Gedichte und Geschichten von Diadrah 43

Das meiste hier sind Charaktergeschichten, Gedichte von Charakteren. Aber ab und an auch Worte, die nicht zum Rollenspiel gehören, sondern eigene Gedanken sind.

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  • Der unruhige Tag wurde zur unruhigen Nacht, aber endlich schlafen zumindest die hohen Häupter und Gäste ein wenig, lassen mich mit ihr allein. Mir bleibt die Wacht, die ich von Herzen gerne mache und eine Aufgabe, die von Nöten ist und deren ich mich von Herzen annehmen will.
    Wie du da liegst, eine Puppe in feinsten Stoffen. Ein zierliches, gebrechliches Gebilde in diesem Erscheinen mit einem angewinkelten. vergipsten Arm und einem gestreckten über weicher, weißer Decke. Die Augen geschlossen, dein goldenes Haar noch leicht verklebt vom Schmutz und Blut. Seit Stunden wird diese schlafende Miene beobachtet, aber du rührst dich nicht. Kein Zucken um die Augen, nicht das Grübchen in der Wange unter einem Lächeln. Was hat die Stadt dir gebracht Leandra? Mein Blick fällt auf die Blumen am Rand, Genesungswünsche und Zeichen der Achtung. Ein einzelner Strauß in einer Vase in pastellen Farben. Wäre der Anlass ein anderer, es brächte dich zum Lächeln, doch du lächelst nicht.… [Weiterlesen]
  • Es ist einer diese seltenen, stillen Augenblicke in der Stadt an der göttlichen Küste. Die Fenster sind weit geöffnet und die Nacht kann sich noch nicht vom Tage trennen. Die Stunde des Tages, wo selbst die frühen Aufsteher sich für Herzschläge noch einmal in den Betten drehen und mancher Wanderer auf den Straßen wie ein kleines, fremdes Körnchen wirkt.
    Götterfels war ein Herz und die Leben daran das fließende Blut in den Kammern, die Regungen ihrer der Impuls für den Lebensschlag und gerade schlug es eben langsam, noch sacht bis es den ganzen Tag einen raschen Puls aufnehmen würde.
    Genau in dieser Stunde weckte eine Dienerin Faye leise aus dem Schlaf, sodass der Fürst nebst ihr noch weiter ruhen konnte. Celestina war hungrig und sie fragte nicht nach dem Schlaf ihrer Eltern, aber daran sind sie mittlerweile gewohnt. Vorsichtig hilft man der Baroness in die Schuhe, in den Morgenmantel und führt sie zum schon bereits in Tuch gewickelten Kinde. Im hochadligen Haus waren auch solche… [Weiterlesen]
  • Als der Abend sich neigte um schon zur Nacht zu werden, verließ ich meine Arbeitsstelle am Ministerium. Ich musste noch einmal zurückgehen, weil mir auf halbem Weg einfiel, dass ich ein Geschenk des Tages doch wahrhaftig dort vergessen hatte und dabei schlich ich doch gedanklich immer wieder darum. Wie seltsam, nicht? Man denkt den ganzen Tag über etwas nach, beobachtete es, streicht mit den Fingern darüber und dann kommt die freie Stunde und es bleibt genau dort, wo man es abgestellt hatte. Maura war bereits fort, hatte sorgsam die Türe verschlossen und die Lichter gelöscht, sodass ich mich im Halbdunkel erst vortastete und dann einen kleinen Zauber schillern ließ als Wegbereiter. Sicherlich ich hätte eine der Kerzen entzünden können, aber das wäre der Aufwand zu viel gewesen um nur ein Stück aus meinem Büro mit mir zu nehmen.

    Das Kästchen ist gar nicht so schwer, es liegt einfach in der Hand ist nicht groß um mich beim Abschließen der Türe zu behindern. Dennoch ist die Aufgabe… [Weiterlesen]
  • Einleitung:

    Ich wurde nach meiner Predigt gefragt von jemandem, der nicht anwesend sein konnte und da dachte ich mir, ich könnte sie ja einfach mal hier rein schmeißen. Ich bin nicht unbedingt die große Predigtschreiberin, man möge mir verzeihen. :D


    Ich möchte heute über Sichtweisen sprechen und hierfür ein kleines Sinnbild verwenden, welches da lautet:

    Wenn man in einem Haus wohnt, in dem die Scheiben schmutzig sind, und hinaus sieht, dann meint man, die Welt draußen ist so schmutzig, dabei ist sie es gar nicht. Und wenn man von draußen in das Haus sieht, dann denkt man, es ist Innen ganz schmutzig, aber das stimmt auch nicht. Es sind immer nur die Fenster, die schmutzig sind.

    Nun könnte man sagen, damit ein jeder das klare Bild vor Augen hat, reicht ein Lappen, Seife und ein Eimer Wasser.

    Wie aber reinigen wir unser Herzfenster?

    Diese Frage habe ich zuletzt im Götterunterricht in einem Waisenhaus im Tal gestellt und die kindliche Antwort darauf war: -Mit Tränen.
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  • Im Salon und nur hörbar, weil das Haus still und leise da lag, schlägt die große Standuhr zur zweiten Nachtstunde und Roslyn rührt sich ein wenig auf dem gepolsterten Stuhl. Die Beine überschlagen, in eine Decke gehüllt, welche unter den Armen eingekniffen wurde streicht sie die nächste Seite des Buchs auf. Unweit im Bett schlief der Quengelknabe in Form eines erwachsenen Mannes. Auf seinem Nachtkasten ein Krug mit Wasser, eine Kanne mit Tee unter einer wattierten Stoffhaube, Glas und Tasse, sowie ein braunes Fläschchen mit bitterer Medizin, die immer mit Zuckerwürfeln gesüßt verabreicht wurde, welche in einem Töpfchen auch verweilen dürfen.
    Es ist ruhig im Raum, auch wenn Benedict, Graf von Liliental sicherlich durch Krankheit schon den ein oder anderen Baum seinem Ende zufügte, weil die Nase verstopft ist und das Fieber ihn schnarchen ließ. Jetzt gerade aber schlief er ruhig, sie konnte sich auf ihr Buch konzentrieren und war durch die Aufgabe fern der Müdigkeit, auch wenn ihr… [Weiterlesen]
  • Ob lebendig oder tot, die Besichtigung einer Wunde gestaltet sich immer gleich für Josephine. Erstes Ansehen der Verletzung und Aufnahme dessen, dann die Reinigung samt dem Entfernen von ungewollten Absonderungen. Die zweite Besicht nach Rückständen, Veränderungen der Wundränder, des Wundgebietes um über diese die Lösungsfindung voran zu treiben. Meist hat die Priesterin unter Grenth Zeit für derartig, denn es hängt kein Leben mehr davon ab, da es bereits vergangen ist. Doch diese Reise brachte der im Wesen etwas starren Persönlichkeit immer wieder Sorgen bei, denen sie sich zumeist in der Heimat entzog.
    So auch an diesem Morgen in einem Land fern des gewohnten, in einem Zustand, der besser, aber auch deutlich schlechter sein könnte und im Kreis von Bewohnern Tyrias, die ihr oftmals eher suspekt als vertraut waren. Nach dem Aufbruch zu frühen Stunde fanden sie den Weg zum Lager der Vorangegangenen rasch und während alle sich um Essen, Gedankenaustausch und anderem widmeten, sah sie
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  • Gedämpft vom Regen und dem Donnergrollen in hohen, bedrohlich dunklen Wolkenbergen klapperten ihre Absätze über die Wege und Straßen durch das östliche Marktviertel. Immer wieder einen Namen rufend und letztlich verborgen hinter dem Fädenvorhang fallenden Wassers konnte sie ihn ausmachen. Ihre Schritte wurden rascher, sie stolperte einmal und verhinderte gerade noch mit Körperspannung den Sturz auf die Knie. „Erwin.“ neben dem Jungen, der sich eingekauert unter einem Vordach hatte, fiel sie auf die Knie und legte ihm den mitgebrachten viel zu großen Umhang über die Schultern „Ich habe dich überall gesucht. Komm, komm gehen wir Heim.“ sie wusste, es war nicht sein Heim. Sie wusste er wollte nicht dauerhaft dort sein, kam aber doch immer wieder in die Apotheke und immer wenn er wieder ging, zerriss es der jungen Frau ein wenig das Herz. Jetzt aber war er sofort bereit mit ihr zu gehen, so liefen sie so rasch es das Unwetter zuließ zurück zum Heim von Kay.

    Dort angekommen bekam Erwin
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  • Ich sitze am Spiegel und sehe mich an, mein verweintes, leicht aufgequollenes Ich. Verloren streicht meine Bürste über mein blondes, nein, rotes Haar, denn mit jedem Strich fällt der Zauber gewollt von mir ab und das Blond fließt fleckenlos aus meiner Erscheinung ins Nichts. Mein Blick sinkt auf die letzten blonden Spitzen, fällt von diesen an meine noch getragene Kleidung, die mich einengt und abschnürt, obwohl sie doch auf mein Maß geschneidert worden ist. Irgendwann vor Jahren habe ich angefangen auf meine gewollte Haarfarbe, die Farben meiner Kleidung anzupassen. Nur die Arbeit ist die Ausnahme, weil wir beide uns einigten. Bin ich also rothaarige, trage ich dunkles Rot, Braun, Schwarz; habe ich blaues Haar war es Weiß und Blau in allen Tönen und bin ich blond trage ich ein helles Rosa, ein frisches Gelb, ein schillerndes Gold so falsch wie meine Haarfarbe es ist und doch zierend.

    - Unpassend, taktlos -

    Ein tiefer Atemzug will mir nicht gelingen, die Bürste abgelegt bekommt ein
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