Die Frau mit dem grünen Haarband - Gedenken

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  • Leise tropfte der Regen an die Scheiben der Redaktion des Frack&Rocks. Mühseelig und mit zitternder Hand schob die kleine, canthanische Frau die Türe auf und sah sich mit Tränen gefüllten Augen um. Ihre Schritte halten durch den Saal, ehe sie schließlich am Schreibtisch ihrer ermordeten Freundin und Chefredakteurin stehen blieb und mit den Fingerspitzen über die Tischplatte strich. Nach und nach traten weitere Personen in die Redaktionsräume, alle hatten sie ihre Wintertagsvorbereitungen liegen lassen, als der Mord an ihrer Freundin die Runde in der Stadt machte. Das gewaltsame Ableben von Alejandra Sanchez hatte ihre Freunde und Kollegen fest im Griff und keiner von ihren merkte, wie das Türglöckchen erneut klingelte und die letzte, fehlende Person der Redaktion eintrat.

    Ihre hohen Absätze hallten auf dem Holzboden, während der hellgrüne Mantel sich sanft um ihren Körper legte. Knapp strich sie sich eine der roten Locken aus dem Gesicht und zupfte an ihrem grünen Haarband, ehe der ein oder andere Redakteur endlich zu ihr aufsah. Die Frau mit dem grünen Haarband stemmte die Hände in die Hüfte und schüttelte knapp das Haupt: “Alejandra hätte nicht gewollt, dass wir jetzt hier sitzen und uns ihretwegen so fertig machen.“ „Du hast leicht reden, du hattest ja auch nichts mit ihr zu tun aber wir... wir sind abhängig von ihrer Arbeit... von dem Lohn und.. von ihrer Art...“, geräuschvoll rotzte die Canthanerin in ihr Taschentuch und wurde von einem der männlichen Redakteure an die Brust gedrückt. “Schon gut Mikuru, wir... finden bestimmt neue Arbeit.“ raunte er leise, während sie das Haupt schüttelte. “Hier sucht sich niemand neue Arbeit. Das hier ist ihr Lebenswerk gewesen, Frack&Rock ist alles, für dass sie gelebt hat und wir sind es ihr schuldig, dass wir ihren Traum am Leben halten. Jeder von uns. Sie war unsere Freundin und ja, sie kam nicht mit meiner Mutter aus aber was tut das zur Sache. Sie hat mir gezeigt, dass in mir mehr steckt, als das Dummchen für das mich jeder gehalten hat. Sie hat mir Mut gegeben, sie hat euch aus euren Löchern geholt und euch eine Perspektive gegeben. Es ist mir gleich, was ihr vorhabt aber lasst uns zumindest eine letzte Ausgabe vom Frack&Rock machen... um ihrer zu Gedenken.“ Eindringlich sah die Rothaarige ihre Kollegen an und seufzte knapp. “Dann können wir noch immer entscheiden, ob es das gewesen sein soll und ansonsten suchen wir uns einen neuen Chefredakteur und neue Geldgeber. Aber bitte.. helft mir dabei eine letzte Ausgabe herauszubringen, dass ist das Mindeste, was wir für Alejandra tun können.“

    Nach und nach erhoben sich die Redakteure des Blattes und stimmten ein. “Alejandra war für mich das Licht in der Dunkelheit... ich bin dabei.“ „Sie hat mir finanziell ausgeholfen als es mir furchtbar ging, ich.. muss ihr das irgendwie zurückzahlen.“ „Sie war eine Freundin für mich und hat mir alles gezeigt, was ich weiß... ich bin auch dabei.“ Die Blicke der Redakteure und auch der Frau mit dem grünen Haarband legten sich auf die kleine Canthanerin und sahen diese flehend an. “Gut... ich helf euch beim Vertrieb des Blattes... sie war meine beste Freundin, ich kann nicht einfach nein sagen. Und danach.. schauen wir, dass wir einen neuen Chefredakteur finden. Wir halten ihren Traum am Leben.“ brummte die schwarzhaarige Frau und legte den Blick auf die Rothaarige. “Bis dahin, schlage ich vor dass unsere Frau mit dem grünen Haarband diese Rolle übernimmt, wer dagegen ist, sollte jetzt sprechen.“ Die Blicke der Redakteure legten sich auf die junge Frau, doch keiner von ihnen erhob in diesem Moment das Wort. “Gut.“, entfuhr es Mikuru, “Dann wäre damit entschieden, dass Liandy Cunningham bis auf weiteres die Position des Chefredakteurs innehält und wir schauen nach der Veröffentlichung der Gedenkausgabe, wer diesen Posten schließlich fest übernehmen wird. Nun los..“, mit ihrem vollgerotzten Taschentuch wischte sich die Canthanerin eine Träne unter dem Auge weg und sah die Redakteure an. “Wir haben eine Ausgabe zu veröffentlichen.“ beendete die provisorische Chefredakteurin den Satz und machte sich gleich ans Werk.
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    Haus Cunningham • Priesterschaft der Sechs • Universität Schwarzfeder • Investitionen des Cunningham-Imperiums • Süßschnabel • Frack&Rock

Kommentare 2

  • Ovy -

    Ob sie auch so hoch von ihr gesprochen hätten, wäre die grade da um alle durch eine Nachtschicht knechten?


    Der Titel klingt nach einem Film der auf arte laufen würde. Mit anspruchsvollem Piano Soundtrack. :p

    • Rion -

      Alejandra hätte auch alle durch eine Nachtschicht geknechtet *g* Und ja, aber so heißt die Kolumne von ihr in der Zeitung und da ich den Namen nicht vorab spoilern wollte der Titel. Außerdem kann man sich auch mal nen Kunstfilm gönnen x'D