Artikel 2.388

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  • Der Blumenstrauß war wunderschön. Das strahlende Blau der Kornblumen wechselte sich im Farbspiel mit Lavendel ab, dazwischen die zarten weißen Blüten der Gipsblüten, ein wenig Grün und Rena war verzaubert gewesen als sie das Geschenk überreicht bekommen hatte.
    "Eine gute Wahl, Ihr habt alle meine Lieblingsblumen getroffen." hatte sie gesagt und den Mann angestrahlt der ihr diese gebracht hatte. Die beiden kannten sich lange und er hatte mit ihren Brüdern im Heer gedient, früher im Garten des Landanwesens gespielt und war ein Freund der Familie. Auch die Eltern waren befreundet, Rena glaubte diesen Mann in- und auswendig zu kennen.
    "Ich habe mir erlaubt, den Lavendel beizufügen. Ich erinnere mich, wie Ihr stehts danach geduftet habt."
    Und damit bewies er, wie wenig sie ihn kannte. Rena hatte ihre Verlegenheit und ihre Überraschung hinter einem sanften Lächeln verborgen, wie sie es so oft tat. Die Unterhaltung war dahingeflossen, wandte sich den Familien zu, deren Geschäften, dem… [Weiterlesen]
  • 〄 〄 〄 〄 〄


    Irgendwie war Sehnsucht immer nur ein Wort gewesen für mich. Ein Wort, was ich nur aus Erzählungen kannte. Es war immer wie eine Hülle, die zu weit Weg war um den Inhalt zu erkennen.

    Und auf einmal warst du da. Du hattest mich an die Hand genommen. Von deinen Lippen war ich abhängig. Ich war abhängig davon, was du mir sagtest. So schenktest du mir mehr, als ich verdient hatte. Ich hörte dir gern zu.

    ... Und mit dir kam die Sehnsucht.

    Auf leisen Sohlen hatte sich die Sehnsucht nach Jahren angeschlichen. Behutsam, um nicht entdeckt zu werden. Lange gelang das Versteckspiel. Ich spürte sie, aber ich war mir derer noch lange nicht bewusst.

    Bis zu dem Abend, als du dich entschieden hattest für immer zu gehen.

    Eine große Welle von Sehnsucht brachte mich Tage später zu Fall und verschlang mich gierig. Nun wusste ich es. Ich wusste wie weh Sehnsucht tat und wie wichtig du mir die Jahre über geworden warst.

    Nun weiß ich, wie sich Sehnsucht anfühlt.

    Als würde
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  • Sie sitzt vor der Kohlepfanne im kleinen Zelt. Hier drinnen ist es wärmer. Es ist keine heimische Hütte in der das Leben tobt, doch es ist angenehm. Einen Moment für sich haben. Die Geräusche außerhalb ausblenden. Sie hat die Lagen aus Wolltüchern, Leder und Leinen bereits abgelegt und zieht die Spange aus dem Haar. Die gebändigten Locken fallen wild über Schultern und Rücken, springen durch die Bewegung noch neckisch auf und ab. Auf dem Fell vor ihr ruht die Spange.
    Wenig später hebt sie die Hände und reibt sich durch das Gesicht, ehe sie langgezogen seufzt.

    Es ist ein Sieg, den sie errungen haben. Seit vielen Wintern der größte Sieg für das Volk der Norn. Doch sie kann ihn nicht genießen, seit sie zurück im Lager sind. Etwas war geschehen. Noch vor dem großen Kampf. Aber was? Sie schüttelt den Kopf. Weiß es nicht. Kann es nicht greifen. Schuld daran muss die Verletzung sein. Deshalb kann sie keinen klaren Gedanken fassen. Die Linke hebt sich und streift vorsichtig über die
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  • ⸸ ⸸ ⸸ ⸸ ⸸ ⸸


    Als ich sie kennenlernte war sie anders. Sie war zwar schon immer anders, aber zu ihrer Andersartigkeit kam noch Traurigkeit hinzu. Sie war nicht verwöhnt und dennoch musste und muss auch heute noch ihre Familie sich nicht um den darauffolgenden Tag sorgen. Sie forderte nie etwas ein. Nie Süßigkeiten - wie ein Kind es sonst tat... und sie forderte nie Liebe.

    Schon früh hatte sie gemalt und gezeichnet. Erst waren es Herzen, dann waren es Wiesen und Sonnen- Aufgänge, oder Untergänge. Kinder malten die Sonne gelb und die Wiesen grün - doch das wollte sie nicht so. Es entsprach zwar nicht der Realität, doch zwischen Irrealität und Realität konnte sie nicht entscheiden. Das konnte sie nie. Dafür war sie nie geschaffen.

    Sie war eine Realistin mit einer zu Pessimismus neigenden Ader. Vielleicht war sie aber auch nur eine Träumerin, die den Kopf in den Wolken hatte.



    Es war ein stickiger Tag und schwüle Luft erdrückte einen. Ihre
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  • Das neue Kleid war wunderschön.
    Helena gefiel was sie im Spiegel sah. Der Schneider vernähte einen letzten Faden und zupfte am Rock herum, damit er vorteilhaft fiel. Der Stoff hatte einen cremefarbenen Ton, der in seinen Falten in ein warmes Zitronengelb überging. Unter ihrer Brust verlief eine enge Schärpe, auf der kupferfarbene Blätter aufgedruckt worden waren, die Helenas schwach ausgeprägten Vorzüge betonte und hervorhob. Die Farben passten gut zu ihrem dunklen Haar. Zum ersten Mal hatte Mutter zugestimmt, einen feminineren Schnitt ohne Träger und Ärmel auszuwählen. Doch bei all der zurückhaltend eleganten Pracht, das einzige, was das Kleid krönen würde, dachte Helena, war die Brosche ihrer Großmutter, die sie hatten verkaufen müssen, um das Kleid zu bezahlen. Jetzt lag sie in der Auslage irgendeines Gemischtwarenhändlers und wartete auf einen neuen Besitzer.
    Nachdem Helena sich umgezogen hatte, wollte ihre Mutter plötzlich zurück ins Gasthaus. Die Auswahl des Kleides, die… [Weiterlesen]

  • Tanz der Dämonen

    OOC: Diese Geschichte ist das Protokoll eines RPs mit Harlem.
    Die Texte entspringen also zu großen Teilen auch ihrer Feder.

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    Olivia passte die goldene Stunde ab, in der das Licht im Tanzsaal am schönsten war und stellte ihr Cello auf. Durch die Fenster und das Kuppeldach drang sanft die Abendsonne. Auch dieser Raum lag in den liebenden Armen der Natur.

    "Und das war wirklich ihr Wunsch?" erkundigte sich Don etwas zaghaft, die Hand gebettet auf der Rückenlehne des einzigen Stuhls im Raum. Der Mann sah erhaben aus aber nicht glücklich.

    "Aber ja!" versicherte Olivia mit der Aura eines Engels. Sie kam ihrem Bruder nah und legte eine Hand auf seinen Brustkorb, mit der anderen strich sie ihm eine Strähne fort. "Sie möchte dich erfreuen, Don. Mit ihrer Kunst. Das ist ihr sehr wichtig. Sei nett."

    Die Vanhoven Zwillinge sprachen über Celeste Morgayne, eine Grafentochter, die gerade als Gast auf Eichenbruch residierte. Sie trat kurz nach dem Gespräch in den
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  • Ist es für gewöhnlich nicht Aufgabe der Herren, Pralinen und Blumen nach einem schönen Abend zu schicken, Dorian?


    Dorian lachte leise über diese wappenlose kleine Botschaft, die einem herrlichen Blumenstrauß und einer Pralinenschachtel beilagen. Er suchte persönlich eine Vase aus irisierendem Glas für den Strauß aus und stellte ihn auf seinen Nachttisch. Der Baron trug nur noch einen Hausmantel. Es war schon spät.
    Mit der schokoladigen Versuchung in der Hand trat er ans Fenster und überblickte das nächtliche Götterfels. In jeder einzelnen Köstlichkeit, die auf seiner Zunge zerging, schmeckte er Bitterkeit, aufregende Würze, Süße und Zufriedenheit.
    Dorian dachte an die Frau, die sie ihm geschickt hatte.
    Ihre spitzfindige Geste war Teil eines Spiels. Ein Duell des Intellekts, in dem man wohlüberlegte Spitzen führte wie einen Degen und sich damit in ungekannte Ekstase steigerte. Diese Geschenke waren ein wundervoller Eröffnungszug, für den er sich angemessen zu revanchieren gedachte.… [Weiterlesen]
  • Es war früh am Morgen und die Straßen von Götterfels begannen sich
    allmählich zu füllen. Alucards Aufgabe war es, nach seiner Großmutter zu
    sehen und ihr etwas zu Essen vorbeizubringen. Lange ist er nicht mehr
    durch die Straßen Götterfels gewandert, was seinen stetigen Reisen zu
    verschulden ist, doch das Haus seiner Großmutter würde er schnell finden
    können, denn es war auffällig. An dem sonst kalten steinernen Gemäuer
    hat sie etliche Schlingpflanzen über die Jahre gesäht und als wäre das
    nicht genug, schmücken diese wie einen Tannenbaum im Winter etliche
    Runen, Traumfänger und weitere Glücksbringer aus ganz Tyria.


    Er klopft an der Tür und bald öffnet eine kleine alte Dame: „Und Sie
    sind?“, fragt sie den Sohn ihres Kindes skeptisch. Dass der Geist seiner
    Großmutter seit einigen Jahren zwischen verschiedenen Dimensionen
    wandert, ist Alucard lange bekannt. Er versucht es zuerst mit der
    Wahrheit: „Ich bin es, Alucard, dein Enkel. Ich habe dir Frühstück
    mitgebracht“ antwortet er und… [Weiterlesen]