Artikel von „Luc / Zavo“ 58

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  • Damals:
    Eretheyn drehte das kleine Stück Holz in den Fingern und besah sich die Maserung genau. Er wog das Musikinstrument so skeptisch in der Hand, wie er sonst nur seine Waffen prüfte. Schließlich nickte er und legte die Flöte an die Lippen.
    Zavo seufzte hörbar aus. Es war wirklich nicht leicht seinem Bruder Geschenke zu machen. Erst recht nicht wenn die Verbindung zwischen Ihnen so stark war wie jetzt. Eretheyns Flötenspiel klang über die Pflanzenhüten Zinderhangs hinweg und sogar der Hauptmann öffnete die Fasertore, um die Melodie ins Innere seiner Kapsel zu lassen. Es könnte ewig so bleiben wie jetzt. So ruhig, so idyllisch, so sicher. Der Gedanke sich zurück ins Gras zu legen und den Klängen zu lauschen ging ebenso schnell wie er gekommen war. Unweit der Grenze zum Höflingsgebiet stand sie. Wunderschön im wenigen Licht der Sonnenstrahlen, welche ihren Blattkleid einen märchenhaften Glanz verliehen. An ihrer Seite kniete, nein krümmte sich förmlich ihr jetziges… [Weiterlesen]
  • Heute:
    Gut drei einhalb Wochen war es nun her das sie die Sicherheit des Lagers verlassen hatten. Das Rauschen des Meeres, welches die Nähe zur Küste verriet war nun schon tagelang verklungen und das einzige Geräusch, was mit Wasser zu tun hatte, war das beständige Tropfen auf kahlem Stein.
    Der kleine Spähertrupp, welcher einst seine Wurzeln in Zinderhang hatte, einem Ort voll grün und Leben, war längst zu einem Teil Orrs geworden. Nur Eucarulus gelbe Borkenfarbe machte ihn zum Sonnenfleck der Gruppe, was zum einen Nachteil, aber auch Vorteil war. Immerhin vergaß Zavo so nicht wo her er kam. Shamendere stand auf der kleinen Lichtung, umringt von den sich scharf in den Himmel bohrenden Felswänden und zeichnete seine Ritualkreise in den Sand. Die geschnitzten Runen auf des Freundes dunkler Rinde glimmten als fremdartiges Licht auf totem Land. Zavo merkte das die eigene Lumineszens zunahm und zog den Kopf tiefer in die Schultern hinab. Er wollte auf keinen Fall Schuld sein, wenn die… [Weiterlesen]
  • Der kleine Holzblock wirkte selbst in ihren Fingern grobschlächtig.
    In bunten Lettern war der Name des Kindes aufgedruckt, wobei die letzten freien Felder mit einem gelben Stern und einem roten Herz bedruckt worden waren.
    Ein typisches, einfaches Kinderspielzeug, welches an jeder Ecke in Götterfels zu finden war. Doch Rosalie mochte ihren Bausatz.
    Sie verbrachte Stunden damit Türme zu bauen, sie umzuschmeißen und erneut Dinge zu erschaffen, welche in ihrem Kopf Sinn ergaben.
    Doch jetzt hielt nicht Rosalie den Klotz in der Hand. Bevala dreht den Block erneut in den Finger, während ihr Blick auf ihm ruhte.
    "Wenn ich den mitnehme, flennt das Ding dann die ganze Nacht und lässt dich nicht schlafen?"
    Belustigung lag auf der Stimme der Frau, welche am heutigen Morgen im Kontor aufgetaucht war.
    "Nein. Sie hat noch andere."
    "Dann brauch´ich ihn nicht."
    Der Klotz flog in die Ecke, was den großen dunklen Hund dazu veranlasste kurz den Kopf zu heben.
    Ausschnaubend erhob sich das Tier, drehte… [Weiterlesen]
  • Er war knorriger geworden.
    Das dies überhaupt möglich war, hätte er selbst nicht für möglich gehalten.
    Aber der Tod um ihn herum hatte daran wohl Anteil. Wobei es wohl eher der Untod war.
    Der Boden war über und über mit den Resten des Lebens bedeckt.
    Es war schon längst nicht mehr festzustellen aus welchen Dekaden die ganzen Knochen stammten.
    Immerhin war sicher das die, an denen noch Fleisch hing, ein geringeres Zeitalter vorzuweisen hatten.
    An den süßlichen Geruch des verfaulten Fleisches hatte sich die Truppe längst gewöhnt.
    Es gab wohl keinen von den Mitreisenden der immer noch mit Übelkeit zu kämpfen hatte.
    Orr stumpfte ab. Orr machte hart. Orr machte knorrig.
    Jegliches Blattwerk auf seinem Kopf war verschwunden, hatte sich dem in einander schlingendem Holzwerk Platz gemacht.
    Es passte einfach besser. In Orr blühte wenig, bis fast nichts. Aber darum waren sie ja hier.
    Um eine Aufgabe weiter zu führen, die für ihr Volk so große Bedeutung hatte.
    Zinderhang war so weit ins… [Weiterlesen]
  • Rosalie saß kichernd am Strand und türmte noch mehr vom warmen Sand, über den Bauch der Freundin auf. Lucius war froh darüber, dass sie Meryl mitgenommen hatten, wodurch die Zweisamkeit mit seiner Frau auf sehr unkomplizierte Weise möglich wurde. Seine Frau. Diese zwei Worte zauberten ein Lächeln auf seine Lippen, als Arla im selben Moment den Kopf aus der Hütte streckte. In den Händen zwei Gläser mit kühlem Inhalt, hopste das Reh die wenigen Stufen hinab. Die kleinen Tropfen verrieten davon, welche am Glasrand hinab liefen und auf den Fingern der Liese sitzen blieben und sie zierten wie kleine Steine. Doch neben dem Glanz der beiden Ringe verblasste dieses nett anzusehende Schauspiel schnell.
    Obwohl die Schmuckstücke neu am Körper Arlassias waren fügten sie sich so gut in das Gesamtbild ihrer Erscheinung ein, als wären sie schon immer da gewesen. Arlassia lachte leise und lockte den Löwen, aus seinem wirren Gedankengang heraus, zurück ins Hier und Jetzt. Seitdem sie hier waren… [Weiterlesen]
  • Wasserperlen in deinem Haar.
    Zieren es wie feinst Geschmeide.
    Gänsehaut gleich neuem Kleid.
    Passend, wie für dich gemacht.
    Wahre Wort von Rosenlippen.
    Ein kleiner Kuss trägt große Bedeutung.
    Blicke für die Oberfläche gleiten unbeschreiblich tief.
    Himmelblau in deinen Augen, spiegeln doch nicht Firmament - trotzdem diesem jetzt so nah.
    Nicht gesucht und doch gefunden.
    Ein Herz.
    Ein Heim.
    Dich. [Weiterlesen]
  • Leise Schnarchgeräusche drangen an sein Ohr und schoben die Traumwelt aus seinem Kopf.
    Eben noch war er am Strand der Südlichtbucht gelegen mit einem Becher Rum in der rechten Hand und in der Anderen der runde, wohlgeformte Hintern der wunderschönen Dunkelhaarigen. Doch je näher er dem Erwachen kam umso schwerer und schmerzhafter wurden seine Glieder. Sie verlangten nach einem ausgiebigem Strecken, doch der Wunsch wurde ihnen schnell verwährt, als der Fuß bereits am Bettende anstieß.
    Auch konnte der den rechten Arm nicht heben. Irgendetwas hielt ihn fest.
    Die Augen geöffnet musste er ein paar Mal blinzeln, um sie an das Licht im Raum zu gewöhnen. Es war noch früh am Morgen und die Sonne schob sich noch keine Stunde durch den zarten Stoff der Vorhänge. Und noch während sich die grünen Augen ans Sehen gewöhnten, merkte er den Druck auf der Brust.
    Er wollte den Nacken heben und nachsehen was dort drückte, doch der Nacken war steif und schmerzte, als er nur minimal den Kopf vom Kissen… [Weiterlesen]
  • Die Lehne, des Stuhls, war mit der selben Polsterung bestückt, welche auch die Sitzfläche zu einem gemütlichen Platz machte. Dunkelblauer Samt wurde mit kunstvoll verzierten Nieten in einem Rautenmuster über die Polsterung gespannt und gab dem alten Möbelstück somit eine ganz eigene Art von Eleganz.
    Lucius drückte den Rücken etwas durch und kontrollierte so den Sitz der eigenen Wirbel. Als sich der Rücken gänzlich an die gemütliche Polsterung schmiegte seufzte er in seinem Wohlgefühl leise auf. Neben ihm wurde der Seufzer mit einem leisen Schnarchen quietiert. Er war wohl nicht der Einzige der von diesem Stuhl nicht mehr aufstehen wollte.
    Grüne Augen besahen sich den Raum, in welchen man sicherlich schon vor einigen Stunden gebracht hatte. Die Bitte um ein klein wenig Geduld war längst ausgereizt. Und doch störte es wohl keinen der Männer hier länger warten zu müssen. Wohin hätten sie auch gehen können?
    Die holzbeschlagene Wände trugen ähnliche Schnitzereien, welche man bereits im… [Weiterlesen]
  • Der Ärger war groß in dem sonst von Lächeln gezeichnetem Gesicht.
    Was war ihm auch eingefallen, ihr solche eine schwere Aufgabe zu geben?! War das wirklich sein ernst? Und jetzt saß er da und trank seinen Kaffee, schwarz mit ein ganz klein wenig Zucker. Er hatte sich zurück gelehnt. Er hatte es sich richtig gemütlich gemacht in dem alten Ohrensessel, welcher wahrlich schon bessere Tage gesehen hatte. Das Buch hatte er längst bei Seite geleget. Das er lesen wollte, diese Tarnung hatte er aufgegeben und nun lag seine Konzentration doch komplett auf ihr.
    Sie schnaubte leise und schielte aus den Augenwinkeln zu ihm hinüber und sofort bildete sich ein sanftes Lächeln auf den Lippen des Mannes.
    Warum machte er es denn nicht? Immerhin hatte er das Gerät ja auch mitgebracht! Er hatte das Ding angeschleppt und im ersten Moment hatte sie sich auch wirklich darüber gefreut. Es war bunt, handlich und es klapperte darin etwas - bestimmt Geschenke für sie.
    Es war also wirklich keine Frage, das sie… [Weiterlesen]