Artikel 2.044

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Neu

    Rosalie saß kichernd am Strand und türmte noch mehr vom warmen Sand, über den Bauch der Freundin auf. Lucius war froh darüber, dass sie Meryl mitgenommen hatten, wodurch die Zweisamkeit mit seiner Frau auf sehr unkomplizierte Weise möglich wurde. Seine Frau. Diese zwei Worte zauberten ein Lächeln auf seine Lippen, als Arla im selben Moment den Kopf aus der Hütte streckte. In den Händen zwei Gläser mit kühlem Inhalt, hopste das Reh die wenigen Stufen hinab. Die kleinen Tropfen verrieten davon, welche am Glasrand hinab liefen und auf den Fingern der Liese sitzen blieben und sie zierten wie kleine Steine. Doch neben dem Glanz der beiden Ringe verblasste dieses nett anzusehende Schauspiel schnell.
    Obwohl die Schmuckstücke neu am Körper Arlassias waren fügten sie sich so gut in das Gesamtbild ihrer Erscheinung ein, als wären sie schon immer da gewesen. Arlassia lachte leise und lockte den Löwen, aus seinem wirren Gedankengang heraus, zurück ins Hier und Jetzt. Seitdem sie hier waren… [Weiterlesen]
  • Neu



    Jasper Caldwell legte seine Hand über die Korrespondenz auf seinem Schreibtisch, bevor die kräftige Windböe sie von der Holzplatte heben konnte und warf, ohne den Federkiel abzusetzen, einen Blick zu der Fensterfront seines Arbeitszimmers.
    Die Vorhänge der verglasten Doppelflügeltüren blähten sich unter dem Luftzug. Der Geruch von trockener Erde und ausgemergeltem Gras drang zu ihm vor. Die angenehme Kühle, die sonst von dem kleinen See in der Nähe des Familienanwesens aufstieg, hatte sich schon lange der anhaltenden Hitzewelle ergeben müssen. Ein immer breiter werdender Streifen Uferschlick und der zähflüssige Algenteppich, den er umkranzte, zeugten von den ungewöhnlich hohen Temperaturen in diesem Jahr und ließen hin und wieder ihre fauligen Aromen über Grund und Boden der Familie wandern.
    Doch nicht heute.
    Jasper lenkte seinen Fokus zurück zu seiner Tätigkeit und den damit verbundenen Gedanken. Ein Termin für eine Hausbesichtigung, der Segen eines Geweihten, die Anmeldung im… [Weiterlesen]
  • Ich sitze am Spiegel und sehe mich an, mein verweintes, leicht aufgequollenes Ich. Verloren streicht meine Bürste über mein blondes, nein, rotes Haar, denn mit jedem Strich fällt der Zauber gewollt von mir ab und das Blond fließt fleckenlos aus meiner Erscheinung ins Nichts. Mein Blick sinkt auf die letzten blonden Spitzen, fällt von diesen an meine noch getragene Kleidung, die mich einengt und abschnürt, obwohl sie doch auf mein Maß geschneidert worden ist. Irgendwann vor Jahren habe ich angefangen auf meine gewollte Haarfarbe, die Farben meiner Kleidung anzupassen. Nur die Arbeit ist die Ausnahme, weil wir beide uns einigten. Bin ich also rothaarige, trage ich dunkles Rot, Braun, Schwarz; habe ich blaues Haar war es Weiß und Blau in allen Tönen und bin ich blond trage ich ein helles Rosa, ein frisches Gelb, ein schillerndes Gold so falsch wie meine Haarfarbe es ist und doch zierend.

    - Unpassend, taktlos -

    Ein tiefer Atemzug will mir nicht gelingen, die Bürste abgelegt bekommt ein
    [Weiterlesen]

  • Es brauchte einen Augenblick bis sie begriff wo sie war. Bis sie auch die Kälte zuordnen konnte, die ihren Körper einhüllte. Benommen zog sie eines der Felle über sich. Noch bevor sie einschlafen konnte, holten sie ihre Gedanken ein:

    „Er schützt und beschütz. Der Tod gehört zum Leben. Ein Uneins gibt es darin nicht für mich.“

    Das Gleichgewicht unserer Welt steckt in den Gegensätzen. Ganz gleich ob Feuer oder Wasser, Hass oder Liebe – gehört der Tod in unser Leben wie das Leben selbst. Die Gegensätze begleiten einander und stützen sich gegenseitig. Was wäre das Leben wert, wenn es den Tod nicht mehr gäbe? Was würde kostbar werden von der Zeit, die wir haben, wenn wir sie in unendlichen Maßen ausschöpfen könnten? Welche Momente würden in Erinnerung bleiben, wenn man ausreichend Zeit hätte alles Erdenkliche zu erleben und zu leben.

    Sie drehte sich auf den Rücken und blickte zur Holzdecke der Hütte hinauf.

    „Er ist meine Familie. Und ich stehe immer an seiner Seite. Egal was da
    [Weiterlesen]
  • Aufgrund des letzten Plays, kam mir gerade ein spontanes Gedicht in den Sinn, dass die Sache gut zusammenfasst.

    Du lässt mich leiden und findest daran Gefallen!
    Dein äußeres so schön, doch die Seele so schwarz!
    Die Vernunft mahnt: Halt dich von ihr fern!
    Aber das Herz verlangt nach dir.
    Du weißt das, nutzt es aus und lässt mich in den Feuern der Hölle baden!

    Ich habe genug. Mein Körper kann es nicht mehr ertragen!
    Genug Schmerz, Genug Leid, es reicht!
    Küss mich, mein Schatz. Nur ein einziges Mal.
    Dann lass mich sterben.
    [Weiterlesen]
  • Es gibt diesen Typ Frau, der einem Kerl die garstigsten Dinge antun kann. Du könntest sie dafür mit ganzem Herzen hassen, aber ein Blick von ihr reicht und du verfällst ihr von Neuem.“

    Er mochte den Sommer in Löwenstein nicht. Nicht, dass er nicht genügend Arbeit hätte, er mochte einfach die Hitze nicht. Die Stunden des ewigen Wartens im kleinen, stickigem Büro. Die Stunden des Nichts-tuns. Nero Murphy hasste diese Stunden am meisten. Dann kam er ins grübeln, dachte über die unterschiedlichsten Dinge nach, manchmal Belangloses, aber letztens Endes landeten seine Gedanken bei Ihr. Immer bei Ihr. So als wäre Sie ein verdammter Fluch. Er hatte die eine oder andere Frau in seinem Leben gehabt, aber niemand hatte so einen Eindruck hinterlassen wie Sie. Dafür hasste er Sie. Hasste Sie dafür, dass Sie sich einfach diesen Platz gönnte. Es war aber genau Ihre Art. Wenn Sie etwas wollte, nahm Sie es sich einfach. So war Sie halt. So hatte die Straße Sie geformt. Er konnte Ihr… [Weiterlesen]

  • Die gar traurige Ballade vom kleinen Leiterreiter
    - Für Rosalie und Levin -


    Ein grüner Frosch auf eine Leiter
    Mal kletterte, da war er heiter.
    Ganz, ganz oben wollt er stehen
    Um über seinen Teich zu spähen.

    Doch, oh weh, was ist geschehen?
    Er traut sich nicht hinab zu gehen!
    „Die Sprossen wirken viel zu schmal,
    Da wär das Klettern eine Qual!

    Die Höhe… Na, ich schau einmal...
    Oh nein! Ich geh‘ ein andermal!“
    Denkt er bang, der kleine Streiter;
    Wird so zum ewig' Leiterreiter.


    (Und die Moral von der Geschicht':
    Ängstlichkeit, die hilft dir nicht!)

    [Weiterlesen]
  • Bekenntnis


    Mein Herz, mein Verstand, mein ganzes Sein ist erfüllt von der Einen, der alten weisen, die da Schöpfung bringt.

    SIE hat mich gerufen mit dem lieblichen Gezwitscher der Vögel,
    Mit dem geheimnisvollen Rauschen der Bäume,
    Mit dem begehrenden Tosen der Flüsse,
    Mit dem trauernden Heulen der Wölfe
    Und dem grollenden Donner der Himmel.
    Wo ich auch lausche: IHR Ruf erschallt mir ringsumher.

    Gesegnet bin ich tausendfach, IHRE Stimme zu vernehmen:
    Ich kenne keine Einsamkeit, so lange SIE mit mir ist.

    IHR Werk erblicke ich in der starken Erde, die mich hält,
    Im sanften Wasser, das mich erfrischt,
    In der zarten Pflanze, die mich heilt,
    In der süßen Frucht, die mich nährt,
    In den Kreaturen, die mir Freunde sind.
    Wo ich auch schaue: IHR Werk ist allerorts.

    Gesegnet bin ich tausendfach, IHRE Zeichen zu entdecken:
    Ich leide keinen Mangel, so lange SIE mit mir ist.

    Mein Herz, mein Verstand, mein ganzes Sein ist erfüllt von der Einen, der alten weisen, die da Schöpfung bringt.

    [Weiterlesen]
  • Rotes Haar und blaues Kleid


    „Vorsicht, da ist eine...“
    ...Wand. Alexanders Schulter traf sie zielgenau und allgemeines Gelächter erklang. Auch er lachte, denn der Abend mit seinem vielen Bier hatte dafür gesorgt, dass das Zwicken nur verspätet als ein in Watte gepacktes Pochen bei ihm ankam. Die zu weit genommene Kurve war nach den nächsten vier Schritten ohnehin vergessen, denn man widmete sich jener Art von philosophischen Gedanken, wie sie nur der Alkohol mit solchem Ernst hervor brachte. Die Weltpolitik wurde ebenso zum Thema gemacht, wie das Mensch sein an sich und die eigene Vergänglichkeit.
    „Ich glaube ja...“, fühlte Alexander sich irgendwann bemüßigt beizutragen und wurde gleich etwas lauter, weil niemand ihm zuhörte. „ICH glaube ja...“
    Als nun die Blicke auf ihm lagen, hob er darüber zufrieden gewichtig, wie er es bei seinem Vater gesehen hatte, den Zeigefinger, die andere Hand auf dem Rücken, auch wenn ihm das gerade einen nicht sehr sicheren Stand verlieh.
    „Ich glaube
    [Weiterlesen]
  • Was für ein erbärmlich bescheuerter Abend. Zu diesem Schluss kam ich, als ich nun frisch gebadet auf dem Wannenrand saß. Das heiße Wasser hätte ihn abwaschen sollen, aber die Stille im Haus war nicht in der Lage meine Gedanken zu übertönen. Das tat sie schon lange nichtmehr. Und auch jetzt war mir bewusst, dass das nicht gesund sein konnte. Trotzdem war ich hier.
    Ich war hier und betrachtete die Frau, die mir gegenüber saß. Sie war mir so vertraut. Und dennoch wusste ich mit unzweifelhafter Gewissheit, dass sie nicht zu mir gehörte. Sie war jemand Anderes. Zum ersten Mal fiel mir heute auf, wie müde sie aussah. Ja, irgendwie ausgezehrt. Ihr Blick war stumpf und die Gesichtszüge zeichneten sich deutlicher ab als jemals zuvor. Klar, Schnee hinterließ nunmal seine Spuren. Ich wusste das. Sie wusste das auch.Und trotzdem sah ich ihr dabei zu, wie sie nach dem Mariani-Glas auf dem Wannenrand griff und es leerte. Es musste Mariani sein. Zwar war sie es, die ihn trank, aber ich
    [Weiterlesen]