1. Aufbruch nach Cantha - 1330 AE - Logbücher und Tagebücher

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 31. Koloss 1330

      Nach dem Erwachen und einem langen sehr ausgiebigen Frühstück, hatte ich noch einmal die Golems kontrolliert die wir für den Tag vorbereitet haben. Danach habe ich mich zu einer Meditation begeben während Alea im Dorf vor dem Tempel Stoffe besorgt hat für die Tasche von Jaska, mit der sie an Havva festgemacht werden soll während Cora mit den Schützen unterwegs ist.

      Als ich gerade aus meiner Meditation zurück kehrte, und Alea mich ins dort und dann zurück holte kam eine Frau zu uns. Sie stellte sich als Yara vor. Es ist die Aufgestiegene Sterndeuterin von der Jorra berichtet hatte. Alea und ich schienen sie ganz besonders zu faszinieren doch auch die anderen kamen hinzu und als wir ihr berichtet hatten warum wir auf diese Reise gingen, bot sie ihre Hilfe an. Maven ging sehr widerstrebend mit ihr nach draußen wo sie einige Schüsseln auf den Boden stellte und einen Spiegel hinein gab.

      Als er dort hinein blickte sagte er, er sehe eine Mauer. Das sei ein Zeichen für eingesperrt sein. Zum einen für Elyra, zum anderen für Mavens Gedanken. Auch ein weiteres Zeichen sah er… ich sah es auch. Fünf Gestalten die zu einer weiteren Empor blickten die sich etwas über ihnen befand. Yara erklärte, das dies auf einen Neuanfang hinweisen könnte, auf Wiederkehr.

      Maven wandte sich dann ab und die Sternendeuterin ging ihrer Wege. Nach einer weiteren Vorbereitungszeit trafen wir uns nördlich des Bollwerks. Ich stieg hinter Alea auf Zyna, zurrte mich mit einem Gurt an ihr fest und… erweckte die Golems. Was danach passierte weiß ich nicht. Ich habe nur Schleierhafte Erinnerung an den Moment der Kontrolle.

      Ich kam mit rasenden Schmerzen hinter der Kopfborke und Schwindel und Desorientierung zu mir. Es dauerte eine Weile bis ich erkannte dass ich in einer kleinen Schlucht auf dem Boden im Gras lag. Alea war über mir und drückte mich an sich. Je weiter ich zu mir kam, desto mehr wurde mir klar das wir verletzte hatten. Ich ließ die Verletzten in ein Zelt bringen das irgendwer dort aufgestellt hatte und begann mit Althea mit der Heilung. Ich kann sie immer noch nicht besonders gut leiden, glaube ich. Aber gestern wären wir ohne sie nicht in der Lage gewesen Andra zu retten.

      Verletzt sind:

      Andra: Sie hat eine tiefe Bauchwunde erlitten die gestern von Althea zunächst ausgebrannt wurde und dann mit Wächtermagie geheilt wurde. Im Laufe der nächsten Tage wird sie die schwerste Genesung von allen haben.

      Maven: Sein Arm ist mit Bisswunden gespickt. Sie wurden gereinigt, vernäht und Verbunden. In zwei Tagen sollten danach gesehen werden.

      Cora: Sie hat eine Brandwunde am Oberschenkel, kam aber mit einem blauen Auge davon.

      Alle anderen sind entweder mit heiler Borke davon gekommen, oder sind nur leicht verletzt und bedürfen keiner Nachbereitung.
      Als wir gestern die Verletzten notdürftig versorgt hatten, kam ein Mann, Samir des Weges der uns seine Hilfe anbot. Er lud uns in sein Dorf ein. Je mehr wir in seiner Gegenwart waren, desto mehr kamen mir Zweifel an seinen Beweggründen und Motiven. Sein Blatt wirkt vorne nicht wie es hinten scheint. Wir sollten hier nicht lange bleiben und immer jemanden wachen haben in der Nacht.




      Persönlicher Teil:
      Ich bin Alea so unheimlich dankbar und so stolz auf sie. Sie musste gestern mein Leben schützen auf dem Raptor und mich vor den Geschmiedeten Beschützen. Ohne zu zögern half sie mir mit den Verletzten und erlernte noch in der Nacht nach allem an diesem Tag an Maven das Nähen von Wunden. Sie ist nicht nur von wundervollem Charakter, warm und liebevoll. Sie ist noch dazu gelehrig und Verständig. Ich habe nie zuvor die Gegenwart einer Schwester gebraucht. Bei ihr tue ich es. Ich kann mir nicht vorstellen was wäre wenn ihr etwas passiert. Ich werde tun was ich kann, um das zu verhindern.

      Ich bin unglaublich froh das Jorra den Tag überstanden hat. Sie hatte wohl von uns allen am meisten zu tragen. Sie kämpft an zwei Fronten und siegte an jeder. Ich hoffe sie bleibt so stark.

      Ich weiß nicht welche Macht gestern die Hände über uns hielt und wer uns schützte aber brummender Borkenkäfer, ich bin einfach nur dankbar und glücklich darüber das wir so „gut“ durch kamen und das niemand in die Nebel ging. Ich hoffe unsere Sterne bleiben uns zugeneigt.

      Was Maven anbelangt, ich wünschte er hätte sich etwas mehr auf die Sternendeuterin einlassen können und sie nicht so abweisend und Respektlos behandelt. Ich hätte gerne mehr gesehen von ihrer Kunst, und ich hätte gerne mehr darüber erfahren, ob sie uns wirklich etwas zu Elyras Aufenthaltsort sagen kann. Ich wünsche Maven so sehr das seine Elyra wieder findet. Ich kann mir jetzt vorstellen was er durchmachen muss.

    • Reinschrift
      32. Koloss, 1330 AE - Jorra
      Geschafft - Wir haben das Geschmiedetenlager erfolgreich durch-
      brochen. Den Geräuschen nach zu urteilen haben unsere Ver-
      folger die Jagd aufgegeben. Das ist unser Glück.

      Viele von uns sind verletzt und obwohl ich beschlossen habe die
      Dokumentation der Reise lieber Mal zu überlassen, muss ich hin
      und wieder eigene Gedanken zu Papier bringen um nicht völlig
      dem Wahn anheim zu fallen. Schade, dass die Schreibmaschine
      fort ist.

      Mal ist eine sehr fleissige Frau. Sie ist Exploratorin - das wer-
      den die Bücher die über sie berichten natürlich wissen. Aber sie
      ist auch eine gute Freundin. Es ist schwer meinem zögern, beim
      schreiben dieser Worte ausdruck zu verleihen, aber ich glaube,
      dass ich irgendwo niederschreiben sollte, dass ich sie vermissen
      werde, wenn ich gegangen bin. Wer weiss, wie lange ich mich
      noch an dieses Gefühl erinnere?

      Es kommen schwere Zeiten und obgleich ich spüre, wie sehr
      mich diese Reise frei macht erwische ich mich, wie ich mich in die
      Hauseingänge Götterfels zurücksehne. Mit den stinkenden Katzen
      und Hunden und Menschen.

      Meinungen von NSCs sind keine Loregrundlage.





    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 32.-35. Koloss 1330

      Es steht leider nicht gut um uns. Zwar sind alle verletzten auf dem Wege der Besserung, doch sind meine Befürchtungen von vor zwei Tagen leider richtig. Hier stimmt etwas nicht. Inzwischen wissen wir auch was. Zunächst haben wir versucht mit den Bewohnern des Dorfes zu sprechen. Doch entweder wollte uns niemand etwas sagen, oder die einzige Antwort die wir bekamen war „Nesch värschdähn?“. Wir haben einen ganzen Tag nur damit verbracht mit den Leuten zu sprechen. Sie sind überaus höflich und freundlich, lassen uns viele Dinge zukommen und versorgen uns mit allem was wir wollen. Trotzdem sprachen sie nicht mit uns.

      Gestern Abend endlich haben wir dann das wenige zusammen getragen was wir heraus gefunden hatten. Es war nicht viel, doch reichte um sich ein Bild zu machen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich noch gesagt wir müssen dort weg. Kurz darauf kam der Mann der uns in das Dorf eingeladen hatte. Er hatte eine Kiste dabei die von zwei seiner Leute getragen wurde und begann ein sehr verwirrendes Gespräch mit uns. Am Ende ist nur eines sicher. Wir müssen eine Art Prüfung bestehen. Was es ist, wissen wir nicht. Es könnte alles sein. Lediglich die Dolche die uns gebracht wurden von Samir und die in der Kiste versteckt waren bieten einen Hinweis darauf, dass es wahrscheinlich mit einem Kampf zu tun hat.

      Eine Untersuchung der Dolche zeigte mir, dass sie mit einem Zauber belegt sind. Samir hatte gesagt sie seien durch Magie besonders hart und Widerstandsfähig, aber ich glaube es liegt mehr darinnen. Ich glaubte beinah, der Dolch würde mich beobachten als ich ihn untersuchte. Was es ist… weiß ich nicht, nur das es alt ist, und mächtig. Ein weiteres Rätsel sind die Edelsteine am Griff. Es sind rote Rubine wenn Andra sie hält. Bei uns anderen wandeln sich die Steine in Smaragde die grasgrün schillern. Wenn niemand sie hält sind sie einfach nur tiefgrün. Ich kann mir keinen Reim darauf machen, glaube aber, dass der Dolch seinen Träger erkennt und besonders auf ihn reagiert.

      Morgen werden wir dieses Rätsel hoffentlich lösen können. Ich hoffe das Cora so weiße sein wird einen Dolch mitzunehmen, wenngleich sie große Angst zu haben scheint. Sie hatte gestern einen Antimagischen Pfeil in der Hand gehabt als sie den Dolch berührte. Der Zauber auf den Dolchen hat den Pfeil in der Luft zerrieben. Ich habe zur Sicherheit den übrigen Staub aufgesammelt. Vielleicht kann man noch etwas damit machen.

      Jorra hat uns verlassen. Sie ging vor drei Tagen hinter Maven her. Ihn hatte die Situation mit unseren Gastgebern zusehends zugesetzt. Ich glaube auch, er konnte nicht mehr warten sondern musste seiner Elyra hinterher. Er bekam Streit mit der Frau des Dorfvorstehers Kahlim und war dann erst einmal verschwunden. Später kehrte er zurück und holte seine Sachen. Jorra folgte ihm darauf. Sie wolle bei ihm bleiben und aufpassen dass nichts passiere. Jetzt sind drei Tage vergangen. Wir sollten inzwischen aufbrechen und versuchen die beiden einzuholen, da Andra genesen ist, aber das geht jetzt leider nicht mehr bis wir die Prüfung der Dorfbewohner bestanden haben, und ich glaube nicht dass sie uns vorher gehen lassen.

      Ich blicke mit furcht auf den heutigen Tag. Ich weiß nicht was schlimmer ist. Nicht zu wissen was heute auf uns zukommen wird, oder zu fürchten es könnten die Gebrandmarkten aus dem Brand des Drachen sein die hier ganz in der Nähe sein müssen. Der kommende Tag wird es zeigen. Ich hoffe wir bestehen.

      Persönlicher Teil
      Ich weiß gar nicht wo ich Anfangen soll nach dem ich nun endlich wieder zum schreiben kommen. Brummender Borkenkäfer. Es ist so viel passiert das ich kaum hinterher kam. Es tut weh zu sehen das unsere Gruppe zerfällt. Ich hoffe es gelingt uns Jorra und Maven einzuholen bevor etwas passiert oder sie für uns unerreichbar war. Die Elon-Flusslande sind riesig und das einzige was mich ein bisschen optimistisch stimmt das wir sie finden könnten ist der Umstand das sie Fremd sind, und das sie den Wall im Süden überwinden müssen.

      Der Zeitpunkt ist besonders schlecht. Gerade jetzt hatte ich das Gefühl das wir zu Jorra durchdringen. Alea hatte mit uns gemeinsam meditiert und uns zur Ruhe geführt. Es war sichtbar wie gut Jorra das getan hatte und wie weit sie schon gekommen war auf ihrem lautlosen Weg. Und dann verschwinden sie. Ich hoffe es geht den beiden gut. Ich freue mich so sehr auf ein Wiedersehen. So bald wie es nur geht.

      Uns hier macht die Sache mit den Bewohnern zu schaffen. Es ist beinahe noch schlimmer keine Antworten zu bekommen als Antworten die man nicht hören will. Ich fühle mich stellenweise hilflos.

      Was meine Gedanken aus ihrem Tal heraus holt ist Alea die jeden Tag bei mir ist und die mir inzwischen so wichtig geworden ist wie Luft und Wasser. Heute Nacht haben wir lange gesprochen und saßen am Fluss. Ich habe mich nie zuvor so wohl gefühlt, gleich was um mich herum ist. Sie hatte mir gesagt das sie die Wunder der Welt mit mir sehen will und ich will es auch. Ich will mit ihr zusammen heraus finden wie alt wir werden können. Denn ich glaube ohne sie hätten mich Streit, Ungewissheit und die Schweigehaft unserer Gastgeber schon alle Blätter gekostet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Malvala ()




    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 36. Koloss 1330

      Nach dem erwachen am Fluss waren Alea und ich zu unserer Unterkunft zurück gekehrt. Als wir dort angekommen sind, war jedoch die Tür verschlossen die zu unserer Unterkunft führte. Uns blieb nicht lange Zeit uns darüber zu wundern denn Kahlim kam vom Weg aus zu uns und fragte zornig was wir hier zu suchen hätten. Er hatte die anderen eingesperrt um zu verhindern dass sie – das wir vor der Prüfung fliehen konnten.

      Er ließ uns hinein und Alea holte die Dolche. Wir gingen davon aus, dass es nun soweit sein würde, doch Kahlim erklärte uns das es noch zwei Tage dauern würde. Wir haben uns alle angesehen und nichts verstanden. Kahlim und Samir meinten offensichtliche verschiedene Prüfungen. Kahlim erlaubte uns wieder im Dorf zu bewegen, dann ging er. Kurz darauf kam Samir an. Von da an hatte sich alles überschlagen. Mit Samir kamen fünf Untote – Mumien um genau zu sein. Er sagte unsere Prüfung würde nun beginnen, dann begonnen die Mumien uns anzugreifen. Es war ein schwerer Kampf. Wenngleich die Möglichkeiten dieser Untoten wirklich groß sind. Eine Detaillierte Analyse über die von mir beobachteten Angriffe, Flüche und eingesetzten Zauber wäre nun zu lange, wird jedoch noch kommen.

      So viel immerhin, Samir hatte nicht übertrieben. Wenn man diese Mumien mit den Dolchen Angriff und sie stecken ließ, dann verfärbte sich der Stein am Dolch schwarz und die Mumien wurden starr und tot, wobei diese Beschreibung ungenau ist.
      Nach dem Kampf waren wir ziemlich angeschlagen. Alea und ich hatten Verbrennungen erlitten. Andra lag erneut am Boden, rappelte sich jedoch alleine auf. Marvin, Yvvins Golem wird vermisst, Yvvin ist in einer Art Trennungsschock gefangen. Ihre Essenz ist zersplittert. Im Moment gehen wir davon aus, das ein Teil noch immer in ihrem Golem steckt. Ich hoffe das es ausreicht und er vielleicht irgendwie den Weg zu und findet. Anders können wir Yvvin wohl nicht heilen.

      Nach dem Kampf kam eine Sylvari von der Straße herein. Ich kenne sie nicht und ich habe im ersten Moment nicht verstanden was sie von uns wollte. Ich war noch zu misstrauisch nach der Sache mit Samir. Nach einer Weile verstand ich, dass sie uns nichts Böses wollte sondern uns befreien. Sie deutete auf die Schränke und befahl uns hinein zu gehen. Ich hielt es für eine Art Zugang zu einem Geheimgang. Darum hatte ich, als Alea den Dolch aus einer Mumie zog, einen Scheit Feuer aus dem Ofen genommen und ihn auf den Leib geworfen. Mein Plan ging auf. Der Leib fing Feuer und ging in Flammen auf. Nicht bedacht hatte ich dabei dass die Sylvari uns keine Ausgänge zeigte sondern wirkliche Schränke in die wir hinein steigen sollten. Ich staunte nicht schlecht als ich in einen Hinein wollte und mir auffiel das er eine Rückwand hatte!

      In der Hoffnung das uns die Dorfbewohner retten würden bevor wir erstickten oder verbrannten stieg ich hinein. Ich konnte die Hitze spüren, konnte das Feuer fühlen. Dann setzte ein ziehen ein. Eine Art Teleportation begann. Es muss ein Mesmerzauber gewesen sein oder etwas in der Art. Samir hatte sich ja auch schon in unsere Unterkunft geschlichen.

      Die Sylvari sprach davon das das ganze Zimmer voller Türen sein und deutete auf die Schränke. Vielleicht sind sie wirklich eine Art Notfallausstiege auf magischem Weg. Zu schade dass wir nicht mehr zurück können. Ich würde das gerne noch einmal genauer unter die Blätter nehmen.

      Wir kamen ein Stockwerk höher heraus, auf einem hölzernen Steg. Dort fanden wir auch Jorra endlich wieder! Wir waren lediglich einige hundert Meter die Straße hinab gelangt. Zum Glück war die Meute der Dorfbewohner damit befasst das von mir gelegte Feuer zu löschen und so konnten wir uns davon schleichen. Wir fanden unsere Reittiere und konnten aus dem Dorf fliehen. Wie lange wir unterwegs waren weiss ich nicht mehr. Ich war nicht so aufnahmefähig und Alea nahm es mir dankbarerweise ab Zyna zu führen. Als wir eine Siedlung in den Elon-Flusslanden erreichten, konnte ich nur noch den Dreck von mir waschen und im Wasser sitzen.


      Persönlicher Teil
      Ich kann gar nicht sagen wo ich Anfangen soll. Es war so viel was nicht für die Augen der Abtei bestimmt ist und was mich bewegt. Bei dem Angriff der Mumien wäre Alea beinah gestorben. Zweimal konnte ich es verhindern, einmal durch einen Schutzzauber, einmal durch einen Angriff mit dem Dolch auf eine Mumie. Es jedes Mal zu sehen wie es beinah passierte, war für einen Moment so schlimm als würde es wirklich passieren.

      Und dann beim letzten Mal an diesem Tag, als ich Feuer an die Mumie legte, weil ich glaubte wir seien schon in Sicherheit, hätte ich sie beinahe selbst getötet. Der Gedanke lähmt mich immer noch. Vielleicht muss ich mir ein Stück von Jorras Borke abschaben. Sie hätte niemals so einfach jemandem Fremden einfach so vertraut.

      Der einzige angenehme Gedanke ist, dass ich dies mal nicht übrig geblieben wäre um etwas zu bedauern und selbst für diesen Gedanken könnte ich mir die Blätter raufen wenn sie nicht schon total verbrannt und verbrochen wären.

      Als wir endlich aus dem Dorf kamen habe ich mich nur noch an Alea angeschmiegt. Yvvin hatte ich zwischen uns gehalten. Ich mache mir Gedanken das ich für ihren Zustand verantwortlich sein könnte, immerhin drängte ich darauf den Worten der Sylvari zu folgen und in die Schränke zu steigen, statt nach draussen auf die Straße zu gehen und nach dem Golem zu suchen. Wenn wir hier etwas bleiben können, will ich losziehen und ihn suchen. Vielleicht kommen die anderen mit.

      Am späten Abend ist dann etwas passiert, das hätte ich nie für Möglich gehalten. Jorra hatte lange mit uns gesprochen und am Ende gefragt ob wir zusammen eine Gilde gründen wollten. Wenn Alea ebenso zur Abtei käme könnten wir eine Gruppe gleichgesinnter Forscher sein. In einer kleinen Gruppe wie dieser in der wir nun reisen, könnte man vieles sehen von dieser Welt. Sie schenkte Alea eine Kette mit Knochen in die sie Runen geschnitzt hatte. „Krieg wird mit Köpfchen gewonnen, nicht mit Muskeln“ Sie sagte es heißt Friede. Das ist eine schöne Auslegung. Mir ließ sie ihren Dolch zu Teil werden den sie immer trug. Es ist ihr Glücksdolch.

      Alea und ich haben danach lange geredet. Was auch kommt, wir wollen gemeinsam und zusammen bleiben und uns nie mehr trennen. Jorra hatte die rechten Worte dafür vor einigen Tagen genannt. Ich hab in ihr meine Mitte gefunden. Ich muss nur besser auf sie achten. Viel besser.
    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 41. Koloss 1330

      Ich kam nun ein paar Tage nicht zum schreiben. Es gab dieses Mal nicht so viel zu tun wie bei unserem Aufenthalten zuvor, und so haben wir die Zeit genutzt um endlich mal wieder ein bisschen Erholung zu finden. Nach den Tagen hier in Palawas Gnade fühle ich mich erholt. Leider gilt das nicht für jeden hier.

      In der Zeit in der wir lagerten, brach Andras Wunde erneut auf. Leider hatte sie nichts gesagt bis es dann zu spät war sodass sie sich entzündet hatte. Noch in Zephyrs Spur hatte einer der Käfer mit denen sie von den Untoten bespuckt wurde unter ihrer Rüstung einen Weg in die Wunde gefunden und sich dort verbissen. Zum Glück konnte Alea Pflanzen wachsen lassen die einer schlimmeren Infektion vorbeugten und deren desinfizierende Wirkung die Wunde zusammen mit ein wenig Magie zumindest von der Entzündung befreien konnte. Später wollten wir die Narbe ganz heilen. Dazu kam es jedoch nicht. Der Käfer wurde entfernt und Andra heilt inzwischen auf normalem Weg.

      Wir konnten sogar Yvvin wieder gesunden lassen. Ihr Geist ist zersplittert. Sie hat selbst einen Teil ihrer Seele in den Golem gegeben. Als der Golem dann in Zephyrs Spur zurück blieb, wurde diese Verbindung unterbrochen. Wir konnten sie festigen und so konnte Yvvin wieder erwachen. Wir müssen immer noch den Golem finden. Nicht auszudenken was passiert, wenn er jemandem in die Hände fällt der es schlecht mit ihm meint. Dann hätte diese Person einen Teil der Essenz der Asura und ich wage nicht einmal darüber nachzudenken, was man damit alles anstellen könnte.

      Jeder scheint die Zeit hier dazu zu nutzen sich etwas zu erholen. Wir verrichten zwar jeder immer wieder Aufgaben, jedoch kommt diese Ruhepause uns allen zu gute.

      Maven ist zurück. Er kam einen Tag nach dem wir hier angekommen waren zu uns ins Lager zurück. Er hatte sogar Informationen zum Verbleib von Elyra. Sie wird tatsächlich in Vaabi festgehalten. Dort ist sie wahrscheinlich eine Dienerin und ich hoffe dass es ihr gut geht. Zumindest so gut es einem in Gefangenschaft gehen kann.

      Alea hat die Zeit dazu genutzt neue Pflanzen wachsen zu lassen damit wir mehr zu essen haben. Was wir nicht brauchen kommt den Menschen in Palawas Gnade zu Gute. Unsere Überschüsse verteilen wir im Volk.

      Besonders einen Menschen haben wir damit beschenkt. Er wurde von Jorra angegriffen. An einem Abend verfiel sie scheinbar einem Albtraum der sie im Besonderen im Griff hielt. Auch ich war gegen die Einflüsterungen nicht immun. Was es auch war, es flüsterte mir Dinge zu, zeigte mir meine Ängste und ich bin sicher, wenn ich mich dem ganz hingegeben hätte, hätte es gut passieren können das ich die Kontrolle verliere und meine Nekromantie einsetze um Alea vor… einer vermeintlichen Gefahr zu schützen die es gar nicht gab. Ich hoffe das dies der einzige Zwischenfall dieser Art war. Inzwischen scheint Jorra wieder sehr stabil in ihren Gedanken und auch das was Alea und ich von ihren Gefühlen spüren können wirkt ruhiger.

      Gestern Nacht haben wir mit den Flüchtlingen gesprochen um einen Weg zu finden nach Vaabi zu gelangen. Einer der Flüchtlinge gab uns ein seltsames Asuragerät. Vielleicht kann Yvven damit anstellen. Ein anderer gab uns einen Brief mit den wir in Reinheit abgeben sollten. Im Austausch dafür würde man uns eine Route bieten nach Vaabi. Alles in allem sind wir wohl gut beraten darauf einzugehen, wenngleich der Brief versiegelt ist. Ich frage mich ob es vielleicht doch kein Flüchltings ist. Immerhin glaube ich nicht das man ausgerechnet Siegelwachs und Stempel mitnimmt auf eine Flucht. Wir werden morgen darüber reden.


      Persönlicher Teil
      Ich bin froh das Maven wieder bei uns ist. Er ist zwar immer noch er selbst, aber es macht den Eindruck als seien wir wieder ein Stück weit mehr die Gemeinschaft die in Amnoon aufgebrochen ist. Es fühlt sich einfach gut an, dass er bei uns ist.

      Jorra machte mir zunächst große Sorgen. Dieser Albtraum der sich ihrer bemächtigte hat uns alle auf eine Probe gestellt. Selbst meine Mitte ist davon betroffen gewesen. Wenngleich sie dem nicht verfiel. Zum Glück kam es nicht mehr dazu. Jorra hatte mit einer Art Mesmerzauber Alea und mir gegenüber offenbart was sie für uns fühlt. Es tut weh zu wissen wie stark ihre Gefühle sind und ich hoffe, dass auch sie wieder eine Mitte finden wird. Jemand der sich ihr so bedingungslos öffnen wird, wie es Alea mir gegenüber tut und ich mich ihr gegenüber öffne. In jedem Fall scheint sie besser damit zurecht zu kommen.

      Sie hat uns angehalten uns zu einer Gemeinschaft zusammen zu finden. Einer Gilde. Wir haben zwar noch keinen Namen dafür, allerdings haben wir einen feierlichen Eid geleistet aufeinander acht zu geben und das Schicksal des Einzelnen mit denen der anderen zu verweben. Ich kann gar nicht sagen wie stolz ich bin dieser Gemeinschaft anzugehören.

      Eine Sache von der ich hoffe das sie nicht mehr aufkommt ist Andras Durst nach Blut. Als wir ihr helfen wollten hatte sie den Entführer den Maven gefunden hatte für Alea und mich im Sumpf an einen Stein gefesselt. Wir sollten seine Energie nutzen um sie auf Andra zu übertragen. Er lebte noch. Wir haben uns beide geweigert es zu tun. Wenn wir das getan hätten, wären wir auch nicht besser als er gewesen. Andra hat ihm dann den Gnadenstoß gegeben aber ich brauchte ein paar Tage um das zu verwinden. Besonders weil sie uns danach beschuldigte wir seien schwach.

      Ich habe mit Alea inzwischen viele Nächte in den Wassern verbracht die Palawas Gnade umgeben. Die kleinen Tümpel sind erfrischend und die Naturmagie die Alea wirkt, durchdringt jede Faser meines Leibes und erfrischt mich, so wie sie es tut. Ich bin so froh das sie in meiner Nähe ist. Sie gibt mir die Kraft das hier auszuhalten was uns schon alles widerfahren ist und sie bewahrt sich immer ihr Lächeln. Ich liebe sie und, brummender Borkenkäfer. Ich kann gar nicht sagen wie dankbar ich bin, das uns unsere Schritte beide auf das Schiff führten.

      Es gibt so viele Sylvari aber wir geraten zusammen auf das Schiff nach Elona. Manchmal scheint es zu fantastisch um wahr zu sein. Gemeinsam werden wir unser Leben bestreiten, und der Gedanke alleine wärmt mir die Borke von innen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Malvala ()

    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 43. Koloss 1330

      Ein weiter Weg liegt hinter uns. Nun sitze ich in den Hallen des Ordens der Schatten – dem Schwesterorden der Gerüchte aus Tyria – und sinne über das wechselnde Glück das uns auf unserer Reise zu teil geworden ist.

      Wir brachen in Palawas Gnade auf und hatten uns entschieden den Brief zunächst nur mitzunehmen und nicht anzumachen. Nach einem beträchtlichen Ritt kamen wir in den Marschen an einem Lager heraus. Bei der Erkundung des Lagers wurde Maven verletzt, er erhielt eine Plasmaverbrennung. Bei dem Lager handelte es sich scheinbar um Yvvins Kru-Lager. Niemand war dort, allerdings waren die Verteidigungssysteme noch aktiv, was Maven zum Verhängnis wurde. Wir versorgten ihn notdürftig und schafften ihn weg, während die anderen das Lager durchsuchten. Was sie fanden weiß ich noch nicht genau, wir sind direkt weiter geritten als sie zurück kamen. Durch einen Tunnel gelangten wir in das Ödland.

      Zunächst lagerten wir auf einem Plateau und verbrachten dort die Nacht. Alea und ich haben Mavens Verbrennungen versorgt. Wir haben das verletzte Gewebe ausgeschnitten, die Brandwunde gereinigt und dann verbunden. In den kommenden Tagen werden wir immer Pausen einlegen müssen um nach der Wunde zu sehen. Wenn Maven mit seiner üblichen Leichtfertigkeit an die Wunde geht, werden wir bald weit größere Probleme haben als nur einen Weg durch das Ödland finden zu müssen.

      Am nächsten Morgen brachen wir früh auf und ritten weiter nach Reinheit oder Einheit. Ich kann mir den Namen nicht merken. In jedem Fall hatten wir uns entschieden dort den Brief doch noch abzugeben. Es war ein Irrritt durch die engen Gassen dieser Siedlung in unserem Tross und ich war heilfroh als wir endlich an dem Haus anlangten an welchem wir den Brief abgeben sollten.
      Sehr zu meiner Überraschung stellte ich fest, das Lilet öffnete als ich an der Tür klopfte. Sie muss es irgendwie geschafft haben uns zu überholen und vor uns in Reinheit anzukommen.

      Ihre Geschichte machte mich zunächst mehr als argwöhnisch, aber ich hatte den Gedanken wenn sie uns hätte von unserer Fahrt abhalten wollen oder hindern, hätte sie das am Tempel der Kormir schon tun können und uns mit falschen Hinweisen in den Norden locken können, wo wir sicherlich den Geschmiedeten in die Hände gefallen wären.

      Wir haben uns dazu entschieden ihr den Brief zu geben und die Begleitung nach Süden zu nehmen die Hamid uns in Palawas Gnade für den Briefdienst angeboten hatte. Wir wollten noch am selben Tag aufbrechen damit Lilet falls sie doch eine Feindin war, keine Zeit hatte Yokos Häscher zu informieren und für den Fall das sie uns wohlgesonnen war, wäre es auch für sie besser wenn wir schnell aus ihrem Hause verschwinden.

      Wir ritten über zerstörte Grate, widerlich stinkende Gruben, zerklüftete Pässe und Regionen die aussahen wie aus einem Albtraum entsprungen. Am Ende gelangten wir zur Halle der Schatten. Ich kann es immer noch nicht fassen.


      Persönlicher Teil
      Wie ich vor Tagen anmerkte: Maven ist Maven und er wird auch wohl immer Maven bleiben. Anstatt dass er die Chance sieht die uns diese unverhoffte Wendung bietet, misstraut er Lilet noch immer. Er scheint darüber nachzudenken sich wieder abzusetzen. Ein Glück ist er derzeit mit seiner Wunde am kurzen Farnwickel. Vielleicht bringt ihn wenigstens das zur Vernunft.

      Ein wenig enttäuscht bin ich darüber das es uns verboten ist die Archive zu besuchen, allerdings kann ich es verstehen. Ich weiß noch nicht einmal wo der Orden der Gerüchte seinen Sitz hat, wenn ich mir vorstellte ich würde in deren Geheimste Archive vordringen, wäre ich wahrscheinlich in den Traum geschickt bevor ich auch nur einen Schritt getan hätte.

      Ich liebe es Alea hier zu betrachten. Sie hat sich die neugier eines Setzlings behalten und sie dabei zu betrachten wie sie staunend und fasziniert durch diese Hallen wandert, inspiriert mich sehr. Ich bin so froh das hier mit ihr teilen zu können.

      Auch um Jorras Anwesenheit bin ich sehr froh und dankbar. Ich habe auch in ihren Augen etwas gesehen das ich dort noch nie auszumachen vermocht habe. Wir fühlen uns alle wie die Setzlinge am kandierten Raupenstand und es ist einfach nur großtastisch!
    • Schriftstück 1



      Schriftstück 2



      Schriftstück 3



      Reinschrift Schriftstück 1

      42. Koloss, 1330 AE - Jorra

      Schon wieder zwei Wochen der Reise vorbei. Ich sollte
      das regelmässiger machen. Ich sollte aufhören, den
      Titel der Einträge nach Abteistandards zu formatieren
      ich sollte... .

      Ich hatte einen weiteren Rückfall. Alea und Malvala
      ist nichts geschehen, denke ich und das habe ich auch
      Andra zu verdanken.

      Die Hinweise auf Andra Elyra verdichten sich. Es sieht
      so aus, als wenn sie hinter den Knochenwall - vielleicht
      nach Vabbi gebracht wurde. Ich hoffe nur, dass wir nicht
      zu spät sind.

      Die Gildengründung verlief gut. Diese Narren haben
      mich zu ihrer Anführerin gemacht. Ich setze Andra als
      meine rechte Hand ein. Sie weiss, wie man uns tötet und
      auch wenn sie mir das Gegenteil versichert, hoffe ich, dass
      sie es schnell beendet, wenn ich einen weiteren Rückfall
      haben sollte.

      Heute Abend reisen wir weiter...


      Reinschrift Schriftstück 2

      43. Koloss, 1330 AE - Jorra
      Ich habe gerade noch einmal meinen letzten Eintrag
      angesehen. Was für ein Chaos. Habe ich das geschrieben?
      Ich sollte mir mehr Zeit nehmen... Zeit.

      Ich sehne mich an die Tage in Götterfels zurück in denen
      ich den ganzen Tag durch die Strassen gewandert bin
      nur auf der Suche nach einem Schlafplatz für die Nacht.
      Rückbetrachtend war das eine gute Zeit. Zeit...

      Wir sind durch Reinheit geritten. Es scheint, als wenn
      die Gerüchte stimmen: Die Menschen hier beten Joko
      praktisch an. Ich vermisse Götterschreine. Das ist
      komisch - Die Menschen hier sollten eigentlich überall
      Gottesfürchtig sein. Was ist mit alle dem passiert?
      Wurden die Statuen vielleicht eingerissen? Die Schreine
      entweiht? Und wenn dem so ist: Ist Balthazar vielleicht
      die Antwort auf ihren Unglauben?

      Ich kann nicht klar über diese Sache nachdenken. All das
      macht kaum einen Sinn. Und dann ist
      da noch diese Sache mit Samir und

      seinen Dolchen...


      Reinschrift Schriftstück 3

      44. Koloss, 1330 AE - Jorra
      Samirs Dolche!
      Ich habe es vollkommen vergessen, aber als wir durch das
      zerstörte Asuralager ritten, hatte Alicia mir einen
      entladenen Dolchheft gegeben - Jetzt wo ich meine
      Aufzeichnungen ansehe stelle ich fest, dass ich das Lager
      und Samir gar nicht erwähnt habe. Wie konnte das nur
      passieren? Egal.

      Also, das ist was wir soweit wissen - oder zu wissen glauben:
      Es gibt diesen Mann, Samir Tasin. Er scheint eine Art
      vabbischer Adliger zu sein - Wir werden unsere neuen
      Freunde noch nach näheren Informationen fragen.
      Irgendwie ist dieser Mann an Sonnenspeerartefakte
      gekommen - Dolche - die er wie Süssigkeiten verteilt.
      Uns hat er einige gegeben und den Asura auch.
      Gleichzeitig scheint er mit Jokos Truppen zusammen zu
      arbeiten. Sowohl wir, als auch die Asura wurden kurz
      nach Erhalt der Dolche von Erweckten angegriffen.
      Im Moment sind das alles nur Spekulationen
      aber ich vermute, dass wenn wir Samir
      finden, auch Elyra nicht weit ist...

      Meinungen von NSCs sind keine Loregrundlage.



    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 44. Koloss 1330 AE

      Wir sind inzwischen einen Tag im Quartier der Schatten. Ich habe mich hier lange und viel umgesehen. Leider ist es uns immer noch nicht gestattet die Bibliothek aufzusuchen oder uns mit vielen der hier Anwesenden Schatten zu sprechen.

      Ich habe mich um Mavens Wunde gekümmert, es geht ihm scheinbar besser, doch nässt die Wunde stark und ist gerötet. Ich habe die Wunde weiter versorgt. Wenn sich morgen noch keine Besserung eingestellt hat, müssen wir wohl drastischere Mittel ergreifen.

      Alea versucht ein Blatt wachsen zu lassen, das unsere Atemprobleme in diesen Schwefeldämpfen beseitigen könnte. Ich habe keine Ahnung wie so ein Blatt aussehen sollte, aber es muss in jedem Fall ein Filter sein. Ich bin sicher sie weiß wie so ein Blatt aussehen müsste. Ich bewundere ihre Gabe immer noch. Wenn wir hier ein paar Tage festsitzen, kann sie mir vielleicht etwas beibringen. Es ist zu schade das ich hier nicht einfach ins Archiv der Abtei gehen kann und mir die Pläne für den Bau der Atemmasken ansehen kann wie wir sie konstruiert haben, als Scarlett Löwenstein angriff. Was bei Miasma funktioniert sollte bei Schwefeldämpfen noch mal so gut klappen.

      Was unsere weiteren Pläne anbelangt habe ich versucht das was wir bisher wissen zusammen zu tragen und ich glaube gestern Abend habe ich einen Weg gefunden der alles erklärt. Schimmliger Schössling. Ich hoffe ich behalte nicht recht.

      Wenn meine Annahme stimmt, dann hat Samir Elyra entweder entführt oder ihre Entführung zumindest in Auftrag gegeben. Er ist scheinbar reich und wusste bestimmt von unserer Ankunft in Amnoon. Es könnte ein Versuch gewesen sein, uns ins Hinterland zu locken. Denn immerhin hat er uns auf die Probe gestellt. Andra sagte, sie habe bei unserer Flucht aus Zephyrs Spur eine Notiz am Sattel gehabt das wir bestanden hätten. Samir ist damals geflohen.

      Jorra gab mir einen Dolchgriff. Er ist identisch mit jenen Dolchen die wir von ihm erhalten haben. Laut Lilet handelt es sich dabei um die Spitzen von Sionnenspeer Speeren. Sie sind mit einer Magie durchzogen die dafür sorgt dass jegliche Magie unterbrochen wird, und sie sind mächtig. Der Dolch den Jorra mir gab, bekam sie von Yvven. Diese habe den Dolch gefunden als sie das Lager ihrer Asura Kru durchsucht habe.

      Das könnte bedeuten das Samir auch die Asura mit den Dolchen beliefert hat. Die Spuren die wir fanden deuten darauf hin, dass die Asura dann ebenso von Untoten überfallen wurden wie wir. Das ist aber nicht alles.

      Der Dolch den ich von Jorra bekam war ausgebrannt. Ich bin nicht sicher ob das das richtige Wort ist, allerdings habe ich so etwas schon einmal gesehen. Der Griff ist grau und wirkt verbrannt, der Edelstein ist schwarz und zerbrochen. Ich vermute das die Asura-Kru den Dolch analysiert hat. Sie haben ihm die Magie entzogen. Wenn das stimmt, könnten sie noch am Leben sein und in Gefangenschaft um für Samir weitere Waffen herzustellen, denn wir haben keine Leichen im Lager gefunden. Weder Untote Körper noch Asura.

      Die Frage ist, wieso versucht Samir uns zu prüfen. Was erhofft er sich davon? Eine mögliche Antwort bot Lilet. Sie erzählte mir, das adlige in Vaabi großteils nicht fliehen wollen, da es ihnen zu gut geht. Allerdings soll es vorgekommen sein, dass adlige verhaftet und bestraft wurden, wenn sie schlecht von Yoko sprachen. Ich gehe daher davon aus, dass Samir entweder jemanden verloren hat und einen Weg sucht sich zu rächen und dafür möglichst gute Streiter sucht die es mit den Untoten aufnehmen können, oder das er auf Yokos Seite steht und für seine Reihen fähige Personen finden, in eine Falle locken und erwecken will. Das sind nur Spekulationen, aber sie bringen das erste Mal Ordnung in diesen Wirren Blätterhaufen der vor uns liegt.

      So oder so, wir müssen nach Vaabi. Wenn mein Verdacht stimmt, finden wir Elyra wenn wir Samir finden.

      Persönlicher Teil
      Ich habe Hoffnung das Elyra lebt und unversehrt ist. Wenn sie wirklich das Pfand für Samirs Plan sein sollte, wagt er bestimmt nicht ihr etwas anzutun. Immerhin brauch er sie um uns nach Vaabi zu locken. Vielleicht ist das auch lediglich eine Hoffnung. Sie ist nun schon so lange fort, dass sie inzwischen überall sein könnte. Ich gebe es nicht gerne zu, aber es ist die Suche nach dem Dorn im Laubhaufen. Meine Hoffnung liegen auf dem Orden der Schatten.

      Inzwischen weiss ich auch warum Maven nicht sonderlich erpicht darauf ist hier lange zu bleiben. Nunja, zumindest habe ich eine bessere Vorstellung davon. Ich hoffe wir können sie dazu bewegen uns zu helfen. Und ich hoffe, wir können wieder ziehen ohne das sie Verdacht schöpfen.

      Wenn das hier vorbei ist, klingt das katalogisieren, verpacken und verschicken und Proben was ich in Hoelbrak so verabscheut habe, nach einer wirklich schönen Sache. Ich hoffe wir gelangen bald an unser Ziel.
    • Reisetagebuch der Exploratorin Malvala Nachtrag 50. Koloss 1330 AE

      Ich sitze gerade in Vaabi. Ich bin im Garten Seborhin und lasse die Beine baumeln. Die letzten Tage wirken so unwirklich. So falsch wenn ich mir das hier ansehe. Wir kämpften uns auf unseren Raptoren den Weg entlang durch das Ödland. Aber ich sollte von vorn beginnen. Die Geschichte ist so verworren, das ich selbst sie kaum überblicken kann. Ich sollte es ein wenig ordnen, falls ich hoffe dass ein Fremder es versteht, der dieses Buch irgendwann mal aus den Archiven holen wird.

      Lilet kam auf uns zu und sagte uns, das der Orden uns helfen würde, wir müssten jedoch einen Auftrag für sie übernehmen, den niemand sonst im Orden übernehmen könnte. Während wir noch überlegten worum es sich dabei wohl handeln konnte, hatte Maven sich von uns getrennt. Er sagte er traue denen vom Orden nicht und er könne dort nicht bleiben. Er sei ein Auftragsmörder und der Orden der Schatten wisse was er getan habe.

      Er hatte immer zu Angst das sie ihn entdecken könnten. Auch begann er Lilet immer weniger zu trauen die uns hin zu halten schien. Entweder das, oder sie ist von so geringem Rang, dass sie selbst um jedes Wort bitten muss das man an sie richtet.

      Unterdessen haben Alea und ich versucht ein Blatt zu entwickeln, das es schafft – vor dem Mund getragen – die Luft im Ödland ein wenig zu filtern. Die Luft hier stinkt furchtbar. Ich kann das nicht beschreiben. Als finde man ein Moanest in dem eine Schlange die Eier aufgebissen und nur halb ausgetrunken hat. Und noch viele hundert Male schlimmer. Die Blätter konnten zum Ende hin den Gestank abhalten. Bei einer Testung über eine Schwefelgrube blieb mir etwas mehr Zeit bevor ich droht das Bewusstsein zu verlieren. Sie bieten keinen langen Schutz, können jedoch inzwischen jemandem der in einen der Tümpel fällt einige wertvolle Sekunden verschaffen.

      Im Lauf der vergangenen Woche kam Lilet dann immer wieder und hatte uns über unseren Auftrag informiert, den wir nun ohne Maven durchführen sollten. Im Gegenzug für unsere Dienste würde uns der Orden einen sicheren Weg nach Vaabi zeigen und dafür Sorgen das wir Vaabi erreichten.

      Der Statthalter von Reinheit ist ein Sklavenhändler der jene die aus dem Süden vor Jokos Erweckten fliehen gefangen nehmen lässt und sie zu Erweckung zurück nach Vaabi schickt. Auch Reisende aus dem Norden lässt er gefangen nehmen und schickt sie nach Vaabi wo sie „zur Ehre Jokos“ erweckt werden. Von Freitag auf Samstag in der Nacht, werden ein Teil der Erweckten Wachen von Reinheit zu einem Inspektionsappell erwartet. Das heißt das Reinheit in dieser Nacht besonders anfällig ist für Angriffe und der Orden hat Informationen darüber, dass Samir eine Krytanerin damit beauftragt hat den Statthalter zu töten.

      Eigentlich gäbe es nichts das mehr in meinem Sinne wäre, aber Lilet sagte uns, dass es nur noch schlimmer würde, wenn der nächste Statthalter eingesetzt würde, denn die Kandidaten dafür seien alle samt ebenso mitleids- wie skrupellos. Aus diesem Grund sollen wir einen Tyrannen schützen um einen Albtraum zu verhindern.

      Ob es mir gefallen mag oder nicht, wir haben eingewilligt und was wäre die andere Wahl? Es gibt eigentlich gar keine.
      Bevor wir am Freitag losritten wollten Alea und ich uns noch etwas ausruhen und erholen von den Arbeiten an den Blattmasken. Ich muss eingeschlafen sein. Ich hatte einen Albtraum den ich heuten noch vor mir sehe. Die Angst ist inzwischen verschwunden doch zeigt er sich bis heute. Ich träumte das Jorra dem Albtraum verfallen sein und das sie mich dazu anhielt zu den Sternen zu sehen und ihnen zu folgen. Danach änderte sich alles und sie hatte Alea getötet und versucht mich in den Albtraum zu ziehen. Als ich wach wurde, hatte ich zunächst nicht gewusst wo ich bin oder wer um mich herum ist, doch dann ließ er mich langsam entrinnen. Nach dem ich mich erholt hatte, ritten wir los.

      Wir erreichten Reinheit einen halben Tag später etwa. Als wir ankamen mischten wir uns unter die Leute und versuchten mögliche Bedrohungen für den Statthalter zu finden. Als wir ihm folgten gab es einige Bedrohungen um ihn herum, niemand schien ihn zu mögen und viele schienen jene Nacht nutzen zu wollen in der wenige Wachen da sind um die Siedlung von ihm zu befreien. Doch was letzthin wirklich sein sollte . . . ich hatte am Nachmittag eine Ahnung gehabt die sich bewahrheiten sollte. Als der Statthalter in den Tempel ging um zu beten habe ich mich hinterher geschlichen als die Wachen verschwunden waren. Ich sah Maven im Tempel und hinter dem Statthalter der am Boden kniete. Maven hielt eine Klinge an seinen Hals. Ich versuchte ihn zu stoppen aber er berichtete davon, das Samir ihn geschickt habe, das er ihm alles offenbar hatte und das Orden der Schatten ein Ring von Verbrechern sei, der nicht wolle das sich etwas ändert in Elona.

      Ich versuchte Maven zu überzeugen das er den Statthalter gehen ließ, er versuchte mich davon zu überzeugen dass wir einem falschen Weg folgten. Am Ende schlug ich vor kein Blatt auf den Orden und auf Samir zu geben und einfach zusammen nach einem Weg zu suchen wie man Elyra erreichen könnte. Notfalls wollten wir Samir eine Falle stellen.

      Maven willigte ein, unter der Bedingung dass wir ihm halfen den Statthalter zu töten. Wir willigten ein und ich hatte mir einen Plan zu Recht gelegt, wie verhindern konnte dass der Statthalter starb. Ich hätte ihn in einen Todes ähnlichen Zustand bringen können, in dem Maven nicht hätte erkennen können das er eigentlich noch am Leben ist. Später hätten Reinheits Heiler ihn wieder zusammenflicken können und er hätte sich erholt. Maven jedoch wollte ihn nicht mit uns töten, sondern nur nicht aufgehalten werden und so wartete er nicht. Ich konnte nichts für ihn tun.

      Ich kann das Gefühl nicht beschreiben welches ich verspürt habe. Vielleicht Verrat. Vielleicht Verzweiflung oder Enttäuschung. Oder alles drei zusammen. Ich dachte diese Reise könnte uns das schöne Zeigen. Jetzt merke ich, dass sie uns auch das schlechte zeigt. In der reinsten Form. Und sie zeigt mir, dass der Albtraum selbst in der Gegenwart von Menschen immer nur einen Sprung weit entfernt ist. Besonders in der Gegenwart von Menschen habe ich inzwischen das Gefühl.

      Nach dem wir Maven gefolgt waren, brachte er uns zu einer Stelle außerhalb von Reinheit wo unsere Raptoren standen. Dort angelangt überlegten wir, wie wir Samir stellen könnten. Ich schlug vor ein Treffen abzuwarten und zu warten ob er Elyra wie versprochen frei lassen würde. Wenn nicht, sollten wir ihn einfangen und dazu zwingen uns zu sagen wo sie steckt.

      Maven hatte uns an diesem Abend ein zweites Mal verraten. Samir hatte sich auf einem Felsen in der Nähe versteckt und Maven wusste es. Als er sich zeigte war er wie immer. Ich empfinde dunkle Gefühle gegenüber diesem Menschen und doch will ich seinen Worten Glauben schenken. Ich durchblicke dieses Netz aus Lügen nicht welches die Spinnen um uns gewoben haben. Aber ich sollte die Reihenfolge wahren.

      Bei dem Gespräch mit Samir versuchte er alles zu erklären. Der Statthalter den wir hätten retten sollen sei der Sklavenhändler der Elyra habe entführen lassen. Er habe eine besondere Schwäche für rotblättrige haarige und blonde Frauen. Er habe Elyra in Amnoon gefangen genommen und sie nach Süden schaffen nach Vaabi. Angeblich wisse Samir wo sie ist und könne uns zu ihr bringen.

      Er berichtete, dass er uns in Zephyrs Spur habe helfen wollen. Er habe durch seine Art dafür gesorgt das wir schon am ersten Abend skeptisch geworden seien, da er uns nicht hätte offen warnen können. Was das angeht, muss ich ihm sogar recht geben. Wir waren damals nicht in der Verfassung zu reisen und er sorgte dafür, dass wir wachsam blieben. Angeblich seien die Menschen die dort lebten Sklavenfänger gewesen die Flüchtlinge aus dem Süden eingefangen und der Sklaverei in Vaabi übergeben hatten. König Joko treu ergeben und wenn ich hier darüber nachdenke, dann ergibt das einen Sinn. Sie sagte alle das sie gut am Handel verdienten, aber nie womit. Sie sagten nur man könne mit reisenden gut handeln und so betrachtet haben sie wirklich mit Reisenden gehandelt. Als Währung.

      Samir habe das ändern wollen. Er gab uns die Sonnenspeer Dolche und schickte uns einige erweckte auf den Leib die wir für ihn in Zephyrs Spur hatten täten sollen, denn er selbst war nicht in der Lage dazu gewesen. Als Jokos Truppen sahen womit sie getötet wurden, mit den Dolchen nämlich der Sonnenspeere, musste er davon ausgehen, dass die Menschen in Zypyrs Spur Sonnenspeere beherbergen. Er ließ sie alle töten.

      Wenn es Samir darum gegangen war, für Flüchtlinge einen Weg nach Norden frei zu machen, dann bewundere ich seine Weitsicht ebenso wie ich seine Art zu planen verachte. Er sagte, er habe Helden aus uns gemacht. Ich sehe nicht wo wir Helden sind. Wir sind nur die Raupen in einem großen Hainhüter Spiel.

      Den Asura aus Yvvins Kru hatte er die Dolche gegeben damit sie sie analysieren und vielleicht nachbauen können. Sie seien jedoch von Erweckten überrascht worden und nun seien sie in Vaabi. Ich glaube sie wurden erweckt und dienen nun in Jokos Reihen. Es ist ein Trost, zu wissen dass wenn etwas schief gehen sollte, wir Sylvari wohl am wahrscheinlichsten verbrannt werden. Denn wir können nicht zu Erweckten gemacht werden.

      Samir schlug uns vor, von ihm nach Vaabi gebracht zu werden und gemeinsam könnten wir Elyra befreien. Da wir keine andere Wahl hatten, willigten wir ein und kamen mit ihm mit. Die Reise war von schier endlosen Strapazen gezeichnet. Der Weg alleine war wie ein Ritt durch den Albtraum und dazu brauchte es noch nicht einmal die erweckten die wir allerorten umgehen mussten. Selbst der nackte Boden schien uns ins Dunkle zu ziehen und hinab reißen zu wollen. Als wir die letzten Meter der Schlucht in einem Bergpass hinter uns brachten uns Vaabi erreichten, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Grünes, fruchtbares Land. Die Luft wurde beinahe Augenblicklich besser. Der Himmel war blau und schön. Die Felsen hielten die Schwefelwolken wohl großteilig zurück.

      Nach einem weiteren langen Ritt, kamen wir in den Gärten von Seborhin an. Samir hatte den Statthalter hier wohl beraten, inzwischen jedoch, hatte der einen neuen Berater und Samirs Versprechen uns zu Elyra zu bringen wurde wieder einmal nur eine weitere Lüge auf diesem Weg der hinter uns lag. Wenigstens muss ich ihm zugutehalten, dass er davon wohl selbst so getroffen war wie wir.

      Es gelang ihm jedoch uns in die Stadt zu bringen, wo wir nun Unterkünfte bezogen haben. Wir müssen sehen wie es nun weitergehen kann.


      Persönlicher Teil

      Ich komme mir dumm vor. Dumm, naiv, klein. Ich hatte gewusst dass diese Geschichte wohl komplexer ist als ich es erwartet hätte, aber wie es sich nun zeigt, habe ich nur zwei oder drei Blätter der Pappel gesehen. Hier geht man mit so tollkühnen Intrigen gegeneinander vor, das niemand mehr weiß wie man es überhaupt durchblicken soll.

      Nun folgen wir wieder Samir. Ich kann nicht behaupten das ich ihn mag und doch. Irgendwas in mir will ihm vertrauen. Er gab mir einen Stern. Er flüsterte mir zu:„Siehe nach den Sternen, folge ihrem Weg, und weiche nicht davon ab, denn ansonsten gibt es nur Finsternis.“ Wie kann das sein? Wie kann er von meinem Albtraum wissen? Hatte er vielleicht dafür gesorgt dass ich ihn hatte? Hatte er mir damit etwas sagen wollen? Hatte er mir zeigen wollen, dass es richtig war in Reinheit nach zusammenzuhalten und sich nicht gegen Maven zu stellen, ich weiß es nicht.

      Und was ist nun mit dem Orden der Schatten? Werden sie nach uns suchen? Haben sie vielleicht schon Steckbriefe von uns ausgehangen und handeln uns als gefährliche Fremde die die Region ins Wanken bringen wollen?

      Was ist mit Maven. Er hat uns zwei Mal verraten in einer Nacht. Ich kann und will ihm nicht trauen, aber er ist einer von uns und er will Elyra genauso zurück wie wir. Er zeigte mir ein Hemd das Samir ihm gegeben hatte. Es hatte ein Loch und violette Kristalle waren daran. Ich hoffe so sehr das es ihr gut geht.

      Ich sitze gerade hier, und esse den ersten Apfel der nicht von Alea zum wachsen gebracht wurde. Er schmeckt herrlich. Dazu trinke ich einen kühlen Schluck Wasser aus den zahlreichen Gärten. Jorra hatte recht, die Gärten sind wirklich atemberaubend schön. Ich wünschte wir hätten viel Zeit hier zu bleiben, denn nach der der Hölle aus der wir kommen, sind diese Gärten wie die Verkörperung des Traumes. Und gleichzeitig wirken sie so unreal wie es die Ödlande hier tun wenn man von hier aus darüber nachdenkt.

      Etwas Gutes gibt es. Ich habe mich Alea geöffnet, habe ihr von meiner wylden Jagd erzählt und von der Geschichte wie es dazu kam. Es ihr zu erzählen war richtig, es fühlte sich an, als nehme es mir eine Last vom Leib. Auch wenn sie noch irgendwo dort draußen ist, heute wirkt es so, als könnte ich mein Sehnen ihr eines Tages Ruhe und Frieden zu geben in die Tat umsetzen. Seit ich Jorra kenne muss ich oft an sie denken und ich habe Angst, dass es sich wiederholt. Wir dürfen es nicht dazu kommen lassen!
    • 51 Tag des Kolosses 1330 n.E.
      Eintrag von Alea, keine Titel


      Hallo liebesTagebuch,

      ich bin Alea und das hier ist mein erster Eintrag. Vermutlich fragst du dich, warum ich dich direkt anschreibe, aber ich glaube so wird es mir etwas einfacher fallen zu beschreiben, was ich erlebt und empfunden habe. Malvala sagte, dass ich hier auch persönliche Dinge eintragen soll, deshalb wirst du zusammen mit ihr meine Geheimnisse teilen.

      Erst einmal ein grober Umriss meines bisherigen Lebens. Dir wird auffallen, dass es gar nicht so viel ist.

      Ich bin am 83 Tag des Zephyrs im Jahr 1327 erwacht. Es war Frühling, als auch alle anderen Blumen aufgingen. Als ich erwachte war es Abend gewesen und das erste was ich sah, war der Sonnenuntergang. Rot und orange leuchtete er am Horizont und es war eins der schönsten Dinge die ich in meinem bisherigen Leben gesehen hatte. Bis vor kurzem sogar das Liebste was ich je betrachten durfte.
      Ein Jahr lang habe ich im Hain verbracht, dort gelernt wie es draußen in der Welt aussehen mag und viele, viele Geschwister kennengelernt. Schon damals hatte ich geträumt die Welt zu bereisen und all die Dinge von denen ich nur gehört hatte, persönlich zu sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Eigentlich hätte ich den Hain noch gar nicht verlassen sollen, aber am


      60 Tag des Zephyrs im Jahr 1328 traf ich auf zwei Geschwister. Einer davon war sogar ein Zweitgeborener. Mit ihnen zusammen war ich nach Löwenstein gereist, das erste Mal das ich den Hain verlassen hatte. Es war ein überwältigendes Gefühl gewesen die Welt draußen zu sehen und anzufassen. Wir haben auf dem Weg sogar Tengu getroffen, eine Hainhüterin und Löwengardisten. Zwischendurch kam es auch zu einem Kampf mit Ettins, welche die beiden Brüder zurückschlagen konnten. In einem Dorf hatte ich sogar Elementare und Menschen getroffen, die zusammenlebten. Wie ein Vogel, der das Ungeziefer in einem Baum befreit, welcher ihm dafür Schutz bietet. In Löwenstein habe ich das erste Mal in einem richtigen Bett geschlafen und sogar auf dem Markt gearbeitet. An einem Stand war es gewesen und viel verdienen tat ich nicht, aber es reichte um ab und zu Kleinigkeiten zu kaufen. Unseren Aufenthalt hatte immer einer der Brüder gezahlt, weil er viel Geld hatte. Dort blieb ich eine lange Zeit. Zwischendurch waren wir sogar bei der Abtei gewesen.

      33 Tag des Phönix im Jahr 1328. Es war die Zeit als ich gelernt hatte, dass ich eine Nekromantin sein würde. Es hatte mir gar nicht gefallen und ich hatte sogar Angst davor. Aber damit ich niemandem ausversehen weh tat, lernte ich damit umzugehen. Ich fand leider keinen Mentor, aber machte selbst kleinere Fortschritte. Die Zeit im Hain hatte ich sehr genossen, aber nach und nach sehnte ich mich wieder zu reisen.

      Am 61 Tag der Stecklinge im Jahr 1328 bin ich aus dem Hain nach Löwenstein gereist, dass sogar ganz alleine. Ich nahm mehrere Umwege damit ich nicht wieder auf die Ettins traf. Am Ende kam ich jedoch in Götterfels, statt Löwenstein an. Überrascht war ich ein wenig, aber mir war es gleich gewesen. Die Stadt hatte immer etwas Faszinierendes an sich, dass ich nie beschreiben konnte. Ich traf dort sehr viele nette Menschen, nur sehr wenige waren unfreundlich. Das war noch eine schöne Zeit gewesen, als Mordremoth noch nicht erwacht war. Bevor er das tat, war ich jedoch schon in der nächsten Stadt gewesen. Rata Sum. Lang blieb ich dort, noch länger als in Götterfels. Stundenlang saß ich dort am Rande der Stadt und sah hinab auf die Erde, die so tief unter mir gewesen war. Manchmal stellte ich mir vor, dass ich ein Vogel sei. So viele Dinge die ich nicht erklären und verstehen konnte. Aber ich lernte und verstand die Welt ein wenig besser. Meine letzte Stadt war Hoelbrak gewesen. Ich verbrachte dort sogar noch mehr Zeit als in den anderen beiden Städten zusammen. Die Norn waren ein tolles Volk, immer so gut gelaunt und immer gefeiert. Sie erzählten die besten Geschichten und ihre SklaSkalden sangen die schönsten Heldensagen. Dort habe ich auch zum ersten Mal etwas anderes als Wasser oder Nektar getrunken. Met. Es war ekelig.
      Hier war es auch als ich das erste Mal meinem Tod entgegensah, als ich bei einer Reise durch die Wanderer-Hügel von einem Rudel Pack Stamm Grawle angegriffen wurde. An dem Tag änderte sich alles.

      Erster Tag des Phönix im Jahr 1329. Wieder zurück im Hain, suchte ich nach Erholung von den Ereignissen der Wanderer-Hügel. Es war eine ereignisreiche Zeit gewesen. Ich verbesserte meine Naturmagie und lernte das Formen von einem Bruder mit Pilzkopf, eine Schwester lehrte mich den Kampf mit Dolchen und einem Kampfstab. Es war eine Zeit in der ich alle Sorgen hinter mich lassen konnte. Nun ja, fast. Albträume plagten mich des Nachts und es gab nur drei Dinge die mir geholfen hatten auch nur ein Auge zu schließen um etwas Schlaf nachzuholen. Die Nähe einer der Geschwister, eine Medizin die mir eine Schwester gab damit ich Traumlos schlafen konnte und Kekse die mich benommen machten. Von derselben Schwester gebacken, die mir auch beigebracht hatte wie man richtig mit Dolchen umzugehen hatte. Die wenigen Nächte in denen ich schlafen konnte waren dafür aber sehr erholsam.

      Am 61 Tag des Phönix bin ich zur Insel der Lautlosen gereist, weil ich versuchen wollte eine von ihnen zu werden. Ich lernte dort sehr viel, vor allem die körperliche und geistige Meditation die nötig war um den Traum verstummen zu lassen. Ich hatte es aber niemals geschafft. Ein Teil der Meditation zeigte mir einen Weg den ich nicht beschreiten wollte. Ich fand auch den Frieden mit mir selbst und das wonach ich mich am meisten sehnte. Um mich selbst zu finden reiste ich in den Dschungel um gegen Mordremoth zu kämpfen.

      26 Tag der Stecklinge im Jahr 1329. Ich war nicht dabei, aber ich habe es gespürt. Mordremoth ist tot. Ein berauschendes und beruhigendes Gefühl. Die Stimme war nicht mehr da!
      Zu der Zeit hatte ich schon viel erlebt und sogar den Zweck meiner Wylden Jagd erfahren.

      Am 62 Tag der Stecklinge im Jahr 1329 war ich wieder im Hain gewesen um mich vom Kampf der letzten Tage zu erholen. Meine rechte Hand wuchs wieder nach, aber ich wusste schon, dass es sehr lange dauern würde. Zusammen mit einigen Geschwistern war ich in der Schwarzen Zitadelle gewesen, auf einer Diplomatenreise. Die Charr waren toll gewesen. Ich wollte auf jeden Fall nochmals dorthin reisen.

      9 Tag des Kolosses. Wieder im Hain. Hand weiterwachsen lassen. Es war langweilig gewesen.

      Am 32 Tag des Kolosses bin ich zurück zur Schwarzen Zitadelle gereist. Ich blieb ein halbes Jahr lang dort, vor allem aber in den Ebenen von Aschfurt. Die Charr waren, wie beim letzten Mal schon, erstaunlich gewesen. Sie sind von den anderen vier Völkern, die am interessantesten. Ihre Kultur war so viel anders und was sie alles erreicht hatten seit ihre Vorfahren damals Ascalon eingenommen hatten, war faszinierend. Ich lernte viel und in dieser Zeit lernte ich auch den Albträumen die mich seit jeher plagten endlich Einhalt zu gebieten. Ich lernte damit zu leben und es zu akzeptieren. Heute trage ich es wie einen Schild. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass mit dem Albtraum nicht der Albtraum gemeint ist wie die Albtraumhöflinge ihn meinen. Es war etwas anderes, aber mindestens genauso gruselig!
      Ungefähr Mitte des Phönix im Jahr 1330 machte ich meine dritte Reise. Dieses Mal um die Welt. Oder zumindest soweit wie ich kam. In Orr war ich sogar einige Zeit gewesen, den Zittergipfeln, dem Mahlstromgipfel und sogar beim Brand. Etwas weniger als ein halbes Jahr bin ich herumgereist, bis ich in Götterfels angekommen war. Am 63 Tag der Stecklinge fand ich mich in Götterfels wieder. Hier war es wo vermutlich die größten Abenteuer meines Lebens beginnen würden. Hier traf ich Jorra und Malvala. Und mit ihnen zusammen wollte ich nach Cantha reisen.

      Ich werde langsam müde und jemand wartet noch auf mich. Morgen schreibe ich dir mehr. Dann erzähle ich dir, wie ich hierher kam, in die Gärten von Seborhin.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alea ()

    • Zwei eilig beschriebene Seite werden in eine Mappe gelegt...






      Reinschrift


      ReisetagebuchBlätter der Exploratorin Malvala 51. Koloss 1330 A.E.
      Der gestrige Tag fing gut an. Ich erwachte früh und habe mich daran gemacht die Gärten zu erkunden. Ich werde mich der Beschreibung später weiter widmen. Leider ging der Tag nicht so gut weiter. Samir besuchte uns. Er berichtete, dass er einen Termin beim Berater des Wesirs gemacht habe. Dieser sei in 6 Monaten. Allerdings sei der Berater ein Sammler seltener Bücher. Ich hatte gleich so eine Ahnung worauf er hinaus wollte. Er bat mich um mein Buch. Mein Tagebuch. Ich gab es ihm schließlich. Ich hoffe sehr dass ich es zurückbekommen kann. Es ist mein Leben.

      Am Abend sprach ich mit Alea. Es ist ihr ernst und wenn alles gut läuft, werde ich ihre Mentorin werden, wenn sie als Novizin zur Abtei geht. Ich mache mir Gedanken ob das alles klappt. Ich weiß es gibt Regeln für die Ausbildung. Ich werde mich mit ihnen befassen wenn wir wieder im Lornars Pass sind. Falls ich da überhaupt hinfinden kann.

      Wahrscheinlich wird mir ein Magister zur Seite gestellt der Aleas Prüfungen mit überwacht. Ich hoffe dass es so gehen kann. Ich weiß, dass wir uns noch werden über viele Regeln Gedanken machen müssen. Aber ich bin froh wenn ich nach vorne sehe. Wenigstens das wird gut werden.


      Persönlicher Teil:
      Meine Gedanken sind heute noch immer getrübt. Alea ist für mich mein ein und alles und selbst nach dieser kurzen Zeit, weiß ich, dass ich mit ihr für alle Zeit Tyria bereisen will und jeden Winkel sehen möchte und alle Wunder sehen will die es bereit hält.
      Seit ich gestern das Buch abgegeben habe, ist da allerdings eine Trauer. Ich ärgere mich über mich selbst. Ich weiß doch dass es nur ein Haufen Seiten sind, nicht mal schön beschrieben aber meine Seiten, meine Karten, meine Gedanken, meine Geschichten. Alles ist weg.

      Ich habe keine Ahnung ob das so ist, aber ich glaube das Menschen das meinen wenn sie sagen „Ich fühle mich als sei ein Teil von mir gestorben.“ Verworrene Metaphern. Ich ärgere mich so maßlos darüber dass ich nicht wenigstens eine Abschrift angefertigt habe.
      Ich freute mich in Elona darauf, all das neue Land zu sehen und die vielen neuen Dinge zu entdecken. Nun muss ich feststellen, dass wenn ich zurück in Tyria bin, vieles dort für mich auch wieder neu sein wird. Zumindest die Wege die ich nun alle nicht mehr gehen kann. Die Ranken zu so vielen Orten die so wunderschön sind, sind gerissen und ich trage schwer daran… Ich hoffe meine Gedanken werden wieder ruhig, im Moment bietet mir das Schreiben keine Freude. Schimmliger Schössling, wie kann man sich so über ein paar verlorene Seiten ärgern..?
    • 52 Tag des Kolosses 1330 n.E.
      Eintrag von Alea, keine Titel


      Hallo Tagebuch,

      dieses Mal erzähle ich dir etwas vom Anfang dieser großen Reise.
      Etwa am 63 Tag der Stecklinge kam ich also in Götterfels an. Eigentlich wollte ich nur einer Einladung nachgehen und im Rurikviertel jemanden besuchen kommen. Leider wurde daraus irgendwie nichts. Die Frau, welche mich damals in Löwenstein eingeladen hatte, habe ich nicht mehr wiedergesehen. Dafür traf ich auf Jorra in der Wunderlate Wunderlampe. Es war bereits Abend gewesen als ich dort etwas zu trinken kaufen wollte und glücklicherweise ist Wasser nicht so teuer. Vor allem wenn man bedenkt, dass es in Götterfels Brunnen gibt aus denen man es einfach trinken kann. Eigentlich brauche ich nur einen Becher mitzunehmen. Das sollte ich beim nächsten Mal tun.
      Auf jeden Fall traf ich dort das erste Mal auf Jorra. Oder viel mehr vermied ich sie erst einmal. In dem Moment als sie mich sah, fühlte ich bereits ihre Angst und die Distanz welche sie versuchte zwischen uns aufzubauen. Damals wusste ich noch nicht warum das der Fall war, aber ich blieb ihr zuliebe fern. Wer wäre ich zu entscheiden mit wem sie sprechen sollte und mit wem nicht. Meine Füße machten einen großen Bogen um die Schwester und so fand ich mich draußen vor, wo ich in den Himmel blickend an dem Wasser genippt hatte. Es schmeckte nicht sonderlich gut. Im Vergleich zum Wasser aus dem Hain wirkte es schmutzigabgestanden. Bevor ich das Wasser ausgetrunken hatte, kam Jorra aus der Wunderlampe und direkt auf mich zu. Überrascht durch die plötzliche Nähe der Schwester und ihren auf mich einprasselten Worte fühlte ich mich wie ein Blatt das drohte durch zu dicke Regentropfen einzuknicken. Ich verstand nicht ganz was sie mit ihren Worten sagen wollte, bis sie sich von mir abwandte und ging. Der Druck den sie in meiner Nähe fühlte schien mir unberechtigt zu sein und eigentlich hatte ich auch nie vor meine Empathie auf sie einwirken zu lassen. Also gab ich ihr eine Lehre Ventaris mit auf den Weg. Eine die mir selbst sehr lieb geworden war. „Gehet, wohin das Leben geht.“ Auch wenn das nur die zweite Hälfte der Weisheit gewesen war. Es schien in Jorra etwas bewirkt zu haben. Sobald ich sie aus den Augen gelassen hatte, hatte ich den Becher zurückgebracht und habe mich selbst auf den Weg gemacht einen Schlafplatz zu suchen. Einige Tage später traf ich Jorra wieder als sie sich mit einem Bruder und einem anderen Menschen gestritten hatte. Ich versuchte dazwischen zu gehen um beide Seiten zu beruhigen. Am Ende lief Jorra weg. Ich ließ die beiden anderen hinter mir und suchte nach ihr, doch fand ich sie den Abend nicht mehr.
      Einige Tage später traf ich dann auch Malvala. Zusammen mit Jorra machten wir einen Spaziergang in die Gärten der Oberstadt in Götterfels. Die mit dem vielen Gras, den Bäumen und Gebilden aus Stein. Und vor allem dem großen Konstrukt an der Decke, welches Tyria und seinen Mond zeigte, genauso wie viele andere Sterne. Dort sprachen wir über viele Dinge, vor allem von der geplanten Reise nach Cantha, bei der Jorra und Malvala beide mitkommen wollten. Doch zuerst benötigten wir das Geld für die Reise und ein Schiff samt Kapitän. Ich bot ihnen dabei zu helfen nach Löwenstein zu kommen, wo wir uns hätten vorbereiten können. Dank einiger Erlebnisse in meiner Vergangenheit hatte ich in Götterfels Freundschaft mit einer Hand voll Leuten gemacht, von denen mir zwei einen Gefallen schuldeten. Oder zumindest so hatten sie es mir damals gesagt. Einen davon fand ich nicht, jedoch konnte ich Kontakt zu einer guten Freundin herstellen, welche mir Reisepapiere für das Portal nach Löwenstein besorgen konnte. Es war ein großer Gefallen gewesen, aber für eine Gegenleistung hatte ich sie dann doch bekommen. Am selben Abend fragte mich Jorra auch ob ich nicht mitkommen wollte und ich hatte es mir tatsächlich auch überlegt. Zumindest wollte ich mir anhören was sie planten. Zusammen mit meinen Fähigkeiten als Formerin wäre ich eine gute Ergänzung für die Gruppe gewesen, sagte man mir.


      Ich glaube es war der 71 Tag der Stecklinge als wir uns alle zusammen trafen um über unsere Reise nach Cantha zu sprechen. Viele Leute waren anwesend, von denen viele heute noch mit uns zusammen reisen. Da war Jorra, Elyra, Maven, Malvala, Vex, Cora, Andra, Sid und Alicia. Eine Helena und Riku war auch dabei, aber diese sind nicht mit uns gereist. Helena war unsere Geldgeberin und für Riku schien es bei dieser Reise nichts zu geben, was ihr Interesse geweckt hatte. Unser Kapitän, ich glaube Lenja war ihr Name, war nicht anwesend. Eigentlich fehlte sie schon seit einigen Tage und so übernahm Jorra die Führung unserer Gruppe. Wir konnte Helena überzeugen, dass wir eine Investition wert wären und so bekamen wir genug Geld um uns ein Schiff, Vorräte und eine Mannschafft leisten zu können. Am 75 Tag der Stecklinge trafen wir in Löwenstein ein und dort begannen wir mit den letzten Vorbereitungen für unsere Reise. Zusammen zu den bekannten Leuten kamen noch zwei Charr und ein Norn dazu. Krisha, Kersus und Hyal. Letzterer war unser Kapitän. Zusammen bezogen wir Quartier in unserem Schiff, der Rabe’s Weitsicht.

      Mit der Zeit habe ich mich mit Malvala immer besser verstanden. Schon damals merkte ich, dass ich sie mochte. Vor allem unsere Reise zusammen in die Abtei um dort einige Dinge für sie abzuholen zeigte mir etwas. Wir dachten ähnlich. Damals schien das einfach nur nett zu sein, aber ich glaube das war schon der Anfang von dem was wir heute zusammen haben. Schon in der Abtei sprachen wir von zukünftigen Abenteuern und dass ich eine Novizin von ihr werden könnte. Nicht nur, dass sie eine tolle Exploratorin war, sie kannte sich auch mit Nekromantie aus. Eigentlich waren wir wie für einander bestimmt. Unserer Reise in die Abtei dauerte nicht lang, aber sie war schön und sehr lehrreich. Die Tage nach diesem kleinen Abenteuer fanden wir uns immer öfter zusammen, sprachen viel miteinander und sie half mir auch dabei meine Kübel zum Formen der Pflanzen mit Erde zu befüllen. Als Dank hatte ich Malvala damals eine Laterne aus dem Hain gemacht. Leider ist sie beim Sturm kaputtgegangen, glaube ich. Ich sollte ihr eine neue machen.
    • 53 Tag des Kolosses 1330 n.E.
      Eintrag von Alea, keine Titel


      Hallo Tagebuch,

      mittlerweile fühlt es sich fast normal an in dir zu schreiben. Ich glaube dank dem tollen Einband und der hübschen Feder die Malvala mir geschenkt hatte, hab ich eine Freude daran. Und meine Schrift wird mit der Zeit besser leserlich. Das letzte Mal, dass ich was aufgeschrieben hatte ist schon Jahre her. Und so jemand wie ich will eine Exploratorin werden. Stell dir das vor.

      Es war der 82 Tag der Stecklinge im Jahr 1330 als wir auf der Rabe’s Weitsicht in See gestochen sind. Das ist vermutlich eine Metapher. Denn eigentlich sind wir gesegelt. Den ersten Tag auf See haben wir nicht viel gemacht. Miteinander geredet und die Klaueninsel bestaunt, welche Löwenstein vor Angriffen schützen oder zumindest warnen soll. Mit den ganzen Fackeln sah es auf dem Wasser sehr schön aus. Die Rest der Zeit hatte ich mich um meine Pflanzen gekümmert und mit Malvala gesprochen. Wir haben von uns erzählt um uns ein wenig besser kennen zu lernen. Am zweiten Tag hatten wir eine klein Rattenplage. Woher diese kleinen Nagetiere herkamen, wusste ich nicht, aber sie waren lästig gewesen. Eine hatte mein Blätterkleid im Schlaf angeknabbert, sodass ich es hab nachwachsen müssen. Die anderen stellten sich als sehr gute Rattenfänger heraus und schon am Abend war diese nervige Gefahr gebannt. Am nächsten Tag kam die nächste Gefahr. Piraten kamen in Sicht und wollten vermutlich uns und unsere Ladung zu stehlen. Oder schlimmeres. Zwei Tage haben wir benötigt bis wir die Piraten durch einen Sturm abhängen konnten. Es war eine sehr hektische und vor allem sehr nervenaufreibende Zeit. Körperlich auch sehr anstrengend, sodass wir die nächsten 4 Tage begrüßten. Oder es zumindest anfangs getan hatten. Durch die Flaute gab es nichts zu tun, aber so kamen wir auch nicht weiter. Ich nutzte die Zeit mich weiter um meine Pflanzen zu kümmern und an einigen Abenden sprach ich wieder mit Malvala und den anderen. Am Ende des vierten Tages ist etwas mit Andra passiert. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht dabei gewesen aber es gab wohl einen Kampf an Deck. Cora wurde schwer verletzt, Helma und Siddha kamen noch mit einigen Kratzern und Prellungen davon. Vex und Elyra waren auch involviert, aber sie haben nichts abbekommen. Das Schiff hatte ein Loch mehr, welches ich am Tag darauf wieder gestopft hatte. Dabei hab ich gelernt, dass Pflanzen auf unnatürliche Wege zu verformen viel mehr Kraft kostet als sie einfach nur wachsen zu lassen.
      Am Tag darauf saß Andra in einer Zelle, weil wir nicht wussten was passiert war. Cora lag im Krankenabteil und wurde von Elyra und Malvala versorgt. Sie war für die nächsten Tage nicht mehr ansprechbar und ich glaube Elyra sagte es wäre ein Vorkoma? Glücklicherweise konnte sie im Laufe der Reise wieder geweckt werden. Heute geht es ihr auch schon wieder viel besser.
      Am selben Tag fanden wir auch mehrere Lecks im Schiff die gestopft werden musste. Die anderen waren auch hier sehr fleißig gewesen und haben sie alle gestopft. Sogar Magie wurde genutzt um die Lecks zu finden. Leider hat es einen Teil unseres Proviants ungenießbar gemacht.
      Das Ganze hatte sich zudem verzögert, weil wir von einem Geist angegriffen wurden. Es war ein kleiner Junge, glaube ich. Nachdem er erst ein paar harmlose Streiche gespielt hatte, wurden am Ende beinahe mehrere Leute verletzt. Durch die Hilfe von Malvala, welche den Geist gebannt hatte, und den Charr konnte der größte körperliche Schaden verhindert werden. Ein paar Prellungen gab es trotzdem. Die Tage darauf haben wir versucht uns zu erholen und viele von uns mussten ihre Rationen etwas besser einteilen, da ein Teil unserer Nahrung verrottet war. Glücklicherweise hatte ich noch meine Pflanzen, die uns mit Früchten versorgen konnte. Leider reichte den Charr das Fleisch in Fruchtfleisch nicht aus.
      Tag 14 auf der See. Wir wurden von Piraten angegriffen. Leider hatte ich an diesem Tag nicht viel mitbekommen. Während die anderen an Deck kämpften, versuchte ich eine der Kanonen zu laden. Durch den tobenden Sturm hatte mich eine der Kanonen gegen die Wand gequetscht und ich kam erst wieder frei als schon alles vorbei war. Malvala hat alles festgehalten was passiert war, sodass zumindest nicht die Wahrheit unter geht. Nach dem Kampf schafften wir es unsere Verfolger abzuhängen und hatten so die Zeit uns um unsere Wunden und das Schiff zu kümmern.

      Tag 15 des Kolosses 1330. Wir sind vom Kurs abgekommen und in Amnoon, der freien Stadt an der westlichen Küste von Elona gestrandet. Es sollte eigentlich nur ein kurzer Aufenthalt werden. Wir mussten das Schiff reparieren lassen, Vorräte besorgen und neuen Leute für unsere Mannschaft anheuern. Hyal und Jorra kümmerten sich hauptsächlich darum. Die beiden Charr, Kersus und Krisha, ebenso wie Sid verließen uns. Vex folgte kurz darauf. Alle wollten sie ihr Glück in Elona suchen oder wieder zurück nach Kryta reisen. Ich konnte es ihnen nicht verübeln, die Trennung war aber trotzdem sehr schmerzlich.
      Elona war sehr faszinierend, genauso wie die Stadt. Schon am ersten Tag als wir uns umgesehen hatten trafen wir auf so viele neue Dinge. Zusammen mit Malvala, die mir immer näher wuchs, erkundeten wir die Stadt und versuchten uns einen Überblick zu verschaffen. Vom Hafen bis zum Hauptplatz, über den riesigen Raum wo Speisen ausgegeben wurden und wo auch das tolle Aquarium war, bis hin zum Kasino und einem kleinen Dorf östlich von Amnoon. Wir lernten die Menschen kennen, das sie ganz anders handelten als wir es kannten, wer dieser Palawa JokDschoko war und noch ganze viele neue Tiere. Vor allem die Raptoren hatten es uns allen angetan, denke ich. Diese Tiere waren groß und anmutig. Harmlos zum Glück. An einem Tag durfte ich sogar einen davon reiten. Im Laufe der Zeit hatten wir in Amnoon viele Dinge erlebt. Ich tanzte zu den Musikspielern im Kasino, die eine sehr eckige? Metallische? Charrpanzerartige Variante von Lautenmusik gespielt hatten. Wir kämpften gegen einen riesigen Sandfisch und sprachen mit den Kavalieren und anderen Einheimischen. Ich hatte zu der Zeit sogar eine Zusammenfassung eines Buches geschrieben. Konnte es sogar auf wenige Seiten verkürzen. Die Seiten habe ich leider nicht, aber ich stopfte sie zusammen mit der Flöte in Malvala’s Rucksack.

      *Nachträglich wurden hier scheinbar noch ein paar Seiten zwischengeschoben*
      Überleben in der Wüste. Zwischen Sandmilben und der Sonne. Eine Zusammenfassung von Alea

      1. Eine Reise durch die Wüste

      Die Planung
      Faktoren sind Gesamtdistanz, Bodenbeschaffenheit bzw. Gelände, Temperatur, Qualität der Verpflegung, Gewicht des (selbst zu tragenden) Gepäcks, Kondition des schwächsten Teilnehmers. All das muss vorher beachtet und die entsprechenden Mengen an Verpflegung eingepackt werden.
      Naturgemäß ist Wasser am allerwichtigsten für das Überleben in der Wüste. Durch das Ausbreiten von Tüchern auf Felsen oder dem Boden kann nächtliches Tauwasser aufgefangen und durch Auswringen nutzbar gemacht werden. Zudem gibt es in der Wüste auch Pflanzen, die nutzbar gemacht werden können: Das Fruchtfleisch der Kaktusfeige etwa schmeckt süßlich-aromatisch und enthält wertvolle Vitamine. Als Heilpflanze ist die Aloe Vera (nicht zu verwechseln mit Alora) zu empfehlen, denn das Gel aus den Blättern der Pflanze kühlt Sonnenbrände und Insektenstiche und heilt dank seiner antibakteriellen Wirkung Wunden.
      Große Sanddünen bilden verlässliche Orientierungspunkte in der sonst flachen Landschaft, kennt man die vorherrschende Windrichtung gilt auch die Struktur der Dünen als guter Wegweiser. Da sich die Bedingungen in der Wüste schnell ändern können ist eine stabile Unterkunft besonders wichtig. Zelte sollten direkt an Felsen aufgebaut werden, denn diese speichern die Hitze des Tages und geben sie nachts in die Umgebung ab – ideal für kalte Wüstennächte.

      Kleidung und Ausrüstung
      Nur mitnehmen, was unbedingt nötig ist, also Kopfbedeckung, kurze und lange Hose, Shirt, langes Hemd, Funktionswäsche und ein Gesichtstuch gegen Sandstürme und leichte, knöchelhohe Schuhe, die gut (!) eingelaufen sein müssen. Grundsätzlich gilt: So wenig wie möglich. Und keine Angst: Alle stinken gleich nach einer Weile. Wichtig ist weite Kleidung um die Hitze der Sonne gar nicht erst an die Haut kommen zu lassen.
      Es gibt nur unbedingt wichtige Ausrüstung. Dazu gehören u.a. ein gut sitzender Rucksack, Trinkgürtel, Fernglas, Sonnensegel, Draht, Schnur, Schere, Medikamente (u.a. Wundsalbe, Desinfektionsmittel), Navigationsmittel (Karte, Kompass), Hygieneartikel (wenn notwendig).

      Einheimische Führer
      Soweit möglich sollte man einen dabei haben. Es ist nicht unbedingt notwendig aber erleichtert nicht nur die Reise, man hat auch einen Experten dabei wenn etwas schief laufen sollte.

      Pausen
      Generell sollte jede Stunde eine 10-Minütige Pause eingelegt werden. Das ist auch für schwächere Marschierer psychologisch wichtig, danach sollten sich alle richten. Mittags mindestens 2 Stunden Pause.

      Verpflegung
      Reis und Nudeln. Trockenobst, Vollkornbrot, Pro Person und Tag 4 Liter Wasser (3 zum Trinken, 1 zum Kochen und für Hygiene). Beim Gehen kann man Rosinen oder Nüsse essen.

      Tagesablauf
      Start ist morgens sobald die Sonne aufgeht, Mittags mindestens zwei Stunden Pause, Das Windsegel spendet Schatten, Gegangen wird bis Sonnenuntergang. Abends wird es meist schlagartig dunkel. Jeder sollte, soweit möglich in einem eigenen Zelt schlafen, weil’s erholsamer (Privatsphäre) und sicherer ist. Bei Lagerplätzen nie in den Sand setzen, sondern wegen der Tiere (Sandschlagen und Sandfische) immer auf den Rucksack.

      Sandsturm
      Bei einem Sandsturm sollte man sich mit einem Seil aneinander befestigen. Dies hilft dabei niemanden zu verlieren und bei starken Winden wird niemand weggepustet.


      2. Flora der Wüste

      Choya(?)
      Sie sind pflanzlich, sowie wir Sylvari. Aber sehen aus wie Kakteen und sie Leben. Mehr dazu im Bereich Fauna dieser Zusammenfassung.

      Kakteen
      Es handelt sich hierbei um ausdauernde Sträucher oder seltener, Bäume. Tiere benutzen die Kakteen oft als Wasser- und Nahrungsquelle, da deren Wurzeln sehr tief in den Sand reichen und dort das Wasser aufsammeln können. Irgendwer sagte mir aber, dass Kakteen nicht immer lecker schmecken oder sogar giftig sein könnten.

      Aloe Vera
      Eine nützliche Pflanze in der Wüste. Das Gel aus den Blättern der Pflanze kühlt Sonnenbrände und Insektenstiche und heilt dank seiner antibakteriellen Wirkung Wunden.

      Mebahya
      Es handelt sich dabei um Bäume. Keine besonderen Eigenschaften.

      Wüstenkräuter
      Können zum Kochen als Gewürze verwendet werden.

      Bekannte Pflanzen
      Linsen
      Lein
      Korallen


      3. Fauna der Wüste

      Raptoren
      Raptoren sind eigentlich bekannte, vogelartige Saurier die sich über die letzten 250 Jahre in ganz Tyria verbreitet haben. Von Maguuma bis nach Ascalon. Die Raptoren in Elona sind aber gänzlich anders. Nicht nur das sie keine Federn haben, sie sind auch über viele Jahre durch die Elonier gezüchtet worden und sind daher zahm. Ich selbst konnte sie schon beobachten und sogar auf einem sitzen. Sie werden oft als Transportmittel oder als Haustiere genutzt. Sie sind wie Farnhunde treue Begleiter von vielen Bewohnern die sich den Unterhalt leisten können. Die Kavaliere von Amnoon benutzen sie auch als Reittiere. Seit unserer Ankunft in Amnoon habe ich keins von diesen Tieren aggressiv handeln gesehen. Man sagte mir, dass es nördlich von Amnoon einen Hof gibt wo diese Tiere gezüchtet werden.

      Choya
      Die Choya sind heimische Kreaturen der Kristalloase. Sie greifen ihre Feinde mit Nadeln an welche sie aus ihrem Körper wachsen lassen. Bei Tod explodieren sie und können ihren Feinden um sie herum schwere Wunden zufügen. Es gibt einen Stamm friedlicher Choya in den Wüsten-Hochlanden auf einem erhöhten Tafelberg. Es heißt, dass diese Choya friedlich sind, weil sie Unruhestifter vom Tafelberg werfen. Und das meinen sie wörtlich. Sie werden vom Tafelberg geworfen, lustig oder? Es gibt eine Theorie, dass all die herunter geworfenen Choya die bösen Kreaturen sind die durch die Wüste streifen. Das hieße, dass sie von den friedlichen Choya kommen oder zumindest von diesen abstammen.

      Sandschlagen (fälschlicherweise Sandaal im Buch genannt)
      Es sind schlangenähnliche Kreaturen die sich durch den Sand bewegen. Ihr biss ist giftig und daher sollte man diesen meiden. Zudem sind sie in der Lage über kurze Distanzen zu springen. Es gibt verschiedene Formen der Schlangen und sie kommen auch in verschiedenen Farben. Je nachdem werden sie aggressiver und gefährlicher.
      Die lila-gelb gefärbten Schlangen findet man am häufigsten in der Wüste. Die rot-weißen Sandschlangen sind meist stärker und halten sich eher im Schatten auf oder in der Nähe von Mauerwerken. Am gefährlichsten sind die gelb-blauen Sandschlangen. Es gilt diese zu vermeiden. Oder wenn man sie sieht, die Beine in die Hand zu nehmen.

      Sandmilben (Im Buch Staubmilben)
      Sie sind elementare Kreaturen und sehen aus wie ein Haufen schwebender Steine und Kiesel. Es gab schon im Dschungel Sichtungen von diesen. Nach Forschungen durch die Asura wurde festgestellt, dass es sich tatsächlich um mikroskopisch winzige Käfer handelt die in zusammenklumpigem Sand oder Staub leben. Wenn man die Steine zerstört, kann man sie vertreiben.

      Sandfische (Hier auf fälschlicherweise als Sandhaie bezeichnet)
      Sandfische sind Fische die sich an den Sand angepasst haben und in der Kristallwüste jagen. Wenn diese auf einen zuschwimmen und abtauchen, sollte man schnell losrennen, da sie kurz darauf meist aus dem Boden schießen. Im schlimmsten Fall beißen sie sich dabei fest, sodass man nur noch wenig Chance aufs überleben hat. Sie sind auch in der Lage einen kleinen Sandsturm zu erzeugen. In dem Fall sollte man einfach nur genug Abstand nehmen. Es gibt auch eine friedlebende Version dieser Fische, die man östlich von Amnoon findet. Dort werden sie von einem Talib gezüchtet.

      Hydra's (Feuer- oder Eis-Hydra)
      Dabei handelt es sich um dreiköpfige vierfüßige Reptilien die heiße und trockene Gegenden bevorzugen, wie zum Beispiel die Kristallwüste. Manche von ihnen sind auf Feuer oder Eismagie eingestimmt, einige sogar auf Ley-Energie. Sie sind sehr starke Gegner und waren schon der Tod vieler unaufmerksamer Abenteurer über die Jahrhunderte. Wenn man so eine Kreatur sieht, sollte man schnell das Weite suchen. Was diese Hydra's auch einzigartig macht ist die Tatsache, dass abgetrennte Köpfe für einige Zeit alleine weiterleben können. Neue Köpfe wachsen nach, wenn der Kreatur genug Zeit gelassen wird.

      Jacaranda
      Jacaranda sind pflanzenähnliche Kreaturen die in der Kristallwüste beheimatet sind. Sie benutzen Blitzmagie wenn sie ihre Beute angreifen. Sind sollten nicht unterschätzt werden. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie halluzinogene Effekte beim verspeisen hervorrufen.

      Iboga
      Iboga sind pflanzenähnliche Kreaturen und vor allem einige der aggressivsten. Sie jagen aktiv ihre Beute um sie schließlich mit ihrem Gift zu übergießen. Das Gift ist sehr potent und ihr Biss kann tödlich sein. Man wird ihnen nachgesagt, dass ihre Wurzeln beim Verzehr bewusstseinserweiternde Eigenschaften haben.

      Felsgazellen
      Felsgazellen sind in der Kristallwüste beheimatet und man findet sie wohl in der Natur als auch als gezähmte Variante auf Bauernhöfen. Östlich von Amnoon hab ich sie bereits gesehen. So genau weiß ich nicht wofür sie dort genutzt werden. Vielleicht als Futter? Sie sind wie Hirsche, bloss mit einem Geweih aus Stein. Oder etwas Steinähnlichem.

      Shadhavar
      Dabei handelt es sich um große, säugetierähnliche Kreaturen die man in der Kristallwüste findet. Sie besitzen ein großes Horn auf dem Kopf und einen Höcker auf dem Rücken. Diese Tiere werden scheinbar weder gezüchtet noch als Nahrung benutzt. Sie können aber wohl mehr als eine Woche ohne Wasser überleben und sind sehr friedlich.

      Sandlöwen
      Es sind katzenartige Tiere die meist in einem Rudel auf jagt gehen. Sie sind in der Lage ihre Feinde zu blenden. Haben große Ähnlichkeiten mit Raubtier-Katzen.

      Höhlenschreier
      Es handelt sich um gefährliche Kreaturen die man in Untergrundkomplexen findet. Oft in Begleitung von Vampirfledermäusen. Sie sehen ein wenig wie Vogelraptoren aus, haben am Unterkiefer aber zwei große Fangzähne. Ihr Schrei kann Stalaktiten von der Decke fallen lassen oder einen Einsturz verursachen. Also Ohren zuhalten.

      Präriehunde
      Diese Nagetier-ähnlichen Tiere findet man oft auf ihren Hinterbeinen stehend und die Gegend auskundschaftend. Sie geben zwitschernde Geräusche von sich um die anderen zu warnen oder wenn sie sich selbst in Gefahr befinden.

      Bekannte Kreaturen
      Gebrandmarkte
      Elementare
      Katzen
      Pelikane
      Raben
      Kühe
      Moa's
      Schweine
      Hühner
      Dolyak's (Nur nackt. Sieht sehr lustig aus)
      Warzenschweine
      Flusslindwürmer
      Geier
      Verschlinger
      Fledermäuse
      Ratten
      verschiedene Käfer
      Warge
      Barrakuda's
      Einsiedlerkrebse
      Thunfische
      Unterwasserwürmer (Wie die normalen Würmer, bloß unter Wasser)
      Schildkröten
      Lachse
      Haie
      Quallen
      Donnerkrabben
      Schuppenlindwürmer
      Krebse
      Miesmuscheln
      Pelikanaal

      Mögliche Feinde?
      Geschmiedete
      Erweckte


      Die Abende in Amnoon hatte ich sehr genossen. Es war nicht nur der Sternenüberhäufte Himmel, der aussah als hätte jemand tausende von Glühwürmchen im Hain freigelassen, sondern auch Malvala. Vor allem wegen Malvala. Zusammen hatten wir jede Nacht Bücher studiert, uns über Amnoon und die Umgebung informiert und einfach nur geredet. Wir hatten eine Frucht entdeckt, einen Granatapfel, die wir seitdem fast immer zusammen essen. So wohl hatte ich mich schon lange nicht mehr gefühlt und ich dachte schon damals, dass ich mit ihr alles teilen könnte. Rückblickend waren vermutlich diese Nächte dafür verantwortlich, dass wir uns so schnell näher gekommen waren. Immer wenn ich an sie denke, bekomme ich Schmetterlinge im Bauch, wie die Menschen das immer gesagt haben. Wieder eine Metapher die uns seit der Reise verfolgen. Ich glaube Jorra hat damit angefangen und nun zieht es sich wie eine Wurzel durch unsere Abenteuer. Auf jeden Fall fühle ich nur schöne Dinge, wenn Malvala in meiner Nähe ist. Das Gefühl lässt sich schwer beschreiben und es gibt sehr viele Wörter die mir in den Kopf schießen. Und viele davon scheinen sich auch oft zu widersprechen.

      *Einige Worte hatte Alea hingekritzelt die wohl diese Gefühle beschreiben sollten*

      aufgedreht hoffnungsvoll zuversichtlich selbstsicher hingerissen interessiert hocherfreut aufgeregt überwältigt ausgeglichen wissbegierig ausgelassen warmherzig beeindruckt verliebt beflügelt befreit verzaubert befriedigt neugierig (mehr als sonst) begierig fürsorglich behaglich gelöst belebt aufgewühlt berauscht zutraulich berührt hellwach lebendig herzlich klar inspiriert zugeneigt beschwingt zufrieden leicht heiter lebhaft bewegt zärtlich bezaubert wohl dankbar verzückt lustig gespannt liebevoll glücklich und glückselig energiegeladen verwundert enthusiastisch vertrauensvoll entlastet verspielt entschlossen vergnügt entspannt verblüfft erfreut unbekümmert erfrischt überschwänglich erfüllt überglücklich ergriffen tatkräftig erheitert tapfer erleichtert stressfrei ermuntert stolz ermutigt sorglos erregt sorgenfrei erstaunt fasziniert sicher frei selig Freude und Friede schwungvoll fröhlich gebannt ruhig geborgen optimistisch (auch mehr als sonst) gefesselt mutig gelassen munter gemütlich motiviert gerührt lustvoll geschützt

      Am 23 Tag des Kolosses hatten wir erfahren, dass Elyra entführt wurde. Maven kam zum Schiff und hatte es uns mitgeteilt. Zusammen haben wir sie suchen wollen und teilten uns dafür auf. Leider fanden wir sie nicht, aber dafür trafen wir auf einen anderen Mann der wusste wo sie sich befand. Er hatte sogar eine Zeichnung von ihr dabei gehabt, was uns zuerst stutzig gemacht hatte. Verständlicherweise wollten wir ihn nicht entkommen lassen und so hatte Malvala einen Lähmungszauber auf den Mann gewirkt. Nur seinen Kopf konnte er noch bewegen. So konnten wir zumindest ein wenig aus ihm herausbekommen bis eine Frau auf einem Raptor kam. Yejshuke, glaube ich. Ein Kavalier. Ich dachte schon, dass sie den Mann freilassen würde und uns dafür ins Gefängnis wirft weil wir ihn gelähmt hatten. Stattdessen glaubte sie unserer Geschichte oder kam auf dieselbe Schlussfolgerung wie wir. Malvala entlähmte den Mann und kurz darauf versuchte er weg zu laufen. Dank Andra, die sich ihm in den Weg stellte, konnte er dann aber aufgehalten werden. Die Kavaliere brachten diesen dann in eine Zelle, wo Maven ihn zusammen mit ein paar anderen zusammen verhörte. In der Zeit gaben wir unseren Bericht ab, der festgehalten wurde.

      Zwei Tage darauf, am 25. Tag des Kolosses sind wir in Richtung Nordosten gereist, wo wir die Entführer vermuteten. Vom Kormiertempel aus, so dachten wir, würden sie in den Norden oder von dort in den Süden reisen. Am Tag zuvor hatten wir uns auf die Reise durch die Wüste vorbereitet und auch wenn der Weg nicht so lang war wie wir erwartet hatten, so war er doch beschwerlich. Glücklicherweise hatte Cora Seile dabei, da wir auf den Weg auf viele Abhänge und Gruben stießen. Am Abend kamen wir schließlich an der nördlichen Wegstation an, wo wir von einer netten Frau mit dem Namen Chandani begrüßt wurden. Zusammen mit ihrer Mutter züchtete sie dort Raptoren und wir wollten welche erstehen, wenn wir die Chance bekommen würden. Wir wurden sehr freundlich in Empfang genommen und durften uns auch die Tiere ansehen, welche Chandani verkaufte. Es waren herrliche Tiere und sofort hatten wir sie ins Herz geschlossen. Es war schön zu fühlen wie Malvala sich freute. Nach einem Gespräch mit der Besitzerin wollte sie uns zwei der Raptoren geben, wenn ich ihr ganz viele Bäume wachsen lasse. Nördlich der Wegstation gab es eine Oase mit sehr viel Wasser. Dort sollten sie gepflanzt werden. Zwei Raptoren waren uns also sicher gewesen und drei weitere hatte Maven kaufen können. Damals hatte ich mich schon gewundert woher er das ganze Geld genommen hatte, aber heute wundert mich das nicht mehr. Am Tag darauf ließ ich also die Bäume wachsen, was mich sehr viel Kraft gekostet hatte. Dafür war ich aber sehr stolz gewesen und ich glaube die Oase würde noch für Jahrzehnte davon profitieren, genauso wie Chandani. Malvala hatte mich an der Oase besucht und zusammen saßen wir ein wenig am Wasser, bis Jorra von oben herabgefallen kam. Die Arme war ausgerutscht und landete zum Glück im Wasser. Zusammen mit Malvala halfen wir ihr wieder auf die Beine und mit etwas Naturmagie konnte ich sie heilen. Mit ihr gingen wir darauf zu Chandani, die uns zeigte wie man die Raptoren zäumt, sie pflegt und vor allem wie man sie reitet. Sie alle waren sehr aufmerksame Schüler gewesen und Malvala zeigte mir später alles was ich verpasst hatte. Meine Gedanken waren nämlich bei Jorra gewesen, welche sich Sorgen um ihre Rückkehr zur Abtei machte. Ich glaube meinen Ratschlag hatte ihr geholfen, denn sie wirkte viel entschlossener als sie danach einen Brief an ihrer Schreibmaschine verfasste. Am selben Abend kümmerte ich mich um Andra. Wir hatten ein längeres Gespräch gehabt bei dem sie mich als ihre Mutter bezeichnet hatte. Vermutlich weil ich mir Sorgen gemacht hatte und sie zwang zumindest etwas zu essen. Auch diese Nacht schlief ich zusammen mit Malvala im Haus auf einigen sehr weichen Kissen, während die anderen im Zelt übernachteten.
      Der Tag darauf, der 27 Tag des Kolosses, war etwas ganz besonderes. Auch wenn der Moment an sich nicht lange angehalten hatte, so war es dieser Tag gewesen an dem ich herausgefunden hatte was es bedeutete ein Liebherz zu haben. Malvala war mein Liebherz. Als ich das realisiert und verstanden hatte, schien die ganze Welt viel heller geworden zu sein. Was ich die letzten Wochen empfand war also Liebe gewesen. Eine so tiefe Zuneigung, dass ich erst Stunden später gänzlich verstand wie mir geschah. Wir hielten zum ersten Mal unsere Hände und die ganze Welt wirkte mit einem Mal grenzenlos und alles erreichbar. Heute noch empfinde ich dieselben Gefühle, wenn ich Malvala umarme. Und es kamen noch so viel mehr Stunden dir wir gemeinsam genossen hatten.
    • 55 Tag des Kolosses 1330
      Eintrag von Alea, keine Titel, ich sollte mir einen Titel holen


      Hallo Tagebuch,

      leider kam ich den gestrigen Tag nicht dazu was zu schreiben. Es ist zur Zeit auch etwas viel los, weil wir uns Rätsel einfallen lassen wollen, damit dieser Sithra uns eine Audienz beim Durchlauch gewährt. Aber, ich nehme Dinge vorweg, die noch passieren werden. Zumindest weiß du bestimmt noch nicht wovon ich spreche. Deshalb erzähle ich dort weiter wo wir aufgehört haben.

      Es war der 27 Tag des Kolosses als wir die nördliche Wegstation verlassen hatten. Malvala und ich ritten auf einem Raptor, während Maven und Jorra auch zusammen ritten. Andra, Cora und Kyrelle, eine Freundin von Maven, ritten jeweils alleine. Mit den Raptoren schien die Reise sehr viel kürzer zu sein und auf unserem Weg haben wir die riesige Schlucht bestaunt, welche den Berg vor uns wie eine tiefe Narbe spaltete. Wir mussten über eine Steinbrücke reiten um auf die andere Seite dieser Schlucht zu kommen, die sehr, sehr tief war. Im Schatten des Berges dauerte es auch nicht mehr lang, bis wir in einem kleinen Dorf angekommen waren. Und wiederum auf der anderen Seite der Schlucht stand dann der Kormirtempel. Wir banden unsere Reittiere an ein Geländer und gingen auch schon über eine weitere, riesige Steinbrücke um auf die andere Seite der Schlucht zu kommen. Der Anblick des Tempels war überwältigend. Je näher wir kamen, desto größer schien er zu werden und wunderschön war es dort gewesen. Wir nahmen uns die Zeit uns dort um zusehen und alles zu bestaunen. Alles war verziert; Der Steinboden, die Teppiche die dort herumlagen, Säulen, Büsten von dieser Kormir, sogar die Decke wurde schön bearbeitet. Überall hing riesiger und feiner Stoff, der wie Fahnen im Wind wehte. Jorra und Malvala schienen von der Statue von Kormir sehr beeindruckt gewesen zu sein. Jorra fand auf dem Sockel darunter alte Runen, glaube ich. Mich fesselte jedoch der Brunnen davor. Er sah wunderschön aus und zusammen mit dem Farbenspiel in der Decke konnte ich einfach nicht mehr wegsehen. Es sah aus als würde sich der Sternenhimmel über mir im Kreis bewegen. Erst als Malvala mich bei der Hand nahm, konnte ich meinen Blick wegreißen und ihr folgen. Zusammen mit ihr trafen wir wieder auf Jorra und eine Frau mit dem Namen Lilet. Zu dem Zeitpunkt als wir mit ihr gesprochen hatten, wirkten alle ihre Worte merkwürdig. Als wäre jeder weitere Satz dafür gedacht dem letzten zu widersprechen. Doch wir bekamen auch sehr viele, nützliche Informationen von ihr. So erfuhren wir wohin Elyra gebracht werden könnte. Zudem lud sie uns ein viel mehr über die Geschmiedeten und Erweckten zu erzählen.

      Die Tage darauf waren sehr Ereignisreich gewesen. Jorra sorgte zwischen Malvala und mir für viel Verwirrung. Oder viel mehr, zwischen uns Dreien. Mit meinem jetzigen Wissen betrachtet, kann ich gut verstehen warum es damals zu dem kam was geschehen ist. Sie hatten sich geküsst als ich nicht da war. Dank der Empathie konnte ich alles spüren, aber nicht genau deuten. Damals glaubte ich, dass etwas nicht gestimmt hatte. Aber das unangenehme Gefühl war mit einem wohligen verknüpft. Und da beide es gefühlt hatten, ließ ich sie beide erst einmal alleine. Ich kümmerte mich in der Zeit weiterhin um die Flüchtlinge und half den Tempelheilern diese zu versorgen. So erfuhr ich auch, dass keiner der Flüchtlinge, die aus dem Geschmiedetenlager fliehen konnten, sie gesehen haben. Meine Hoffnung darauf, dass sie zu einer dieser magischen Rüstungen gemacht worden war, stieg. Nachdem Malvala mit mir zusammen mit Jorra gesprochen hatte, schien alles wieder in Ordnung zu sein. Zwar war die Verwirrung noch immer vorhanden, aber wir schienen uns noch sicherer zu sein, dass wir füreinander bestimmt waren. Der Abend klang jedoch friedlich ab, sogar Jorra schien sich zu freuen, dass wir sie an den Händen gehalten hatten.

      Am Tag darauf war Malvala damit beschäftigt ganz viele Karten zu zeichnen, damit wir diese unter den Flüchtlingen benutzen konnten um ihre Fluchtrouten zu kennzeichnen. Sie war sehr fleißig gewesen und ihre Karten sahen wunderschön aus. Ich glaube sie hat ein wirklich gutes Talent darin, denn sie sind zwar nicht übersichtlich, aber dafür sehr detailliert gewesen. Bestimmt fand selbst Maven diese toll und er ist ein Fachmann im Karten zeichnen. Ich besuchte sie immer wieder um zu sehen wie gut sie voran kam, leistete ihr auch Gesellschaft und brachte ihr ab und an was zu trinken und Essen. Am Nachmittag jedoch traf ich mich mit Jorra und sie nahm mich den Weg zurück in die Schlucht mit, wo wir etwas abseits waren um miteinander sprechen zu können. Sie küsste dann auch mich und ich glaube, ich wusste dann wie Malvala sich gefühlt hatte. Wir hatten ein langes und gutes Gespräch, welches mir viel erklärt und die Augen geöffnet hatte. Was jedoch passiert ist, das schreibe ich hier nicht hinein. Jorra würde das vermutlich nicht wollen. Aber Malvala weiß es, vielleicht kann sie es dir eines Tages erzählen, auch wenn Bücher nicht reden und zuhören können.

      Wir hatten uns das Geschmiedetenlager angesehen, welches ich am Tag zuvor gefunden hatte als ich, bei den verwirrenden Gefühlen von Malvala und Jorra, zu weit in den Süden gegangen war. Es sah wirklich nicht gut aus und glücklicherweise hatten wir einen Umweg geplant um das Lager zu umgehen. Mit seinen riesigen Toren, der starken Befestigung und den magischen Rüstung darin schien es unmöglich zu sein dort einfach hindurch zu reiten. Während wir uns aufgeteilt hatten um die Gegend auszukundschaften und um mit den Flüchtlingen zu reden, hatten Malvala und ich ein längeres Gespräch mit Jorra gehabt, welches in einer Katastrophe geendet hatte. So traurig war ich in meinem ganzen Leben nicht gewesen. Das Malvala bei mir war, machte es besser aber sie hatte es mindestens genauso tief getroffen wie mich. Jorra lief weg und wir sahen sie erst am nächsten Tag wieder.

      Sie wirkte wie ausgetauscht, ersetzt. Ihre Gefühle waren nicht verschleiert aber schlecht. Sie wollte nicht mit uns reden. Aber sie half uns dennoch bei den Vorbereitungen, denn Malvala und ich sollten Golems bauen. Wir trafen nämlich auf einige Blauröcke, eine Gruppe aus magisch begabten Wächtern, glaube ich. Sie boten uns an zusammen durch die Verteidigung des Geschmiedetenlagers zu brechen. Wir nahmen an, denn es schien trotz der drohenden Gefahr angenehmer zu sein als durch den Brand zu reiten. Andra und Cora hatten uns dafür auch eines dieser Shadahvar-Tiere gejagt. Mit deren Hilfe würde Malvala in der Lage sein gleich mehrere Golems zu steuern ohne das ihre ganze Kraft aufgezapft werden würde. Als wir fertig waren, kam ein panischer Tempeldiener zu uns, weil er geglaubt hatte, dass Jorra sich in den Tod stürzen wollte. Wir liefen sogleich zu der Stelle die uns beschrieben wurde und fanden unsere Schwester dort am Rand sitzen. Es ging sehr tief hinab und so einen Fall würde sicherlich auch ein Sylvari nicht überleben. Als wir angekommen waren, sprach Jorra bereits mit jemandem. Unserer Asura, Yvvin welche wir danach gleich auf unserer Reisen mitgenommen hatten, denn ihre Kru war weiter in die Elon-Flusslande gereist und sie wollte ihnen folgen. Jorra war nicht erfreut uns zu sehen und nach einem kurzen Gespräch rutschte sie aus und wäre beinahe in die Tiefe gestürzt. Wir hatten es gerade noch so geschafft sie zu halten und wieder nach oben zu ziehen. In diesem kurzen Moment wo die Instinkte ihren Höhepunkt hatten, fiel auch alles Schlechte von Jorra ab. Sie war einfach froh gewesen nicht gestorben zu sein. Es hielt nicht zwar nicht lange, schenkte aber ein wenig Hoffnung. Später fanden wir auch etwas anderes heraus als wir ihr dabei halfen die Bibliothek des Tempels wieder sauber zu machen, Jorra hatte dort Unordnung gemacht. Sie schien langsam dem Albtraum zu verfallen, oder zumindest wollte das der Albtraum so. Wir würden Jorra aber helfen dagegen anzukämpfen, vor allem mit Meditation. An dem Abend nahm ich mir die Zeit und habe sie mit Jorra geübt. Wir hatten nicht viel Zeit gehabt und später, in der Schicksalsschlucht haben wir es wirklich lange geübt, aber es half ein wenig. Die Nacht half ich Malvala dabei die Golems zu bauen.
      Um Jorra zu helfen, suchten wir sogar unter dem Tempel nach der Schreibmaschine, welche sie beim Beinahe Absturz hatte fallen gelassen. Wir fanden alle teilen und steckten sie in Malvala’s Kasten. Später würden wir Yvvin oder Druul fragen ob er sie uns reparieren könne.

      Wir hatten am nächsten Tag eine Sterndeuterin getroffen, welche uns dabei helfen wollte Elyra zu finden. Oder zumindest Hinweise darauf geben könnte wo sie sich befinden mag. Maven sollte dafür mit ihr zusammen in eine Konstruktion aus Schüsseln sehen die wirklich sehr beeindruckend und schön aussahen. Leider war es Maven, also nicht kooperativ und immer skeptisch, sodass wir nicht sehr viel weiter gekommen waren. Die Sterndeuterin konnte mit ihm nicht wirklich arbeiten und leider kam auch niemand anderes mehr dazu hineinblicken zu können. Leider hatte ich nicht gesehen was Maven sah, aber ich glaube Malvala tat es.

      Am 31 Tag der Kolosses war es dann soweit gewesen. Wir waren zusammen mit den Blauröcken, unseren Golems und Yvvin’s Golem durch die Verteidigung gebrochen. Die Tore wurden mit der Hilfe von Druul, einem Charr der Eisenlegion gesprengt, bevor wir mit den Raptoren durchgeritten waren. Eigentlich war es gedacht bis zum Ende durchzureiten und die Geschmiedeten dann abzuhängen. Jedoch wurde Andra wohl von einem von ihnen gepackt und vom Raptor gezogen. Es kam zu einem Kampf und wir hatten verletzte. Vor allem Andra hatte es schwer erwischt, aber auch Maven und Cora waren sehr lädiert. Dank Malvala und etwas Wächtermagie von einer Frau dieser Blauröcke konnten sie jedoch stabilisiert, was für ein Wort, werden. Zuvor hatte ich mich noch um Malvala gekümmert, weil ich dachte, dass sie zu viel ihrer Kraft aufgebraucht hatte um die Golems am Leben zu halten. Doch ihr Tod schien ihren Geist mehr verletzt zu haben. So viel Angst wie zu dem Augenblick hatte ich noch nie gehabt. Ich dachte, dass ich sie vielleicht verlieren könnte. Sie nach dem Erwachen so zermürbt zu sehen, war schmerzhaft.
      Samir fand uns, dieser Mensch. Ich weiß nicht was ich von ihm halten soll. Bis heute nicht. Er brachte uns in ein Dorf, wo wir in einem kleinen Haus etwas Ruhe finden konnte. Es waren nicht genug Betten für alle da, Decken schon gar nicht, aber wir blieben lieber zusammen als uns aufzuteilen. Vor allem, da wir schon damals einen sehr starken Verdacht hatten, dass etwas nicht gestimmt hatte.

      32 Tag des Kolosses im Jahr 1330.
      Alles in diesem doofen Dorf war merkwürdig. Von Samir, welcher so Rätselhaft blieb das seine Anwesenheit alleine misstrauen erweckte. Von den zerstörten Räumen als wäre darin gekämpft worden. Über die Menschen dort die alle glücklich wirkten, immer zu Essen hatten aber nie sagen konnten woher und diesem Mann der ihr Anführer zu sein schien, der immer wieder irgendwelche Personen verschleppt hatte. Wir sollten in diesem Dorf bleiben und schon am ersten Tag hatte man uns die ganze Zeit gesagt, dass wir eine Prüfung bestehen sollen bevor wir das Dorf wieder verlassen. Vor allem Samir machte darum sehr große Geheimnisse, auch wenn er sich wohl große Mühe gab uns darauf vorzubereiten. Die meiste Zeit in diesem Dorf nutzen wir dafür uns einen Blick davon zu verschaffen, was dort eigentlich vor sich ging. Zum Teil genossen wir einfach die Ruhe nach dem Kampf mit den Geschmiedeten und ich persönlich konnte meine Nähe und meine Gefühle für Malvala um ein vielfaches verdeutlichen. An einem Abend sogar fühlte es sich so an als wären wir für immer aneinander gebunden. Es war schön gewesen.
      Mit Jorra haben wir meditiert und ihr geholfen den Weg zu einer Lautlosen zu gehen. Es hatte auch Malvala und mir geholfen, ihr schien es auch etwas gezeigt zu haben. Den Rest der Zeit haben wir damit zugebracht und zu regenerieren. Generell war die Zeit aber, bis auf das Misstrauen und die viele Fragen, sogar angenehm. Vor allem die Zeit mit Malvala habe ich sehr genossen. Der Morgen an dem sie mir dabei half meine Waffe zu formen, war einer der Schönsten seit wir uns kennen. Gleichauf mit dem Morgen an der Oase und der Nacht am Wasser in Palawa‘s Gnade. Fünf Tage blieben wir in Schicksalsschlucht und hatten uns teilweise auch die Missgunst des Dorfvorstehers verdient weil wir, nach Jorra’s Worten, eine seiner Frauen beleidigt hatten. Und tatsächlich wollte sie nur nett sein und wir haben sie verschreckt. Vor allem Maven war keine Hilfe dabei gewesen. Am selben Abend hat er zusammen mit Jorra die Gruppe verlassen und sie sind gemeinsam weggereist. Es war sehr traurig gewesen und schmerzte sie gehen zu sehen.

      Morgens am 36 Tag des Kolosses waren Malvala und ich am Fluss gewesen nachdem wir die letzte Nacht dort verbracht hatten. Wir bekamen gar nicht mit, dass die anderen in der Wohnung eingeschlossen wurden. Ich fürchte, sie wussten es damals selbst noch gar nicht. Da es laut Samir der Tag unserer Prüfung gewesen war, hatten wir uns beeilt dorthin zu gelangen, damit wir nichts verpassten. Erst dann bemerkten wir, als Malvala gegen die Tür lief, dass diese abgeschlossen war. Kurz darauf kam der Dorfvorsteher und hatte sich gewundert, dass wir nicht drin waren. Er ließ die Tür aufschließen, wo Andra und Yvvin bereits gewartet hatten. Vermutlich hatten sie das Kopfen meines Liebherzes gehört. Der Dorfvorsteher sagte uns, dass wir im Zimmer bleiben sollen, weil die Prüfung in zwei Tagen sei. Auf unsere Nachfrage, wusste er gar nichts davon, dass es an dem Tag sein sollte. Die Ahnung, dass Samir und dieses Dorf nicht zusammen arbeiteten, verstärkte sich darauf erheblich. Vor allem, da er uns am Tag zuvor mehrere Dolche geschenkt hatte, die wohl dazu dienen sollten Erweckte des Palawa Dschoko zu vernichten.

      Es kam dann natürlich anders als erwartet. Während wir im Zimmer Pläne schmiedeten um zu fliehen, wurde das Dorf von Erweckten und Samir angegriffen. Diese Untoten waren unsere Prüfung gewesen. Sie traten in das Zimmer und stellten sich uns entgegen während Samir die Tür abgeschlossen hatte. Es kam zu einem Kampf, bei dem wir einige Verletzungen davon getragen hatten. Am Ende hatten wir jedoch alle Erweckten vernichtet, mit Hilfe der Dolche fiel das auch ein wenig einfacher. Malvala wurde stark verletzt und der Tee hatte ihr die Kopfblätter weggeätzt, während mein linker Arm stark verbrannt war. Aber sie hatte mich gerettet. Malvala hatte einen der Erweckten davon abgehalten mir den Kopf abzutrennen. Zwar können wir sowas wohl überleben, aber ich will mir gar nicht vorstellen wie es gewesen wäre Jahre lang ohne Kopf zu leben bis er nachgewachsen wäre. Vor allem würde mir Malvala sehr leidtun.
      Nach dem Kampf holten wir einen Teil der Dolche zurück und verbrannten einen der Untoten. Er brannte sogar sehr gut. Zu unserem entsetzten war die Tür abgeschlossen und so mussten wir einen anderen Weg zurück finden. Davor war noch eine Sylvari zu uns gekommen. Bis heute bin ich etwas verwirrt woher sie kam, aber sie jagte diese Erweckten, daher war sie ihnen gefolgt. Mit ihrer Hilfe und etwas Mesmermagie konnten wir aus dem brennenden Zimmer fliehen. Leider hatten wir vorher Marvin verloren, den Golem von Yvvin. Er wurde im Kampf verletzt und wie sich herausgestellt hatte, hatte die kleine Asura sich mit Hilfe von Nekromantie an ihren Golem gebunden. Sie hatte dieselben Verletzungen erlitten und das Fehlen des Golems versetzte sie in eine Art Koma. Ihr Geist schien nicht mehr vorhanden zu sein. Ich hoffe wir finden Marvin noch. Heute wissen wir, dass er irgendwo in Vaabi sein soll.

      Wir bekamen noch mit wie der Dorfvorsteher und einige seiner Männer versuchten in das Haus zu gelangen um das Feuer dort drinnen zu löschen. Wir nutzen die Gelegenheit um zu fliehen. Dabei fanden wir sogar Jorra, welche Samir und den Erweckten gefolgt war um uns zu warnen. Leider hatten wir, oder zumindest ich, ihre Empathie am Tag zuvor falsch gedeutet. Ich weckte sie, mit Hilfe von etwas Naturmagie und zusammen schafften wir es zu unseren Raptoren und einem Hasen? Es war eine Mischung aus Hase und Ziege, glaube ich. Es sah aus wie ein Hase, machte aber Geräusche wie eine Ziehe. Und es konnte ganz hoch springen und klettern. Es war sehr merkwürdig.
      Nichtsdestotrotz sind wir zusammen geflohen und Jorra zeigte uns den Weg. Den ganzen Tag waren wir geritten, durstig und hungrig, verwundet und müde bis wir irgendwann an einem neuen Dorf angekommen waren. Palawa’s Gnade. Es war ein kleines Dorf, aber sehr viel friedlicher. Die Einwohner schienen Verstoßene zu sein die keinen Weg zurück nach Vaabi fanden oder nicht mehr benötigt wurden. Dort würden wir die nächsten Tage unserer Reise verbringen.
    • Es hat wohl nicht gereicht, dass Malvalas Buch verlangt und von fremden Händen und Augen begrabbelt wurde. Nein. Irgendein 'besonders' gewitzter Spaßvogel hat auch noch reingekritzelt. Und zwar auf die letzte unbeschriebene Seite nach den Einträgen. Wie geistreich.

      ------------------------------------------------------------------
      Hatred is born when people gather together.
      - JL
    • 57 Tag des Kolosses 1330
      Eintrag von Alea, immer noch kein Titel


      Hallo Tagebuch,

      leider kam ich erst heute dazu etwas zu schreiben, da wir in den letzten Tagen viel erlebt hatten und alle sehr müde waren. Dazu noch einige Verletzte. Dafür war der heutige Tag entspannender, daher schreibe ich auf, was weiter passiert war.
      Am 36 Tag des Kolosses, als wir bei Palawa’s Gnade angekommen waren, stellten wir unsere Raptoren ab und sahen uns zusammen erst einmal in dem kleinen Dorf um. Viel gab es nicht zu sehen, bis auf ein paar Häuser und die größeren Felder direkt südlich davon. Da Malvala und ich versengt und unsere Kleider kaputt waren, gingen wir zu den Feldern welche teilweise unter Wasser standen. Wir fanden eine Stelle wo die Dorfbewohner nichts wachsen ließen und setzten uns dort ins Wasser um uns zu waschen und etwas zu entspannen. Einzig Jorra hatte sich nicht getraut zu uns zu setzten. Sie wollte erst noch nach den anderen sehen, während ich zusammen mit meinem Liebherz die Zweisamkeit genutzt habe. Erst später kam Jorra wieder zurück und stieg auch zusammen mit uns ins Wasser ehe wir ganz lange gesprochen haben. Sie erzählte uns von der Idee mit der Gilde und wir stimmten gemeinsam zu, dass es eine tolle Idee war. Wir waren eine Familie geworden und zum ersten Mal sahen wir Jorra leuchten. Und es sah sehr schön aus. Es ist schade, dass sie dies nicht öfter tut. Sie gab uns Geschenke, die ihr wichtig waren um ihre Dankbarkeit auszudrücken. Malvala bekam einen Dolch mit dem Zahn eines Haifisches, den sie bis heute bei sich trägt. Mir hatte Jorra eine Halskette geschenkt die mit mehreren Runen verziert war. Sie sagte uns, dass dort sowas steht wie „Das Wort ist mächtiger als das Schwert“. Ich sollte sie nochmals nachfragen um sicher zu sein. Dann trage ich das hier nach.

      Am nächsten Tag gab es gleich ein größeres Problem. Nachdem Malvala und ich die Nacht beim Wasser verbracht hatten, ich uns beiden neue Blätterkleider und meinem Sonnenschein neue Kopfblätter hab wachsen lassen, fanden wir uns wieder im Dorf wieder wo wir von Jorra eine große Furcht und Hass spüren konnten. Sie saß oben auf einem Haus, hatte den Zugang scheinbar beim Besitzer dieses Hauses gekauft. Wir wollten mit ihr sprechen, aber kamen nicht zu ihr, da die Tür abgeschlossen war. Jorra wollte nicht, dass wir ihr zu nahe kamen und nahm den Hausbesitzer als Geisel und drohte ihn zu verletzten, wenn wir versuchen würden die Tür weiter zu öffnen. Wir konnten sie leider nicht davon überzeugen von sich aus rauszukommen und so trat Andra die Tür ein. Durch den Schreck schaffte Jorra es den Besitzer zu verletzten, aber es war kein tödlich Schuss gewesen. Der Albtraum der sie eingeholt hatte war fühlbar gewesen und selbst Malvala wurde davon betroffen. Während Andra damit beschäftigt war Jorra festzuhalten, damit sie nichts Schlimmeres tat, wollte Malvala mich wegziehen weil sie dachte, dass Jorra mich töten wollte. Der Albtraum spielte ihr einen kruden Streich und nur mit einem Kuss konnte ich sie davon überzeugen auf mich zu hören. Ihr zu zeigen, dass ich in Sicherheit war. Danach versuchten wir Jorra zusammen zu beruhigen. Während Andra sie festhielt und ich das auch versuchte, nachdem sie es vorher geschafft hatte mich mehrmals zu schlagen, konnten wir sie zumindest lang genug fixieren damit Malvala einen Lähmungszauber wirken konnte. Die Worte die Jorra mir dabei vorher zurief trafen tief und taten weh, aber ich erkannte die Angst die vom Albtraum verstärkt worden war. Jorra mochte Malvala und ich hab sie ihr weggenommen, das zumindest waren ihre Worte. Und sie dachte, dass sie niemals glücklich werden würde, solange ich noch da war. Der Albtraum versuchte auch mich zu erreichen, aber wenn es etwas gab bei dem ich mir sicher war, dann das ich dem Albtraum niemals verfallen würde. Schon lange hatte ich Frieden mit meinen Geistern geschlossen, wie die Menschen das immer sagen. Während Malvala sich um den Hausbesitzer kümmerte der vorher angeschossen wurde, brachten Andra und ich unsere Schwester zurück zum Zelt wo wir ihr eine Flüssigkeit einflößten, welche ihr einen Traumlosen schlafen schenken sollte. Nachdem der Mann versorgt war, kam Malvala ebenfalls zu uns und wir konnten Jorra ein wenig beruhigen. Maven, der vorher vorgeritten war, kam an dem Tag auch wieder zurück und teilt uns mit, dass er herausgefunden hatte wo sich Elyra befand. Sie war wohl tatsächlich in Vaabi und wurde dort einem Händler als Sklavin verkauft. Vex hatten wir auch wieder getroffen die seitdem auch wieder mit uns zusammen reist.


      Am 38 Tag des Kolosses nahmen Malvala und ich uns vor die Asura Yvvin zu wecken. Seit dem Kampf in der Schicksalsschlucht war sie geistig nicht mehr bei uns gewesen. Es wirkte als wäre sie wie Cora damals in einem Vorkoma gewesen. Mit Malvala’s großartiger Führung und Kenntnis konnten wir das Band zwischen Yvvin und ihrem Golem verstärken. Wir fanden dabei heraus, dass sie einen Teil ihrer Essenz in den Golem eingewirkt hatte, eine Mischung aus Golem- und Nekromantie wie die große Oola es immer vorhergesagt hatte. Durch die Stärkung dieses Bandes welches sie und den Golem unzertrennlich machte, konnten wir sie wieder wecken. Zusammen wollten wir dann nach den anderen sehen und mussten feststellen, dass Andra und Jorra ein Gespräch hatten bei dem sich beide nicht wohl fühlten. Wir sind vielleicht rechtzeitig dazwischen gekommen um größeren Ärger zu vermeiden. Auf dem Weg zurück stellten wir auch fest, dass Andra große Schmerzen hatte. Die Wunde, welche sie sich in der Schicksalsschlucht zugezogen hatte, wurde schlimmer und wandelte sich zu einer schrecklichen Entzündung. Malvala versorgte diese Wunde noch am selben Abend während ich einige Entzündungshemmende Pflanzen großgezogen hatte, für welche mir Elyra damals einige Samen gegeben hatte. Zusammen mit Cora’s Hilfe wurde Andra schneller wieder gesund.

      Den nächsten Tag über habe ich zusammen mit Malvala einige Bäume wachsen lassen, da wir uns auf die Weiterreise vorbereiten sollten. Es gab Bananen, Mandarinen und Granatäpfel welche wir für uns behielten. Dank Cora konnte ich auch Linsen wachsen lassen und nachdem ich einige Samen vom Reisfeld geerntet hatte, mangelte es uns auch davon an nichts. Der Tag war sonst ereignislos verlaufen, nur abends hatte Andra uns gebeten ihr zu folgen. Sie schien mit Maven zusammen einen Weg gefunden zu haben mit der wir ihre Wunden schneller heilen lassen könnten. Was auch immer es gewesen war, es befand sich abseits im Sumpf. Nachdem wir herausgefunden hatten was genau es war, blieb uns zuerst die Sprache weg. Maven und Andra hatten einen der scheinbaren Entführer gefesselt und zusammengeschlagen und wollten ihn als Blutopfer für unsere Nekromantie nutzen um Andra schneller zu heilen. Malvala und ich sprachen uns dagegen aus, denn wir beide sind keine Folterer. Andra warf uns einige unschöne Dinge an den Kopf, wie zum Beispiel das wir schwach wären. Sie verstand nicht, dass wir dazu bereit waren alles zu tun um unsere Gruppe zu schützen, aber es gab einen Unterschied zwischen verteidigen und Andere foltern um ihnen Lebenskraft gewaltsam zu entziehen. Andra blieb zurück und beendete die dreckige Arbeit welche sie begonnen hatte. Währenddessen gingen wir wieder zurück zu den Wasserfeldern um uns von diesem Schreck zu erholen. Wir fühlen uns verraten und sehr niedergeschlagen. Auf dem halben Weg dorthin fühlen wir Jorra, wie diese wieder mit dem Albtraum zu kämpfen hatte. Wir sprachen mit ihr zusammen und ich konnte sie, mehr oder weniger davon überzeugen dass sie wichtig für uns ist. Sie wollte mir danach zeigen wie sie sich wirklich fühlte, was mich und Malvala betraf. Mit Hilfe der Empathie und ihrer Mesmermagie hatte sie mir einen Weg gezeigt um zu verstehen was sie für uns empfand. Es war ein merkwürdiges Gefühl gewesen. Was genau passiert war, dass solltest du Jorra irgendwann fragen. Ich weiß nicht ob sie möchte, dass ich sowas hier aufschreibe, da es sehr persönlich war. Aber damit schaffte sie mir ein wenig die Augen zu öffnen. Wir gingen darauf wieder getrennte Wege, aber ich fühlte deutlich wie es ihr gut getan hatte. Die Nacht verbrachte ich zusammen mit Malvala am Wasser.

      Der 40 Tag des Kolosses war auch sehr ereignisreich gewesen. Den Morgen und Mittag verbrachte ich zusammen mit Malvala, sie half mir wieder dabei die Bäume wachsen zu lassen. Zwar ist sie selbst noch keine Formerin gewesen, aber ihre bloße Anwesenheit gab mir mehr Kraft um alles etwas schneller zu machen. Im Verlaufe des Nachmittags kam Jorra zu uns und ich bot ihr an, dass sie Malvala dasselbe zeigen sollte, wie sie mir am Abend davor gezeigt hatte. Zusammen gingen wir in den Sumpf hinaus, wo es viel ruhiger als im Dorf war. Malvala und Jorra nahmen sich die nötige Zeit, damit sie sich mit Hilfe der Empathie und Mesmermagie dieselben Eindrücke zeigten, wie ich sie gefühlt hatte. Währenddessen passte ich darauf auf, dass sie beide nicht gestört wurden. Dabei sammelte ich einige Samen von Pflanzen in der Nähe und betrachtete die unbekannten Bäume. Auch konnte ich diese Shadhavar beobachten, welche es dort in der Nähe gab. Sogar einige von diesen Iboga-Pflanzenwesen gab es in der Nähe, die ich aber vermeiden wollte. Denn ich habe gelernt, dass diese sehr aggressiv sind und sofort angreifen.
      Nachdem sie beide fertig gewesen waren, sprachen wir nochmals darüber. Es war ein längeres Gespräch und Jorra war verletzt als wir ihr dasselbe sagten wie damals am Kormirtempel. Wir konnten diese Tatsache nicht ändern, Gefühle lassen sich nicht beeinflussen. Vor allem nicht, wenn wir sie gegenseitig fühlen konnte. Dennoch ist Jorra uns sehr wichtig. Wir wollen, dass sie glücklich ist, aber wir können ihr nicht das geben was sie von uns möchte. Zumindest gab es einen kleinen Lichtblick am Horizont als wir Jorra verrieten, dass wir ihre Schreibmaschine bergen konnten. Druul oder Yvvin würde sie reparieren. Da fällt mir ein, dass wir diese an einen von ihnen geben sollte, jetzt wo wir viel Zeit haben. Später am Abend kamen die anderen ins Lager zurück, sehr aufgeregt und eilig wollten sie, dass wir unsere Raptoren nahmen um in den Süden zu reiten. Sie hatten dort Flüchtlinge gefunden, welche aus dem Ödland kamen. Wir halfen ihnen nach Palawa’s Gnade zu kommen, wo sie sich an einigen Zelten ausruhen konnte. Die Nacht über ließen wir sie aber erst einmal alleine, damit sie sich von den Anstrengungen erholen konnten.

      Der nächste Tag war geprägt von Vorbereitungen für die Reise ins Ödland gewesen. Vormittags pflückte ich zusammen mit Malvala die letzten Früchte von den Bäumen, welche wir in Zelt gebracht hatten. Andra wollte einige lange und stabile Blätter, sowie gerade Äste haben. Die Blätter fanden wir bei einer nahen Pflanze, die perfekt dafür gewesen war. Die Äste konnte ich mit Hilfe meinen Former-Samen wachsen lassen. Cora machte daraus einige Pfeile, während die Pflanzen für… Ich weiß nicht wofür sie gebraucht waren, aber bestimmt war es wichtig gewesen. Die Vorbereitungen dauerten den ganzen Tag bis zum Abend hin an. Erst als es bereits dunkel geworden war, gingen Malvala und ich zu den Flüchtlingen um sie nach einem Weg in den Süden durch die große Mauer zu fragen. Malvala war wie immer sehr fleißig gewesen und hatte alles aufgeschrieben was wir erfragt hatten. Sie erzählen uns was zum Ödland, von dem das meiste nach Tod und Verderben klang. Vor allem die Narben im Boden welche mit Schwefel gefühlt waren schienen nichts Schönes zu sein. Zudem gab es dort überall Erweckte und Geschmiedete. Sie erzählten uns, dass sie zum größten Teil, dass sie nur mit Glück in den Elon-Flusslanden angekommen waren. Die meisten starben jedoch auf dem Weg dahin. Auch bekamen wir ein Asura-Gerät, welches einer der Flüchtlinge an einem Gebirgspass gefunden hatte. Wir nahmen an, dass es Yvvin’s Kru gehörte und nahmen es dankbar an uns. Wir bekamen von einem der Flüchtlinge auch einen Brief, der an seine Mutter in einem Dorf namens Reinheit adressiert war. Dafür, dass wir diesen an uns nahmen und überstellten, hatte der Besitzer uns noch die Möglichkeit eines Pfades aufgezeigt, der sicherer und groß genug für unserer Raptoren war. Nach einigen anderen Gesprächen wiederholten sich die Antworten, weshalb wir bald unsere Schlafstätte aufsuchten.

      Am 42 Tag des Kolosses beendeten wir unsere Vorbereitungen, erholten uns bis zum Abend und trafen dann zusammen um alles zu besprechen. Yvvin bekam das Holointerface, wie ich später herausgefunden hatte, welches sich auch als Möglichkeit herausstellte um ihren verlorenen Golem zu finden. Wir planten unseren Weg durch den Gebirgspass, bevor der Gruppe von ihrer Idee einer Gilde erzählte. Sie, Malvala, Andra und ich stellten uns in einen Kreis und sagten den Schwur auf, den die alten Gilden sich bereits versprochen haben, wenn sie ihre Leben und ihre Zeit für einander aufopferten. Später kam auch noch Yvvin dazu, welche sich bis dahin nicht getraut hatte. Durch einen freundlichen Schubser von Maven hatte auch sie den Mut gefunden ihren Schwur abzulegen. Den kurzen Rest des Tages erholten wir uns noch, denn morgen war der Tag der Abreise gewesen.

      Es war also der 43 Tag des Kolosses als wir zusammen auf unseren Raptoren Palawa’s Gnade verlassen hatten. Unser Ziel war der Bergpass über den auch die Flüchtlinge gekommen waren. Der Ritt dorthin war sehr angenehm gewesen und ohne Zwischenfälle. Vor dem Bergpass kamen wir jedoch an ein Lager, wo wir halten mussten, weil etwas nicht stimmte. Während wir einen kleinen Spähtrupp aus Cora und Maven vorausgeschickt hatten, untersuchte ich die Pflanzenwelt um das Lager. Dabei fiel mir auf, dass dort überall irgendwelche Teile lagen, die nach asurischer Technologie aussahen. Diese Teile waren mit einer schwarzen, dickflüssigen Schmiere beschmutzt die vermutlich Teer gewesen war. Das Lager an sich war leer, aber dort hatte auf jeden Fall ein Kampf stattgefunden, genauso wurde aber auch sehr viel arkane Energie freigesetzt. Das Lager an sich war leer gewesen, einzig die Spuren des Kampfes blieben dort, genauso wie ein Geschützt welches dort zurückgelassen wurde. Dieses hatte Maven verletzt und konnte von Yvvin unschädlich gemacht werden. Abgesehen von Maven hatte sich glücklicherweise niemand verletzt. Die Wunde wurde von Malvala versorgt und wir hievten ihn auf einen Raptor, da er selbst nicht mehr so gut laufen konnte. Nachdem das Lager untersucht worden war, ritten wir auch schon weiter. Bis wir in dem Dorf Einheit Reinheit angekommen waren, verlief zum Glück auch alles Reibungslos. Auf unserem Weg dorthin trafen wir weder auf Erweckten noch die Kru von Yvvin. Im Dorf selbst suchten wir das Haus welches und beschrieben wurde bei dem wir den Brief abgeben sollten. Als wir es endlich fanden, staunten wir nicht schlecht, denn in der Tür stand niemand anderes als Lilet selbst. Die Frau aus dem Tempel von Kormir, welche immer so viele widersprüchliche Aussagen von sich gab. Der Brief war an ihre Mutter gerichtet, welche jedoch auf Grund der Flucht ihres Sohnes, festgenommen wurde. Ich traute Lilet schon von Anfang an nicht, weil sie mir wie dieser Samir recht schwammig war. Wie ein Blatt welches gegen den Wind weht obwohl es vorher genau das Gegenteil tat. Als Dank für den Brief bot uns Lilet an uns an einen sichereren Ort zu bringen, da Reinheit von Erweckten nur so strotzte und diese nicht sehr gut auf Fremde zu sprechen waren. Zudem lief sie selbst Gefahr wenn sie uns in ihrem Haus beherbergen würde. Wir nahmen das Angebot also an. Zuvor jedoch sahen wir uns noch ein wenig im Dorf um, weil Yvvin neue Kleidung benötigte. Wir, also Malvala und ich, wir kauften uns nichts, aber dafür waren wir vom Tempel beeindruckt, der am Berg eingehauen war. Es sah aus wie der Kormirtempel, sehr schön. Vielleicht bekommen wir ihn eines Tages wieder zu Gesicht?
      Mit Lilet’s Hilfe schafften wir es an vielen Patrouillen vorbeizukommen. Erst als wir an unserem Ziel angekommen waren, wussten wir auch woher sie diese alle kannte. Und vor allem, wie sie es geschafft hatte vor uns in Reinheit anzukommen.

      Vor uns standen die Tore offen. Der Orden der Schatten und Lilet war ein Mitglied von diesem. Sie brachte uns hinein, wo wir die Raptoren abgestellt und uns umgesehen hatten. Es war ein sehr beeindruckender Anblick gewesen. Alle staunten sie. Vor allem aber Jorra welche die elonische Geschichte studiert hatte, war hin und weg gewesen. Ich konnte sie, als auch Malvala die ganze Zeit über fühlen. Es machte mich sehr glücklich, auch wenn ich im Nachhinein etwas Schuldgefühle hatte, da ich einfach ohne die Gruppe und ohne mein Liebherz einfach weitergegangen war. Während sie mit Lilet sprachen, konnte ich nicht anders als mir alles anzusehen und anzufassen. Zusammen mit Yvvin hatte ich auch ein kurzes Gespräch bezüglich des Schwefels, wo sie mir erzählte was man daraus alles machen kann und wie gefährlich dieser eigentlich ist. Später trafen wir uns alle nochmal zusammen und Lilet hatte uns nochmal erklärt, was wir alles dürfen und was nicht. Zusammen mit Malvala sah ich mich danach noch etwas um, bevor wir zurück zu Zyna gingen und uns dort einen provisorischen Schlafplatz zu machen.
    • 61 Tag des Kolosses 1330
      Eintrag von Alea, Formerin der Sylvari


      Hallo Tagebuch,


      heute komme ich wieder dazu etwas zu schreiben. Die letzten Tage war wieder etwas mehr los gewesen sodass kaum Zeit blieb sich für eine Weile hinzusetzten und die Feder zu schwingen. Und am gestrigen Tag, als es doch ruhig war, habe ich die Zeit genutzt um mit Malvala etwas zu machen. Daher liest du erst heute wieder etwas von mir. Mittlerweile habe ich auch angefangen mir Stichwörter aufzuschreiben, damit ich mich an gewisse Dinge noch erinnern kann. Zwar sind die alten Erinnerungen noch frisch, aber nicht so im Detail wie die letzten Tage. Hoffentlich werden meine Berichte seit unserem Einzug hier in Vaabi deshalb etwas genauer werden. Ansonsten könntest du in Malvala’s Reisebuch nachschauen, denn da steht alles viel genauer und schöner geschrieben. Aber, ich will dich gar nicht länger aufs Blatt spannen, daher erzähle ich dir was nach unserer Ankunft im Orden der Schatten alles geschehen war. Zumindest soweit ich mich erinnern kann.

      Es war der 44 Tag des Kolosses im Jahr 1330 als wir das erste Mal im Orden der Schatten erwacht sind. Zur Abwechslung hatte es sich gut angefühlt sicher zu sein. Zumindest dachten wir es zu der Zeit. Während wir in diesem Unterschlupf einrichteten, suchten wir bereits nach einem weiteren Weg nach Vaabi zu kommen. Die meiste Zeit über hatten wir immer etwas zu tun gehabt, oder uns etwas gesucht um unsere Chancen zu verbessern durch das Ödland zu kommen. Ich verbrachte die meiste Zeit, eigentlich seit der nördlichen Wegstation in der Kristallwüste, mit meinem Liebherz, meiner Mitte. Mit Malvala. Wir sahen uns gemeinsamen Karten an um einen Weg nach Süden zu finden, genauso wie wir zusammen versuchten etwas zu kreieren was eine Mischung aus pflanzlicher Atemmaske und luftfilternder Stoff war. In der Zeit wo ich nicht zusammen mit Malvala war, sprach ich oft mit diesen Schattenfrauen und –Männern, die aber meist viel sprachen aber nichts Wichtiges sagten. Dass sie uns den Zugang zu Bibliothek und den meisten Schriften verwehrten, trauten sie uns vermutlich auch nicht weiter als sie einen Samengeschützturm werden könnten. Immerhin konnte ich ein wenig erfahren, wie diese Atemschutzmasken funktionierten, welche sie selbst nutzten um durch das Ödland zu kommen. Es war eine größere Herausforderung als ich dachte, aber irgendwie hat es mich auch gefreut eine Aufgabe zu haben. Die Maske, die ich versuchte zu formen, war im Grunde nur ein einziges, größeres Blatt. Die Form an sich war nicht so wichtig, musste aber an den Träger angepasst werden. Glücklicherweise sind Sylvari- und Menschengesichter beinahe gleich. Für Yvvin und Druul hätte ich es umformen müssen, aber soweit kamen wir am Ende gar nicht. Die Struktur des Blattes war wie folgt:

      Die Pflanzenfasern waren sehr eng miteinander verwebt. so wie ein sehr feiner und teurer Stoff, nur in einem viel kleineren Ausmaß. Es hatte sehr viel Konzentration erfordert es so zu weben, dass es nicht chaotisch war, sondern einem bestimmten Muster entsprach. Jedes der freien Löcher zwischen den Fasern durfte nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein. Wären sie zu groß, würden die meisten Dämpfe einfach hindurchgeatmet werden. Wären sie wiederum zu klein, würde das Atmen viel schwerer werden. Ich fand eine Struktur mit der das Atmen nur gering eingeschränkt wurde, was wiederum aber bedeutete, dass kleinere Partikel durchgelassen würden. Um das Problem zu lösen, musste ich etwas anderes machen.

      Um die kleineren Partikel davon abzuhalten durch die Struktur des Blattes durchzudringen, musste es eine Möglichkeit geben, wie diese an die Fasern gebunden werden könnten. Das würde dann zwar auch bedeuten, dass so ein Blatt nicht langlebig wäre, aber das sollten sie auch nie sein. Und sie zu reinigen ist auch nicht mehr möglich. Gelöst habe ich dies durch etwas, was jede Pflanze bereits besaß. Die elektrischen Impulse. Man kann es zwar nicht mit denen vergleichen die uns dazu bringen unsere Gliedmaßen zu bewegen, aber sie sind nach wie vor vorhanden. Einige Pflanzen mehr als andere. Durch die Anreicherung mit Naturmagie und der Hilfe des Formens, konnte ich diese elektrischen Impulse konstant halten. Die Fasern standen durchgehend unter dieser erwähnten elektrischen Ladung und zogen die winzigen Partikel an sich.

      Natürlich würde man damit niemals jeden Schadstoff abhalten, aber die meisten Schadstoffe sind auch erst bei einer gewissen Menge gefährlich. Und um durch das Ödland zu reiten, würden sie gewiss ausreichen. Zumindest würden sie die Schäden des Schwefels mildern und den Geruch angenehmer machen. Leider funktionieren diese nur wenn jemand mit den Fähigkeiten der Naturmagie diese vorher auflädt und sie kurz danach genutzt werden. Grund ist einfach, dass die elektrische Ladung mit der Zeit an Stärke verliert. Zudem muss nach längerer Benutzung das Blatt ausgetauscht werden. Ich habe noch ein wenig daran gearbeitet und denke, dass ich diese für unsere Rückreise durch das Ödland durchaus nützlich machen könnte. Bestimmt wird mit Malvala auch gern dabei helfen, denn:

      Wir haben das erste Mal wirklich zusammen geformt. Zwar ging die Naturmagie und das Formen von mir aus, aber ich fühlte wie sie spüren konnte was ich tat. Und die Pflanzen reagierten auf sie, wodurch es mir viel einfacher fiel. Es war als würde das Lied, welches ich den Setzlingen vorsang, von ihr resonieren und viel weiter tragen oder deutlicher werden als es alleine möglich ist. Es war ein angenehmes Gefühl gewesen und zusammen kamen wir in derselben Zeit sehr viel weiter. Wenn wir zusammen weiter üben, dann wird aus ihr eine wundervolle Formerin werden. Sobald Malvala es selbst besser beherrscht, werde ich ihr beibringen ihre Naturmagie zu nutzen. So wie sie mir die Nekromantie lehrt, kann ich ihr sicherlich auch beibringen diese Form von Magie richtig zu nutzen. Ich freu mich bereits darauf. Wenn wir die Zeit finden, werde ich diese nutzen um mit ihr zu üben und etwas Zeit zu zweit verbringen.
      Wir hatten eine lange Zeit beim Formen verbracht um zwei Hand voll Mörsersamen wachsen zu lassen. Diese haben wir zwar bisher nicht gebraucht, aber ich habe sie immer noch in meinem Rucksack. Sollte es nach unserer Rückreise aus Vaabi zu einem Kampf kommen, werden wir diese sicherlich zu nutzen wissen.

      Cora gab uns im Laufe der Tage auch gleich die Möglichkeit das Formen zu üben als sie uns beauftragte etwas Nahrung für die Raptoren und die Hasenziege von Jorra wachsen zu lassen. Zusammen mit Malvala ging das auch sehr viel schneller und schon nach kurzer Zeit hatten wir etwas Salat und einige Karotten gemacht.
      Zudem legte auch Druul an einem der Tage seinen Eid ab und trat unserer Gilde bei. Nun waren wir fünf Leute gewesen und unsere Zahlt wird sicherlich noch weiter steigen.
      Etwa zwei Tage vor unserer Weiterreise gab uns Lilet im Namen des Ordens der Schatten einen Auftrag. Wir sollten zurück in das Dorf Reinheit reisen und dort den Dorfvorsteher davor schützen ermordet zu werden. Laut ihren Informationen soll jemand einen Auftragsmörder beauftragt haben um diesen zu töten, weil es sich um einen Sklavenhändler handelte. Das Dilemma war jedoch, dass sein Tod nur einen noch korrupteren Sklavenhändler hervorbringen würde, der vermutlich auch noch skrupelloser wäre. Als Gegenleistung würde man uns einen sicheren Weg nach Vaabi aufzeigen und uns dort einen Informanten nennen, welcher uns sagen könnte wo Elyra sich befindet.
      Wir nahmen den Auftrag an, da wir sonst keinen anderen Weg hatten um nach Süden nach Vaabi zu kommen. Leider waren wir jedoch eine Person weniger gewesen, da Maven am Tag vorher abgehauen ist. Das war nicht das erste Mal gewesen und vermutlich auch nicht das letzte. Später fanden wir ihn wieder, in einer Position die sehr befremdlich war.

      Am Tag unserer Abreise, es war der 49 Tag des Kolosses, sind wir alle zusammen nach Reinheit geritten wo wir unsere Raptoren und die Hasenziege nicht weit abseits des Dorfes zurückgelassen hatten. Ich musste mein Blätterkleid wieder abwerfen um nicht aufzufallen. Dafür bekam ich die Kleider, die Malvala in Palawa’s getragen hatte. Es duftete immer noch nach ihr.
      Dort angekommen, teilten wir uns auf und jeder bekam eine andere Aufgabe. Cora und Alicia bezogen an einem der Dächer Stellung um den großen Platz in der Mitte des Dorfes zu überblicken. Malvala und ich beobachteten das Haus welches dem Dorfvorsteher gehören sollte. Dort haben wir uns so unauffällig wie möglich verhalten um nicht aufzufallen. Dabei konnte ich eine Frucht erstehen, die ich vorher noch nie gesehen hatte und die sich später als nützlich herausgestellt hatte. Malvala hielt in der Zeit die Augen offen. Die anderen hatten eine ähnliche Aufgabe wie wir gehabt und sollten den Dorfvorsteher im Auge behalten und vor allem vor Schaden schützen. Nach einer Weile kam dieser dann auch aus seinem Haus und ging in Richtung des Tempels, der nicht unweit entfernt stand. Wir folgten ihm sofort und musste schon nach einigen Schritten einen der Dorfbewohner davon abhalten ihn zu verletzten. Wie genau er sich das vorgestellt hatte wussten wir zwar nicht, aber irgendwas sollten wir tun. Also liefen wir zusammen auf ihn zu, ich mit der neu gekauften Frucht in der Hand wedelnd, und taten so als würden wir ihm diese verkaufen wollen. Wie zwei sehr aufdringliche Marktverkäuferinnen. Das hatte zumindest genug Aufmerksamkeit erregt, dass der Mann nicht angegriffen hatte und der Dorfvorsteher keinen großen Verdacht schöpfte. Andra hatte derweil einen anderen vermutlichen Angreifer gefasst und tat so als wäre sie in ihn gelaufen. Sie hielt ihn am Boden fest als würde sie ausversehen auf ihn getreten sein. Derweil hatte Cora mit ihrem Bogen eine Reiterin mit einem Speer aufgehalten. Sie verschoss ein Schlafpulver, glaube ich, welches sie Müde werden ließ. Bevor sie beim Dorfvorsteher angekommen war, viel die Angreiferin von ihrem Raptor und wurde später von Andra irgendwohin gebracht. Vex und Yvvin versuchten dem Mann ins Innere des Tempels zu folgen, wurden beim Eingang jedoch von zwei Wächtern aufgehalten. Damit wir anderen einen Weg hinein hatten, lenkten sie die beiden Wachen ab und führten sie um den Tempel herum, sodass wir eintreten konnten. Drinnen sahen wir dann aber etwas, was Malvala und mir ein Gefühl von Verrat verlieh. Maven stand hinter dem Dorfvorsteher und hielt ihm einen Dolch an den Hals. Als wir ihn angesprochen hatten, drehte er sich zu uns um, sodass wir ihn als auch den Mann sehen konnten den wir beschützen mussten. Nach einem Gespräch fanden wir heraus, dass er eigentlich der Attentäter war der von Samir beauftragt wurde. Für den Tod des Dorfvorstehers würde Samir ihm einen Weg nach Vaabi zeigen und ihn sicher zum Ort geleiten wo Elyra festgehalten wurde. Malvala war schon immer sehr gut mit Worten gewesen; so auch hier. Wir konnten den Mord noch eine Weile zurückhalten, bis Maven uns ein Ultimatum stellte. Entweder er tötet den Dorfvorsteher und haut mit Samir zusammen ab, oder wir halfen ihm und dafür würde er uns zu Samir führen damit wir aushandeln konnten ob er uns auch mitnehmen würde. Malvala hatte versucht Maven davon abzuhalten den Mann an seiner Klinge zu töten und ihn so bis zur Entscheidung und Rücksprache mit Samir am Leben zu halten. Als wir jedoch zugestimmt haben mit Maven zu kommen, schnitt er dem Mann die Kehle durch. Für einen Moment empfand ich tiefsten Hass auf Maven. Zusammen mit seinem dämlichen Grinsen und den Gefühlen die Malvala empathisch an mich gab, fiel es mir sehr schwer es zu unterdrücken. Zwei Mal schon hatte er unsere Gruppe verlassen und zum zweiten Mal verriet er uns. Dabei ging es mir persönlich gar nicht darum, was er getan, sondern dass er es getan hatte. Er brach ein weiteres versprechen und grinste dabei als würde er Vergnügen daran haben. Es geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf, wenn ich Maven sehe. Ich hasse ihn nicht, aber ich weiß nicht ob ich ihm vertrauen kann. Trotzdem werde ich mein Bestes geben Elyra zu retten, damit er seinen Frieden mit ihr finden kann. Auch ihr zuliebe, denn wer weiß was sie alles über sich ergehen lassen musste.
      Ich fühle beinahe wie ein Teil von mir starb als ich Malvala wahrnahm. Ihre Gefühle waren zerschmetternd und selbst mir, welche ihre Gefühle im Griff hatte, fiel es schwer nicht ebenfalls daran zu zerbrechen. Doch schon vor einer Weile nahm ich mir vor eine Stütze für sie zu sein, das Positive und Optimistische an allen Dingen zu sehen. Manchmal hilft es, glaube ich. Nicht nur ihr, sondern auch mir selbst. Wir folgten Maven abseits des Dorfes wo die anderen bereits auf uns warteten. Maven zeigte uns ein Stück Stoff, welches wohl Elyra gehört zu haben schien. Samir hatte es ihm als Beweis dafür gegeben, dass sie noch lebte. Kurz darauf erschien auch dieser alte Mann von dem ich heute noch nicht weiß was ich halten soll. Wir sprachen mit ihm, klärten einige Fragen und warfen weitere auf. Am Ende fügten wir uns jedoch und nahmen sein Angebot an uns nach Vaabi zu führen. Wir ritten zusammen durch das Ödland und Samir schien diese sehr gut zu kennen. Immer wieder nahmen wir Wege die nicht gleich offensichtlich waren und vermieden welche die in Sackgassen oder in Gefahren endeten. Stunden waren vergangen als wir in Vaabi ankamen, direkt vor den Toren der Gärten von Seborhin. Jorra schienen die Gärten etwas zu sagen und sie war sehr aufgeregt diese zu sehen. Später fanden wir dann auch heraus weshalb es so war. Aber ich fand sie geschichtlich weniger beeindrucken als die Schönheit die sie verkörperten. Zumindest bis ich die Geschichte kannte. Samir sorgte dafür, dass wir Zugang zu den Gärten bekamen und auch einen Platz an dem wir uns ausruhen konnten. Da es bereits schon spät geworden war, suchten wir unsere Schlafplätze auf und ließen den restlichen Abend in Ruhe ausklingen.

      Und am nächsten Tag hab ich dich erhalten. Eins der schönsten Geschenke die mein Liebherz, die Malvala mir je gemacht hatte. Jedes Mal muss ich an sie denken wenn ich hier schreibe. Und das ist sehr schön.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alea ()

    • ReisetageBUCH der Exploratorin Malvala Nachtrag 57. Koloss 1330 A.E.

      Ich habe dich wieder! Oh brummender Borkenkäfer! Ich kann gar nicht sagen wie Glücklich ich bin. Es fühlt sich an wie nach langer Abwesenheit in den Hain zurückzukehren! Ich könnte tanzen vor Freude, aber ich fürchte ich sollte mich noch einmal konzentrieren und versuchen die Dinge in die richtige Reihenfolge zu bringen.

      Wie versprochen kam Samir und holte uns ab. Er brachte uns zu unserem Termin den ich so teuer erkauft hatte. Wir hatten versucht Rätsel zu ersinnen mit denen wir den Wesir könnten aus der Reserve locken und ihn dazu bringen uns zu seinem Herrn zu führen. Denn dort wollten wir ja Elyra befreien. Samir führte uns zum Palast und erklärte uns, dass es in jedem Fall wichtig sei das wir uns Demütig zeigten und knieten vor dem Wesir als Zeichen des Respekts.

      Da wir alle unsere Köpfe gesenkt hatten, konnten wir nicht erkennen wer da die Treppe hinab kam. Als ich es jedoch merkte, da dachte ich mein Wachstumsknoten verwindet sich. Es war Siddha! Der ehrbare, grausame, unnachgiebige und tyrannische Wesir Sithra war Siddha die mit uns auf dem Schiff gewesen war. Ich habe nicht einmal den Hauch einer Ahnung wie sie in den maximal zwei oder drei Wochen die sie nun hier sein konnte zum Wesir aufgestiegen war, aber das dort vorne war zweifelsfrei Siddha. Eine missgünstige und verärgerte Version von ihr. Sie hatte mein Buch dabei und überließ es mir. Natürlich musste sie es noch einmal auf den Boden fallen lassen bevor ich es mir holen konnte. Sie hatte wirklich nur Geringschätzung für unsere Gruppe übrig.

      Wie ich später heraus finden sollte, resultierte diese Geringschätzung aus dem Verlust einer Waffe die Siddha wohl von ihrem Vater bekommen hatte, und die während des Überfalles auf die „Rabes Weitsicht“ verloren ging, als Maven Siddha zu retten versucht hatte.

      Warum sie nicht erkennt das es doch wichtiger sein muss gerettet worden zu sein aus dem Meer in das sie gestürzt war, selbst wenn das den Verlust von Schwert und Mantel bedeutet, anstatt von deren Gewicht in die Tiefe gezogen zu werden und mit den Habseligkeiten zu sterben, werde ich wohl nicht mehr verstehen. Sicher ist das wieder so eine Menschengeschichte.

      Allerdings stellte uns der Wesir, Siddha auf die Probe. Wir sollten in einem Bereich der Gärten von Seborhin nach einer Anomalie durchsuchen und diese vernichten. Wir wussten nur dass sich dort etwas ausbreitet. Es sollte sich um eine Strahlung oder giftiges Gas handeln. Unsere Gruppe trennte sich. Meine Gruppe wurde zu der Anlage geführt in welcher die Anomalie war. Schon von außen konnten wir merken das etwas nicht stimmte. Und zwar ganz und gar nicht. Die Blumen hier waren alle verwelkt und zu Staube zerfallen. Ich konnte erfühlen das sie vor ihrem zerstäuben die Energie entzogen bekommen. Sie wurden faktisch ausgesaugt. Nach dem aussaugen waren sie zu Staub zerfallen.

      Etwas weiter vorne an der Anlage war deutlich zu spüren das da etwas vor sich ging. Die Luft war wie verdorben. Da Yvvin nichts feststellen konnte, versuchte ich etwas zu erspüren. Ich erkannte dass es sich hierbei um Nekromantie handelte. Insgesamt fand ich sieben Quellen dieser Kraft.

      Bei der Sichtung der ersten Quelle dieser nekromantischen Energie fanden wir ein altes Krumitglied von Yvvin. Sie antwortete jedoch nicht und machte keine Anstalten irgendwie zu reagieren. Nach einem Moment erhob sie sich und stürzte auf Alea zu. Es gelang sie mit vereinten Kräften von Alea fernzuhalten und um sicher zu stellen das sie nichts mehr anrichten konnte, wollte ich ihr Energie absaugen und sie kontrolliert abgeben.

      Als ich mit den Zauber begann merkte ich, dass man in diesen kleinen Leib das 4 oder 5 fache dessen Hineingepresst hatte was sich sonst an Lebenskraft in ihm befunden haben musste. Ich erlebte Schwindel und war überfordert von so viel Energie. Ich glaube um ein Haar wäre ich ohnmächtig geworden.

      Nach dem es gelungen war die Energie abzuführen war ich wieder einigermaßen klar. Die weiteren Quellen lagen oben und wir bewegten uns dort hin. Was uns oben erwartete überstieg jedoch unsere Vorstellungsgabe um ein vielfaches.

      Marvin, Yvvins Golem lag dort, er schien korrumpiert und sein Kraftkern stieß pervertierte nekromantische Energie aus mit der er alles um sich herum verseuchte. Wer sich dem Golem näherte, der konnte fühlen wie ihm das Leben aus dem Leib gerissen wurde. Je mehr Leben der Golem aufnahm, desto kräftiger wurde dieser Effekt, und je weiter er sich ausbreitete, um so mehr Energie würde er erhalten.

      Wir mussten diese ALbtraumspirale durchbrechen, allerdings war Marvin von weiteren Asura umgeben die im Kreis scheinbar dort lagen. Ich schlug vor, die Ausra nach und nach zu entladen und ihre Energie in einen Schild abzuleiten der uns schützen würde, wenn wir zum Golem gingen. Aber Yvvin sagte, das dafür keine Zeit blieb. So rannten wir direkt zum Golem und ich begann dort meinen Schild zu wirken. Erst einmal klappte es während Yvvin sich um den Golem kümmerte.

      Dann jedoch wurden alle Asura gleichzeitig aktiv und ich musste mit jedem eine Verbindung eingehen. Der Schild wurde stark aber ich fühlte mich für einen Augenblick wie an ein asurisches Energieexperiment angeschlossen. Ich weiß noch das ich die Balance zwischen Energieaufnahme und Schildkraft halbwegs im Griff hatte. Dann jedoch schien irgendwoher noch mehr Energie zu kommen. Ich verlor die Balance wurde von Lebensenergie geradezu durchströmt. Viel zu viel, es tat schon weh. Was danach passierte weiß ich nicht mehr. Ich erwachte in unserer Unterkunft. Kurz darauf zogen wir um. Aber davon schreibe ich beim nächsten Mal.


      Persönlicher Teil:
      Ich kann es noch gar nicht fassen, nicht nur das ich mein Buch wieder habe. Nein der Wesir vor dem alle so Zittern und Angst haben, das ist Siddha. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich sie verachte. Ich hoffe, und das kommt wirklich nicht oft vor, dass ihr die Blätter ausfallen und die Zähne und sie für diesen Verrat an unserer Gruppe ihren gerechten Verdient noch wird einstreifen. Je länger ich darüber nachdenke, desto gelbborkiger werde ich wieder, darum lasse ich es an dieser Stelle lieber.

      Ich bin so froh dass ich Alea habe. Sie hatte sich nach der Energieüberladung beim Golem um mich gekümmert. Ich erfuhr später das es Yvvin wohl eine Weile bevor der Golem uns alle ausgesaugte hätte gelungen war die nekromantische Pervertierung in der Energieversorgung des Golems zu finden und die „Bakterie“ wie sie es nennt zu deaktivieren. Wäre ihr dass nicht gelungen wir würden genauso umher irren wie die Asura welche ich ausgesaugt hatte.

      Am ersten Tag nach dem Vorfall konnte ich nicht aufstehen, ich lag die meiste Zeit. Sogar beim Umzug in das neue Quartier wurde ich von Erweckten auf einer Trage getragen, ich erinnere mich nur noch sehr sehr dumpf an alles. Brummender Borkenkäfer, was für ein Erlebnis.

      Wir haben noch herausgefunden, das Yvvin ein Mitglied der Inquestur ist, die früh adoptiert wurde und seither unter der Kontrolle der Inquestur stand. Sie schien immer nur auf eine Chance gewartet zu haben von dort loszukommen. Wirklich Glücklich sei sie dort nie gewesen. Wenn das stimmt, und davon gehe ich aus, wenn man sie so beobachtet, dann hat sie uns endlich eine Kru gefunden in der sie bleiben kann. Nicht ohne Grund ist sie eine Gildenschwester und ich bin froh das es so ist.
    • 68 Tag des Kolosses 1330
      Eintrag von Alea, Formerin der Sylvari


      Hallo Tagebuch,

      endlich komme ich wieder dazu etwas zu schreiben. Vor allem weil der heutige Tag sehr entspannend war. Ich glaube man nennt es die Ruhe vor dem Sturm, weil am übernächsten Tag die große Audienz mit Hakkhim, dem Händler stattfinden wird. Wenn alles gut läuft werden wir Elyra wiederbekommen und vielleicht sogar Geleit aus Vaabi und den Ödlande heraus bekommen. Ich hoffe, dass alles gut gehen und niemand verletzt wird. Vielleicht fruchten die Bemühungen unserer letzten Tage und er wird zufrieden mit uns sein. Die Zeit wird vermutlich zeigen ob alles funktioniert hat. Sollte nach dem 70 Tag des Kolosses kein Eintrag mehr erfolgen, dann haben wir es vermutlich nicht mehr geschafft. Aber ich werde mein Bestes geben.

      Aber nun zu wieder zu unserer Reise. Am 50 Tag des Kolosses, der erste wirklich Tag in den Gärten von Seborhin, erwachte ich ohne Malvala in unserem Bett. Eigentlich konnte man es kein Bett nennen, aber es war weich genug und besser als harter Steinboden. Mein Liebherz war vor mir wach gewesen und hatte sich vermutlich bereits in den Gärten umgesehen. Ich tapste zum Vorhang und spähte hinaus auf den Flur wo in dem Augenblick auch meine Mitte wankend angelaufen kam. Malvala hatte die Stoffkleidung gewaschen, welche sie in den Armen hielt und darauf befand sich ein Tablett mit allerlei Essen. Ich half es ihr hinein zu tragen und stellte es auf dem Tisch ab, die Kleidung legten wir auf das Bett ehe Malvala mir von ihrer kleinen Reise hinab zum Wasser erzählte. Dort musste sie den Stoff vorsichtig waschen, weil sie diesen dabei selbst nicht tragen konnte. Dabei sei einer der Erweckten gefährlich nahe gekommen, sodass sie sich in einem Busch verstecken musste. Glücklicherweise fallen wir darin viel weniger auf als jemand anderes und so wurde sie nicht gefunden. Wir versteckten uns die ersten Tage noch, da wir annahmen dass man uns vielleicht auch entführen könnte. Zumindest waren sahen wir keine anderen Sylvari und Elyra lehrte uns, dass es nicht unmöglich war.
      Das Essen auf dem Tablett war sehr lecker und vielseitig gewesen. Ich glaube die Menschen würden sagen, dass ihnen das Wasser im Mund zusammen gelaufen war. Wir genossen es zusammen und teilten auch viel davon damit jeder von uns etwas probieren konnte. Einiges davon kannten wir auch bereits schon, aber es war nicht weniger schmackhaft gewesen. Auf jeden Fall half mir Malvala danach die Stoffkleider anzuziehen, bevor wir zusammen hinaus gingen um die Gärten zu erkunden. Weit kamen wir nicht, denn Samir stand bereits warten und wollte mit meinem Liebherz sprechen. Er machte uns ein sehr schweres Angebot, welches Malvala selbst mit meiner Ablehnung angenommen hatte. Samir bot uns eine Audienz bei Wesir Sithra, damit diese uns anhören konnte und entscheiden ob wir mit dem Händler Hakkhim sprechen dürfen, der Elyra aktuell festzuhalten schien. Der Termin würde sich drastisch verkürzen wenn Malvala ihm ihr Reisetagebuch gab. Das mag für viele nicht nach viel klingen, doch für sie war es ihr Leben. Dort stand ihre ganz Geschichte drin, ihre Gefühle und alle Karten die sie jemals gezeichnet hatte um sich zurecht finden zu können. Ohne ihr Buch war sie verloren, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hatte sich jedoch gegen meine Worte und für die Verkürzung der Zeit bis zur Audienz entschieden, auf die wir sonst ein halbes Jahr lang warten könnten. Im Nachhinein gesehen war es eine gute Idee gewesen, wenn sie auch für Malvala und für mich sehr schmerzhaft gewesen war. Samir nahm das Buch entgegen und ging davon um dem Wesir zu präsentieren. Ich blieb bei Malvala und versuchte sie zu trösten. Es gelang mir nicht so gut. Meine wärmenden Worten und Versprechungen, dass ich immer an ihrer Seite sein werde um ihr den Weg zu weisen, waren wie Regentropfen auf einem Waldbrand. Ich wollte also das Beste tun was mir in dieser Situation einfallen wollte und nahm Malvala an der Hand um die Gärten von Seborhin anzusehen. Vielleicht würde sie das ein wenig davon ablenken. Doch jeden Schritt den wir getan hatten wog schwerer, bis mich Malvala auf meine Bitte hin direkt darauf angesprochen hatte. Wir redeten darüber und sie versuchte es etwas leichter zu nehmen, auch wenn es kein leichtes Unterfangen sein würde. Als wir schließlich auf einer Plattform weit über einem kleinen See Teich standen; eigentlich war es kein See oder Teich. Viel mehr ein von Menschen gegrabenes Loch, welches mit Stein verziert wurde und welches man anschließend mit Wasser gefüllt hatte. Bestimmt gibt es dafür ein eigenes Wort. Ich schweife ab.
      Malvala und ich standen dort am Rand und mir kam die Idee etwas Verrücktes zu machen. Also sah ich sie an, lächelte ihr zu und deutete an dort hinab zu springen. Malvala’s Augen leuchteten dabei etwas auf und ich konnte fühlen wie sie gleich glücklicher geworden war. Wir machten Scherze darüber, wie unverantwortlich es war, dass man dort kein Geländer aufgebaut hatte und wie leicht es wäre auszurutschen und hinab zu fallen. Wir waren uns beide einig, dass es ausversehen geschehen würde, nahmen Anlauf und sprangen Hand in Hand. Für einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit konnte ich meine und ihre Aufregung spüren. Die Trauer von vorher war wie weggeblasen. Als würde man sich nach einer wochenlangen Reise unter einen Wasserfall stellen. Wir landeten zusammen im Wasser und Malvala half mir mich wieder hoch zu ziehen, da die Stoffkleidung vollgesogen doch sehr schwer geworden war. Zusammen trieben wir lachend auf dem Wasser und es war einer der wenigen Momente nach unserer Ankunft seit den Ödlande, an dem wir uns frei gefühlt hatten. Ich konnte ihre Dankbarkeit fühlen und meine Liebe zu ihr stieg nur umso mehr. Wir zogen uns unter eine der Treppen zurück, welche aus dem Wasser wieder nach oben führten. Dort gab es einen kleinen Sims an dem wir uns niedergelassen hatten um nicht mehr so viel strampeln zu müssen. Ich leuchte immer noch pink auf wenn ich an die Liebesbekundungen denke, die wir uns dort zugeflüstert hatten. Und dann küssten wir uns zum Schluss. Es war jedoch anders als sonst gewesen, waghalsiger und wir forschten ein wenig weiter. So sehr hatte ich noch nie Malven geschmeckt. An diesem Abend kam Malvala auch die Idee mir dich zu schenken, damit ich meine Gedanken aufschreibe. Und wir redeten auch über meinen Beitritt zu Abtei, was es zu beachten gibt und wie es ungefähr passieren würde. Dabei sprachen wir auch über meine Angst meinen Trotz bei ihr bleiben zu wollen um ihre Novizin zu sein. Malvala konnte mich diesbezüglich aber beruhigen. Ich bin mir zuversichtlich, dass alles schön laufen wird und wir am Ende beide Exploratoren werden um die Welt zu erforschen. Zusammen mit Jorra würde uns die Welt offen stehen.

      Am nächsten Morgen schenkte mir mein Herzblatt das versprochene Buch, also dich. Und ich war gleich von deinem Aussehen überwältigt. Ich weiß nicht woher sie dich hatte und vermutlich könntest du es mir sagen, wenn du könntest, aber du bist wunderschön. Hübsche Farben und Verzierungen. Dazu auch eine grüne Feder, die wundervoll zu deinem Einband passt. Ihr beiden werdet mich wohl mein restliches Leben lang begleiten, hoffe ich doch. Auch wenn die Seiten eines Tages ausgehen werden, so bleibt ihr bei mir.
      Ich freute mich so sehr, dass ich Malvala angesprungen hatte um sie zu drücken. Zugegeben, es war ein wenig stürmisch gewesen, aber nur so konnte ich meiner Freude Ausdruck verleihen, abgesehen von meinen Gefühlen die Malvala in dem Augenblick spüren konnte. Andra und Cora standen auch dabei und konnte darüber nur Lächeln. Bevor wir für diesen Tag andere Pläne machen konnten, schlurfte Yvvin um die Ecke. Sie wirkte ausgelaugt und eingefallen als hätte sie bereits seit Tagen nichts mehr gegessen. Vermutlich war das auch so gewesen. Seit unserer Ankunft in Vaabi waren sie und Maven nicht mehr zu sehen gewesen. Und sie hatte in dieser ganzen Zeit wohl nach Marvin gesucht, ihn aber nicht finden können. Es war also nicht nur körperliche Anstrengung gewesen. Wir nahmen sie bei uns auf, wässerten sie und ließen sich Andra um sie kümmern. Das war das erste Mal, dass ich Andra so liebevoll zu jemandem sah, bis auf Cora. Als wäre Yvvin ihr Kind gewesen, kümmerte sie sich um die kleine Asura und nahm sie sogar in den Arm. Nachdem Yvvin ein wenig besser bei Verstand war, entschieden wir, dass es das Beste sei zusammen was essen zu gehen. So könnte Yvvin wieder zu Kräften kommen und wir die vaabische Küche erforschen. Zu fünft gingen wir also eine Weile herum, bis wir irgendwann den Ort fanden an dem Malvala den Tag zuvor das Essen gefunden hatte. Dort nahmen wir gemeinsam Platz und ließen es uns so richtig gut gehen. Jorra kam im Laufe der Zeit auch dazu, auch wenn sie eher mit Andra geredet hatte. Mit vollen Bäuchen und einem Lächeln auf den Lippen blieben wir dort eine Weile, ehe wir wieder zurückgegangen waren.

      Am 52 Tag des Kolosses war ich heimlich aufgewacht und zog mich auch bereits soweit an, dass ich nicht nackt gewesen war, irgendwie schienen die Menschen was dagegen zu haben. Malvala schlief noch auf dem Bett und ich zog heimlich meine Flöte aus ihrem Rucksack, die ich dort vor einer Weile verstaut hatte. Auf dem kleinen Tisch neben mir hatte ich noch etwas zu Essen vorbereitet, welches ich mit ihr später aufessen würde. Schließlich setzte ich mich aber daneben und begann auf meiner Flöte zu spielen. Immerhin war es schon spät gewesen und eigentlich auch Zeit zum Aufstehen. Mit den schrägen Tönen weckte ich Malvala auch, natürlich ungeplant, bevor ich mich zu ihr aufs Bett gesetzt hatte um mir meinen guten Morgen Kuss abzuholen. Sie hatte mir darauf erzählt, dass sie die letzte Nacht über eine Weile neben mir geruht hatte als ich schon schlief, daher war sie auch weit nach mir noch am Schlafen gewesen. Zusammen aßen wir noch ein wenig, bevor wir uns dann auch wirklich auf unsere erste Reise durch die Gärten von Seborhin machen wollten. Leider stimmte es Malvala eher traurig, da sie ihr Buch nicht mehr gehabt hatte, aber wir wollten dennoch zusammen gehen um uns umzuschauen. Ich würde sie führen und so würde sie auch nicht verloren gehen. Als wir bereits losmarschierten, da trafen wir auf Jorra und einen älteren Mann mit einem Leibwächter. Sie erzählte ihm davon was wir Sylvari eigentlich waren um seine Neugierde zu befriedigen, denn er schien nur zu uns gekommen zu sein um sich selbst davon zu überzeugen, dass ein Haufen Fremder in den Gärten angereist war. Als wir erkannten, dass Jorra selbst keine Kapuze trug, da nahmen wir auch unsere ab und gaben uns selbst als Sylvari preis. Zusammen sprachen wir mit diesem Mann, der wohl Reich zu sein schien. Jorra erzählte mir darauf, dass man diese Leute Durchlaucht nennt. Was wohl so viel wie Adelig bedeutet. Zuerst verstand ich nicht was ein Lauch mit Adelig zu tun hatte, bis Jorra es mir später nochmals erklärt hatte. Sie schien darüber sehr ungehalten zu sein, aber als Expertin auf diesem Gebiet kann ich verstehen wenn es sie nervt. Immerhin hatten wir auch etwas zum Kichern gehabt. Während dem Gespräch hatte Jorra uns einen Brief gereicht, der wohl von Samir stammte. Dort stand geschrieben, dass wir unsere Audienz bei Wesir Sithra am 55. Tag des Kolosses erhalten würden. Nach
      dem das Gespräch beendet war und der ältere Mann fortging, kam auch Cora dazu. Ich war für eine Weile in Gedanken gewesen bis sie uns eine Karte der Gärten gegeben hatte. Malvala und ich nahmen diese dankend entgegen. Kurz darauf waren wir auch schon auf dem Weg gewesen und fanden einige echt tolle Orte. Zum einen eine große Bühne auf der vermutlich irgendwelche Theaterstücke vorgeführt wurden, dann noch eine Bar, ähnlich denen in Götterfels, wo die Menschen verschiedenfarbige Flüssigkeiten tranken, die alle einen anderen Geschmack hatte. Viele von ihnen sahen sehr hübsch aus und waren mit Limettenscheiben und Schirmchen verziert. Aber da war wohl auch Alkohol drin gewesen, denn sie verhielten sich sehr laut und ausgelassen. Wir kamen auch zum Wasser in welches wir zwei Tage zuvor hineingesprungen waren.

      Am 53 Tag des Kolosses war kaum etwas passiert. Bis auf den Abend als ich Maven zusammen mit einer anderen Asura sah. Sie nannte sich selbst Doktor Evvi und schien hier in den Gärten zusammen mit ihrer Kru an etwas zu forschen. Sie erzählte mir, dass sie mit Lebenskraft forschen würden um diese dafür zu nutzen andere Geräte und Dinge mit Energie zu versorgen. Sie nannten es Elektrizität. Davon hatte ich schon einmal gehört und dass die Asura sowas benutzen würden, war mir auch bekannt. Aber ich war ein wenig skeptisch, dass man Lebenskraft dazu umwandeln könnte. Zudem diese wichtig war um Leben zu können. Doktor Evvi erzählte mir, dass sie Freiwillige suchen würden um es an diesen zu testen. Man würde nicht sterben, da nicht alle Lebenskraft entzogen würde, aber nach einem kurzen Blick zu Maven, der nach einigen harschen Worten auch Recht behalten sollte, entschied ich mich dagegen. Auch wenn ich sehr neugierig gewesen war, was man mit Lebenskraft alles anstellen könnte. Das Ergebnis von dieser Doktor Evvi und ihrer Kru würden wir aber zwei Tage später noch zu Gesicht bekommen, leider.

      Am nächsten Tag machte ich einen Spaziergang mit Malvala durch die Gärten, ehe wir zurückgekommen waren. Wir fanden Andra, Maven und Vex vor, die dort zusammen über etwas geredet hatten. Es ging wohl um Samir und das Vex diesen irgendwoher kannte. Auch sprachen sie über den Verrat der beiden anderen Charr und dem Kapitän, dessen Namen ich vergessen hab. Es ging darum, dass unsere ganze Reise erlogen war, um nach Elona kommen zu können. Als Malvala und ich jedoch näher gekommen waren, da hatten sie ihr Gespräch gerade beendet. Anschließend ging es darum, was man dem großen Durchlaucht, also Händler Hakkhim, denn alles schenken könnte. Da er wohl ein Mann großer Weisheit war, dachten wir daran ihm einige Rätsel zu stellen um seinen Verstand zu testen. Maven hatte gleich von Anfang an zwei gute Rätsel mit Zahlen gehabt, wo das Rechnen gar nicht so wichtig wie die Perspektive war. Bei dem ersten Rätsel musste man die Zahlen verkehrt herum betrachten um erkennen zu können, welche als nächsten folgen sollte. Bei dem zweiten Rätsel musste man die Zahlen aufschreiben und sie dann in alphabetischer Reihenfolge sortieren um das Muster zu erkennen. Derweil war auch Jorra dazu gestoßen und stellte uns auch einige sehr gute Rätsel an denen wir eine Weile zu arbeiten hatte. Sie waren sehr gut gewesen und nur Malvala konnte diese herausfinden während wir anderen weiter geraten hatten. Am Ende musste Jorra es uns dann aber verraten. Als es schon sehr spät wurde, gingen Malvala und ich zusammen zu Bett, wo wir noch ein Weilchen über die Rätsel sprachen, wir stellten uns sogar gegenseitig welche. Meine waren nicht so gut. Wir hörten auch Andra mit Jorra streiten, aber es hielt nicht lange an.

      Schließlich kam der 55 Tag des Kolosses, den Samir uns mit seinem Brief genannt hatte. Der Tag an dem wir zusammen Vorsprechen und uns um eine Audienz bemühen würden. Wir mussten Wesir Sithra davon überzeugen, dass wir es würdig waren vor dem Großhändler, seiner Durchlaucht Hakkhim sprechen zu können. Das wir seiner Zeit würdig waren.
      Doch bevor wir dorthin gegangen waren, verging noch etwas Zeit. Ich nutzte diese um einen Eintrag hier hinein zu schreiben, meinen zweiten sogar, bevor ich ein Rätsel auf einen Zettel aufgeschrieben habe. Mittlerweile brauchen wir diese aber wohl nicht mehr. Dennoch bewahre ich es für alle Fälle auf. Ich hab es zwischen die letzten Seiten geklemmt. Falls wir das Rätsel nicht brauchen werden, dann versuch ich es beim nächsten Eintrag hinein zu kopieren. Auch nahm ich mir die Zeit mir neue Blätter wachsen zu lassen. Nachdem es wohl doch nicht so schlimm war, dass wir Sylvari uns zeigten, wollte ich wieder mein Blätterkleid haben, weil ich mich darin viel wohler fühlte. Auch wenn mir der Duft nach Malven ein wenig fehlte. Das holte ich dann nach indem ich mit Malvala zusammen auf dem Bett gekuschelt habe. Wir blieben dort eine Weile liegen, bis Samir uns abholen kam um uns zum Wesir Sithra zu bringen. Er erzählte uns auch, worauf wir zu achten haben. Zum Beispiel, dass wir nur sprechen dürfen wenn sie es uns erlaubt, nur vortreten wenn sie es uns erlaubt und vor allem niederknien wenn sie kommt und nur aufstehen wenn sie es uns erlaubt. Es waren noch mehr Regeln, aber im Grunde liefen sie alle auf eines hinaus: Bleib kniend und tue nur etwas wenn es dir erlaubt wird. Wir wurden in das Haus des Händlers geführt, wo alles riesig war. Er hatte scheinbar kein Geld gespart, angeblich hatte er ja auch sehr, sehr viel davon. Alles war vierziert und voller Gold. Es sah eigentlich wunderschön aus, wenn man davon absah, dass wir dort unsere Köpfe auf einem Silbertablett präsentierten. Als wir schließlich in dem Zimmer angekommen waren, wo die Audienz stattfinden sollte, wurden wir alle ein wenig angespannt. Als die Wesirin hinunter gelaufen kam, gingen die meisten von uns auf die Knie, bis auf Andra. Cora schaffte es schließlich auch sie auf die Knie zu zwingen. Erst als wir gebeten wurden aufzustehen erkannte ich auch, warum Andra so perplex nach vorne geschaut hatte. Ich hatte sie gar nicht erkannt, mit ihren tollen neuen Haaren. Es war Siddha gewesen. Die Frau ohne Haare, die uns bei der Ankunft in Amnoon verlassen hatte. Sie war die neue Wesirin des großen Durchlaucht gewesen. Sie ging auf Malvala und mich zu während sie aus dem Buch meiner Liebsten vorgelesen hatte als sei es wertlos gewesen. Es war vor allem auch eine persönliche Zeile gewesen, was es etwas schmerzhafter machte. Doch als sie bei uns war, wollte sie es Malvala übergeben und ließ es im letzten Augenblick fallen. Das war sehr respektlos gewesen und ich konnte die Wut in mir fühlen. Jedoch wurde diese so schnell sie kam von Malvala überflutet. Das Glück ihr Buch wiederzuhaben beflügelte auch mich und schlagartig bekam ich gute Laune. Ich drückte sie glücklich und lächelte sogar wieder, trotz der Situation in der wir uns befanden. Gleich darauf bot uns Wesi Siddha an der Reihe nach sprechen zu dürfen um sie davon zu überzeugen uns eine Audienz beim großen Durchlaucht zu gewähren. Malvala’s Worte waren sehr gut gewählt gewesen, so wie immer. Sie ist, wie ich finde, eine der diplomatischsten Sylvari die ich je gekannt hatte. Und sie kann so toll mit Worten umgehen. Es schien Siddha etwas überzeugt zu haben. Danach trat ich vor und sagte ihr offen heraus, was ich dachte. Nicht nur, dass es mir Leid tat, dass sie ihre Familienwaffen verloren hatte, sondern auch, dass ich sie vermisst hatte. Es war gut zu sehen, dass sie gesund war. Andra und Cora sprachen schließlich auch vor. Nur Vex hielt sich zurück, da sie besser als jeder andere wusste, was Siddha von ihr hielt. Jorra sprach auch sehr wenig, genauso wie Yvvin welche Siddha gar nicht gekannt hatte. Zusammen konnten wir sie davon überzeugen, dass wir für sie da gewesen wären, wäre sie noch weiter in unserer Gruppe geblieben. Wir hätten ihr sicherlich sogar beim Suchen nach ihren Familienwaffen helfen können. Doch so leicht wollte sie uns diese Audienz nicht gewähren. Zuerst sollten wir eine Aufgabe für sie erfüllen bei der es darum ging einer Explosion nachzugehen, die eine riesige und giftige Wolke hinterlassen hatte. Wir stimmten dieser Aufgabe zu und ließen uns von den Erweckten zu der Stelle führen, wo diese passiert war. Noch zuvor bekam ich mit, wie Cora mit Siddha sprechen wollte, was Andra wohl nicht gefiel. Auch Jorra blieb zurück. Samir war vorher schon gegangen, nachdem er was Wichtiges zu erledigen hatte. Zusammen mit Vex, Malvala, Yvvin, Andra und Cora gingen wir also dieser Explosion nach. Malvala, Yvvin und ich erkannten als Nekromanten sofort was dort passiert war und ich hatte schon eine Ahnung gehabt wer dafür verantwortlich gewesen war. Um das Gebäude herum befand sich eine Wolke aus spürbarer Energie die allem Lebenden um sich herum die Lebenskraft zu entziehen schien. Die Pflanzen die davon betroffen waren, waren schon lange verwelkt gewesen und zu Boden gefallen. Als auch Cora zu uns gestoßen war, gingen wir gemeinsam zum Eingang des Gebäudes, wo Yvvin bereits auf uns gewartet hatte.
      Als wir hinein gegangen waren, erkannten wir zuerst nicht viel. Einzig was auffällig war, war ein Asura welcher auf dem Boden saß und sich nicht rührte. Bei näherer Untersuchung erkannte Yvvin diesen auch. Was ich erkannte war jedoch viel gruseliger. Dem Asura wurde jegliche Lebenskraft entzogen und er glich mehr einem Untoten aus Orr als einem lebendigen Asura. Bevor ich Yvvin richtig warnen konnte, sprang er auf ums sie anzugreifen. Zusammen mit Malvala gelang es uns diesen an eine Wand zu drücken. Sie mit ihrem Stab und ich mit meinem Schwert. Ich spießte ihn dabei ein wenig auf, sodass er sich nicht befreien konnte. Yvvin schien das ganze sehr mitzunehmen, denn wie wir später erfuhren, war er Teil ihrer Kru gewesen. Malvala versuchte darauf die Lebenskraft des Untoten zu entziehen, was dann jedoch dazu führte, dass sie davon überladen wurde und beinahe ohnmächtig geworden war. Sie erzählte uns, dass es sich so angefühlt habe als hätte jemand die Lebenskraft von gleich mehreren Kreaturen in diesen einen Körper hinein zwängen wollen. Doch sie konnte nur einen Bruchteil der Lebenskraft in sich aufnehmen, genauso entzog sie sich auch mir. Die Ursache war, dass diese von etwas anderem angezogen wurde, was sich auf der Ebene über uns befand. Man konnte förmlich fühlen wie ein riesiger Strudel die Lebenskraft nach oben saugte um sie für sich zu haben. Wir folgten dieser Lebenskraft die Treppe hinauf, wo wir auf einen weiteren Untoten stießen. Andra hatte diesen schnell erledigt, sodass auch diesem die Lebenskraft entwich. Wir konnten dieser weiter folgen und fanden auch die Quelle dieses Strudels der jegliche Lebenskraft in sich aufzog, auch die meiner Freund und Liebsten. Meine Lebenskraft zapfte es auch an, aber nicht die, welche ich in mir gespeichert hatte. Es zog direkt an meiner eigenen und so wie die anderen fühlte ich, dass wir nicht mehr lang Zeit hatten bevor wir so wie die anderen Asura enden würden. Die Quelle dieser Kraft war Marvin gewesen. Um diesen herum hatte sich eine Aura gebildet, welche viel Stärker war als die, die wir draußen bereits gespürt hatten. Marvin saß dort mitten im Raum, umgeben von weiteren, Untoten Asura. Malvala hatte die Idee bekommen die Lebenskraft dieser Asura zu nutzen um einen Schild um uns zu formen, der uns vor dem Lebensentzug des Golems schützen würde. Wir hatten nicht viel Zeit darüber nachzudenken weil Yvvin bereits vorgestürmt war um Marvin zu reparieren. Zusammen mit meiner Hilfe konnte Malvala den schützenden Schild um uns aufrechterhalten. Als Yvvin begann an dem Golem zu arbeiten, da erwachten die Untoten ums uns herum. Einen davon konnte ich töten, während sich Vex und Cora um die anderen gekümmert hatten. Andra ging alleine nach unten um diese dort aufzuhalten nach oben zu uns zu kommen. Leider tat ich etwas, was ich noch bis heute bereue. Anstatt die Lebenskraft die ich Malvala geben sollte zu nutzen um die Barriere zu stärken, übertrug ich diese direkt auf Malvala. Ich nahm an, dass sie damit viel besser umgehen konnte, weil ich sehr schlecht darin war so eine magische Barriere aufrechterhalten zu können. Das führte dazu, dass Malvala vor überschüssiger Lebenskraft beinahe auseinandergerissen wurde. Es gab eine kleine Explosion und sie fiel bewusstlos zu Boden. Im ersten Augenblick dachte ich, dass sie gestorben sei. Ich ließ meine Waffe fallen und eilte zu ihr um sie in den Arm zu nehmen. Die Untoten auf unserer Etage waren derweil alle durch diese Explosion gänzlich gestorben, damit auch leider die schützende Barriere. Während Yvvin weiterhin an Marvin gearbeitet hatte, merkten wir alle langsam wie uns die Lebenskraft entzogen wurde. Ich nahm die letzten Fünkchen meiner Naturmagie auf und versuchte Malvala damit zu heilen. Glücklicherweise war sie nicht tot gewesen. Ich hätte nicht gewusst was ich machen sollte, wäre dies der Fall. Und ich könnte so nicht weiter machen wie bisher. Aber sie lebte und ich wollte alles tun um sie wieder gesund zu bekommen. Just in dem Moment als meine Naturmagie aufgebraucht war und wir alle kurz davor standen unseren letzten Atemzug auszuhauchen, schaffte Yvvin es den Golem zu reparieren. Die Aura löste sich auf und wir überlebten. Yvvin eilte daraufhin zu den anderen um ihnen zu helfen, während ich mich weiterhin um Malvala gekümmert hatte. Marvin half mir sie aufzuheben und dank Yvvin brachte er sie zu unserem Schlafquartier, wo ich die Nacht und den nächsten Tag über sie wachte. Ich schlief die Nacht nicht und verbrauchte jeden Tropfen meiner Naturmagie die ich regenerieren konnte. Es fühlte sich an als würde dieses sofort aus mir hinausfließen. Doch es half Malvala und das war das Einzige was gezählt hatte. Während ich mich um sie kümmerte, räumten die anderen die Überreste auf und halfen Yvvin ihre alte Kru irgendwo zu vergraben, glaube ich. Erst am nächsten Tag hatten wir die Möglichkeit mit ihnen zu sprechen.
    • 79. Tag des Kolosses
      Eintrag von Alea, Formerin der Sylvari


      Hallo Tagebuch,

      gestern war ein wirklich anstrengender Tag gewesen. Kannst du es dir vorstellen, dass ich in Malvala’s Armen einfach eingeschlafen war? Dabei wollte ich ihr so gern den neuen Stab zeigen, den ich geformt hatte. Alleine war das recht auslaugend gewesen, vor allem da ich mir nicht die nötige Zeit genommen hatte. Aber mein Liebherz fand das eher süß als frustrierend. Ich bin sehr glücklich damit wie es zwischen uns läuft. Eigentlich könnte ich gar nicht glücklicher werden.

      Aber sicherlich möchtest du wissen wie es weiter gegangen war, nachdem wir mit dem Golem fertig geworden sind. Ich habe die Nacht neben Malvala verbracht und dabei durchgehend meine Naturmagie gewirkt. Es half nicht sehr viel, da ich durch den Kampf zuvor kaum mehr Kraft hatte, aber es wirkte besser als nichts zu tun. Das ist so als würde man versuchen den Durst mit vereinzelten, steten Tropfen zu stillen anstatt einen Kelch mit mehreren Schlückchen zu trinken. Ich war Malvala’s Tropfen gewesen, denn sobald etwas der Kraft zu mir zurückkam, wurde es sofort wieder verbraucht. Die ganze Zeit über war Malvala in einem Halbschlaf gewesen, von den Anstrengungen geschwächt aber im Kopf noch hellwach. Ich saß noch eine Weile auf ihrem Bett, ehe Siddha irgendwann kam, in der Begleitung von gleich mehreren ihrer Wachen. Sie ließ diese zurück als ich ihr zeigen sollte was am Tag davor alles passiert war. Ich beschrieb ihr alles im kleinsten Detail, während sie lauschte und nur ab und an ein Kommentar von sich gab. Oder sie fragte nach. Hauptsächlich ging es ihr aber wohl darum, dass alles geregelt werden soll damit sie selbst keinen Ärger bekommt. Sie fragte auch mehrmals nach Marvin und wollte sicher gehen, dass dieser nicht mehr wieder kommt und am besten so weit weg wie möglich vom Gartner entfernt würde. Zu dem Zeitpunkt wusste ich aber weder wo Marvin noch Yvvin waren und so sagte ich nur, dass ich das weitergeben würde. Als wir zusammen wieder bei unseren Quartieren waren, da machten sich die anderen auch schon reisebereit, denn wir sollten alle zusammen umziehen. Während Siddha uns also zu unseren neuen Quartieren führte, blieb ich bei Malvala, welche auf einer Trage durch zwei Wachen transportiert wurde. Die beiden hatten scheinbar viel Spaß damit gehabt mich oder Malvala zu ärger, denn immer wieder ließen sie diese Fallen und mein Sonnenschein rutschte gefährlich zur Seite. Meine versuchten, bösen Blicke zeigten leider keine große Wirkung. Das neue Quartier war viel größer gewesen, sogar Zweistöckig und wirkte viel mehr wie eine kleine Villa. Durch eine Wendeltreppe gelangten wir nach oben, wo Malvala auf einem Bett abgelegt wurde. Ich nahm sogleich neben ihr Platz und begann sie weiter zu heilen. In der Zeit sprachen wir mit Yvvin und Cora, welche neben uns Platz genommen hatten. Es war eine angenehme Abwechslung zu den harten Betten in denen wir vorher geschlafen hatten. Zudem gab es mehr Platz für alle. Siddha hatte uns erklärt gehabt, dass dies eine Belohnung der Durchlaucht war, dafür dass wir das Problem mit dem Golem gelöst hatten. Es hatte nicht sehr lange gedauert, da kam auch Vex mit Jorra in den Armen. Diese schien sich irgendwo verletzt zu haben, denn sie hatte eine große Wunde am Kopf. Es war nichts gefährliches, vor allem für Sylvari nicht, aber dennoch nahm ich mir die Zeit meine Naturmagie auch mit ihr zu teilen. Als ich mich wieder zu Malvala begeben hatte, war ich fast sofort eingeschlafen. Die Anstrengungen dieser zwei Tage gingen auch an mir nicht vorbei. Dafür war die Nacht neben meinem Herzblatt, und den Gefühlen die sie mir schenkte, sehr erholend und gemütlich.

      Am 57 Tag des Kolosses bin ich neben Malvala aufgewacht. Die Nacht war so erholsam gewesen, dass wir beide uns frisch fühlten. Schon Augenblicke später waren wir auf den Beinen. Oder viel mehr auf dem Hintern als wir uns im Bett aufgesetzt hatten. Wir sprachen noch eine Weile miteinander, hauptsächlich ging es um ein Geschenk für die Durchlaucht um uns eine Audienz bei diesem zu erkaufen. Ich dachte damals an einen Blumenkübel mit allerlei verschiedenen Pflanzen und Blumen die es in Elona nicht gab. Aber welche genau, darüber wollte ich mir noch später Gedanken machen. Malvala und ich kamen anschließend auf die Idee schwimmen zu gehen und als wir Yvvin sahen, nahmen wir diese sogleich auch mit. Sie hatte derweil Marvin wieder repariert und sogar verbessert. Er wurde mit einer Kanone ausgestattet die Schwefelsäure verschießen sollte. Da wir jedoch keine hatten, wollte Yvvin diese mit Wasser füllen um sie auf Funktionalität zu prüfen. So gingen wir gemeinsam die Treppen hinab, an Andra und Cora vorbei und schließlich nach draußen. Die beiden wollten wir nicht stören, da sie scheinbar was Wichtiges zu besprechen hatten. Wir waren an der riesigen Statue von Palawa Dschoko vorbeigekommen wo eine weitere Wendeltreppe hinab führte. Dort kamen wir dann auch an dem Wasser an, wo Malvala und ich zuvor schon schwimmen gewesen waren. An einer Treppe die auf eine kleine Plattform im flachen Wasser führte, nahmen wir dann auch schließlich Platz. Yvvin testete Marvin mit seinem neuen Wasserwerfer, welcher es in die Luft blies und dabei einen Schauer aus Nieselregen bildete, während Yvvin das Leck stopfte. Malvala und ich hingegen, wir tobten uns im Wasser aus, kitzelten uns und zogen uns ab und an hinab, ehe wir uns wieder auf die Plattform gesetzt hatten. Schließlich fanden wir heraus, dass Yvvin gar nicht schwimmen konnte und prompt wollten wir beide es ihr beibringen. Sie machte sogar sehr schnell gute Fortschritte und schwamm am Ende sogar von Alleine bis zu Treppe wo sie stehen konnte. Nach diesem Erfrischungsbad gingen wir wieder zurück zu den anderen. In dem Haus war jedoch unten niemand, sodass wir sie erst oben im zweiten Stock fanden. Wir sprachen mit Cora, welche ein wichtiges Anliegen an Malvala gehabt hatte, doch bevor es ins Detail ging wurden wir unterbrochen. Siddha kam mit einigen Leibwachen, sowie einer gefangenen Jorra. Wir gingen sofort die Wendeltreppe hinab um sie in Empfang zu nehmen. Jorra wurde kurz darauf frei gelassen. Weshalb sie überhaupt festgehalten wurde, erfuhren wir dann auch gleich. Als Jorra ins Quartier kam, fand sie niemanden und so ging sie vom schlimmsten aus. Sie sprach ohne Audienz bei Siddha vor und wurde dort dann festgenommen. Siddha erlaubte sich einen bösen Streich und sagte ihr, dass wir alle gefoltert wurden. Jorra war erleichtert, auch wenn sie ein wenig geknickt wirkte. Wir nahmen sie darauf mit nach oben wo auch der Rest wartete. So konnte sich Jorra vergewissern, dass alle gesund waren. Einzig Malvala blieb unten um mit Sid zu sprechen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht genau was sie mir ihr besprochen hatten, aber die Gefühle die ich verspürte gefielen mir überhaupt nicht. Zudem, das fiel mir auf als sie wieder zu uns kam, schien ihr Hals weh zu tun. Siddha hatte ihr vermutlich die Hände um den Hals gelegt. Vielleicht um zu zeigen, dass sie doch nicht so nett war wie sie tun musste. Das zumindest war meine Vermutung. Siddha hatte diese Rolle angenommen um uns und sich selbst zu helfen. Und sie musste diese Charade aufrechterhalten damit ihr selbst nichts geschah. Und ich glaube, dass es ihr keinen Spaß gemacht hatte Malvala weh zu tun.
      Zusammen mit Malvala besprachen wir was als nächstens zu tun war. Wir würden erst einmal zwei Wochen dort bleiben bevor wir eine Audienz bei der großen Durchlaucht bekommen würden. In dieser Zeit würden wir uns Gedanken darum machen wie wir uns gut anstellen konnten um auf einer guten Ebene mit ihm zu starten. Und gleich darauf besprachen wir, ob wir eine Liste aufhängen sollten wo sich jeder einträgt. Es wurde dafür entschieden und so klebte Malvala diese gleich am nächsten Tag auf, damit sowas wie bei Jorra nicht nochmal vorkommen sollte.

      Am Tag darauf schien alles ruhig zu sein, sodass wir dazu kamen uns etwas zu entspannen. Cora hatte sich bei Malvala gemeldet und bat sie darum ihre Hände anzusehen. Ich stand dabei und lauschte ihren Worten und Erklärungen. Sie hatte schon seit einer Weile Schmerzen gehabt, welche wohl durch die Kollision von den Sonnenspeerdolchen und den Anti-Magie-Pfeilen verursacht worden. Cora’s Hände hatten sich schwarz gefärbt als hätte jemand diese mit einer Schicht aus schwarzem Ruß bedeckt. Eine Nebenwirkung war, dass keine Magie ihren Händen was antun konnte, sei sie schlecht oder gut gewesen. Wir wollten probieren ob die Dolche dabei helfen könnten diesen Zustand zu lindern oder ob diese es noch schlimmer machen würden. Etwas von ihrem Blut nahm Malvala ihr ab und wir probierten die Dolche darauf, doch nichts geschah. Bevor wir weitere Sachen testen konnten um herausfinden zu können was helfen könnte, sah ich in der Ferne eine Gruppe von zehn Erweckten, welche auf dem Weg zu uns waren. Einer von diesen hatte die Beine wie ein Tier, große und lange Klauen, zudem war sein Kopf geformt wie die Schnauze eines Schakals mit spitzen Ohren. Er war sehr groß und Furchteinflößend. Sie fragten uns nach Samir und als wir nicht sagen konnten wo sich dieser befindet, begannen sie auf die Luft einzustechen. Der Schakal-Erweckte hingegen schnupperte in der Luft und schien Samir wohl anhand seines Geruches finden zu wollen. Erst später fanden wir heraus, dass sich oben noch eine Frau befand, die sich Adrielle nannte. Es war dieselbe Frau die wir damals in Schicksalsschlucht getroffen hatten als diese von dem Dorfvorsteher auf seinem Raptor mitgeführt wurde. Diese hatte Andra einen Beutel mit einem Pulver gegeben, damit dieses überall auf dem Boden verstreut werden sollte. Dadurch wurde der Geruch überdeckt und der Schakal fand nicht wonach er gesucht hatte. Nachdem die Erweckten alles abgesucht hatten, schälte sich Samir hervor und an seiner Seite die rothaarige Adrielle. Ich hatte damals nicht gedacht, dass der Tag so früh und vor allem so plötzlich kam, aber Samir verabschiedete sich von uns. Es klang nicht wie ein „Lebe Wohl“, sondern viel mehr wie ein „Ich weiß wo ihr zu finden seid“. Ich weiß nicht ob ich ihn vermissen würde, nach allem was er getan hatte. Auch wenn er uns oft geholfen hat, so waren es doch auch seine Intrigen und wir seine Puppen gewesen die er durch List herumgescheucht hatte. Verständlicherweise war ich daher auch nicht so sentimental gewesen und ließ ihn ohne große Worte ziehen. Zusammen mit der Frau, vielleicht war es ja seine Tochter, verschwand er dann auch wieder. Zurück blieben wir mit einem kleinen Schock durch die Erweckten und einem restlichen, offenen Tag. Malvala, Jorra und ich ließen die anderen zurück weil wir über etwas sehr wichtiges sprechen wollten. Für mich war es zumindest wichtig, weil es erklären sollte warum Siddha mein Liebherz verletzt hatte. Derweil begann Yvvin sich daran das Pulver nachzustellen, sollten wir es irgendwann wieder benötigen. Es roch nach einer Mischung aus Zimt und Zitrone.
      Als wir weit genug von den anderen Entfernt waren, begannen wir ein Gespräch über Siddha. Hauptsächlich rätselten wir darum ob sie wirklich böse war, tat sie vielleicht nur so? Oder war es auch nur ein Spiel uns denken zu lassen, dass sie eigentlich gut war obwohl sie böse Sachen tat um böse zu sein? Malvala und Jorra stellten Theorien an bis sich mir der Kopf gedreht hatte und ich gar nicht mehr hinterher kam. Es war aber sehr interessant gewesen und einige der Dinge stellten sich später als die Wahrheit heraus. Irgendwann ging Jorra fort um Andra zu holen, weil sie auch mit ihr etwas Wichtiges besprechen wollte. Ein Thema welches wir mit ihr bereits öfters geführt hatten, aber das in dem Moment sehr tief ging, vor allem weil es etwas direkt mit Jorra zu tun hatte. Was genau, dass hatte ich bis heute nicht herausgefunden, aber es hatte was mit der Verletzung auf sich die Jorra an einem der Abende als Vex sie zu uns gebracht hatte. Andra wollte den Eid auflösen, den wir vor einiger Zeit geschlossen hatten. Die Gründe waren uns bereits bekannt und unterschieden sich nicht von denen der Vergangenheit, auch wenn es dieses Mal etwas anders schien. Wir konnten Andra davon überzeugen, dass wir ihr nicht böse sind und großes Vertrauen haben. Das sie weiterhin zur Familie gehört und der Eid für uns noch Bestand hatte. Es war eine sehr rührende Szene gewesen und auch endlich schien sowas wie ein Fünkchen weitere Hoffnung aufgeflammt zu sein.

      Am nächsten Tag schienen alle beschäftig zu sein, weshalb ich den Tag genutzt hatte mich in den Gärten von Seborhin umzusehen. Dabei war ich ein wenig abseits des Weges gekommen und in einem Teil gelandet, den die Erweckten und alle anderen Bewohner mieden. Ich fand auch kurz darauf heraus warum das so war. Der Teil des Palastes war mit lilanen Kristallen durchzogen als Kralkatorrik durch die Wüste geflogen war. Es wimmelte dort nur von diesen Kreaturen welche durch die Berührung mit dem Kristall aus Menschen und Tieren entstanden und deren einziger Zweck es war zu töten und anderen zu verwandeln. Der Bereich des Palastes war leer gewesen und zum Glück traf ich auch auf keine der Kristallkreaturen als ich mich dort umgesehen hatte. Im Nachhinein betrachtet war es eine ganz blöde Idee gewesen, aber dafür fand ich dort etwas Wertvolles. In einem der Gebäude, was früher das Haus eines Adeligen gewesen sein musste, fand ich eine größere Bibliothek die sich mit der Nekromantie beschäftigte. Zumindest die meisten Bücher hatten dieses Thema. Auch fand ich dort Bücher zu den Themen Politik und Wirtschaft. Letztere waren zwar auch interessant gewesen, aber im Vergleich nur kleine Samenkörner neben einem riesigen Baum. Ich blätterte einige der Bücher und Schriftrollen durch und fand heraus, dass es sich dabei um eine Art von Nekromantie handelte, die mir bislang noch unbekannt war. In Elona schien das jedoch eine gängige Praxis der Nekromanten zu sein, denn diese konnten den Sand benutzen um daraus Schatten zu formen und alle möglichen schrecklichen Dinge damit anstellen. Sie nannten sich selbst Pestbringer, Sandschatten und sicherlich gibt es noch viel mehr Namen dafür. Alles was ich dort fand wollte ich Malvala unbedingt zeigen. Ich sah mich noch eine Weile um, ließ aber alles hinter mir und ging zurück zu den anderen wo wir den Tag ausklingen ließen. Malvala konnte ich überzeugen mich an diesen Interessanten Ort ein weiteres Mal am nächsten Tag zu begleiten.
      Den Morgen darauf hatte ich mir Zeit genommen alles für Malvala’s Ankunft in der Bibliothek vorzubereiten. Ich hatte dort einige Lampen angezündet, damit es nicht so dunkel war, die Pflanzen gegossen und sogar ein wenig zu essen und trinken hingebracht. Es sah sogar ein wenig gemütlich aus und ich hatte gehofft, dass Malvala es gut genug fand, dass wir ein wenig Zeit dort verbringen konnten. Nachdem ich wieder zurück war, nahm ich sie bei der Hand und führte sie ohne etwas zu sagen dorthin. Und die Überraschung schien mir gelungen zu sein, als ich ihr schließlich den Ort und danach die Bibliothek gezeigt hatte. Vor allem die Schriften über die Pestbringer entzündeten einen Funken in ihr, sodass ich mich von ihrem Enthusiasmus anstecken ließ. Zusammen ordneten wir die vielen Schriftrollen in verschiedene Stapel, die wir nach Wichtigkeit sortiert hatten und nahmen schließlich die Interessantesten mit uns auf eines der Sofas. Die Zeit davor, neben all den vielen Büchern und Malvala an meiner Seite, die würde ich für mich selbst behalten. Die intimen Momente sind Gedanken und Gefühle die einer Beschreibung beinahe unwürdig sein würden. Aber es war wundervoll und als wir endlich beisammen saßen und begannen die Schriftrollen zu studieren, war es einer diese Momente an denen ich merkte warum sie mein Liebherz geworden ist.

      Am 63. Tag des Kolosses war dann der Tag gekommen an dem wir für den Durchlaucht einige Prüfungen und Aufgaben ablegen mussten. Ein Teil von uns, namentlich Malvala, Maven und Andra, waren mit Siddha zusammen in Richtung des Palastes verschwunden. Später fand ich heraus, was sie dort eigentlich gemacht hatten. Zusammen mit dem Sohn des Durchlaucht und einigen seiner Freunde spielten sie ein Brettspiel wo sie selbst die Figuren waren. Sie erzählten uns, wie sie geschrumpft wurden und dann auf einem Spielbrett andere Leute gespielt hatten, die von dem Sohn und seinen Freunden mit Würfeln gesteuert wurden. Es klang unglaublich und ich wäre sehr gern dabei gewesen, aber leider durften nur drei von uns mit. Vielleicht finde ich ja mal einen Weg es nochmals zu tun, auch wenn ich noch nicht weiß wie ich uns schrumpfen könnte.
      Während die Drei also unterwegs waren, bereitete ich das Geschenk für den Durchlaucht im Garten neben dem Haus vor. Dort hatte ich einen großen Kübel mit Blumenerde hingestellt, der aber noch leer gewesen war. Ich wollte ihn mit Blumen füllen und hatte dafür eine Handvoll Samen ausgewählt bei denen ich mir aber nicht sicher war welche ich nehmen sollte. Auf dem Weg nach draußen traf ich dann aber auf Cora und erzählte ihr, was ich vorhatte. Sie wollte unbedingt sehen wie ich die Blumen wachsen lasse und natürlich nahm ich sie gerne mit. Ich bohrte neun Löcher mit dem Finger in den Boden während Cora mir Wasser für die Blumen brachte. Während ich sie der Reihe nach hab wachsen lassen, sprach ich mit Cora. Glücklicherweise ging es ihr wieder besser und die schwarzen Flecken auf ihren Händen waren wieder verschwunden. Ich weiß nicht genau was geschehen war, aber es freute mich ungemein, dass sie wieder gesund war. Wir sprachen noch eine Weile über Jaska, ihre Wölfin und wie sie diese bekommen hatte. Cora erzählte mir, dass Jaska vor ungefähr fünf Jahren gefunden hatte nachdem ihr Rudel getötet wurde. Sie hatte die Wolfshündin bei sich aufgenommen und großgezogen, weshalb diese dann auch so sehr an ihr hing. Danach war ich fertig gewesen und zusammen suchten wir uns die hübschesten Blumen aus, die ich später im Kübel wachsen lassen würde. Cora hatte dazu auch eine fantastische Idee, welche ich auch später gleich realisiert hatte. Zusammen mit den Blumen ließ ich zwei Hainlaternen in blau und orange wachsen, Malvala’s Farben, welche leise vor sich hin schienen und alles viel hübscher werden ließen. Fertig war alles jedoch erst einige Tagen später. Nachdem ich mit den Blumen fertig gewesen war, gingen wir zusammen wieder zurück, wobei Cora vorlief weil sie mit Jorra nicht sprechen wollte. Diese stand nämlich im Torbogen und wollte mir etwas zeigen. Es war ein Brief gewesen in dem stand, dass die Rabes Weitsicht auf sie überschrieben wurde. Damals freute ich mich natürlich, weil ich dachte dass es ein guter Weg war wieder zurück nach Tyria zu kommen, wenn wir erst einmal wieder in Amnoon angekommen waren. Erst später fanden wir heraus, warum das eigentlich geschehen war. Wir sprachen noch über Helena und ihre Rolle in Götterfels, den Schwarzmarkt und wie böse sie eigentlich war, oder auch nicht? Ich war mir am Ende nicht mehr so sicher. Ich stimmte aber jedoch zu keine Vorurteile zu haben und mir selbst ein Bild von ihr zu machen, wenn sich die Möglichkeit ergeben sollte. Nach dem Gespräch mit Jorra gingen wir alle wieder hinein um uns auf die Aufgabe vorzubereiten die Siddha für die zweite Gruppe geplant hatte.
      Unsere Aufgabe war es herauszufinden was mit den Erweckten geschehen war die nördlich der Gärten patrouillierten, denn diese waren wohl verschwunden oder kamen nicht mehr wieder. Und es war wohl auch nicht die erste Patrouille die verschwunden war. Mit dem Rest der Gruppe die aus Jorra, Yvvin mit Marvin, Vex, Alicia, Cora, Druul und mir bestand, machten wir uns auf den Weg in den Norden. Der Punkt zu dem wir mussten war sehr weit weg gewesen, sodass wir auf unseren Raptoren sehr lange gebraucht hatten. Zwei Stunden ritten wir durch die Ebenen, bevor wir dann endlich eine Pause eingelegt hatten. An einer kleinen Oase mit dreckigem Wasser hielten wir an und ließen die Raptoren sich etwas erfrischen, während wir selbst nach einer Möglichkeit suchten etwas zu trinken zu finden. Ein Kaktus bot sich an, aber nachdem ich geprüft hatte ob sein Wasser trinkbar war, musste ich leider feststellen, dass es ungenießbar und potenziell giftig war. Wir bedienten uns an unseren Vorräten und sahen uns ein wenig in der Gegend um. Weit in der Ferne sahen wir einige Aasvögel weite Kreise ziehen, was darauf hindeutete das dort irgendwo Tote zu finden waren. Vielleicht ja sogar unsere Erweckten? Nach einer halben Stunde ritten wir eine weitere halbe Stunde weiter, bis wir an einem Schlachtfeld angekommen waren. Es war voll von getöteten erweckten und vernichteten Geschmiedeten, alle in merkwürdigen Positionen. Vex sagte, dass dies kein natürliches Schlachtfeld war, denn keine der Leichen würde so im Kampf gestorben sein. Wir überlegten uns ob wir das Schlachtfeld untersuchen sollten und entschieden uns dafür es tatsächlich zu tun. Zumindest ging ein kleiner Teil voraus, nachdem ich meine Bedenken geäußert hatte. Denn etwas war mir aufgefallen. Wie du ja weißt, hatte ich damals in den Ebenen von Aschfurt gegen die Geister gekämpft und dabei auch meine spektralen Fähigkeiten geübt. Wie viele Nekromanten auch, kann ich Geister der Toten sehen. Jene die zurück geblieben sind weil sie keinen Weg in die Unterwelt finden oder weil ihnen der Einlass nicht gewährt war. Und auf diesem Schlachtfeld fand ich keinen einzigen Geist. Für gewöhnlich wimmelte es nur so davon und man kann sie befragen was passiert war. Das brachte mich zu dem Entschluss, dass etwas die Geister benutzt hatte oder die entstellten Erweckten oder Geschmiedeten nachträglich hingebracht wurden. Als wir uns umsahen hörten wir aber plötzlich dumpfe Schritte in der Ferne, die von einer zusammengeschmolzenen Rüstung begleitet wurden. In dieser Rüstung steckte eine Untote Kreatur, die vielleicht sogar selbst ein Erweckter gewesen war? Im Nachhinein betrachtet hätte es ein Erweckter in einer Geschmiedeten Uniform sein können. Wir wollten uns ihm entgegenstellen als er dann plötzlich eine Spieluhr herausgeholt hatte. Korrumpierte Magie stieg aus dieser hervor und drang in die Toten um ihn herum ein welche begann die ganzen Erweckten und Geschmiedeten wiederzuerwecken. Wir suchten schnell das weite und waren gerade dabei auf unsere Raptoren aufzusteigen als der Untote in der geschmolzenen Rüstung die Spieluhr benutzte und die Magie wieder zurückkehrte. Die anderen Untoten vielen einfach um als sei nie etwas gewesen. Jorra sah darin wohl ihre Chance anzugreifen und die Spieluhr an sich zu reißen. Zu spät bemerkten wir was sie vorhatte und liefen ihr hinterher um zumindest Deckung geben zu können. Wir erwartet benutzte er die Spieluhr wieder um die anderen Toten zu erwecken, welche sich auch gleich gegen uns wanden. Auf den Raptoren stürmten wir voraus und griffen an. Ich Schlug mit meinem Schwert nach einem der Erweckten bevor ich von Zyna abgesprungen war und diese ohne mich weiter ritt um in Sicherheit zu kommen. Bei der Erweckten handelte es sich um eine Mesmerin die mich sogleich mit einer Welle aus Magie angegriffen hatte. Mit dem gezogenen Großschwert konnte ich einen Teil davon abfangen als ich die Klinge seitlich hielt um den Großteil davon abprallen zu lassen, doch ein Teil von mir wurde getroffen und ein Stück fühlte es sich verbrannt an. Ich griff danach an und nach einem Schlagabtausch schaffte ich es die Mesmerin an mich zu ziehen und mir mein Schwert in die Brust zu rammen. Dabei versuchte ich ihr die Lebenskraft zu stehlen, was eigentlich eine sehr schlechte Idee gewesen war. Denn dadurch begann mein Schwert und ich die korrumpierte Magie in Form von Lebenskraft in mich aufzunehmen. Blöderweise klappte das sogar auch noch. Es war sehr schmerzhaft gewesen und eigentlich hätte ich nur mein Schwert loslassen müssen, doch ich konnte nicht. Meine Hand gehorchte mir nicht mehr, weil der Schnitter in mir diese korrumpierte Lebenskraft haben wollte, egal ob ich dabei sterben würde oder nicht. Mein Schwert und ich wurden dabei verflucht und ich bekam um mich herum nichts mehr mit. Nicht einmal den feuerspeienden Geschmiedeten hinter mir, der einen Teil meiner Blätter versengte, aber zum Glück abgelenkt wurde als Cora und Vex auf diesen schoss. Zumindest wurde mir das so erzählt. Irgendwann kam Marvin zu mir, der von Yvvin gelenkt versucht hatte mir zu helfen. Ich bekam es nicht mit, aber sie schaffte es irgendwann mir das Schwert mit Gewalt aus der Hand zu reißen, bevor es meine eigene Lebenskraft vollständig verderben konnte. Gleichzeitig schien ich meine ganze Naturmagie verloren zu haben, denn ich konnte mich auch nicht selbst heilen. Meine Blätter waren ganz verwelkt und ich verlor scheinbar jede Farbe als ich ganz blass geworden war. Dann kamen plötzlich Malvala, Maven und Andra um uns zu helfen. Während sich Maven und Andra gleich in die Schlacht stürzten, kam mein Liebherz sofort zu mir um zu helfen. Sie schaffte es mit ihrem Fokus die korrupte Lebenskraft aus mir zu entfernen, wobei der Fokus aber zerstört wurde. Danach rupfte sie mir die verwelkten Blätter vom Leib und Cora reichte mir eine Jacke, in der ich mich einwickeln konnte. Während ich versuchte mich zu erholen, half Malvala den anderen weiter, weil viele verletzt wurden. De Großteil kämpfte aber weiterhin gegen die Gestalt mit der Rüstung und schafften es schließlich auch diesen zu besiegen. Leider bekam ich gar nicht mit wie genau es geschehen war aber wir konnten ihm die Spieluhr abnehmen. Es war alles sehr verschwommen gewesen und bis heute kann ich nicht genau sagen was alles danach passiert war. Ich weiß nur, dass ich von Malvala und Jorra sehr starke Empathie wahrgenommen hatte, was mir half und mich auflächeln ließ. Schließlich kamen alle zusammen, ich holte mit Malvala Zyna und wir saßen zusammen auf ihr auf. Die nächsten drei Stunden verbrachte ich an Malvala angelehnt und versuchte wieder etwas Kraft zu schöpfen. Aber alleine ihre Nähe half mir sehr wieder zur Ruhe zu kommen, bis wir wieder in den Gärten angekommen waren.