Artikel von „Ayu | Luna“ 27

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  • „Dryas?“

    Eine Frauenstimme ruft leise nach dem Sylvari. Leise, aber laut genug, dass er sie hören müsste. Eine Menschenfrau stapft den Hügel mit dem halb verrotteten Gestrüpp hinauf. Ihr Blick ist suchend, sodass sie noch einmal nach dem Sylvari ruft. Plötzlich bemerkt sie eine Bewegung links von ihr und gerade als sie sich alarmiert anspannt, bemerkt sie den näherkommenden Sylvari. Seine Miene ist ausdruckslos wie immer und doch kennt die Menschenfrau ihn inzwischen gut genug, um einen Funken Frustration in seinen Augen zu erkennen. „Was willst du Melly?“ zischt er ihr zu.

    Melly mustert den Kerl. Er ist voller Erde und Dreck, was darauf schließen lässt, dass er gerade von seinem Beobachtungsposten hergeeilt sein muss. Für seine abweisende Haltung hat sie nur ein genauso desinteressiertes Schulterzucken übrig. Sie weiß es ohnehin besser. Er mag sich gleichgültig geben, aber sie weiß, dass er sein Leben für sie aufs Spiel setzen würde. Umgekehrt war es genauso. Melly,… [Weiterlesen]
  • „Ich verstehe einfach nicht, warum die Bohnen hier nicht wachsen wollen. Wir haben den Boden gründlich untersucht und es sind ausreichend Nährstoffe in der Erde vorhanden. Sie müssten hervorragend gedeihen.“

    Ayu betrachtet schweigend den Sylvari vor sich, der frustriert das Gemüsebeet anstarrt. Eine junge Asura in einer dunkelgrünen Latzhose und breitem Sonnenhut grübelt ebenfalls über dieses kleine Mysterium. Immer wieder betrachtet sie das Datenpad in ihrer Hand, ungeachtet der Tatsache, dass ihre Hände von der ganzen Gartenarbeit noch dreckig sind. Genauso wie die Latzhose, die vor allem an den Knien die ursprüngliche Farbe der Hose nicht mehr erkennen lässt. „Die Bodenanalyse hat ergeben, dass die Hauptnährelemente im grünen Bereich sind. Lediglich der Zink-Gehalt ist etwas niedrig, aber für die Bohnen sollte das immer noch genügen. Spurenelemente sind ein wenig mangelhaft, aber das können wir ausgleichen. Der pH-Wert ist laut Datenbank auch korrekt. Selbst das… [Weiterlesen]
  • Sie schließt die Augen und atmet entspannt tief ein und aus. Ganz langsam und gleichmäßig hebt und senkt sich ihr Brustkorb, während sie langsam in den Schlaf hinübergleitet. Ihre Gedanken fliegen ihr bereits voraus und beginnen das Netz eines neuen Traumes zu weben. Bilder des zurückliegenden Tages, oder vielmehr der Nacht, flimmern vor ihrem inneren Auge wieder auf. Es war das erste Mal, dass sie das verdorbene Land Orr betreten hatte. Seit so vielen Tagen waren sie nun schon hier, aber konnten nicht anlegen, solange die Scharen von Untoten noch am Strand ihr Unwesen trieben.

    Nun endlich hatte sich die Lage etwas entspannt und Zavo bat ausgerechnet sie, ihn bei einem ersten Erkundungsrundgang zu begleiten. Zum einen war sie froh, endlich dem beengten Mannschaftsfrachter zu entkommen und sei es nur für ein paar Stunden. Zum anderen war sie unglaublich stolz einen Hainhüter bei seiner Arbeit begleiten zu dürfen. Obwohl sie und Glyzavo sich schon seit Jahren kennen und sie schon… [Weiterlesen]
  • Es ist still im Hain. Ruhig und friedlich. Träge ziehen die Wolken über das Land, verdecken hier und da die Sicht auf die Sterne. Ein paar Funkler fliegen auf den untersten Ebenen des Haines umher und bringen so den Sternenhimmel in greifbare Nähe.

    Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind Geschwister von wach. Und doch ist es nachts ruhiger, als tagsüber, wenn das Leben zu pulsieren scheint. Die Nacht scheint eine Zeit der Stille und Einkehr zu sein. Die Nacht gehört den Gedanken, die man hat und die man mit niemanden teilen möchte. So langsam versteht Ayu, warum Nachtgeborene so schweigsam sind.

    Aber Ayu ist keine Nachtgeborene und auch wenn sie über die Jahre gelernt hat, ihren eigenen inneren Rhythmus zu ignorieren, so ist die Nacht nicht ihre Zeit.

    Als sie erwachte, hatte sie Angst vor der Nacht. Angst vor der Dunkelheit. Angst vor der Stille die sie nicht einschätzen konnte. Ayu hatte vor alles und jeden Angst.

    Mit der Zeit bekam sie diese Angst in den Griff. Und heute ist sie… [Weiterlesen]
  • Schwere Tropfen prasseln gegen die Fensterscheibe, als Marie ihren durchnässten Umhang ablegt und an die Garderobe hängt. Als ihre Brille anfängt zu beschlagen, nimmt sie diese mit einem leisen Murren ab und fischt nach ihrem bestickten Taschentuch in ihrer Rocktasche.

    „Du bist es, Marie. Ich hatte mich schon gewundert, wer bei diesem furchtbaren Wetter freiwillig das Haus verlässt.“

    Marie schaut von ihrer Brille zu dem hochgewachsenen Mann, der sie mit vertrauten Worten begrüßt. Sie muss ihre Brille nicht aufsetzen, um zu wissen, wer dort steht. Zart lächelt sie den viel älteren Mann an und setzt sich nun die vom Nebel befreite Brille wieder auf die Nase.

    „Als ob Wind und Wetter mich jemals davon abgehalten hätten, hinauszugehen, Vater. Vor allem dann nicht, wenn ich meine Familie besuchen möchte.“
    „Das klingt ja beinahe so, als könnten wir ohne dich nicht auf eigenen Füßen stehen, mein Kind.“ Antwortet er dann in gespielt strenger Tonlage. „Wobei uns deine finanzielle… [Weiterlesen]
  • Wütend stapft sie vor sich hin. Ohne auf ihre Umgebung zu achten, schreitet das sichtlich aufgebrachte Kätzchen durch die Gassen Löwensteins. Hauptsache weg von diesem … diesem Dreckskerl mit seinen dämlichen Witzen. Ob er weiß, dass er bei ihr einen Nerv getroffen hat? Bestimmt. Dumm ist er eigentlich nicht. Umso mehr ärgert es sie. Soll der bloß bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ohne ihn war sie in jedem Fall besser dran. Während sie an diesem frühen Abend immer weiter ohne ein bestimmtes Ziel dem Gassengewirr der Stadt folgt, knurrt sie jeden an, der sie auch nur anschaut. ‚Nur halb so hart, wie sie ausschaut…‘. Pah! Er hat sie noch nie ernsthaft wütend erlebt.

    Wütend kickt sie einen Stein, der ihr im Weg liegt, mit dem rechten Fuß davon. Als dieser mit einem leisem ‚Tock‘ gegen eine Holztür knallt und dann zu Boden fällt, wo er noch einmal um sich selbst kugelt und schließlich liegenbleibt, hält die Katze an. Leises Kinderlachen klingt ihr in den Ohren. Es hört sich… [Weiterlesen]
  • „Meinst du nicht, du musst mal etwas wegen deinen Händen unternehmen, Marie? Sie sind schon wieder ganz rot.“

    Carla sitzt auf der Theke des Wäscheregals und lässt die Beine baumeln, während sie genüsslich in den Apfel beißt. Carla ist irgendwie immer am essen. Und ausgerechnet sie darf mit Oma Luise in der Küche arbeiten. Und unfairerweise wiegt sie nicht mal ein Gramm zu viel, wie Marie immer wieder neidvoll feststellen muss.
    Sie selber hängt mit beiden Händen im Waschzuber, um die Tischdecke wieder sauber zu bekommen. Tatsächlich brennen ihre Hände sogar leicht vom Waschmittel.

    „Das liegt nur an dem Teppichreinigungszeug. Wenn du nicht gestolpert wärst und die Marmelade fallen gelassen hättest…“ murrt sie leise und legt ihre Wut als Energie auf das Tischtuch.

    „Du weißt, dass es keine Absicht war.“ Schmollt sie leise. Immerhin hat sie den Anstand Reue zu zeigen. Aber geschickt versucht sie mal wieder das Thema zu wechseln. „Hattest du nicht mal eine Creme für deine Hände?“

    „Ja,… [Weiterlesen]
  • Raue Winde wehen mir an diesem kalten Morgen entgegen. Eiskalte und salzige Luft schlägt mir ins Gesicht und trägt den unverkennbaren Geruch des Meeres mit sich. Ich mochte diesen Geruch schon immer … er versprach Freiheit und zeugt von einer Welt, die so viel anders ist, als der Dreck in dem ich jetzt lebe. Meine Schritte führen mit lautlos durch die letzte Gasse Löwensteins, bevor ich den Strand erreiche. Noch ist es dunkel… die Bewohner der einfachen Häuser um mich herum kuscheln sich noch ein klein wenig länger in ihre Decken, bevor sie aus ihrem seligen Schlaf erwachen und sich erneut dem harten Alltag stellen müssen. Doch die Menschen interessieren mich nicht. Sie waren mir schon immer gleichgültig und werden es wohl auch immer sein. Ich atme etwas befreiter durch, als ich die letzten Gebäude hinter mir lasse und den festen feuchten Sand betrete. Keine Menschenseele hier. Ich lasse den Blick auf den vom Halbmond beschienenen Strand schweifen und erblicke etwas… [Weiterlesen]
  • „Was kostet einer von denen?“

    Obwohl sie nicht angesprochen wurde, blickt die Blaue auf und schaut zu dem Fremden hinüber der ihre Schwester auf deren Farnhund angesprochen hat.

    „Moosblatt ist nicht zu verkaufen“ entgegnet die Schwester kopfschüttelnd. Die Farnhündin an ihrer Seite drückt sich liebevoll an ihre Beine und schaut vorsichtig zu dem Fremden hinauf.

    „Ich will ja auch nicht diesen kaufen. Aber ihr Hainhüter lasst sie doch von irgendjemanden ausbilden, nicht wahr? Und dieser jemand hat sicher auch nicht gegen einen Sack voller Münzen.“

    Die Farnhündin, zweifellos noch recht jung, schaut zu der Hainhüterin hinauf, als erwarte sie ebenso eine Antwort. Diese strafft die Schultern und schaut dem Fremden entgegen, als hätte dieser die Blasse Mutter höchst selbst beleidigt.

    "Farnhunde werden nicht ausgebildet, damit sie verkauft werden. Sie erwachen, um die Hainhüter bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie sind treue Gefährten der Kinder des Blassen Baumes, kein Gegenstand… [Weiterlesen]
  • *Die folgende Geschichte ist ein weiterer Auszug aus Lunas Vergangenheit und stellt Metawissen dar*


    * * *


    „Magie ist wie Luft. Sie ist überall um uns herum.
    Meist spüren wir sie nicht, es sei denn es kommt Bewegung hinein sodass ein Luftzug entsteht.
    Meist sehen wir sie nicht, es sei denn der Luftzug nimmt etwas mit sich, was wir sehen können.
    Meist hören wir sie nicht, es sei denn der Wind flüstert mit der Stimme raschelnder Blätter zu uns.
    Meist schmecken oder riechen wir sie nicht, es sei denn der Wind trägt Gerüche mit sich.

    Und doch ist die Luft da. Sie ist überall um uns herum. Sie durchdringt alles. Sie geht ihren Weg und lässt sich durch nichts aufhalten. Sie ermöglicht uns zu leben, mit jedem Atemzug, den wir machen. Sie erfüllt uns mit Energie und gibt uns Kraft. Sie trägt uns weiter, weist uns manchmal den Weg, wenn man in der Lage ist richtig hin zuhören. Sie umringt uns, durchdringt uns und spendet uns Leben, mit jedem Atemzug den wir tätigen. Ohne Luft
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