Artikel von „Motte“ 18

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  • Rurikhalle


    "... und dann war da diese Komtess mit den Katzenaugen. Sie hat geraucht, Don! Eine Edeldame, die raucht, in aller Öffentlichkeit, kannst du dir das vorstellen?" Olivia erzählte ausschweifend von ihrem ersten Besuch des Abendclubs der Schickeria und zeigte sich nun offen entrüstet.

    Ihr Bruder machte an den richtigen Stellen Hmhm und schaute nur von seinem Buch auf, wenn es sich nicht absolut vermeiden ließ. Ihn langweilte das gesellschaftliche Leben maßlos.

    "Die Patronin führte mich dann weiter. Sie ist ausgesprochen attraktiv und ihr Esprit hat mir sehr gefallen. Dann hat sie mir so einen Gockel vorgestellt, umringt von Hühnern! Doch die Patronin schien viel von ihm zu halten also gab ich ihm eine Chance. Oh! Und es gab exotische Getränke! Man servierte mir einen Eisklammsund-Cocktail, den ich mir mit einer schönen Blondine geteilt habe, die ich dann hemmungslos auf dem Balkon geliebt habe, während alle applaudierten," schloss Olivia trocken nur um festzustellen, dass
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  • Tanz der Dämonen

    OOC: Diese Geschichte ist das Protokoll eines RPs mit Harlem.
    Die Texte entspringen also zu großen Teilen auch ihrer Feder.

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    Olivia passte die goldene Stunde ab, in der das Licht im Tanzsaal am schönsten war und stellte ihr Cello auf. Durch die Fenster und das Kuppeldach drang sanft die Abendsonne. Auch dieser Raum lag in den liebenden Armen der Natur.

    "Und das war wirklich ihr Wunsch?" erkundigte sich Don etwas zaghaft, die Hand gebettet auf der Rückenlehne des einzigen Stuhls im Raum. Der Mann sah erhaben aus aber nicht glücklich.

    "Aber ja!" versicherte Olivia mit der Aura eines Engels. Sie kam ihrem Bruder nah und legte eine Hand auf seinen Brustkorb, mit der anderen strich sie ihm eine Strähne fort. "Sie möchte dich erfreuen, Don. Mit ihrer Kunst. Das ist ihr sehr wichtig. Sei nett."

    Die Vanhoven Zwillinge sprachen über Celeste Morgayne, eine Grafentochter, die gerade als Gast auf Eichenbruch residierte. Sie trat kurz nach dem Gespräch in den
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  • Viehmarkt

    "Ich habe einen Mann kennengelernt," sagte Don.

    Olivia spähte zunächst nur irritiert von ihrem Buch auf, lächelte ihrem Bruder dann aber warmherzig entgegen.

    "Oh, Don. Das freut mich so für dich. Ich habe es immer vermutet."

    "Du hast was vermutet?" fragte Don stumpf.

    "Na, dass du Männern... " Don unterbrach sie.

    "Ich habe einen Mann kennengelernt für dich," betonte er.

    Olivia's gerade noch so zugewandte Mimik gefror.

    "Auf gar keinen Fall!" sagte sie und steckte die Nase wieder in ihr Buch.

    "Er ist Graf und Bankier, attraktiv, souverän, krude, humorvoll... ."

    Olivia sah wieder auf. Nun war sie die mit dem stumpfen Blick.

    "Du kannst ihn gerne heiraten, Don, ich gebe dir meinen Segen."

    Da war die Nase wieder im Buch.

    Er nahm es ihr weg.

    "Es wird Zeit, dass DU deinen Beitrag leistest, Olivia. Vergiss nicht, was ich alles für dich getan habe. Der Graf und seine Schwester werden unser Museum besuchen und DU wirst da sein, und sie beide empfangen. Liebreizend. Haben
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  • Kindersegen

    Gervais saß wie ein Tölpel vor der länglichen Schachtel. Er hielt sie in seinen Händen und las immer wieder die Zeilen, aus denen so viel Höflichkeit und Wärme sprach. Benedict Liliental, Graf und Bankier - Gervais auserkorener Erzfeind - hatte ihnen Geschenke und Segenswünsche zur Geburt der Mädchen geschickt. Nun war es so, dass diese Feindschaft sehr einseitig bestand. Gervais - in seinem zuweilen kindlichen Übermut - hatte sich Benedict schon vor Jahren zum Rivalen ernannt, weil er ein erfolgreicher Wettstreiter im Bankiersgewerbe war. Der Graf selbst aber wusste vermutlich nicht einmal etwas von Gervais' sportlichen Groll. Sie waren sich immer mal wieder im Herrensalon und in der Rurikhalle begegnet, nur oberflächlich bekannt. Gervais erinnerte sich noch ganz genau, dass er damals nur mit Orianna hatte tanzen wollen, weil es Benedict gewesen war, der zuvor mit ihr tanzte. Eine Motivation, so kindisch und niederträchtig, dass er jetzt vor diesem Geschenk
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  • Der Glaspalast

    Don säuselte der Wind. Es war frostig. Unter seinen Füßen brannte der Raureif und die Gräser knirschten, brachen bei jedem Schritt. Don. Das Echo sang wie das Klirren von Kristall und Don drehte sich der Stimme nach. Sein Pulsschlag beschleunigte. Er hatte keine Orientierung und ihm war unfassbar kalt. Es musste Winter sein, so viel konnte er sagen. Don. Ein Gedankenblitz zeigte ihm die grüne Tür des Gewächshauses. "Nein." Er versuchte sich zur Wehr zu setzen, zu Erwachen, wähnte er sich doch auf der Pforte zu einem Albtraum. Er hatte oft von dieser Tür geträumt seit früher Kindheit. Jetzt war er fast ein Mann und zu alt für Albträume, befand er. Don. Es gelang ihm nicht, der Traum ließ ihn nicht gehen. War es ein Traum? Kurz schien es ihm als stünde er im Garten, als wäre um ihn herum die vertraute Umgebung von Eichenbruch im Frostkleid. Die grüne Tür war nun direkt vor ihm. Sie sah real aus. Sehr real. Sein krankes Herz wummerte hart. Don. Es war noch immer die Angst
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  • Rhonda

    "Ich finde Märchen doof," sagte Don, an den Busen seiner Mutter gekuschelt. Rhonda lachte leise, sie hatte den Kindern gerade aus einem Buch vorgelesen; phantastische Geschichten über Prinzen, Prinzessinnen und Drachen.

    "Wo ist dieses ferne Land?" äußerte Don sein Ärgernis. "Und wann ist vor langer Zeit? Keine Ortsnamen, keine Jahreszahlen, ich traue diesem Autor nicht."

    "Don," mischte Olivia sich ein. "Du bist ein Doofi. Märchen sind nicht echt. Sie sollen auch nicht echt sein, sie sollen nur schön sein, stimmt's Mami?"

    "Sie sollen euch lehren," sagte Rhonda sanft und streichelte die blonden Schöpfe ihrer Lieben.

    "Lehren?" Don fühlte sich angesprochen, Wissenschaft war sein Thema, nicht Olivia's. "Die Geschichte beruht nicht mal auf Tatsachen."

    Olivia rollte die Augen und zog sich das Buch ran um die schönen Bilder anzusehen.

    "Was hat der Prinz gemacht?" fragte Rhonda ihren Sohn sanft.

    "Die Prinzessin gerettet," Don verstand nicht, wo das hin führen sollte.

    "Ja,
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  • Die Wahrheit

    "Warum schwängerst du sie nicht einfach?" fragte Olivia ihren Bruder wenige Wochen nach der Hochzeit mit Ailith.

    Alles, was sie dafür erntete, war ein stumpfer Blick, dann las er weiter in seinem Buch. Sie befanden sich in der Bibliothek von Eichenbruch und während Don sich weiter vertiefte, schlug Olivia ihr Buch plötzlich zu.

    "Mit einer Pipette, Don. Ich könnte es machen. Du müsstest nur... ."

    "Nein. Die Antwort ist Nein."

    Er sah nicht mal aus seinem Buch auf und das machte sie wütend.

    "Wenn du Vater keinen Erben schenkst, dann wird er mich bei der erstbesten Gelegenheit vermählen."

    "Das ist nicht mein Problem."

    "Du selbstsüchtiger... ." Olivia stand auf.

    Don sah sie an und sie schwieg. Sie konnte seine Blicke gut lesen. Ihr zuliebe hatte er Ailith schon geheiratet und befand wohl, dass sie seine Güte überstrapazierte. Sie kehrte sich ab und ging.

    Später, in seinen eigenen Räumlichkeiten, griff Don zu einem anderen Buch. Es war das Tagebuch von Rhonda,
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  • Kryta-Spanner


    Der kleine Don, immer noch 9 Jahre alt, saß bitterlich schluchzend im Labyrinth, zu Füßen der steinernen Elise. Die Statur schien mit einem Wurzelmann zu tanzen, der aber nicht aus Stein geschlagen war sondern der Erde entspross und die hohe Dame umrankte wie ein Liebender. Die Statur stand für das Band der Freundschaft, welches das Haus Eichenbruch zum Volk der Sylvari pflegte. Don saß nur zufällig dort unten, war dort angelangt, nachdem er fort gelaufen war. Sein blondes Haar schillerte im Sonnenlicht wie Spinnenseide. Er glich Olivia so sehr, dass andere Adelskinder ihn beim Spielen verspottet hatten, aber schlimmer noch wog die Last seines Erbes. Er wollte all das sein, was sein Vater von ihm verlangte, aber er war nunmal kränklich und schwach.


    "Metamorphose." Das Wort drang gedämpft durch die dichten Hecken hervor, Don lauschte auf. In einem Nebengang des Labyrinths unterhielten sich zwei Sylvari Gärtner über die neuen Kryta-Spanner, die seit einigen Tagen
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