Artikel von „Arlassia“ 38

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  • Die langen Finger strichen fast ein wenig sehnsüchtig über die leichte hellgrüne Seide des Gewandes, welches sie auch mit Wehmut in den schweren Eichenschrank verbannte. Die Münzen und Glassteine an der Seide klimperten dabei leise und ihrer Kehle entkam ein leises Seufzen.

    Ausgerechnet im Winter mussten sie zurück kehren. Sie konnte gar nicht so viel Kleidung tragen, damit sie nicht mehr fror. Sie hatte sich in den letzten langen Monaten sehr an die Sonne und die Hitze gewöhnt. Wenn sie darüber nachdachte hatte sie von Beginn ihrer Reise an keine Probleme mit dem Wüstenklima. Das waren vermutlich ihre elonischen Gene, auch wenn sie vorher nie in ihrer Heimat gewesen war. Sie fühlte sich sofort wohl, heimisch und angekommen.

    Es war aber nicht alles schlecht. Nein, sie freute sich auch wieder hier zu sein. Wenn es doch nur nicht so kalt wäre! Die Wolle kratzte auf ihrer empfindlichen Haut, die in den vergangenen Monaten nur von kostbarer Seide verwöhnt worden war. Der Rest der… [Weiterlesen]
  • Arlassia hielt den Brief ihrer Freundin mit der Absage für den Wintertag in den Händen und zog eine enttäuschte Schnute. Krank war sie. Arlassia wusste genau was los war. Dia wollte den Wintertag nicht zur Last fallen. So ein Unsinn! Das Haus war geschmückt, groß genug, die Gans war bestellt und auch sonst alles vorbereitet, auch das Gästezimmer. Und die Kinder waren aus dem Häuschen. Und jetzt schob sie vor, sie sei krank? Ein unwilliges Grunzen entfuhr der kleineren Liese und gerade, als sie der Freundin einen enttäuschten Antwortbrief schreiben wollte, legte sich eine warme, große und beruhigende Hand auf ihre Schulter. Sie sah von den ersten Zeilen auf in die grünen Augen ihres Ehemannes und ihr Ärger verflog. Arlassia schmiegte die Wange an eben jene Hand und schloss die Augen mit einem leisen Seufzer. „Ich packe ihr einen Korb und Rosalie soll ein Bild malen. Das bringe ich ihr dann am Wintertag.“ Lucius entgegnete nichts, nur ein wissendes Schmunzeln erschien in seinem… [Weiterlesen]
  • Danke liebe Liese für die kleine Inspiration.


    "Liese, mach auf!"
    forderte sie. Schwer bepackt stand Arlassia vor der Tür ihrer Freundin, Geschäftspartnerin und selbst ernannten Schwester. Zum Ball sollte es heute gehen und Arla war aufgeregt und voller Vorfreude. Diarmai und sie hatten lange nicht mehr gemeinsam gefeiert und es wurde mal wieder Zeit. Sie trug einen schweren Korb mit sich, der fast so groß war wie sie selbst, denn Diarmai musste ihr helfen. Sie wusste nicht, was sie anziehen sollte und das Haar! Oh meine Güte, das Haar konnte sie auch nicht so lassen. Also hämmerte sie vehement an der Haustür der Freundin und begehrte Einlass.

    Endlich öffnete Diarmai die Tür. Sie trug ein Handtuch um den Kopf und einen flauschigen Bademantel und so starrte sie der kleineren Freundin entgegen. "Du bist zu früh! Weißte, ne?" doch die Türe öffnete sie dennoch für Arla und auch die Arme. Frau Quessar ließ den Korb hinab und umarmte die gerade dem Bade Entstiegene innig.
    "Ja, ich weiß![Weiterlesen]
  • Es war spät und sie war gerade im Begriff die Küche aufzuräumen. Es sah wild aus und Arlassia musste lachen. Sie hatte heute den ganzen Tag über mit Rosalie Kekse gebacken und die Fünfjährige zeigte ein hohes Maß an Kreativität, wenn es darum ging die frischen Plätzchen zu verzieren und dann sofort hoffentlich unbemerkt von der Mutter in den Mund zu stopfen. Es war ein Wunder, dass das Mädchen jetzt schlief, so viel Zucker wie sie zu sich genommen hatte.

    Lucius war mit dem kleinen Andre erst bei Opa zu Besuch gewesen und dann einen Wintertagsbaum schlagen. Der würde dann morgen gemeinsam mit den Kindern geschmückt. Es war still im Löwensteiner Heim und die Liese hielt mit den Aufräumarbeiten inne. Das konnte warten, denn gerade war ihr ein Gedanke gekommen. Die zierliche Frau setzte sich an den großen Küchentisch und zog ein Blatt Papier aus Rosalies Malsachen. Dazu nahm sie sich einen der bunten Stifte und begann zu schreiben.


    Mein geliebter Ehemann, mein Löwe...

    Lange ist es[Weiterlesen]
  • Sie krempelte die Ärmel ein Stückchen höher und es war in diesem Moment egal, dass sie ihr Hemd mit Mehl und Teigklümpchen verzierte. Dadurch, dass sie sich bereits mehrfach mit dem Unterarm über die Stirn gefahren war, klebte das Zeug eh schon in den dunklen Haaren und auf der Stirn. Brotteig kneten war harte Arbeit und Arla, die jede Woche zweimal Brot für ihre Familie herstellte, war die Anstrengung gewöhnt. Die Liese mochte klein und zart sein, doch jeder wäre überrascht welche Kraft in den Armen der Mutter und Ehefrau steckte.
    Es war ruhig und friedlich im Haus in Löwenstein. Rosalie saß auf ihrem Spielteppich und malte, während Groggy, der dunkle Hund, neben ihr lag und versuchte dem Mädchen die Wachsmalstifte zu klauen. Arlassia verkniff es sich, laut loszulachen, wenn ihr kleiner Schrecken mit dem großen Tier zu schimpfen begann. Sie wusste genau, dieses Lachen würde die Vierjährige zornig machen. Rosalie mochte es nicht, wenn man über sie lachte. Aber wer konnte es… [Weiterlesen]
  • "Es geht loooos!" krähte der kleine Schrecken und hopste auf und ab, so dass die dunklen, langen Locken fröhlich wippten. "Gleich, Röschen. Warte. Ich bin noch nicht ganz..." weiter kam sie nicht. "Schneller, Mama! Du und ich müssen los! Jetze!" Arla seufzte leise, musste dann aber lachen. Rosalie freute sich so sehr am heutigen Abend mit ihrer Mutter von Haustür zu Haustür zu ziehen. Jetzt wo der kleine Andre in ihrer aller Leben getreten ist, musste Röschen schon zurückstecken und umso wichtiger war es der Mutter selbst etwas Mama-Tochter-Zeit zu verbringen. Ein letzter schwarzer Strich noch und dann ein Blick in den Spiegel. "Röschen komm mal, schau wie toll wir aussehen." Und tatsächlich, als das Kind neben die Liese an den Spiegel stürmte, blickten eine große schwarze Katze und eine kleine weiße Katze den beiden entgegen. Das Mädchen tat einen erfreuten Quietscher und warf die Ärmchen in die Luft. "Toll! Mau!" und Arla nickte zu den Worten ihrer Tochter. "Und was musst du[Weiterlesen]
  • Ausnahmsweise mal eine Geschichte meines geliebten Nornweibs.


    Sie kämpfte sich durch den tiefen Schnee und fluchte leise. Das wilde Schneegestöber um sie herum wurde immer dichter und Yrrva wusste, dass es ein Fehler war den letzten Rest der Strecke noch angegangen zu sein. Sie hätte in der warmen Hütte im Sund bleiben sollen. "Jaja, hätte." brummte die Hochgewachsene und zog den Kopf zwischen die Schultern um dem Wind zu trotzen. Neben ihr kämpfte sich die treue weiße Wölfin durch den beginnenden Schneesturm und Yrrva packte das schlechte Gewissen. Niemals könnte das Weib sich verzeihen, wenn ihre Begleiterin zu Schaden käme und das, weil Yrrva starrköpfig und verbissen war. "Wir suchen uns eine Höhle" brüllte sie dem Tier zu. Leichter gesagt, als letztlich getan. Die Sicht wurde immer schlechter und es begann zudem noch dunkel zu werden. Normalerweise machte es dem Gespann nichts aus auch in der Nacht zu wandern, jedoch nicht während eines Schneesturms.… [Weiterlesen]
  • Arlassia betrat das neue Heim in Löwenstein zusammen mit Rosalie. Sie hatte das Kind gerade bei Diarmai abgeholt. Rosalie plapperte unaufhörlich begeistert von ihrem Besuch bei der Tante. Mittlerweile hörte Arla das gefühlt 376. Mal davon, dass Levin auch da war und es Kekse gab.
    Ihre Beine schmerzten, die Füße passten kaum noch in die Sandalen und die Hitze machte der Schwangeren sehr zu schaffen. Sie war erschöpft und doch gab es so viel zu tun. Eine Pause war einfach schlicht nicht möglich, auch wenn Diarmai ihr versicherte...

    "Da seid ihr ja." die dunkle und wohlklingende Stimme ihres Ehemannes jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken. "Luc. Du bist schon da." Ihr Gesicht erhellte sich sofort, doch der müde Ausdruck verschwand nicht vollständig. "Der Löwe hob seine quietschende Tochter auf den Arm und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Die nussbraunen Augen wurden groß und als die kleinen Füße wieder Boden unter sich spürten, flitzten sie los. Hinauf in das eigene… [Weiterlesen]
  • Arlassia schlug die Augen auf und blinzelte. Irgenwie fühlte sie sich beobachtet und als der Traumschleier sich zur Seite bewegte, blickte sie in ein Paar haselnussbraune Augen. Da saß ihr kleiner Schrecken im elterlichen Bett und starrte die Mutter regelrecht wach. Die schwangere Frau zog die Decke über den Kopf, es war doch noch viel zu früh. Draußen war gerade die Sonne über den Horizont geklettert und der morgendliche Dunst verzog sich nur langsam. Röschen protestierte, indem sie ihrer Mutter die Decke wieder vom Gesicht zerrte. "Is hab gesehn, dass du wach bist, Mama!" empört war das Stimmchen des kleinen Wonneproppen und Arla kam nicht umhin leise zu lachen. "Röschen, was ist los? Es ist noch viel zu früh. Konntest du nicht mehr schlafen?" Arla schob sich im Bett nach oben und sah die dreineinhalbjährige Rosalie an. "Hast du schlecht geträumt?" Sie breitete die Arme aus und Röschen krabbelte hinein, kuschelte sich an die Mutter und schüttelte vehement den Kopf. "Nein, hab gut[Weiterlesen]
  • Schnaufend richtete sie sich auf. Kurz musste sie den Rücken durchdrücken und sich etwas strecken. Es war anstrengend. Anstrengender als es in ihrer Erinnerung war. Sie war ja auch schon dicker, als sie es damals bei ihrem ersten Kind war. Die Hebamme hatte gesagt, es sei ganz normal und es ginge vielen Frauen so, die bereits ein Kind auf die Welt gebracht hatten. Es beruhigte sie aber kein bisschen. Nicht im Geringsten, nein. Rosalie war schon so ein kräftiges Kind gewesen. Was war, wenn das Kind unter ihrem Herzen noch kräftiger war? Daran wollte sie lieber nicht denken. Es dauerte noch Monate...

    Sie schob den Korb mit der sortierten Säuglingswäsche zur Seite und zog den nächsten heran. Vieles war noch gut und es würde die erste Zeit reichen. Das was Rosalie abgetragen hatte, lag auf einem großen Haufen.

    Insgesamt war es ein wenig chaotisch in dem kleinen Haus in der Melandru-Hochstraße. Chaotischer als es ihre Art war, doch der bevorstehende Umzug und die Renovierung des neuen… [Weiterlesen]