Artikel von „Rion“ 34

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • „Mein liebstes Kind,

    ich hoffe Lord Calberyan sorgt gut um dich und deine Geschäfte. Ich hoffe er lässt dir Luft zum atmen und wenn nicht, bin ich mir sicher, dass du ihm längst die Grenzen aufgezeigt hast.

    Die Luft außerhalb von Kryta ist herrlich. Wir sind in den Zittergipfel und ich schreibe dir aus dem Gehöft des Solberg-Clans. Falls du jemals hier sein solltest... iss nicht dein Eintopf.. tu es einfach nicht. Ich vermisse den Süßschnabel-Kaffee und die Abende mit dir, aber ich bin mir sicher, dass du alle Schwierigkeiten meistern wirst.

    Hatten Aedan und du bereits Zeit wieder anzubandeln? Ich hoffe ich habe nicht Dhuum persönlich heraufbeschworen mit der Verteilung meines alten Besitzes. Ich dachte nur, es wäre das Beste, wenn die fähigsten Menschen die ich kenne, das Kommando über diese Besitztümer erhalten würden.

    Wie dem auch sei, Marlene. Ich schreibe dir ja nicht um dich mit Sorgen zu beladen. Ich bin mir sicher, dass du mit deinem Charme, Witz und Eleganz deine neuen
    [Weiterlesen]

  • Widerwille hatte sich im Gesicht des Kerkermeisters breit gemacht, als die Herrschaften mit ihren Bürgschaften und ihren Beweisen für die Unschuld der inhaftierten Personen auftauchten. Man hatte das Ziel endlich erreicht die Hexe einzusperren und jetzt sollte es wieder entrissen sein? So einfach.

    „Schert euch zu Grenth, hier wird nicht gebürgt.“ blaffte der ältere Herr die Gruppe an, ehe schließlich Marlene einen schweren Ordner mit Unterlagen überreichte. „Mein Herr, ich bitte euch lediglich um die Prüfung dieser Akten und mein Wort. Dass ist wahrlich alles.“ Der Kerkermeister murrt lautstark während er den Ordner öffnete und die ersten Seiten zu lesen begann. „Was denn.. ich lese.. jetzt schert euch.. das dauert länger.“

    •••

    Addison hob das Haupt an, als die ersten warmen Sonnenstrahlen seit Tagen ihren feuerroten Kopf küssten. Die Lippen hatten ihr kräftiges Rot verloren. Das Haar und die Kleidung ungewaschen und die letzte Tage standen ihr ins Gesicht geschrieben. „Wir[Weiterlesen]
  • Die cremefarbenen Absätze ihrer hochhackigen Schuhen klackerten leise, als die die Stufen des Anwesens in der Trauerweidengasse hinab schritt. Sie richtete sich eher beiläufig das Monokel vor dem Auge und strich sich eine der roten Strähnen vor dem Gesicht hinter ihr Ohr. Der bernsteinfarbene Schmuck blitzte in der müden Frühlingssonne leicht auf, während sie abwartend den Blick auf die Straße vor sich legte. Das alte Berlinghan-Anwesen stand inzwischen leer und auch das Leben aus ihrem alten Stadtsitz war inzwischen verschwunden. Addison lächelte sanft, als sie die Pferde der Lady Blackworth vorfahren sah. Voll freudiger Erwartung drückte sie ihre Hände feste gegeneinander, und als die Hochwohlgeborene aus der Kutsche entstiegen war, lächelte die Fürstin knapp auf. “Lady Blackworth, ihr seid früh dran.“ „Verzeiht, ich dachte es würde länger dauern aber da muss ich mich getäuscht haben.“ Die ältere Dame lächelte ebenso und richtete ihre Hut, während der Blick genau das Anwesen vor… [Weiterlesen]
  • Ihre behandschuhten Finger strichen sanft über die Stelle des Grabes, an der bis vor kurzem noch sein Name klar und deutlich angebracht war. Addison seufzte leise und schüttelte das Haupt, als sie leise Schritte hinter sich vernahm. Eingehüllt in einem dicken, braunen Mantel und mit einem grünen Schal um den Hals blieb der ältere Herr hinter ihr stehen und lächelte matt auf. “Addison.“ hallte seine Stimme über den Platz, während er einen Schritt auf sie zuging. “Ich dachte du ziehst es vor so weit wie möglich von mir fort zu sein?“

    Ihre Knie versagten und mit einer Hand am Stein stützte sich die Fürstin ab. Die kalte Luft schnürte ihr den Hals zu, als der Hall seiner Schritte bis zu ihrem Ohr vorgedrungen war. Sie war schon lange nicht mehr Herrin ihres eigenen Körpers gewesen und jeden Schlag den sie in den letzten Jahren wegsteckte forderte nun seinen Tribut an ihr. “Du weißt, dass es kompliziert ist. Ich habe mit meiner Schwester gesprochen.“ „Und.. rät sie dir noch immer[Weiterlesen]
  • Die Luft in den engen Korridoren des vaabischen Walls drückte schwer auf ihre Lungen. Mit aller Kraft schob sie einen der Zentaurenknochen, die vorher zur Anbringung von Laternen die Wände zierten, zwischen die Griffe des Tors, ehe sie erschöpft vor diesem auf die Knie ging.

    “Das wird die Erweckten nicht ewig abhalten können, Vater. Wir müssen zu den Fremdlingen zurück, sie finden hier nie wieder alleine heraus.“ Calliope sah sich in dem kleinen Raum um, offensichtlich war er ein Verbindungsstück zwischen mehren Gangabschnitten des Walls gewesen. Chioke, ein älterer Sonnenspeer in weißer Rüstung, stand an eine der Wände gelehnt und hielt sich mit schmerzerfülltem Gesicht die Hüfte. “Vater, dich hat eine der Mondsicheln erwischt.“ „Ich weiß. Geh und finde die Fremdlinge, ich bleibe zurück und versuch den Weg nach Vaabi zu sichern.“ Calliope schüttelte das Haupt und riss den Ärmel ihres Hemdes in zwei, das dreckige Stück Stoff ihrem Vater darreichend. “Ich kann dich nicht[Weiterlesen]


  • Leise tropfte der Regen an die Scheiben der Redaktion des Frack&Rocks. Mühseelig und mit zitternder Hand schob die kleine, canthanische Frau die Türe auf und sah sich mit Tränen gefüllten Augen um. Ihre Schritte halten durch den Saal, ehe sie schließlich am Schreibtisch ihrer ermordeten Freundin und Chefredakteurin stehen blieb und mit den Fingerspitzen über die Tischplatte strich. Nach und nach traten weitere Personen in die Redaktionsräume, alle hatten sie ihre Wintertagsvorbereitungen liegen lassen, als der Mord an ihrer Freundin die Runde in der Stadt machte. Das gewaltsame Ableben von Alejandra Sanchez hatte ihre Freunde und Kollegen fest im Griff und keiner von ihren merkte, wie das Türglöckchen erneut klingelte und die letzte, fehlende Person der Redaktion eintrat.

    Ihre hohen Absätze hallten auf dem Holzboden, während der hellgrüne Mantel sich sanft um ihren Körper legte. Knapp strich sie sich eine der roten Locken aus dem Gesicht und zupfte an ihrem grünen Haarband,… [Weiterlesen]
  • “Und es geht wieder los, jetzt muss sie wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.“
    “Fühlt sich ja fast so an, als würde ich auf dem Scheiterhaufen stehen. Na los, zünd mich an.“


    “Muss ich mir seinen Namen merken oder ist der Armschmuck wieder nur für einen Mond??“
    “Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Lass ihn in dem Glauben, dass er mich retten würde. Bitte.“



    “Du hast ihn mir weggenommen und dich nicht einmal dafür entschuldigt.“
    “Wenn es so böse war, warum fühlt es sich dann so gut an?“




    Die schlanken Finger zogen den Lippenstift über den Schminktisch. Ein kurzer, prüfender Blick auf die Farbe, ehe sie den Stift ansetzt und damit ihre schmalen Lippen in ein tiefes Rot tränkte. Marlene war die letzte, der sie diesen Stift anvertraute und nun war sie fort, wie so viele andere in ihrem Leben auch. Aedan, Dorian, Lawrence und sogar ihre eigene Schwester. Sanft strich sie eine Strähne zurück hinter das Ohr und gab sich weiter der täglichen Routine vor dem Spiegel hin.



    “Du[Weiterlesen]
  • Ruhig senkte sich ihr Brustkorb, während die Flammen im Kamin knisternd um das verkohlte Holz tänzelte. Vergänglich flammten einzelne Funken abseits des Holzes auf und verschwanden ebenso schnell, wie sie auftauchten. Ihr Haar, verzehrend wie das Feuer selbst, schmiegte sich schmeichelnd um ihr Haupt und gab der Szene etwas beruhigend malerisches. Doch so schön der erste Anblick auch war, die leeren Flaschen und das von roten Lippen gezeichnete Glas sprachen eine völlige andere Sprache.

    Lawrence verharrte im Türrahmen des Salons und musterte die Szene mit einer Mischung aus entsetzen und schelmischer Neugierde. Er wollte gar nicht hier stehen, er wollte sie nicht sehen und noch viel weniger wollte er ihre Nähe wissen, doch als er das Licht im Salon auf der Straße wahrnahm, zog es ihn an wie eine Motte. Er und Addison waren schon lange kein Team mehr, geschweige den ein Ehepaar, wie sie es vor den Göttern noch waren. Den Blick fest auf die Frau gerichtet, die seine Gattin sein… [Weiterlesen]
  • Laurent verschränkte die Arme, während die rot gelockte Kommandeurin der Rabenwacht sich immer mehr in Rage redete. Die anderen Mitglieder der Rabenwacht hatten sich in verschiedene Ecken des kleines Raumes zurückgezogen und waren mit der Bewältigung der Erlebnisse der letzten Tage beschäftigt. “Laurent, deine absolute Fehleinschätzung der Situation hat diese Mission beendet. Vimano ist verletzt, Larmonte hat ein Trauma und Ashford ist gefallen. Ich lasse nicht zu, dass du MEINE Leute für diesen Krieg, den wir nicht gewinnen können verheizt!“ Ihre Faust knallte auf die ausgeblichene Tischplatte und die Überraschung zauberte die erste Reaktion in Laurents steifen Körper. Er zuckte zusammen und senkte das Haupt. “Von einem Taktiker und gerade von einem ehemaligen Priester des Balthasar hätte ich mehr erwartet aber du bist genauso blind und von Fanatismus getrieben, wie seine Jünger. Mit sofortiger Wirkung enthebe ich deiner Position bei diesem Kommando.“ Laurents Gesicht fiel ein und er… [Weiterlesen]
  • Semesterende 1292


    Eine beißende Mischung aus Tabakgeruch, Schweiß und zu viel Parfüm schwebte zwischen der tanzenden Menge umher, webte sich grazil um die bebenden Körper und benebelte die letzten Sinne, die nicht vom Alkohol getrübt waren gänzlich. Das Examen war bekannt für seinen muffigen Charme und den aufwendigen Feiern zum Semesterende der Pentagon. Das Kellergewölbe, dass gleichzeitig als Tanzfläche und Bühne genutzt wurde, war gefüllt mit Menschen und kein Student der etwas von sich hielt, war heute Abend nicht hier, selbst die, die nur für ihre Bücher lebten. Egal ob Bürger oder Adel, der Stand in der Gesellschaft wurde an diesem Abend mit der Garderobe am Eingang abgegeben und dicht drängte sich Körper an Körper.

    “Keine Sorgen, keine Sorgen mehr auf der Welt. Es kümmert mich nicht, kümmert mich nicht mehr.“

    Die pechschwarzen Haare der Sängerin knallte wie eine Peitsche durch die Luft, als sie den Kopf im Takt der Instrumente nach vorne schnellen ließ. In der letzten… [Weiterlesen]