    Diese Geste, wenn Frauen sich nach einem Schluck von ihrem Getränk mit dem Daumen über die Unterlippe strichen damit der kleine Resttropfen nicht das Kinn herunter läuft, jagte auch ihm nun einen Schauer über den Rücken. Gefühlt tausend kleine… [Weiterlesen]
  • Stahlgraue Augen blickten ihm entgegen, trugen in sich einen stummen Vorwurf, der keinerlei verbale Äußerung benötigte um in der eigenen Brust zu schmerzen. Lucius drehte den Kopf bei Seite, damit er dem stechenden Blick entgehen konnte. Doch das Räuspern seines Gegenübers zog den Blick des Löwensteiners zurück.
    “Was? Rückgängig machen kann ich es nicht.“ Sein Gegenüber hob die inzwischen ergrauten Brauen, als sich dazu die Lippen des alten Mannes fester aufeinander legten. Noch immer kein Wort, seit sie hier saßen und das nun schon fast die ganze Nacht.
    “Ist es das also? Du redest nicht mehr mit mir? Weil ich sie geküsst habe? Bei Grenth, Vater! Es gibt weit größere Sünden im Reich des Prinzen, als so ein bedeu-“ “Lucius!!“, harsch schlug die raue, bärige Stimme des Alten ihm entgegen. “Wage dich ruhig selbst zu belügen, aber vor mir sprichst du solch Unwahrheit nicht! Bedeutungslos? Wenn es das war, ist es nur noch schlimmer.“ Endlich Worte des Alten, auch wenn sie… [Weiterlesen]
  • Luc riss die Augen auf.
    Ein eiliges Drehen auf die Seite verhinderte, gerade noch so, dass er sich mit dem eigenen Erbrochenem besudelte. Leise plätschernd traf das Alkohol-Magensäure-Gemisch auf den Planken auf. Die gelbgrüne Pfütze schimmerte im schwachen Kerzenlicht so wunderschön, als wäre sie absichtlich hier platziert worden. Wie kleine Sterne reflektierten sich die Flammenspitzen im Kotzepfützchen, wie Sterne im Meer. Doch die Ruhe des Pfützchens wurde unterbrochen von schaukelnden Wellen, welche das Schiff in ihren schaumigen Armen wog, wie eine Mutte ihr Neugeborenes. Nur einen kleinen Spalt öffnete der Löwensteiner den Mund, als der bittere Geschmack bereits wieder über seine Zunge kroch und an der Unterlippe, in kleinen diamantglitzernden Tropfen, hinab fiel. Plitsch. Platsch. Tropf. Mit dem Handrücken wischte sich der Kerl den letzten Tropfen von Mund, eh das schwere Würgen begang. Der Brustkorb drückte sich schmerzenend zusammen, als der Magen krampfte und… [Weiterlesen]
  • Höchst konzentriert lief der großgewachsene Kerl durch die götterfelser Straßen. Jeder Schritt wurde sorgsam gesetzt, um bloß nicht zu viele Geräusche zu machen, oder gar eventuell umzuknicken. Die hellgrünen Augen suchten die Gebäude zu beiden Seiten ab. Irgendwo musste es doch sein. Er hatte es doch auch schon einmal gesehen, wenn auch nur von außen, aber genau das sollte ihm ja eigentlich nun helfen. Der Himmel wurde immer dunkler und von kleinen, manch gar winzigen Sternen bespickt. Da stopte der Kerl, mit dem Blick nach oben und suchte nach einen Stern, welcher manchmal rötlich zu schimmern schien. Doch kaum kam das warme Schaukelschiff zum Stehen, öffneten sich zwei dunkle Knopfaugen. “Luuuuc, nis haltööööäääääähhh“, gähnte Rosalie langgezogen und der Rest ihres Protests blieb in müden, schlummrigen Gedanken hängn. “Wir sind gleich da. Dann geht's ins Bett.“ Das Mädchen schlang erneut die Arme um seinen Hals und kuschelte sich an. Auch wenn ihm… [Weiterlesen]