Artikel 2.059

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  • Neu

    Rowenna Caldwell lächelte. Langsam aber sicher begann ihre Wangenmuskulatur zu schmerzen, doch sie beherrschte sich, auch wenn sie liebend gerne einmal herzhaft geseufzt hätte.
    Vaughn Reed war ein ausnehmend attraktiver Mann. Aber er langweilte sie. Als einer der jüngeren Geschäftspartner ihres Vaters war er nicht zum ersten Mal auf dem caldwell’schen Familienanwesen. Allerdings war es das erste Mal, dass Rowenna die Erlaubnis erhalten hatte, ihm mit ihrer Mutter zusammen Gesellschaft zu leisten, denn ihr alter Herr besprach sich noch mit einem anderen Gast, und Reed war früher zu seinem Termin erschienen, als man ihn erwartet hatte.
    Eigentlich eine Unhöflichkeit. „Typisch Ascalonier“, hatte Warrick Caldwell geflucht, „haben immer noch ihre eigenen Vorstellungen davon, was zu einem guten Umgangston gehört.“ Rowenna war froh über Reeds schlechtes Benehmen gewesen. In die Harathi-Gebiete verirrten sich nicht viele Menschen, und da Celia heute eine Freundin besuchte, hatte… [Weiterlesen]

  • „Ihr vertraut doch der Ramme! Sie wird mich nicht fallen lassen!“


    Sie war längst auf den Rücken der Frau geklettert und senkte ihr Kinn auf deren Schulter, während sie Sorgen der anderen Gruppe lapidar abwinkte. Ihre Kopfschmerzen waren beinahe unerträglich.

    „Fällst du, springe ich hinterher.“


    Ihre Finger wollten sich am liebsten durch die Rüstung der Roten bohren. Das Eichenherz zog die beiden Frauen über die Schlucht. Das Herz wurde schwer und ihr Kopf pochte als weitere Erinnerungen zurückkamen.

    „STEH AUF! Schimpf mich und rüttele mich, wenn du es willst! Aber steh endlich wieder auf! Bitte... Ich brauche dich.“


    Die Kopfschmerzen würden sie irgendwann umbringen. Sie konnte sich nicht mehr festhalten und musste sich eingestehen, dass sie Andra losgelassen hatte. Während des Sprungs über die Klippe aber auch bereits einige Wochen zuvor.

    „Minna!“


    Die flackernden violetten Scherben erschwerten ihr die Sicht. Der Schild zersprang in tausende kleine Teile als ihr Körper
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  • Gib mir dein Herz

    Gib mir dein Herz in Schmerz und Leid, ich pass darauf auf es ist soweit
    Gezeigt das Gefühl so tief und rein, verletzter die Seele könnt sie nicht sein
    Oh Himmel, empfang mich in deinen Arm, nimm mich gefangen und halt mich warm
    Nahmst mir die Sonne und das Licht, im Labyrinth der Dunkelheit mir die Sicht

    Gib mir dein Herz in Schmerz und Leid, nie soll es Enden das Lied der Maid
    Gesungen nur für dich, Liebeslieder über dich und mich
    Ich sehe dich und sah dich immer, gehüllt in diesen warmen Schimmer
    So durchdringend und unnahbar, deine Augen so kristallklar
    Gedanken an ein fremdes Leben, das Augenlicht gegeben eben

    Gib mir dein Herz in Schmerz und Leid, ich sehe dich und bin bereit
    Geteilte Emotionen gezeigt in mir, offenbaren dich jetzt und hier
    Zeigen dein vergangenes Leben und wir sollten drüber reden
    Ich zeige dir ein Leben, welches tief in dir verlegen

    Gib mir den Herz in Schmerz und Leid, die Träume sind nicht mehr weit
    Du kennst die Träume die wir
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  • Der kleine Holzblock wirkte selbst in ihren Fingern grobschlächtig.
    In bunten Lettern war der Name des Kindes aufgedruckt, wobei die letzten freien Felder mit einem gelben Stern und einem roten Herz bedruckt worden waren.
    Ein typisches, einfaches Kinderspielzeug, welches an jeder Ecke in Götterfels zu finden war. Doch Rosalie mochte ihren Bausatz.
    Sie verbrachte Stunden damit Türme zu bauen, sie umzuschmeißen und erneut Dinge zu erschaffen, welche in ihrem Kopf Sinn ergaben.
    Doch jetzt hielt nicht Rosalie den Klotz in der Hand. Bevala dreht den Block erneut in den Finger, während ihr Blick auf ihm ruhte.
    "Wenn ich den mitnehme, flennt das Ding dann die ganze Nacht und lässt dich nicht schlafen?"
    Belustigung lag auf der Stimme der Frau, welche am heutigen Morgen im Kontor aufgetaucht war.
    "Nein. Sie hat noch andere."
    "Dann brauch´ich ihn nicht."
    Der Klotz flog in die Ecke, was den großen dunklen Hund dazu veranlasste kurz den Kopf zu heben.
    Ausschnaubend erhob sich das Tier, drehte… [Weiterlesen]
  • Frühstück mit Roy



    Orr, 1331, Zaubersängerlände

    Roy war froh wieder auf Algen zu laufen, so sehr sie auch stanken. Sie würde den feinen Strandsand aus den Eisenstiefeln klopfen müssen. Die waren in den letzten fünf, sechs Jahren nicht dichter geworden...
    Inzwischen spürte sie es schon von weitem, wenn da ein Untoter unter dem schwarzen Algenteppich lag. Die kamen da eh nicht wieder raus. Mit einem Eisenstiefel im Genick war das schnell erledigt. Die anbrandenden Wellen der orrianischen See waren ruhig, kein Untoter war in den letzten Tagen herausgekrochen. Vielleicht sahen sie langsam ein, dass ihre Zeit dem Ende zu ging. Sie waren Relikte, aus der Zeit gefallen. Wie sie selbst. Sie lachte keuchend auf. Wie sie da rummarschierte, in voller Montur. Als würde sie gleich in Arah einfallen. Sie nahm den Helm ab, hängte ihn an den Rucksack und rieb sich über den kahl geschorenen Schädel. Wie man es halt so trug in Orr. Einige Meter weiter ragte ein grauer Kopf aus den Algen, dessen
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  • Aufbruch


    Das Schluchzen gellte durch die Halle. Laut und verzweifelt war es, während er sich auf den Stufen schüttelte. Vor einigen Momenten hatte er sie noch geküsst, und nun war sie verschwunden. Tränen rannten ihm über das Gesicht. Er konzentrierte sich auf jene Bilder die sie ihm im Geiste noch einmal wacher gerufen hatte. Zwar waren sie nie verschwunden, zeigten ihm Tag täglich wie er und Minna sich kennen lernten, wie sie ihm das Geständnis gemacht hatte und wie sie ihn auf die Dächer gezogen hatte, wie sie gemeinsam Zeit verbracht hatten und vieles mehr, doch nun waren sie wieder aufgefrischt, als wären sie gestern gewesen, bissen sich noch tiefer in seine Brust und ließen ihn sich für seine eigenen Taten hassen. Er schluchzte weiter, blieb liegen bis er sich irgendwann nicht mehr schüttelte, bis er sich irgendwann aufraffte und ihren Ring, den er noch besaß wieder fest mit den Fingern umschloss. Seinen musste sie an sich genommen haben, er konnte ihn nicht mehr finden.

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  • Der stolze Charr-Krieger blickte sich um und fletschte die Zähne. Seine Gegnerin war schmächtig, zerbrechlich und weichhäutig, aber verdammt flink. Das, was sein Krummsäbel eben zerschmettert hatte, war nur eine ihrer Illusionen gewesen. Ungeduldig trommelte er mit dem Säbel gegen sein Eisenschild, sich immer wieder umwendend und nach seiner Beute suchend.

    Dann stand sie auf einmal vor ihm. Eine junge Menschenfrau mit langen, hellblonden Haaren die wie Gold in der Sonne leuchteten und diesem herablassenden Blick in ihren blauen Augen. Sie hob ihren Rapier, um dem Charr einen Stich zu versetzen. Der Krieger hob seinen Schild und blockte den Stich ab. Doch schon kurz darauf bohrte sich etwas in seine Flanke. Dann in seine andere Seite und in seinen Rücken, zu schnell, als dass er reagieren konnte. Fauchend sah er sich um. Da war diese Menschenfrau, und zwar überall. Vor ihm, hinter ihm, neben ihm, gleich vier Mal. Er schlug nach einer, doch schon löste sich diese auf und tauchte… [Weiterlesen]
  • Eine Träne kullert aus meinem linken Auge, über meine Wange hin zu meinem Kinn. Während ich dir hinterher sehe wie du die halb dunkle Straße entlang gehst, von mir weg.
    Ganz leise und unscheinbar wirkt diese einzelne Träne.
    Ich starr auf deinen in einen braunen Ledermantel gehüllten breiten Rücken.
    Du ziehst dir deine Kapuze über dein schwarzes kurzes Haar.
    Wieder kullert eine Träne aus meinem Auge und folgt der ersten Träne.
    Doch auch die zweite scheitert an dem Versuch dich zu erreichen.
    Ich möchte dir nach rufen, Nein brüllen, Nein flehen. 'Bleib stehen! Dreh dich um! Sieh mich an!'.
    Doch kein Wort verlässt meinen Mund, der ausgetrocknet scheint.
    Ich möchte dir nach gehen, Nein rennen, Nein jagen.
    Um dich fest zu halten.
    Damit du bei mir bleibst.
    Doch regungslos stehe ich da wie fest geklebt.
    Verzweiflung durchströmt meinen Leib und Fragen meinen Kopf.
    Gänsehaut erobert jeden Zentimeter meiner Haut.
    Ich zittere innerlich und äußerlich.
    Während mir bewusst wird das du für immer… [Weiterlesen]
  • „Dryas?“

    Eine Frauenstimme ruft leise nach dem Sylvari. Leise, aber laut genug, dass er sie hören müsste. Eine Menschenfrau stapft den Hügel mit dem halb verrotteten Gestrüpp hinauf. Ihr Blick ist suchend, sodass sie noch einmal nach dem Sylvari ruft. Plötzlich bemerkt sie eine Bewegung links von ihr und gerade als sie sich alarmiert anspannt, bemerkt sie den näherkommenden Sylvari. Seine Miene ist ausdruckslos wie immer und doch kennt die Menschenfrau ihn inzwischen gut genug, um einen Funken Frustration in seinen Augen zu erkennen. „Was willst du Melly?“ zischt er ihr zu.

    Melly mustert den Kerl. Er ist voller Erde und Dreck, was darauf schließen lässt, dass er gerade von seinem Beobachtungsposten hergeeilt sein muss. Für seine abweisende Haltung hat sie nur ein genauso desinteressiertes Schulterzucken übrig. Sie weiß es ohnehin besser. Er mag sich gleichgültig geben, aber sie weiß, dass er sein Leben für sie aufs Spiel setzen würde. Umgekehrt war es genauso. Melly,… [Weiterlesen]