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    Der Wald gefiel ihr nicht, befand Gavra am zweiten Tag ihrer Reise. Auch wegen Bluthetzer. Die Hyäne verhielt sich unruhig, schnüffelte viel und schlief wenig. Die brüchige Straße durch den Dschungel lag still vor ihnen, geradezu ausgestorben. Das mochte an den Überfällen liegen – doch Gavra selbst war überzeugt, dass es an den trägen, stinkenden Schwaden lag, die aus dem Sumpf aufstiegen. Nur die schlimmsten Skalbrutgruben konnten mit dem Duft konkurrieren. An diesem Ort vermisste Gavra die harten ascalonischen Winter.

    Die vereinzelten patrouillierenden Löwengardisten wirkten angespannt, obwohl sie von keinen weiteren Angriffen gehört hatten. Abgesehen von Trollen. Stinkenden, fressenden Dschungeltrollen.

    Gavra wusste nicht, was sie suchte. Das war nicht ungewöhnlich, aber es machte ihre Arbeit nicht einfacher. In dem provisorischen Außenposten voller Moskitos, Schlamm und fauligem Holz hatte ihr niemand weiterhelfen können. Es gab keine Anwohner. Niemand… [Weiterlesen]
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    Thimorn starrte Riotea mit einem so festen und ernsten Blick an, dass sie verwirrt war. So war er noch nie. Weder nach der Sache mit seinen Erinnerungen aus Maguuma, noch nach dem ihm der Dämon ausgetrieben wurde. Priesterin Nara Dachs hatte sich schon die ganze Zeit um die Patienten im Hospital gekümmert und war gerade bei Thimorn angekommen. Dass er sie ansprach empfand Riotea als nicht ungewöhnlich. Bis sie seine Worte hörte.
    Vermählt uns bitte. Jetzt. Hier. Ohne Brimbamborium.”
    Priesterin Dach sah ihn argwöhnisch an.
    “Warum?”
    Mit großen Augen, Fassungslos und fast panisch starrte RioteaThimorn an. Sie hatte die Worte verstanden und wusste genau was sie bedeuteten.
    “Warte... Was? Hier? Im Hospitz? M-Moment... und... und die Hochzeitsgardrobe?”
    Es war nicht, weil sie ihn nicht heiraten wollte oder kalte Füße bekommen hätte, es war das plötzliche was sie so aus der Fassung brachte.
    “Ich bin Soldat und wie meine Verlobte gerade sagte, sie soll nicht Witwe sein, bevor wir überhaupt[Weiterlesen]
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    Bienchen, X
    Tagebuch der werdenden Mutter Celeste Vanhoven

    Du bist noch so klein wie ein Fingerglied deines Vaters. So klein, aber wir freuen uns so riesig auf dich.

    Schätzungsweise bin ich mit dir in der Elften Woche. Ich bemerke immer mehrere, kleine Details seitdem ich weiß das ich dich in mir trage. Selbst deinem Vater fallen diese Kleinigkeiten auf. Für gewöhnlich habe ich kalte Gliedmaßen, aber durch dich arbeitet mein Körper auf Hochtouren. Das Blutvolumen hat sich erhöht und zu meinem Gunsten habe ich ausnahmsweise mal häufiger warme Hände und Füße.

    Und ich habe durst, aber auch das ist nicht schlimm. Mein Körper gibt mir die Signale die ich benötige um alles richtig zu machen, damit du in mir heranwachsen kannst. Jedes Signal bekommt seine Aufmerksamkeit, damit es dir an nichts mangelt, Bienchen.

    Es ist schön, zu wissen das du lebst und ich diese Anzeichen habe und auch kleine Wehwehchen erleide. Du bist da. Das macht mich glücklich. Das kann mich über jede Morgen
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  • Hufschläge und das knarren und poltern eines großen Holzkarrens in schnellem Galopp hallten über die Wiesenlandschaft und ließen den Boden unter ihren Füßen immer mehr erbeben, je näher er kam. Gerade war sie noch im Kloster gewesen und hatte Besorgungen abgeholt, wollte zurück nach Götterfels und sie abgeben. Der Karren mit dem Doppelgespann kam mit einem rasanten Tempo von hinten auf sie zu. Riotea konnte sich nur mit einem Hechtsprung von der Straße retten und landete hinter einem kleinen überwuchertem Begrenzungszaun am Hang.
    Unter den Hufen der beiden bulligen Dolyaks schien die Straße nachzugeben, ihre Hufe gruben sich tief in die vor langer Zeit gepflasterte Straße. Das Tempo ließ den Karren wild auf dem Kopfsteinpflaster hin und her springen und haltlos seine scheinbar ungesicherte Ware verlieren. Erst als die Hufschläge in der Ferne verhallten, stand sie aus dem Gras auf und sah dem scheinbar flüchtenden Händler nach. Das bunte Zaumzeug der Tiere, sie hatte es… [Weiterlesen]

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