Artikel von „Luc / Zavo“ 69

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  • Sie waren im Sund angekommen.
    Yrrva und Er.
    Nur kurz, keine zwei Tage ganz teilten sie sich noch etwas Zeit in Kjerkes Dorf. Yrrva hatte ihre Aufgabe erfüllt und den Holzwolf zurück hoch in den Norden gebracht. Die Glut, oder eher der Glutleger waren erloschen. Zermatscht von Jotun und ihrer leichtsinnigen Art Probleme zu lösen. Hätte er die Hand des Jotun aufhalten sollen? Hätte er nicht "hau drauf!" brüllen sollen als sich die Gelegenheit bot? Hätte er einfach... ja was hätte er anders machen sollen? War es so wichtig das Gesicht, die Person hinter den Feuern zu kennen? Würde das helfen, oder nur die Unruhe in der Brust neu entfachen? Wie konnte jemand aus den eigenen Reihen dem eigenen Volk so etwas antun?

    Havar griff sich etwas vom frisch gefallenen Schnee und kurz stach die Kälte in den Gelenken der Finger als er sich das kühle Weiß ins Gesicht rieb. Sofort war er wieder hell wach und mit den Gedanken im vorherrschenden Moment. Es war jetzt eh keine Zeit um über Dinge zu… [Weiterlesen]
  • Nebel lag noch über dem kleinen Fluß, welcher rund um die Siedlung seine Bahnen zog.
    Groggy rannte vor Lucius hin und her, schob die Nase schnüffelnd durch das feuchte Gras und machte schließlich einen weiteren Hopser in eine Böschung hinein. Diesmal war wohl ein Grashüpfer Ziel seiner Aufmerksamkeit. Doch der Südlichtjäger fand in dem Tier einfach keinen würdigen Gegner und so schoss er aus der Böschung hinaus auf seinen Herren zu. An Luc hinauf hopsend bellte der Hund einige Male, was denn Löwensteiner auflachen ließ. "Du hast doch ´ne Macke. Rosalie schläft noch. Sie spielt mit dir wenn wir zurück sind und jetzt geh endlich pinkeln und hör auf hier auf so rumzuspinnen." Groggy blinzelte Lucius entgegen, wedelte mit der Rute und - fand den nächsten Grashüpfer den es zu jagen galt. Erneut lachte Lucius auf und schüttelte den Kopf. Die Leine locker um den Nacken geschwungen hängte er die Handgelenke in den Schlaufen ein und schlenderte so weiter, am Siedlungsrand entlang.

    Die kleine… [Weiterlesen]
  • "Du musst es mir aber versprechen!"
    Noch immer klang die Forderung der weißen Sylvari in seinen Ohren. Sonst war ihr Blick fröhlich und unbeschwert, gleich einer Jungnorn welche ihre Legende gerade erst zu formen verstand. Doch als Juno ihn darum bat war ihr Blick ernst. Vor diesem Moment hätte er nicht geglaubt das sie so schauen kann. Natürlich gab es ernst Gespräche und auch die Schreinreise war alles andere als ein freudiger Marktbesuch gewesen, aber selbst dort hatte sie nicht diesen Blick auf ihren blättrigen Zügen. Der Nornkerl blickt auf seinen Unterarm hinab auf welchem das goldene Harz den Schnitt bereits verschlossen hatte und dort nun glitzerte als wäre es ein von den Zwergen selbst geschmiedetes Schmuckstück. Diese Illusion trübte nur das eigene Blut das sich in kleinen Einschlüssen im goldenen Glanz zeigte. Dennoch musste der Kerl lächeln. Vom Arm hinauf hob sich der Blick zum Rastblatt hinüber, welche vor seinem Kamin sahs und den Kopf in den Nacken gelegt… [Weiterlesen]
  • Er stand vor dem Schrein der Leopardin.
    Er stand hier schon so lange das sich eine dünne Schicht Schnee auf seinen Schultern gebildet hatte. Die einzelnen Kristalle hatten sich verflochten und bildeten eine feine Puderdecke, welche mit einem sachten Pusten, oder einem Wedeln der Hand erneut aufgebrochen und davon geweht werden konnte.
    Den Blick empor gehoben zu der Schnitzerei, welche den Kopf des erhabenen Tieres zeigte. Leicht geöffnet das Maul, die Ohren gespitzt und der Blick wachsam nach vorne gerichtet schien es als würde das Tier jeden Moment lebendig werden und zu ihm hinab steigen. Doch das Leben hier hatte erst vor wenigen Tagen sein bitteres Ende gefunden. Frischer Schnee war inzwischen gefallen und doch wusste Havar genau, dass sich unter der weißen reinen Schicht noch immer das Blut der Tiere befand. Sie hatten ihr Leben für den Schrein gegeben. Sie hatten ihn verteidigt. Sie hatten ihn beschützt und am Ende wahrscheinlich damit schlimmeres verhindert. Ihm war fast… [Weiterlesen]
  • Lucius atmete tief ein und sog die Löwensteiner Abendluft in die Lungen.
    In seinen Armen ruhte das kleine Mädchen, welche längst zu seiner Tochter geworden war. Bald müsste sie sich den Platz auf seinen Armen mit dem Geschwisterchen teilen. Beim Gedanken an das Ungeborene füllte sich die Brust des Kerls mit Stolz. Das Gefühl wurde aber direkt wieder getrübt, als er den Blick hob und die ankommende Nacht sich bereits ankündigte und die werdende Mutter immernoch nicht daheim war. Leise grummelt der Löwensteiner, was Rosalie mit einem zerknautschten Gesichtsausdruck quittierte. Das Kind war gerade eingeschlafen und mochte vom Unmut des Vaters nicht gestört werden.
    Der Löwensteiner schloss die Terassentür hinter sich und legte das schlummernde Mädchen in ihr Bett. Es sicher zugedeckt wurde einzig dem dunklen Hund noch ein Fingerzeig gegeben damit sich dieser vor das Fenster lag. Ihm würde keiner das Kind aus dem Zimmer stehlen.
    Im Nebenraum ließ sich der Kerl in einen Sessel sinken.
    "Ich
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  • Ihre Worte klangen dumpf in seinen Ohren. Denk einfach an etwas anderes. Hör ihr nicht zu. Ihre Worte sind Gift. Immer und immer wieder sprach er zu sich selbst diese Worte, doch allein das Wippen des Netzes, in welchem er nun schon gut eine halbe Stunde hing machte ihn müde. Ebonfalke war kein Ort gewesen, welchen er gerne besucht hätte. Dennoch war er hier schon einige Male gewesen. Auch damals, während seiner Ausbildung und sogar mal mit seinem Bruder.
    "Zavo? Zavo hörst du mir überhaupt zu? Ich rede mit dir!" Sie schnippte ihm gegen die Nase.
    "Mach das nochmal und ich beiße dir die Finger ab", knurrte der Hüter ihr entgegen. Auf ihren fein gewachsenen Gesichtszügen bildete sich ein zartes, wunderschönes Lächeln. Das schwindende Licht funkelte in ihren bernsteinfarbenen Augen, als würde sich darin die Wärme speichern. Dennoch war alles nur schein.
    "Versprochen mein Goldstück?"
    "Nenn´mich nicht so. Langweilt es dich nicht mir nachzusteigen? Hast du nicht irgendeine arme Seele zu
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  • Wie dumm er gewesen war nicht daran zu denken, dass sie hier auftauchen könnte. Hatte er überhaupt noch einen Gedanken an sie verschwendet, seitdem sie sich das letzte Mal begegnet waren? Wie konnte er nur nicht an sie denken?! Sie hatte ihren letzten Besuch wochenlang vorbereitet! All die Mühen sollen umsonst gewesen sein? Sie hatte sich ihr Blattwerk neu nachwachsen lassen, nur damit sie ihm in ihrer ganzen Schönheit entgegen treten konnte. Wegen ihm hatte sie zwei Aufträge verschieben müssen und ihr Herr war darüber nicht glücklich gewesen. Immerhin waren sie sich einig darin, dass der Hüter es wert war. Eretheyn war schon vollkommen gewesen, als er den Traum durchbrach und die Erkenntnis darüber erlangte das leben Schmerz bedeutet. Glyzavo hatte ihr den schönen Bruder genommen, dessen Gesicht dem Hüter in jeder Faser glich. Also musste er dessen Platz einnehmen. Die Vorfreude an diesen Moment, wenn der Hüter endlich ihr gehören würde, ließ ihr Herz hüpfen. Sie wollte ihm… [Weiterlesen]
  • Kleine Kiesel knirschten unter seinen Schritten, als er sich fort vom Friedhof bewegte.
    Ganz egal um welches Volk es sich handelte - jedes hatte einen Ort wo es seine Toten zur letzten Ruhe bettete. Er war gekommen um einem Freund, jedenfalls nannten sie sich gegenseitig so, beizustehen. Glyzavo selbst kannte den Verstorbenen nicht. Er hatte vielleicht einmal von ihm gehört, während einem seiner Besuche in Götterfels und doch war dies für ihn ohne jegliche Bedeutung gewesen. Somit musste er sich den Namen des Mannes, welcher nun nur noch als Buchstaben in Stein gemeißelt vorhanden war, gar nicht merken. Und doch war er hier. Es war ihm gleich der einzige Vertreter seines Volkes zu sein. Glyzavo wusste nicht um die Verbindungen des Mannes, nichts von seinem Reichtum, oder Dingen welche er in seinen Lebzeiten getan hatte. Taten, Worte oder Gesten des Toten brachten ihn auch nicht nach Ebonfalke. Es war der blonde Iorga, dessen Gesicht kein Lächeln trug. Bis zu diesem Zeitpunkt… [Weiterlesen]
  • Sie stand am Herd und drückte mit aller Kraft den Stampfer hinab in die Kartoffeln. Rosalie hatte sich Kartoffelbrei zum Backfisch gewünscht und natürlich sollte der Wunsch des kleinen Schrecken erhört werden. Lucius gähnte leise, fast lautlos als er die letzte Treppenstufe hinab in die Wohnküche nahm. An den Wänden hingen neben den zu trocknenden Kräutern viele bunten Bilder des Kindes. Arlassia hob alles auf, was ihr kleines Licht mit stolzgeschwellter Brust überreichte.
    Es war sehr gemütlich hier. Warme Farben, täglich der Geruch von frisch zubereitetem Essen und das Kinderlachen, welches inzwischen in jede Diele gezogen war gaben dem kleinen Haus auf der Hochstraße seinen bürgerlichen Charme. Und doch würden sie dieses Häuschen bald hinter sich lassen. Arlassia hatte es für sich und ihre Tochter angemietet, doch dann hatte sich der Löwensteiner in ihr Leben geschlichen. Er lächelt breit als er den Zeigefinger an die Lippen hob und Rosalie, welche mit auf Groggys Decke… [Weiterlesen]