Artikel 2.282

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  • Krisensitzung

    Sechs Uhr morgens, nordöstliches Königintal in der Nähe von Beetletun.
    Normalerweise eine angenehme Uhrzeit für eine Besprechung. Nicht in einem Hitzesommer mit diesen Ausmaßen. Wortlos wischte sie sich die verschwitzten Haarsträhnen aus dem Gesicht und trat mit mehr Haltung, als sie sich zugetraut hätte in den Raum.

    Sheryna war da, Leandra, Berenice. Den fremden alten Mann am Tisch erkannte sie auf den ersten Blick nicht. Ob Sibian so schnell um gut dreißig Jahre gealtert war?
    Mittlerweile traute sie es ihm fast zu.

    Erst auf den zweiten Blick fanden ihre Augen Sibian, der mit gewohnt neutralem Gesichtsausdruck an der Wand stand.
    Einige Sekunden vergingen, wie sie sich einen Platz in der Runde suchte. Drei weitere Personen betraten den Raum. Keiner davon war ihr bekannt. Oder sie hatte Schwierigkeiten unter Schweiß, Erde und nassen Haarsträhnen die Gesichtszüge von Bekannten auszumachen.
    Wäre ja typisch Adel! Fast hätte sie gelacht.

    „Ehre.“ Kam es knapp von ihr.… [Weiterlesen]
  • „Zwei Wochen Sonnenschein und das Ministerium hat nichts besseres zu tun, als gefühlt alle Magier des Landes zu mobilisieren, um den Bauern ein bisschen Regen zu bringen. Magischen Regen...Und wo kommt der her? Das sagt einem keiner! Es ist doch unfassbar...Da gibt es in dieser von den Göttern verlassenen Stadt so viele Baustellen, an denen sich ein Teil der Bevölkerung seit Jahren die Finger wund schuftet...und wenn es mal ein bisschen zu warm wird für den Geschmack der feinen Herrschaften mit ihren gepuderten Nasen, dann wird gleich Jennahs zweite Armee mobilisiert, um Otto Normalbürger einmal mehr seine nichtssagende Existenz vor Augen zu führen....Da! Seht uns an! Wir haben uns über die Götter gestellt und spielen Wettermacher! Ein bisschen Hokuspokus hier, ein wenig Hex Hex dort und schon fließt das Wasser wie Blut aus der beschissenen Nase des fetten Luden, der gerade sein neustes Mädchen einreitet! BAH!“

    Sie zückte ein weißes Spitzentaschentuch und tupfte sich damit das… [Weiterlesen]
  • Der Mond stand am wolkenlosen Himmelszelt und die Sterne funkelten um die Wette. Eine kühle Brise aus Sommerluft strich über meine Haut und die Ruhe der Stadt konnte auf einige gar unheimlich wirken. Die Straßen waren wie ausgestorben, nicht einmal die Laute von Tieren durchbrachen diese Stille. Langsam schloss ich das Fenster, aus dem ich beobachtet hatte, was vor meinem Haus geschah. Ein leises Knarzen war zu hören, was sich in der Nacht 100 mal stärker anhörte als es eigentlich sollte. Ich ging zu meinem Bett und holte die Waffe darunter hervor nur um gleich an die Türe meines Zimmers zu gehen und sie einen Spalt zu öffnen. Ich schätzte, dass meine Eltern schon schliefen und streckte mein Näschen aus dem Türspalt und sah in einen langen endlosen Dunklen Gang . Mein Gefühl hatte sich nicht getäuscht: alles war ruhig und der Weg somit auch frei. Meine Puppe Schnuffeline klemmte ich unter meinen Arm. Sie gab mir den nötigen Schutz, den ich brauchte, um das zu
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    Man hörte die Regentropfen auf den die Straßen von Götterfels trommeln wie eine seichte Melodie, gemischt mit dem Knattern und Knarren von Kutschen Reifen und das Klackern von Pferdehufen, ergab dies ein Lied dem die meisten Bewohner der Stadt in ihren Häusern zu entkommen versuchten. Hier und da sah man vereinzelte Personen in Regenmänteln und unter Regenschirmen.
    Die Nacht war unheimlich, eine junge Frau im Kleid und in einem roten Regencape war das auffälligste in der Dunkelheit. Schniefen und schluchzen hörte man sie im verbogenen ihrer Kapuze . Sie weinte bitterlich und der Himmel mit ihr. Schwermütig und langsam war ihr Gang, ihr Haupt gesenkt. Man sah ihr an das sie nicht ganz wusste wohin sie will, bis es sie letztendlich an das Haus der befreundeten Bauunternehmer- Zwillinge trieb.

    Verheult wie sie war, kam sie dort an dem dunklen Gebäude an, in dem anscheinend niemand mehr wach war. Trotzdem klopfte sie an der Türe und hoffte inständig das
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  • Es ist nur eine kleine Brise die auf der Haut kitzelt, kaum mehr als der Flügelschlag eines Schmetterlings. In ihm lauert die Witterung salziger Küstenwinde und Gewürze die dazu locken, sich auf die Sinneseindrücke einzulassen, ihnen zu folgen und sie anzunehmen.
    Und man tut es, denn sie versprechen das Gefühl von Heimat, Vertrautheit.
    Daran zweifeln? Nicht ein Stück; noch nie war diese Sicherheit so greifbar, wie in diesem Moment.

    Die zarte Brise schwillt zum kühlenden Windchen an, in dem das leise Wispern von Gebirgen am Ohr kitzelt, kurz bevor die Augen träge geöffnet werden. Ruinen offenbaren sich dem Blick, zum vergessen im Gebirge zurück gelassen.
    Zwischen den Gemäuern an der Spitze des Ortes regt sich diffuser Nebel und fällt in dünnen Schlieren die Felswand hinab, Tropfen für Tropfen, um den Fluss am Fuße zu nähren. Die Sonne steht hoch am Himmel und ist doch zu fern zum blenden, so dass die feinsten Details der Idylle langsam klarer zu erkennen sind.[Weiterlesen]

  • Valory liegt auf der bequemen Liege während Estelle neben dieser steht und eine entspannende Atmosphäre schaffen will.
    Die strohblonde Frau gibt ihrer älteren, adoptierten Schwester ein kuscheliges Kissen, welches sie sich unter den Schwarzen Schopf legt.
    Bei dem Anblick der Beiden bemerkt man schnell – Unterschiedlicher können sie nicht sein.

    „Bleib so ruhig liegen und entspann dich.‘‘ spricht Estelle in einer ruhigen Stimmfarbe in den gedämmten Raum.
    Valory schließt die Augen und versucht dabei, so gut es geht, ernst zu bleiben.
    Ein kleines Grinsen kann sie sich aber nicht verkneifen, denn sie findet den ganzen Kram albern, für den sich Estelle interessiert!

    „Entspannen.‘‘ murmelt Estelle, die im frühen Jugendalter ist zur ihrer zwei Jahre älteren Schwester.
    Dann holt die junge Dame noch eine beruhigend riechende Salbe, die sie im Bereich des rechten Knies fleißig einmassiert, bis sie vorsichtig immer mehr Druck aufbaut.

    „Spürst du, wie der Muskel sich entspannt?“ fragt
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  • Rena strich über den roten Stoff ihres Kleides, das an Brust und Saum mit weißer Spitze besetzt war. Es lag eng am Oberkörper an, bevor der leichte Stoff ausfächerte und in weiten Falten bis über ihre Knie fiel und luftig um ihre Beine spielte. Sie liebte den sommerlichen Schnitt, der leichte Stoff tanzte im sanften Luftzug und verschaffte ihr ein wenig Kühlung an diesem warmen Tag. Rena besaß ein sehr ähnliches Kleid in den Farben ihrer Familie, doch Graf Caldwell hatte darauf bestanden, dass sie ab jetzt die Farben seines Hauses tragen würde. Sie hatte auf eine Kutsche verzichtet für diesen Termin, immerhin ging sie gerne durch die Straßen der Stadt. Ihr Leibwächter war dabei stehts an ihrer Seite, doch die Stille zwischen den beiden war keine schwere. Sie mochte seine Gesellschaft, die ruhige und schützende Präsenz in ihrem Rücken die sie seit Jahren schon gewöhnt war und nicht mehr missen wollte.

    Ein kleines Café im Rurik-Viertel war ihr Ziel und sie lächelte, kaum dass sie den… [Weiterlesen]