Artikel von „Ragna-san“ 8

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  • Langsam und in Erinnerungen versunken verlies die Rabin wieder die große Halle, um von der obersten steinernen Treppenstufe den Blick über das verschneite und zum Teil vereiste Nordheim schweifen zu lassen. Von dort konnte man nahezu über das gesamte Dorf blicken. Es war eine Festhalle, die gleichzeitig einem Wachturm gleich kam um alles im Auge behalten zu können. Aber niemand war in diesem Dorf auf Streit aus. Fraja wob ihre Gedanken erneut in Erinnerungen, dachte an den letzten Streit der zwischen um einem anderen Jungen des Dorfes entfachte. Sie stritten darum, welcher ihrer Pfeile eines Holztiers am nächsten war. Björn, so war der Name des Jungen, war sich ziemlich sicher, dass er den Holzeber am ehesten getötet habe, galt er als Sohn eines talentierten Jägers doch als Favorit. Fraja hingegeben war sich ziemlich sicher, dass ihr Pfeil es war, der das Tier zur Strecke gebracht hätte. Jung und Wild wie beide waren, gerieten sie einander und teilten gegenseitig Schläge… [Weiterlesen]


  • Sie hatte gerade die letzte Wunde behandelt, welche Astrid durch den Eisdorn erleiden musste. Qualen musste die Jungnorn, denn nicht der Angriff, sondern die Heilung war eine unerträgliche Tortur, welche selbst den stärksten Norn lahm legte. Aber der Blondschopf blieb tapfer, selbst wenn ihre Augen von Tränen gezeichnet sind und Fraja deswegen im Affekt anfauchte. Die Schamanin bewunderte ihre Tapferkeit, während der ganzen Behandlung. Drei Eiswunden musste sie versorgen, dreimal die Wunden mit einer Feuersalbe ausbrennen, damit die Verderbnis nicht auf ihr Herz überschlug. Derweil hielt Juno Wache, würde Fraja und Astrid rechtzeitig warnen wenn isch weitere Eindringlinge näherten. Aber es blieb zum Glück bei leichten Schneefall und einigen Dolyaks und Hirschen, welche am entweihten Rabenschrein vorbei kamen. Unermesslich gloderte Fraja's Wut, als sie erneut auf den vereisten Raben hinab sah, getötet durch einen wild gewordenen Sohn Svanirs. Gemeinsam konnten sie ihn zu… [Weiterlesen]


  • Verschneit war der Pfad, dem sie schon seit Tagen gen Norden folgt. Fern war das Ziel, welches Fraja auserkoren hatte. Es muss nun schon eine Woche vergangen sein, als sie von Hoelbrak aus aufgebrochen war, um sich auf den Weg in ihre alte Heimat zu machen. Sie war noch ein Mädchen, fünfzehn Winter jung, als sie ihre Heimat verließ und eben jenen Pfad nutzte um zweiter gen Süden zu wandern, bis sie in Hoelbrak ihr neues Zuhause fand. Bei Karur, ihrem Lehrmeister der ihren weiteren Lebensweg als Rabenschamanin an dort begleitete.

    Nun ist sie vierzig Winter alt und der Pfad kam ihr selbst nach 25 verstrichenen Jahren immer noch vertraut vor, fast als hätte sie ihn jeden Tag beschritten. Verschneit war jener seit jeher und der Schnee knarzte unter jedem ihrer Schritte, drückte den Stiefelabdruck in jenes Weiß. Der herabfallende Schnee umspielte nur sanft ihr Gesicht. Die Flocken kamen einem streicheln gleich, immer wenn sie ihre Haut berührten. Das machte für Fraja den Weg nur… [Weiterlesen]
  • Wo bist du nur,
    du Rabe den ich einst fand.
    tragtest mich auf eine Spur,
    die meinesgleichen Glück entbrandt

    begleitet hast du mich,
    durch dunkle Pfade Tag und Nacht.
    schütztest mich vor dem Stich,
    der Schmerz und Kummer entfacht.

    Bring nach Haus mein unruhig Herz,
    auf dass ich Ruhe verspür,
    Nimm von mir, all meinen Schmerz,
    wenn ich dich so sanft berühr

    Beschütz die nächsten, die ich liebe,
    ob im Herzen, oder meiner Nähe
    Es gibt sonst nichts was mir noch bliebe,
    außer das Glück, dass ich dann sähe
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  • Wo ist er nur? Der Traum den er einst in Händen hielt. Davongeflattert wie ein bunter Schmetterling, dessen ziel die nächste Blume war. Jene die ihn vor dem Übel dieser Welt schützen soll. Denn dort soll er keinen Kummer verspüren und kein Leid soll ihm wiederfahren. In dieser schützenden Blume …
    Sein Traum, er war so nah und doch so fern. Der Stern den er in Händen hielt, so fern durch den Wahnsinn dieser Welt. Es war als hätte man ihm etwas geraubt, dass er am liebsten nie los gelassen hätte … nie zugelassen hätte. Aber doch blieb ihm keine Wahl den Stern ziehen zu lassen. Dort wo er sicher war und sich sicher fühlte. Fern der Welt des Wahnsinns und der schwere.

    In dieser Welt blieb Lennhardt zurück. Eine Welt aus welcher er nicht flüchten kann, gebunden durch einen Titel, der seinen Namen bekleidet. Fluch und Segen zugleich. Eine reine Formalität, die Macht ausdrücken soll, aber zugleich ihn auch bedrückt. Schweren Herzens dachte er an den Stern, den er gehen lassen musste… [Weiterlesen]


  • Diese vertrauten, hölzernen Wände kamen Fraja nur sehr gelegen. Nicht nur weil auch sie ausnahmsweise Ruhe nach einer harten Wanderung brauchte, sondern weil es schon wieder viel zu lange her war, als sie der Halle des Raben beiwohnte. Die Erleichterung war ihr ins Gesicht geschrieben. Aber nicht lange sah sie sich um. Sie hatte Gefährten bei sich, die auf die Hilfe der Halle angewiesen waren. Schnell führte sie ihre Begleiter zum rechten Flügel. Einige Felle waren auf hölzernen Bettgestellen bereit gelegt. Jeder von ihnen erhielt sein eigenes. Jeder von ihnen hatte die Ruhe nötig. Geborgen unter den schützenden Schwingen des Raben, sollte ein jeder seinen ruhigen Traum finden. Nur für die Schamanin war noch nicht an Ruhe zu denken. Es galt noch über eine geschundene Seele zu blicken. Jene des Asuras, dessen Körper von seinem eigenen Anzug fast zerfressen wurde. In den Händen der Norn wirkt es fast schon als trage sie ein schlafendes Kind in ihren Armen. Langsam legte… [Weiterlesen]
  • Niemand weis, woher sie kommen. Niemand weis, wer sie sind. In Märchen existieren sie zu Hauf. Oftmals sagt man, dass sie jemanden zu ihrem Schicksal führen. Andere sprechen davon, dass sie ein böses Werk seien. Es entbrannte oft ein Kampf über ihre Existenz. Dargestellt werden sie als Wunderschön in reinem weißen, azurblauem Licht. Fröhlichkeit spiegelt sich in ihrem Geist. Flatterhaft wirken sie in ihrer Gestalt. Nach außen hin starke, schemenhafte Wesen. Schenken ein Gefühl von Geborgenheit. Ein Gefühl des Glücks und der Freude ... Aber verborgen vor aller Seelenspiegel vermag niemand das innere des Irrlichts zu sehen. Zerbrechlich wie all jener Mensch, wenn sie Tränen vergießen. Den Schmerz der leidenen gefressen, zerbrechen sie innerlich wie gebrochenes Glas. Und nie wird man ihnen für danken können. Niemals einen Hauch der Schmerzen nehmen, welchen sie für uns ertragen. Denn sie bleiben Geister, die umher irren. Die uns klar machen was wichtig ist im Leben. Uns… [Weiterlesen]