Artikel von „Minna“ 33

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen




  • „Hab ich etwas schlechtes gemacht?“ will Matt von ihr wissen. Gemeinsam stehen sie in der kleinen Scheune mitten auf dem Feld. Für einen Teil ihres Lohnes darf sie in dieser leben. "Nein. Nein. Nicht. Entschuldigung. Das habt Ihr nicht. Ihr habt mich nur gerade an jemanden erinnert." gesteht sie.


    Noch am gleichen Tag, in der Abenddämmerung klopft es wieder an der Tür zur unscheinbaren Scheune. Mahra erinnerte sich, dass Matt sich um das Loch im Dach kümmern wollte. "Ich komme schon!" ruft sie unnötigerweise, die Hand längst an der Türklinke. Beschwingt öffnet sie die Tür und blickt auf die Brust eines großen Mannes. "Hey... Mahra." Die Stimme schickt sie direkt in die Vergangenheit. Damiens Blick ist unbefangen, er lächelt nicht, wirkt aber auch nicht eisig. Sie hatte die Erinnerung wieder zum Leben erweckt. Ihre Begrüßung bleibt ihr im Halse stecken und erst nach einigen Augenblicken will sie seinen Namen aussprechen:

    „Damien, was machst du hier?“


    Sie hatten sich so viel zu
    [Weiterlesen]

  • Die Stimme, welche nun an ihn gerichtet war, klang nicht wirklich bedrohlich: "Guten Abend mein Herr, ich muss sie bitten mir zu folgen, hinter der Bühne hat niemand etwas verloren." Milans Antwort klang entspannt: "Natürlich, wobei ich es begrüßen würde auf dem gleichen Weg hinaus zu gehen, auf dem ich gekommen bin." Galant stieß er sich von der Wand ab, richtete den Anzug und besah sich die Person, die ihn von seinem ausgewähltem Platz verscheuchen wollte. Auch die Hauptdarstellerin auf der Bühne wurde einen kurzen Augenblick gemustert.

    Vor ihm stand einer der Wachmänner, ein blonder Hüne mit blauen Augen der etwa um die dreißig Jahre alt ist. Im dem schwummrigen Licht hätte er genauso der Bruder von Milan sein können. Auf der Bühne hingegen stand die Frau, die ihm den Kopf verdreht hatte. Viel zu lange hatte er sich dieser Liaison hingegeben, ohne Aussicht auf eine Verbindung in der Öffentlichkeit, ohne Verpflichtungen und ohne Zukunft.

    "Verlassen Sie diesen Bereich bitte
    [Weiterlesen]


  • „Vielleicht seid ihr noch nicht bereit dafür?“

    Diese Frage, die Mister Vitel ihr beim Abendessen gestellt hatte, hing in ihren Gedanken fest. Zusammengekauert saß sie im Dunkeln ihres Salons, nur mit dem Morgenmantel bekleidet. Die sündhaft teuren Zartbitter-Pralinen hatten den perfekten Schmelz, doch der Cognac schmeckte trotzdem bitter. Eigentlich waren sie nicht für sie gedacht, trotzdem hatte sie die Packung geöffnet.

    Sie sah zur Kommode hinüber und seufzte leise. Ein leichtes wäre es, das ganze Vorhaben einfach über Bord zu werfen und ihr Leben so zu leben, wie sie es bisher getan hatte.

    Der Glockenschlag der Standuhr im oberen Stockwerk verriet die späte Stunde. Langsam sank ihr nackter Fuß auf den Boden und sie wanderte samt Cognacglas und Pralinen zur Kommode hinüber. Sie hatte sich entschieden. Ihr Blick fing sich sofort auf dem kleinen Singvogel aus Papier als sie die oberste Schublade aufzog, mit einem müden Lächeln stellte sie ihr Glas ab.


    Als sie wieder nach oben
    [Weiterlesen]


  • Die Glasflasche in ihrer Hand war nicht sonderlich schwer und doch fühlte sie sich an wie eine auferlegte Bürde. Eine Verantwortung mit der Marlene nicht zurechtkam. Sie starrte auf den Inhalt und zog die Brauen zusammen. War das notwendig? Gab es denn keine andere Möglichkeit? Die Vorhänge waren zugezogen und die Geräuschkulisse von Zimmer neben an, jagte ihr eine Heidenangst ein. Sie zog die Schultern an und ließ die Hand mit dem Fläschchen in ihr Schoß sinken. Ihre Tante nickte ihr zu - es war also soweit.

    Als das Kindermädchen mit ihrer schreienden Nichte auf dem Arm den Raum betrat, weitete Marlene ihre Augen. "Ich bin mir nicht sicher ob ich das tun kann. Tun will." murmelte sie, doch ihre Tante widersprach. "Rede keinen Unsinn Mädchen. Es ist an der Zeit, dass du zumindest die fundamentalen Dinge der Kinderbetreuung lernst." Ihre Tante war zumindest dieser Ansicht. "Geht das nicht irgendwie.. Anders?" Sie reichte das Milchfläschchen dem Kindermädchen und schüttelte den
    [Weiterlesen]



  • „Mister Turpin.“ Sein Familienname schmeckte bitter auf ihrer Zunge. „Guten Abend. Welch eine Überraschung.“ Sie versuchte die Finger, welche die Stuhllehne gegriffen hatten, wieder zu entspannen. „Verzeiht, dass ich Euch einfach gestört habe, Komtess zu Garrenhof. Für einen Augenblick schien es mir ein Bedürfnis zu sein.“ Diese weiche Stimme - die so gut Vertrauen wecken konnte. Freundlich war sie, ohne jemals aufdringlich gewesen zu sein. Sie bemühte sich die Fassung zu wahren, doch das Flattern ihrer Wimpern und der Versuch die Mimik in seinem Gesicht zu erkunden, während man selbst zittrig darum bemüht war das schmale Lächeln aufrechtzuerhalten, verrieten sie.

    „Ein flüchtiges Bedürfnis, nehme ich an. Die Macht der Gewohnheit eben, Mister Turpin. Das braucht Euch nicht leidtun.“ Diese Spitze perlte ihr so einfach über die Lippen, dass sie innerlich erschrak – doch der Blick gewann für einen Moment an Sicherheit. Der Kellner brachte ihr den Cognac und so war es, dass
    [Weiterlesen]
  • Die Glaubensfrage





    Die blonde Köchin musterte die illustre Runde, in der sie saß. „Jetzt ehrlich… wir eignen uns doch gar nicht für diese Göttersache. Zu gemischt, zu bunt… einige nicht einmal gottesfürchtig.“ spricht sie nachdenklich, dass sie an die Götter glaubte, war allseits bekannt. „Vielleicht eignen wir uns gerade deswegen. Es geht hier nicht nur darum den Verbleib der Götter zu klären, sondern auch, den eigenen Weg zu bedenken. Und einige Skeptiker sind auch nicht verkehrt. Die gehen logischer zu Werke.“ wirft die ehemalige Seraphin mit dem kurzem, roten Haar ein. Helma fand immer die richtigen Worte. „Hmm.“ Sarina nickt sachte und überlegt vermutlich laut: „Aber sie brauchten Kämpfer… und das seit ihr doch! Also, naja – zumindest die der Odyssee.“ Ein leises Minna-Brummen bekam sie zur Antwort: „Kämpfer. So oder so ähnlich.“ Die erfahrenste Kriegerin und Kämpferin der Runde meldete sich zu Wort – eine der vielen Rothaarigen.
    [Weiterlesen]

  • Während das alte Backsteinhaus der Komtess unheimlich düster wirkte, mit dem gedämmten Licht und den dunklen Farben, betrat der Graf hier ganz neue Gefielde. Er fand sich ganz gewiss nicht in einem Raum wieder, in dem es der Marlene die er kannte, gefallen könnte und trotzdem saß sie dort, auf einem beigen Sofa, in diesem hellblauen Raum, in ihrem hellem, langem und rosanem Kleid. Passend gewählt für ein Abendessen im Frühling.


    Eine Kristalllampe warf Licht auf das weiße Tischchen vor ihr und ließ sie, selbst mit den schwarzen Locken, unheimlich freundlich wirken. Es standen bereits zwei Gläser auf dem Tischchen. Eingeschenkt hatte bisher aber niemand und auch das Cognac Glas fehlte in Marlenes Hand. Außer dem deplatzierten schwarzen Flügel und dem Sofa gab es allerdings nur noch eine Kommode das allerlei Alkoholika beherbergte und das kleine Tischchen. Andere Möbel waren wohl noch nicht geliefert, bestellt oder platziert worden. Benedict blickte sich zurecht etwas verdutzt
    [Weiterlesen]


  • "Träume ich eigentlich?" fragte das Blondchen und lachte herrlich losgelöst auf. "Graham Turpin. Fischer oder Edelmann - bist du auch wirklich nicht auf den Kopf gefallen vorhin?" Sie kam einen Schritt auf ihn zu und ihre blauen Äuglein glitzerten herausfordernd als sie ihm die nächste Frage stellte, die Mundwinkel schelmisch hinaufgezogen: "Ich lasse den Badezuber voll und steige mit dir hinein… Das löst den Splitter und säubert die Schürfwunde. Was sagst du dazu?" Graham sah im nächsten Moment, einen Augenblick lang drein, als schwelle seine Zunge gerade auf das dreifache an und verschloss ihm seinen Hals und seine Luftröhre gleichermaßen. Nach einigen Augenblicken, in denen sie ihn so mustern durfte, entspannten sich seine Züge als er die Szene wohl vor seinem inneren Auge sah. „I-ich stoße dich nicht aus dem Zuber, Minna." hauchte er leis und fasste ihre Hände, legte seinen Blick in den ihren. "Wenn du das wirklich möchtest?" flüstert er und schenkt ihr ein[Weiterlesen]



  • Ergreif meine Hand. Du kannst es nicht.

    Dein Blick. Er war schon früher unmöglich.

    Erinnerst du dich an vergangene Abende? Es geht nicht mehr.

    Ich kann seit dem Anfang keine Ruhe finden.

    Obwohl ich am Ende die Ruhe selbst bin.

    Ich möchte, dass dies ein Traum bleibt.

    Aber ich glaube nicht, dass ich einschlafen kann.

    Ich denke an dich.


    Sacht lehnte sie sich mit ihren Gedanken zurück. Ein schiefer Ton erklang. Sie nickte, verstand das Musikinstrument in ihrem Rücken.
    Sie war ebenso verstimmt, genauso wie das Klavier.
    [Weiterlesen]