Artikel von „Ovy“ 51

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  • Neu

    Kleiner Orrianer

    Strand befriedet
    Leiberhaufen schwelt
    Niemand mehr
    vom Untod
    gequält.

    Als Asche nun ins Land geweht
    werden sie zum Blumenbeet.

    Es raschelt tief in Sand und Algen,
    graues Händchen
    greift nach Luft
    ein zweites,
    dann ein Köpfchen
    ein Bubengesicht
    wie aus der Gruft.

    Als ob es erst noch Laufen lernt
    das Bübchen wackelt auf mich zu
    in meine Arme,
    drück' es an mich.

    Ein Blumenbeet
    das wirst auch du. [Weiterlesen]
  • Spiel der Könige

    Farlif musste keinen knorrigen Finger rühren, als die Körper der Untoten in ihren Kühlkisten zum Frachtschiff getragen wurden. Der orrianische Strand war gesäumt mit kleinen Booten, die das mächtige Schiff mit dem Ziel Löwenstein beluden. Früher hätte er selbst mit angepackt, aber bald würde er im Status eines Magisters sein, wieso nicht schon mal an die Macht der Delegation gewöhnen?
    Sein gelb fluoreszierender Blick folgte dem liegenden Körper des über zwei Meter hohen Kriegers. Er mochte ihn besonders, er war sicher ein Soldat mit hohem Rang gewesen, ein Held. Zu schade, dass man ihm die Schulterpanzer abmontiert hatte, aber das war der Preis gewesen, ihn überhaupt für die Sammlung zu bekommen. Ansonsten war der Kadaver sehr gut erhalten, ein Musterbeispiel dafür, wie Drachenmagie die Lebenden verformen konnte. Hoffentlich interessierte man sich im Hain auch so sehr für seine Ausstellung wie er selbst.
    „Farlif! Komm' mal ganz schnell her!!“, rief eine Stimme… [Weiterlesen]
  • Der letzte Engel

    „Bleib' hier Engelchen, ich mach's kurz!“, höhnte die dunkle Gestalt und warf bald einen Schatten über das geflügelte, uralte Geschöpf.
    Es wälzte sich im nassen Sand, eines Flügels beraubt, geprügelt, kroch durch das seichte Wasser, mit hilflosem Gesten nach dem Strand greifend.
    Die dunklen, dreckigen Invasorenstiefel stampften durch den Schlick.
    Die Invasoren hatten all seine Untertanen gepfählt, hatten ihnen das Land weggenommen, stetig aber unaufhaltsam.
    Der Stiefel drückte auf den Nacken. Mit dem letzten Flügel wollte er nach dem Feind schlagen, doch grobe Hände packten ihn in der Bewegung und rüttelten, rissen ihn brutal aus. Ein letztes Mal bäumte der Engel sich auf, dann setzte der Henker die Axt an, holte aus...
    Aus seinen Augenhöhlen würden Blumen wachsen.
    Der Kopf, der aus seinem Rücken ragte, wurde abgetrennt. Einen Augenblick später verlor er auch den zweiten Kopf.

    Sie rammte die Axt in den Schlick, trat den Leichnam der geflügelten Bestie grob in… [Weiterlesen]
  • Frühstück mit Roy



    Orr, 1331, Zaubersängerlände

    Roy war froh wieder auf Algen zu laufen, so sehr sie auch stanken. Sie würde den feinen Strandsand aus den Eisenstiefeln klopfen müssen. Die waren in den letzten fünf, sechs Jahren nicht dichter geworden...
    Inzwischen spürte sie es schon von weitem, wenn da ein Untoter unter dem schwarzen Algenteppich lag. Die kamen da eh nicht wieder raus. Mit einem Eisenstiefel im Genick war das schnell erledigt. Die anbrandenden Wellen der orrianischen See waren ruhig, kein Untoter war in den letzten Tagen herausgekrochen. Vielleicht sahen sie langsam ein, dass ihre Zeit dem Ende zu ging. Sie waren Relikte, aus der Zeit gefallen. Wie sie selbst. Sie lachte keuchend auf. Wie sie da rummarschierte, in voller Montur. Als würde sie gleich in Arah einfallen. Sie nahm den Helm ab, hängte ihn an den Rucksack und rieb sich über den kahl geschorenen Schädel. Wie man es halt so trug in Orr. Einige Meter weiter ragte ein grauer Kopf aus den Algen, dessen
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  • Willkommen in Orr

    Funken spritzten und Knochen splitterten, als ihr Streitkolben auf den brennenden Schädel traf, welcher in hohem Bogen aus dem matschigen Spielfeld flog, durch die dichte Regenwand – und rauchend wie ein Meteor in den Schlamm krachte. Direkt neben die Leiche eines untoten, etliche Meter langen Riesen.
    Roy rannte los, so gut es ging durch den tiefen Morast und der schweren Rüstung. Sie würde zwei, vielleicht drei Stationen erreichen, bevor Sy den Kopf in seinen Krallen hielt. Der Charr rannte in die nasse Dunkelheit hinaus, zum schwelenden Schädel. Eine Leuchtgranate aus einem Mörser erhellte das Feld. Sys Bein ging es wieder besser. Die anderen in seiner Mannschaft hoben die Flaschen und Krüge, gluckerten los.
    Und da hatte er ihn.
    Sie setzten die Trinkgefäße ab, Roy blieb an Station drei stehen. Der Orrianer war von der Markierung gerutscht, sie hievte ihn wieder drauf. Die Markierung war ein Klappstuhl in Norngröße.
    Marni warf den nächsten Orrianerschädel
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  • Auf einer Moaranch im Königintal

    „Sieh dich um, Milli.“, sprach Marik.
    Der Kopf des prächtigen, pinken Moa ruckte zu seinem Züchter, ein Schnattern folgte, dann erkundete das Tier das Innere der Scheune, die es jeden Tag gesehen, aber nie betreten hatte.
    Sie war nun also wirklich weg. Die Scheune hatte Jaroyesh leer und sauber hinterlassen, das Geld des Klerus für ihre geplünderten Schätze eingeheimst.
    Kein Boxsack mehr, keine Rüstungsständer, keine Waffen, kein Besteck mehr in Einmachgläsern. Alles in ihr neues Iorgahaus verfrachtet. Für den 'Schutz', den sie ihnen durch ihre Anwesenheit gegeben hatte, hatten sie sie durchgefüttert. Und sie aß nicht wenig.
    Das war nun vorbei.
    Jetzt war sie sogar wieder nach Orr gegangen. Dort passte sie viel eher hin als auf die Ranch.
    Orr, Orr, Orr...er hatte es nicht mehr hören können, ständig wollte Thomi ihre Geschichten erzählt bekommen. Es waren keine schönen Geschichten, keine Geschichten für Kinder, besonders nicht für so ein simples
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  • 1325 N.E.

    „Pass schön auf, Mama!“, sagte Yeshi und drückte ihre in Messingfarben gerüstete Mutter. Die einäugige Löwengardistin strich Yeshi das ungebändigte schwarze Lockengewühl aus der Stirn und drückte ihr einen Whiskeyschmatzer auf.
    „Na deswegen fahr ich ja da hin!“, lachte Mama in ihrer kehligen Kettenraucherstimme, bei der Yeshi sich so geborgen fühlte. Ihr Whiskey- und Tabakatmen mischte sich mit der frischen, salzigen Seeluft und dem abgestandenen Algenduft des Steges. Mama sah hoch zum Löwengardeschiff, als ein Norn ungeduldig etwas herunterrief. Sie nickte knapp, winkte ab.
    „Keine Ruh' die Leut'!“, brummte Mama und grinste, als eine Möwe das bestätigte. Sie steckte sich noch ein Pfeifchen an und klemmte es zwischen die Zähne.
    Yeshi strahlte, sie durfte Feuer geben.
    „Also Schnuffel...du kommst zurecht allein?“
    Yeshis nickte eifrig. „Klar, wie immer halt.“
    „Kein' Quatsch essen, gelle Mausi?“
    Yeshi nickte.
    „Und denk' dran die Wäsche zu machen, ja? Also auch aufhängen.“
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  • Fütterung der Bestie

    "Marik, bring' ihr was zu essen...", murmelte seine alte Mutter, stapelte die beiden übrigen Töpfe vom Herd und drückte sie ihm in die Hände.
    Marik nickt zögerlich, dann schmunzelte er seinen vier Kindern zu, die nach dem Abendessen schon auf dem Weg ins Bett waren.
    "Ich...bin gleich zurück!", verkündete er.
    Elena tapste herüber und hielt ihm die Tür auf.
    "Danke Spatz..."
    "Lass dich nicht essen Papsi!!", rief sie ihm kichrig nach. Er schüttelte schwach den Kopf.
    Thom war aufgesprungen und lief zu seinem Papa. "Papsi kann ich mit!"
    Wieder schüttelte er den Kopf.
    "Nein, nein, geh' schlafen, Thomi..."
    Marik trat aus der Tür des Bauernhauses und ging vorsichtig, Schritt für Schritt, die Steintreppe hinunter.
    Es war schon dunkel geworden. Sollte er sich nicht lieber eine Laterne holen...? Es würde schon gehen. Sein Blick fiel auf die älteste Scheune der Hofstelle. Er kannte den Weg doch auswendig. Früher, als sie noch Kühe gehabt hatten, war er dort oft gewesen.
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  • Yejshuka Bahyrafi war eine stolze Soldatin Amnoons, auf einer Selbstmordmission tief im Herzen von Palawa Jokos Wüstenreich. Mit ihren beiden Geschwistern war sie in Jokos Palast eingedrungen und in einen Hinterhalt geraten.„Waaah!“, rief die untote Mumienwache, mit einer Bandage umwickelt war der Kopf.
    „Buuuh, graaah!! Für Joko!!“, plärrte ein anderer, der einen gelb bemalten Raptorschädel auf dem Kopf trug. Ein dritter hatte einen korbartigen Helm auf und wurde von ihren Geschwistern niedergestreckt. Yejshuka drosch mit ihrem Stock auf den Mumienwächter ein.
    Da traf sie ein Stein an der Schulter!
    Es war gemein gewesen einen Stein auf sie zu werfen, aber sie war ja immer fair. Sie fiel auf den Rücken, den Stock schützend vor sich, als die Mumie über sie herfiel. „Gaaahh ich eeesse diiich!“, verkündete er und haute mit seiner Keule nach ihr. Sie kickte ihn in den Bauch und prügelte mit dem Stock in die Seite.
    „Argh...“, ächzte er und rollte leblos von ihr.
    Ihre Geschwister waren schon… [Weiterlesen]