Artikel von „Carcair“ 5

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  • Der Wald gefiel ihr nicht, befand Gavra am zweiten Tag ihrer Reise. Auch wegen Bluthetzer. Die Hyäne verhielt sich unruhig, schnüffelte viel und schlief wenig. Die brüchige Straße durch den Dschungel lag still vor ihnen, geradezu ausgestorben. Das mochte an den Überfällen liegen – doch Gavra selbst war überzeugt, dass es an den trägen, stinkenden Schwaden lag, die aus dem Sumpf aufstiegen. Nur die schlimmsten Skalbrutgruben konnten mit dem Duft konkurrieren. An diesem Ort vermisste Gavra die harten ascalonischen Winter.

    Die vereinzelten patrouillierenden Löwengardisten wirkten angespannt, obwohl sie von keinen weiteren Angriffen gehört hatten. Abgesehen von Trollen. Stinkenden, fressenden Dschungeltrollen.

    Gavra wusste nicht, was sie suchte. Das war nicht ungewöhnlich, aber es machte ihre Arbeit nicht einfacher. In dem provisorischen Außenposten voller Moskitos, Schlamm und fauligem Holz hatte ihr niemand weiterhelfen können. Es gab keine Anwohner. Niemand… [Weiterlesen]
  • It may be the wrong decision, but fuck it, it’s mine.
    ⁅ Mark Z. Danielewski ⁆

    Warnung! Diese Geschichte handelt nicht primär von Hunden :P





    1333 n.E.


    Er wandte seine Hand ein kleines Stück. Die Fasern waren an mehreren Stellen so tief durchtrennt, dass er die Finger nicht mehr richtig krümmen konnte. Seine Pläne waren nichtsdestotrotz, sie schon morgen wieder einsetzen zu können. Was war ein Leben ohne ehrgeizige Ziele?

    Nach dem Auswaschen waren seine Hände zu blutig, um die Verletzungen wirklich beurteilen zu können. Aber gründliche Reinigung war nunmal der erste Schritt zur Heilung. Es hatte wirklich eine Menge Dreck in den Wunden geklebt. Und bei den Nebeln wie sehr er keine Pilze an den Fingern haben wollte.

    Er atmete aus und ließ den Arm wieder zurück auf seinen Schenkel fallen. Die Tinktur betäubte die Schmerzen gerade, nun galt es noch die Behandlung geistig gesund zu überstehen.

    „Du kannst sie ruhig streicheln“, ermunterte der Heilkundige ihn… [Weiterlesen]
  • That’s the thing about spies. Most of the secrets we keep are from each other.
    Ally Carter






    1333 n.E.



    Die Taube saß schon den halben Tag dort. Die Wirte hielten sie ohne Zweifel für einen verwirrten Kurier, einige hatten versucht sie mit Gefuchtel und ‚Schu! Schuuu!‘ davonzuscheuchen. Doch das Tier thronte unbeeindruckt hoch oben auf der Ranke über dem Tresen, wo es den perfekten Überblick über den gesamten Schankraum hatte. Für die rufenden Sylvari hatte es nur einen kühlen Blick übrig, und so ging die Sorge weiter, dass gleich Vogeldreck in der Suppe des nächsten Gasts landete.

    Ja. Die fehlende Scheiße war verflammt verräterisch. Aber das schien niemandem aufzufallen.

    Carcair fühlte selten Nervosität. Aber er fühlte umso deutlicher die schwarzen Knopfaugen des Vogels auf seinem Rücken, seit Stunden, starr, bohrend, ausdruckslos. Er mochte das Gefühl nicht.

    Der Abend verlief wie jeder andere. Vielleicht servierte Carcair ein paar der Nachtschwärmer zu forsch ab, doch… [Weiterlesen]
  • Anzumerken ist, dass die Menschen entweder geködert oder vernichtet werden müssen. Für geringfügige Beleidigungen rächen sie sich; bei schwerwiegenden sind sie dazu nicht in der Lage. Jede Verletzung muss also so zugefügt werden, dass die Angst vor Rache gleichzeitig eliminiert ist.
    –– Machiavelli ––






    1324 n.E.


    Carcair sah sich um. Diese Position war nicht direkt schlecht – er konnte die Straße überblicken, über die sich die anderen bewegten. Felsen, Bäume, regennasse Blätter, ein paar einzelne Rufe exotischer Vögel. Leider verdeckten die Bäume und Felsen auch stellenweise den Blick auf den Pfad.

    Er zog eine Schnute, während er sich positionierte. Seine Befehle hinderten ihn daran, sich einen besseren Ort zu suchen. Zu viel Anleitung hatte ihm schon bei den Hainhütern geschadet. Vielleicht brauchten die anderen Dummköpfe jemanden, der ihnen alles mit kleinen Löffeln fütterte – Carcairs Effektivität behinderte es nur.

    Aber damit musste er sich arrangieren. Zumindest heute.… [Weiterlesen]





  • 1324 n.E.


    Carcair keuchte. Es war nicht wirklich zu verhindern. Menschen mochten weich und schwach sein, aber sie waren schwer. Schwerer als ein vergleichbarer Sylvari zumindest. Vermutlich lag es an dem Fett, das sie ansetzten. Weiches, wabbeliges Fett, weiße Fäden im Fleisch, die zwischen den Zähnen stecken blieben wenn man versuchte es zu essen. Ekelhaft.

    Kurz gesagt, Menschen waren furchtbar. In jeder Hinsicht. Carcair verachtete Menschen. Ihr Fleisch war nicht nur weich und verletzlich, sondern auch noch durchscheinend, sodass man all die widerlichen Farben unter der Haut ausmachen konnte: Rotes Blut, gelbe Sehnen, grüne Adern. Urgh.

    Noch dazu gab es keine charakterliche Eigenschaft, die er an Menschen schätzte. Sie waren heuchlerisch, schwach, beschränkt; sie waren Tiere, die sich in ihren eigenen Exkrementen wälzten. Carcair schätzte den Pragmatismus der Charr, die Effizienz der Asura und… nun, Norn waren eigentlich fast so dämlich wie Menschen. Aber wenigstens… [Weiterlesen]