Wüstensonne - Goldene Schwingen

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  • Die Luft in den engen Korridoren des vaabischen Walls drückte schwer auf ihre Lungen. Mit aller Kraft schob sie einen der Zentaurenknochen, die vorher zur Anbringung von Laternen die Wände zierten, zwischen die Griffe des Tors, ehe sie erschöpft vor diesem auf die Knie ging.

    “Das wird die Erweckten nicht ewig abhalten können, Vater. Wir müssen zu den Fremdlingen zurück, sie finden hier nie wieder alleine heraus.“ Calliope sah sich in dem kleinen Raum um, offensichtlich war er ein Verbindungsstück zwischen mehren Gangabschnitten des Walls gewesen. Chioke, ein älterer Sonnenspeer in weißer Rüstung, stand an eine der Wände gelehnt und hielt sich mit schmerzerfülltem Gesicht die Hüfte. “Vater, dich hat eine der Mondsicheln erwischt.“ „Ich weiß. Geh und finde die Fremdlinge, ich bleibe zurück und versuch den Weg nach Vaabi zu sichern.“ Calliope schüttelte das Haupt und riss den Ärmel ihres Hemdes in zwei, das dreckige Stück Stoff ihrem Vater darreichend. “Ich kann dich nicht zurücklassen, kein Sonnenspeer bleibt zurück Vat~“ „Geh und schütze Elona!“ Chioke schnaufte schwer und festigte den Griff um seine Sense. “Das ist ein Befehl deines Speermarschalls, wenn du es vergessen haben solltest. Wenn wir beide hier sterben, hat sie umsonst all diese Opfer erduldet. Ich halte sie hier zurück, erfülle deine Pflicht, für Elona.. und mach deinen alten Vater stolz, Calliope.“ Mit schmerzerfülltem Gesicht trat er auf seine Tochter zu und hielt ihr die Hand dar, ein goldenes Emblem der Sonnenspeere, gespickt mit Saphiren in seiner Hand. Einen Moment zögerte die junge Frau, ehe sie das Emblem an sich nahm und das Haupt mit Tränen gefüllten Augen schüttelte. “Leb Tugendhaft und trag sie auf goldenen Schwingen in ein freies Elona.“ Calliope wendete sich langsam zu einem der Gänge um und ihr versagte die Stimme. “Stirb ehrenvoll, Vater“

    Den Gang den sie gewählt hatte führte auf eine der zahlreichen Verbindungsbrücken des Walls, über der Schutzkuppel der Rabenwacht angekommen ballte sie die Hand mit der Insignie zu einer Faust, ehe sie beherzt über die Schienbeinknochen, die als Geländer dienten, sprang und goldene Schwingen aus ihrer Rüstung hervorbrachen. Die Brücke war nicht sonderlich hoch gewesen, aber unkontrolliert hätte sie auch nicht herunterspringen wollen. Kraftvoll erklang die Stimme der jungen Paragon, während sich die Erweckten, geblendet vom Licht der Kormir abwandten. Als ihre Fußspitze den Boden berührte, verstummte sie und das Licht, dass den Gang erfüllte verblasste. “JETZT!“ brüllte ihre Stimme, ehe die Kuppel sich senkte und ein Feuerball des Lord Ashfords eine Schneise in die Erweckten schlug. Vaabi war ihnen versperrt worden aber zumindest einen Weg zurück nach Amnoon wollte sie ihnen geben. So schnell ihre Beine sie tragen konnten eilten die Mitglieder des Trupps, angeführt von der Sonnenspeer den Gang zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren. “Calliope, wo ist Vater.“ Caidens Stimme war eindringlich, doch eine Antwort blieb sie ihm schuldig, während sie den Fremdlingen am Ende des Ganges aus dem Riss im Wall half und die wärmende Sonne der Flusslande ihre Haut berührte. “Weiter, und nicht stehenbleiben, bis ihr im zweiten Lager seid. Los jetzt.“ „Calliope, wo ist Vater!“ wiederholt Caiden eindringlich seine Frage und enttäuscht schüttelte sie nur ihr Haupt als Antwort, ehe sie wieder im Laufschritt an den anderen vorbei eilte und eine berauschende Hymne anstimmte. Eine Hymne, die vor Jahren schon die Länder Elonas beschallte. Eine Hymne der Hoffnung. Eine Hymne der Sonnenspeere. Sie mögen an diesem Tag vielleicht verloren haben, aber Elona würde wieder auferstehen, da war sie sich sicher.

    Die Hymne erklang noch so sanft wie an dem Tag, als sie das von ihr angestimmt wurde. Sachte entwichen ihr die Worte aus dem mumifizierten Mund, ehe sie vor der eingetretenen Türe und dem Leichenberg an Erweckten stehen blieb. Unter dem toten Fleisch röchelte es leise und während sie nach und nach eine der Leichen zur Seite zog, wurde es lauter. “Es ist sein Wille, dass ich dich hier holen soll. Er will mich weiter brechen, weil ich ihm nicht diene wie er es will.“ Das Saphirherz streckte dem alten Mann ihre Hand entgegen und zog ihn aus dem Schutthaufen hervor. Chioke kratzte wie besessen über sein Gesicht, während er sich direkt vor sie kauerte und weiter röchelte. “Man gewöhnt sich daran, auch an seinen Willen in deinem Kopf. Lass uns gehen Chioke, wenn die beiden herausfinden, was sie mit dem Saphirherz tun müssen, dann wird es bald schon keinen von uns mehr geben.“ Mütterlich strich sie dem neu Erweckten über das Gesicht und lächelte sanft. “Zumindest, wenn sie das Verbindungsstück finden. Ohne Sie, sind beide Hälften nutzlos...aber ich bin mir sicher, dass deine Schwester es noch immer bei sich trägt. Nun komm Chioke, wir müssen dich an diesen Zustand gewöhnen.“ Rahel erhob sich und reichte ihm die Hand. Wie ein kleiner Junge ergriff er diese und sah zu seiner Urahnin auf. “Deine Tochter und meine Nachfahrin werden das schon hinbekommen... zusammen mit den restlichen Sonnenspeeren. Unter Elonas Sonne wird schon bald wieder unsere Hymne erklingen Chioke...schon sehr bald.“
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Kommentare 2

  • Ovy -

    Also als da die goldenen Schwingen ausgebreitet wurden dachte ich sie träumt das, hat mich so an 'Brazil' erinnert.

    Ich....muss es morgen wohl nochmal lesen. Vor allem den letzten Absatz! xD Ist das kossige Aufmüpfigkeit?