Artikel

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Neu

    „Ach, mein Karli!"
    Die von Schleiern durchzogenen Augen der alten Frau leuchteten warm auf, als "Karli" das Wohnzimmer betrat. Faltige, von Altersflecken gezeichnete Hände legten sich kurzerhand sanft auf die Wangen des Angesprochenen. „Was ist das schön, dass ich dich noch sehe bevor ich abreise. Ach, wie schön!“

    „He… Ja. Hallo Oma.“ Grüßte der neunjährige Bub mit einer Mischung aus Freude und peinlicher Berührtheit ob dieser verbundenen Begrüßung seiner Großmutter, bevor die Freude schließlich die Oberhand gewann und junge, kräftige Arme sich um die schmale Taille der Alten schlangen. „Musst du denn wirklich schon los? Bleib doch noch ein bisschen.“

    „Ach Schatz.“ Sie strich dem Jungen zärtlich über den Rücken. „Es ist schon so diesig, nicht lang und es ist ganz dunkel. Wenn ich jetzt nicht losgehe… du weißt doch, was für ein Temperament Opa hat. Er sitzt sicher schon am Tisch und wartet brummig auf sein Essen.“ Bei dem Gedanken daran musste die Alte schmunzeln –[Weiterlesen]

  • Rot. Es war seit jeher die vorherrschende Farbe in seinem Leben gewesen. Das kräftige Zinnober der Blätter, die sich über seinem Kopf in einer Böe wiegten, leuchtete gegen das Gelb und Braun und die letzten Reste eines olivgetönten, kargen Grüns, welche die übrige Landschaft beherrschten. Das gleichmäßige Rauschen des Windes besaß etwas Beruhigendes.
    Die Luft war geschwängert vom Geruch feuchter Erde. Von dem Aroma der Moose und Pilze und dem herben Duft des faulenden Laubs auf seinem torfigen Untergrund. Er kannte diese Mischung, hatte sie viele Jahre lang in seine Lungen gesogen, auch wenn sie ihm heute bisweilen so unendlich fern erschien. Das welke Gras zu seinen Füßen sehnte sich nach dem Sommer, doch wo er sich niedergelassen hatte, herrschte immerwährender Herbst. Die Geister widersetzten sich den Gesetzen des Lebens, und die Natur sich denen ihrer eigenen Jahreszeiten. So hielt man es hier in Ascalon mit Regeln und Vorgaben. Alles eher Richtwerte, die niemand so genau… [Weiterlesen]
  • „Käpt‘n…? Sie is‘ wieder da.“ Die Tür schob sich nach einem vorsichtigen Klopfen langsam auf und der Kopf einer hellgrauen Asura schob sich hindurch. Große, strahlend weiße Irden suchten nach der Gestalt des Kapitäns. Dieser stand über den Tisch gebeugt und brütete über einer Ansammlung an Karten, Schriftrollen und Logbüchern. Er strich sich über den dunklen Bart, dessen Schwarz hier und da bereits von grauen Haaren unterbrochen wurde. „Wir können se‘ auch wieder vom Pier spülen!“ Man hörte das hämische Grinsen deutlich in der piepsigen Stimme. Der breite, von Furchen und Narben übersähte Norn sah nun doch auf. Oder eher hinab. Er brummte tief. „Hartnäckig‘s Ding…,“ Einige Augenblicke vergingen, in denen die Asura die Hoffnung wägte, abermals ein lästiges Blag von den Docks spülen zu dürfen. Oder mindestens den Anblick zu genießen. Der Kapitän aber griff nach seinem Hut und schob sich mit schweren Schritten durch den Raum. Als er an der Asura vorbei durch die Türe schritt,[Weiterlesen]
  • Es war fast romantisch, wie die Sonnenstrahlen langsam über den hohen Bergkamm hinter der Feste krochen, deren tristes Gestein von weichen Nebelschlieren eingefangen war, ähnlich einer schüchternen Maid, die ihre Blöße bedecken wollte.
    Der Wind trug das zwitschern der wachen Morgenvögel mit sich und das erste, bunte Laub von den Bäumen, als Vorbote des greifbaren Herbstes.
    Ja, es lag Romantik in der Luft...

    "NOCH ZWEI RUNDEN IORGA!" Gellte Barions Ruf über den Übungsplatz und brachte Veruca fast ins stolpern. Mittlerweile hatten die müden Augenlider sich höher gekämpft, nachdem Drair sie völlig verpennt zum ersten Morgenappell geschliffen hatte, nach einer viel zu kurzen Nacht.
    Der erste Tag als 'richtige' Wachsame hatte begonnen und schon jetzt hatte sie das Bedürfnis, irgendjemanden den Steinmeißel in die Eingeweide zu rammen.
    Vorzugsweise Adwindele, die in ihrer hoheitlichen Überheblichkeit da stand, verpackt in der Rüstung der Recken und aufs Schild gestützt, während sie ihre… [Weiterlesen]
  • Gedämpft vom Regen und dem Donnergrollen in hohen, bedrohlich dunklen Wolkenbergen klapperten ihre Absätze über die Wege und Straßen durch das östliche Marktviertel. Immer wieder einen Namen rufend und letztlich verborgen hinter dem Fädenvorhang fallenden Wassers konnte sie ihn ausmachen. Ihre Schritte wurden rascher, sie stolperte einmal und verhinderte gerade noch mit Körperspannung den Sturz auf die Knie. „Erwin.“ neben dem Jungen, der sich eingekauert unter einem Vordach hatte, fiel sie auf die Knie und legte ihm den mitgebrachten viel zu großen Umhang über die Schultern „Ich habe dich überall gesucht. Komm, komm gehen wir Heim.“ sie wusste, es war nicht sein Heim. Sie wusste er wollte nicht dauerhaft dort sein, kam aber doch immer wieder in die Apotheke und immer wenn er wieder ging, zerriss es der jungen Frau ein wenig das Herz. Jetzt aber war er sofort bereit mit ihr zu gehen, so liefen sie so rasch es das Unwetter zuließ zurück zum Heim von Kay.

    Dort angekommen bekam Erwin
    [Weiterlesen]

Blogs