Artikel von „Motte“ 63

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  • Der Erbe Eichenbruchs

    "Du willst, dass ich Gift trinke?" fragte Olivia ungläubig den Blick auf der Phiole in Dons Hand.

    "Du bekommst das Gegengift nach dem Eingriff," war seine sachliche Entgegnung.

    "Du vertraust mir nicht, und das verstehe ich. Aber muss das wirklich sein? Was ist nur aus uns geworden? Don, siehst du nicht wie... wie... besessen du bist? Dir ist es egal ob ich sterbe, oder ob Celeste stirbt, oder das Kind. Alles, was du liebst, könnte sterben. Verstehst du das?"

    "Es geht nicht darum, was ich fühle. Es geht darum Eichenbruch zu retten."

    "Aber doch nicht um jeden Preis!"

    "Trink," beharrte Don.

    Olivia nahm ihm die Phiole ruppig aus der Hand und trank sie auf ex.

    "Vater wollte das auch.. erinnerst du dich? Eichenbruch retten. Der Dorn verstärkt den Willen eines Menschen so sehr, dass er seine Moral vergisst. Du hingegen hast keinen Dorn in dir. Du bist einfach nur grausam," sagte Olivia.

    "Jemand muss diese Entscheidungen treffen," sagte Don.

    "Und wenn das
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  • Mutation?

    Celeste war gerade durch die Tür hinaus und Olivia räumte auf. Die Untersuchungen waren nun wöchentlich. Die Nekromantin hielt die Glückseligkeit der anderen beiden kaum noch aus; das Händchen halten, die warmherzigen Blicke, das Bauchstreicheln. Dieses Kind einte eine Liebe zu der Olivia nicht dazu gehörte, obwohl sie es doch so schmerzlich wollte.

    "Du bist ja noch da," bemerkte sie beiläufig ohne ihren Bruder anzusehen, die Hände am Untersuchungsbesteck.

    Don antwortete nicht, er stand nur da und sah sie an.

    "Du willst wissen ob es zwei Köpfe hat, nicht wahr?" sprach sie zu ihm. Dann kehrte sie sich um, das Kinn leicht erhoben. Sie war nicht stolz drauf, aber es bereitete ihr Freude, dass er so von ihr abhängig war, von ihrer Expertise.

    Don sagte nichts dazu, aber sein Blick reichte ihr. Sie hatte ihn richtig eingeschätzt.

    Olivia lächelte dünn, flanierte auf ihn zu und strich die Länge seines Armes ab. "Die gute Nachricht,... " hauchte sie im Flüsterton: "... es ist
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  • Viehmarkt IV

    Das Frühstück war im Hause Vanhoven die wichtigste Mahlzeit des Tages. Die Tafel war stets reich gedeckt, man besann sich auf den eigenen Wohlstand und ehrte Melandru im Gebet - eine langweilige Pflichtveranstaltung für Olivia. Aber Don bestand drauf und er hatte das Sagen.

    Er und Celeste ergingen sich auch heute wieder in wissenschaftlichen Kauderwelsch und Olivia wartete auf die Post. Sie wollte den neusten Klatsch der hohen Gesellschaft lesen. Der Bote brachte ihr aber nicht nur die neue Schirm&Stock sondern auch einen Brief.

    Während man sie also kollektiv ignorierte, dankte sie dem Boten, öffnete das Kuvert und las die Zeilen. Ein kleines Lächeln zierte ihre Lippen. Der Brief war von Gregoij Cornwall. Sie freute sich über seine Briefe. Sie hatte angefangen ihm zu schreiben nachdem sie Don das Herz ihres Vaters in den Brustkorb gesetzt hatte und nicht wusste, ob er es schaffen würde. Seine Zeilen hatten ihr absurderweise durch diese schwere Zeit geholfen.

    Sicher,
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  • Neue Exponate für das Naturkundemuseum

    Rückblick

    Winter:

    Eichenbruch war eine überwucherte Festung in Gendarran; nah der Wälder, die von Zentauren beherrscht wurden. Die alternde Brieftaube hatte wahrlich einen beschwerlichen Flug hinter sich, als sie schließlich auf dem steinernen Balkon des Barons landete. Der Mann trug ein grünes Ornat und das lange blonde Haar fiel wie Feenseide über seinen Rücken. Er hätte androgyn gewirkt, wären seine Augenbrauen nicht dunkel und markant und über dem linken eine feine Narbe aus vergangener Zeit. Er gab dem erschöpften Tier zunächst Wasser und getrockneten Mais. Erst nachdem es sich etwas gestärkt hatte nahm er der Ministeriumstaube ihre Botschaft ab und studierte sie mit Sorgfalt. Dem Tier stand es frei ihm in die Schreibkammer zu folgen. Don hinderte es nicht; auf Eichenbruch lebten Architektur und Natur in Symbiose, die Innenräume von Pflanzwuchs erobert. Don setzte sich an seinen Sekretär, tauchte den Federkiel in grüne
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  • Licht und Schatten


    Don Vanhoven blickte über seine Gärten. Er fühlte sich erstarkt und übermächtig. In den letzten Monaten war viel passiert, der kränkliche Junge von einst herrschte nun über Eichenbruch. In seinem Brustkorb schlug das starke gesunde Herz seines Vaters und er erwartete einen Erben. Er hatte sich nie zuvor so sehr im Einklang mit seiner Bestimmung gefühlt. Er war das Leben und das Licht. Er war die Heilung.

    "Du bist ein miserabler Ehemann," hörte er seine Schwester hinter sich sprechen. Sie war lautlos hinein gekommen und er mühte sich nicht einmal sie anzusehen, sein Blick lag auf seinem Reich.

    "Ich bin ein guter Herrscher."

    "Du behandelst sie wie eine Gefangene."

    "Ihr darf nichts geschehen."

    "Was soll ihr denn geschehen? Eichenbruch ist eine Festung. Milan ist tot."

    "Ist er das?" Don klang nicht überzeugt.

    "Du hast ihn eigenhändig vergiftet," erinnerte Oliva ihn.

    "Und seit dem nichts von ihm gehört."

    "Das ist doch gut."

    "Es ist kein Beweis." Don drehte
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  • Hochzeit

    Es war ein Wintermärchen. In den verschneiten eichenbrucher Gärten ging ein sanfter Flockenregen, die Nacht dämmerte bereits herein, und überall in den Zweigen hingen Lichter eingeschlossen in Glas, die sich in Eiszapfen spiegelten. Don trug eine Krone aus Zweigen, er sah aus wie ein Prinz der Anderswelt, aber noch schöner war sie. Celeste. Ihr Kleid war einer Königin würdig und ihren Rücken zierte eine Eichenlaub-Stickerei, mit der sie sich endlich zum Haus Vanhoven bekannte. Olivia hatte sie her gerichtet, sie fein gemacht für den großen Tag. Nun trug sie die Ringe an den Altar, sie lagen in einem Vogelnest, das für Nestwärme stand, für Liebe und für das Leben. Schwüre wurden getauscht und die Priesterin sprach den Segen Melandru's über die beiden. Olivia fügte sich wieder in ihren Platz am Rand, zwischen die Gemeinde der Hochzeitsgäste. Sie freute sich für ihren Bruder und ihre geliebte Freundin, das für wahr, aber sie spürte auch den Dorn in ihrem Herzen
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  • Das Herz


    Es pulsierte, durchdrungen von der Magie des Labyrinths, seine Adern leuchteten Purpurrot. Dicke Äste in Form eines Rippenbogens schlossen es ein, beschützten es: das Herz von Glenn Vanhoven. Don hatte es seinem Vater damals entrissen und hielt es seither künstlich am Leben. Es war seine Hoffnung, seine Hoffnung darauf, nicht zu sterben, bevor er einen Erben gezeugt hatte. Es war seiner Genetik so ähnlich, dass sein Körper es nicht abstoßen würde, aber Glenn's Herz war verderbt; darin steckte ein Dorn. Wenn Don es an sich nahm, dann riskierte er, dass all seine Menschlichkeit mit seinem eigenen schwachen Herzen starb und er unausweichlich den selben Schicksalsweg gehen würde wie sein Vater, den Weg zu einer Regentschaft des Schreckens.

    "Dir läuft die Zeit davon," sprach Olivia sanft einige Schritte entfernt in Don's Rücken.

    Der Feenprinz drehte den Blick nur halb über die Schulter zu seiner Schwester zurück. Er hatte sie herbestellt, hier hinunter, in das Labyrinth
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  • Brot und Spiele

    Diese Geschichte ist ein Mitschnitt eines phantastischen RPs von @Annabelle E., @Caravaggesk, @Amnesyas, @Harlem und mir. Die Szene ist im Original deutlich länger und ausgeschmückter, aber ich habe sie für die bessere Lesbarkeit gekürzt. <3

    Trommelschläge erfüllten die Arena des Ya Ajvar und Schicksalsdamen nahmen Wetten an. Es war eine unterirdische Sandgrube, umgeben von Stein, beleuchtet einzig durch ein großes Gitter unmittelbar über dem Kampfring, das unter der Amnooner Sonne wie ein Gulli-Deckel anmuten musste und hier unten dicke Sonnentupfen auf den Sand warf. Wann immer in der Oberwelt Raptorenreiter oder Fuhrwerke über das Gitter bretterten, lösten die Erschütterungen Sandregen aus, die mal in feinen Rinnsalen, mal in Schleierströmen auf den Ring nieder gingen. Der Ring selbst war durch Meter hohe Gitter umzäunt, nach oben hin aber offen. Darin lagen wenige Ruinenstücke, hinter denen man sich verstecken konnte, aber nichts, was die Sicht der
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  • Die Kämpferin

    RP-Mitschnitt von @Annabelle E., @Amnesyas und mir. <3


    Shafir Kharash war ein Sammler. Er sammelte Menschen, schöne talentierte Menschen. Davon hatte er bereits einige unter dem Sternendach des Ya Ajvar vereint: Da waren die beiden Artisten, Yarzar und Edgar, die das Element des Feuers beherrschten; Hazel, die Spielerin, die sich weigerte seine goldenen Schuhe zu tragen und die jede Münze für die Zukunft ihres Sohnes wegsparte, und dann war da Sanura, die Kämpferin für die Arena.

    Hazel begleitete den Inhaber durch die Räumlichkeiten, Shafir wollte ihr einen Bereich des Casinos zeigen, den sie noch nicht gesehen hatte. Die gute Frau trug heute ein Kleid in Sandfarben, bestickt mit wilden Rosen. Ihre Haare waren über die Schulter geflochten und um den Hals hing eine lange Kette, deren Ende aber in den Ausschnitt gerutscht war. Obwohl Hazel in ihrer Erscheinung recht unschuldig wirkte, zeigten Augen und Mimik genau das Gegenteil, aufmerksam und wach, voller
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