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    Viehmarkt IV

    Das Frühstück war im Hause Vanhoven die wichtigste Mahlzeit des Tages. Die Tafel war stets reich gedeckt, man besann sich auf den eigenen Wohlstand und ehrte Melandru im Gebet - eine langweilige Pflichtveranstaltung für Olivia. Aber Don bestand drauf und er hatte das Sagen.

    Er und Celeste ergingen sich auch heute wieder in wissenschaftlichen Kauderwelsch und Olivia wartete auf die Post. Sie wollte den neusten Klatsch der hohen Gesellschaft lesen. Der Bote brachte ihr aber nicht nur die neue Schirm&Stock sondern auch einen Brief.

    Während man sie also kollektiv ignorierte, dankte sie dem Boten, öffnete das Kuvert und las die Zeilen. Ein kleines Lächeln zierte ihre Lippen. Der Brief war von Gregoij Cornwall. Sie freute sich über seine Briefe. Sie hatte angefangen ihm zu schreiben nachdem sie Don das Herz ihres Vaters in den Brustkorb gesetzt hatte und nicht wusste, ob er es schaffen würde. Seine Zeilen hatten ihr absurderweise durch diese schwere Zeit geholfen.

    Sicher,
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    Celeste blühte und war eines von Dons schönsten Blumen geworden. Die Schwangerschaft stand ihr gut zu Gesicht. Das bemerkte nicht nur ein Don Vanhoven.

    ...

    Olivia lag bäuchlings auf Celestes Bett und betrachtete den Rücken der angeheirateten Vanhoven eingängig.

    "Ist er jetzt wirklich Tod?"

    "Ja, Olivia. Ich sollte darüber traurig sein, aber ich freue mich wie ein Schelm. Bin ich bösartig oder grausam? Ich meine, selbst Hazel findet mich grausam." Ihr Lachen folgte freudlos und die Finger umschlossen das Stick-Kit in ihren Händen, wodurch der Stoff sich etwas raffte. Man konnte eine Biene und Waben erahnen auf der weißen Baumwolle. Vermutlich würde es ein Lätzchen werden.

    Ein Rascheln verriet der dunkelhaarigen das sich Olivia erhoben hatte und sich näherte.
    Ihre Finger strichen alsbald schon sanft die Seite an der Hüfte hinunter und dann leicht nach vorn wo sich nur ganz minimal ein Bauchansatz bildete.

    Celeste schauderte unter der Berührung und Olivia konnte an der freien
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    Neue Exponate für das Naturkundemuseum

    Rückblick

    Winter:

    Eichenbruch war eine überwucherte Festung in Gendarran; nah der Wälder, die von Zentauren beherrscht wurden. Die alternde Brieftaube hatte wahrlich einen beschwerlichen Flug hinter sich, als sie schließlich auf dem steinernen Balkon des Barons landete. Der Mann trug ein grünes Ornat und das lange blonde Haar fiel wie Feenseide über seinen Rücken. Er hätte androgyn gewirkt, wären seine Augenbrauen nicht dunkel und markant und über dem linken eine feine Narbe aus vergangener Zeit. Er gab dem erschöpften Tier zunächst Wasser und getrockneten Mais. Erst nachdem es sich etwas gestärkt hatte nahm er der Ministeriumstaube ihre Botschaft ab und studierte sie mit Sorgfalt. Dem Tier stand es frei ihm in die Schreibkammer zu folgen. Don hinderte es nicht; auf Eichenbruch lebten Architektur und Natur in Symbiose, die Innenräume von Pflanzwuchs erobert. Don setzte sich an seinen Sekretär, tauchte den Federkiel in grüne
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    Licht und Schatten


    Don Vanhoven blickte über seine Gärten. Er fühlte sich erstarkt und übermächtig. In den letzten Monaten war viel passiert, der kränkliche Junge von einst herrschte nun über Eichenbruch. In seinem Brustkorb schlug das starke gesunde Herz seines Vaters und er erwartete einen Erben. Er hatte sich nie zuvor so sehr im Einklang mit seiner Bestimmung gefühlt. Er war das Leben und das Licht. Er war die Heilung.

    "Du bist ein miserabler Ehemann," hörte er seine Schwester hinter sich sprechen. Sie war lautlos hinein gekommen und er mühte sich nicht einmal sie anzusehen, sein Blick lag auf seinem Reich.

    "Ich bin ein guter Herrscher."

    "Du behandelst sie wie eine Gefangene."

    "Ihr darf nichts geschehen."

    "Was soll ihr denn geschehen? Eichenbruch ist eine Festung. Milan ist tot."

    "Ist er das?" Don klang nicht überzeugt.

    "Du hast ihn eigenhändig vergiftet," erinnerte Oliva ihn.

    "Und seit dem nichts von ihm gehört."

    "Das ist doch gut."

    "Es ist kein Beweis." Don drehte
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