Artikel von „Mahorka“ 41

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  • Übertragen von den gemeinsamen Geschichtenthread aus Im stillen Glanz und entsprechend dort noch mal zu finden.

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    "...Ihr MÜSST sie finden! SIE haben sie! SIE HABEN SIE!" - "Fixiert sie endlich!" Hysterie und hektische Anweisungen dröhnten ihr in den Ohren, während sie zusah, wie die junge Frau im Nachthemd, deren Unterarme Blut überströmt waren, von zwei Pflegern aufs Bett gedrückt wurde, während die alte Dwayna Priesterin mit schmerzlicher Miene, die gepolsterten Lederfesseln anbrachte und die Verletzte fixierte. Es tat ihrer Kollegin unter Dwayna leid so vorgehen zu müssen, doch es half nichts; wenn ihr Schützling bereit war sich selbst zu verletzen und zu verstümmeln, mussten Maßnahmen getroffen werden.
    Leza seufzte und steuerte die Tür an, um hinaus zu gehen.

    "Irgendwo muss es doch sein...."

    "Du bist ein Taugenichts, genauso wie dein verlauster Vagabund von Bruder! Was habe ich nur getan, um mit _euch_ bestraft worden zu sein?!" Die Worte endeten in einem… [Weiterlesen]
  • Es war fast romantisch, wie die Sonnenstrahlen langsam über den hohen Bergkamm hinter der Feste krochen, deren tristes Gestein von weichen Nebelschlieren eingefangen war, ähnlich einer schüchternen Maid, die ihre Blöße bedecken wollte.
    Der Wind trug das zwitschern der wachen Morgenvögel mit sich und das erste, bunte Laub von den Bäumen, als Vorbote des greifbaren Herbstes.
    Ja, es lag Romantik in der Luft...

    "NOCH ZWEI RUNDEN IORGA!" Gellte Barions Ruf über den Übungsplatz und brachte Veruca fast ins stolpern. Mittlerweile hatten die müden Augenlider sich höher gekämpft, nachdem Drair sie völlig verpennt zum ersten Morgenappell geschliffen hatte, nach einer viel zu kurzen Nacht.
    Der erste Tag als 'richtige' Wachsame hatte begonnen und schon jetzt hatte sie das Bedürfnis, irgendjemanden den Steinmeißel in die Eingeweide zu rammen.
    Vorzugsweise Adwindele, die in ihrer hoheitlichen Überheblichkeit da stand, verpackt in der Rüstung der Recken und aufs Schild gestützt, während sie ihre… [Weiterlesen]
  • Das Lichtspiel der einsamen Kerzenflamme hatte etwas verspieltes, etwas anmutiges.
    Etwas, das den Blick aus dunklen Augen länger lockte und dazu führte, dass man das eigentliche Braun darin erkannte. So dunkel, dass es im ernüchternden Alltag stets zu kaum mehr, als 'dunkel' gereichte, musste man es beschreiben.
    Tatsächlich war es aber warm.
    Lezas Augen trugen ein warmes, dunkles Braun.
    Eines, das an alte Eichen erinnerte, die im Sommer zur Rast einluden mit den weiten Schatten die sie warfen, oder an die man sich mit dem Rücken lehnte, wenn man eine Pause brauchte.
    Es erinnerte sie gleichsam an das Braun vom Fell des Nachbarhundes. Gewiss nicht das klügste Tier das sie kannte, aber wenn man ihn rief und die kurzen Haare im Sonnenlicht einige Nuancen erhellt wurden und schimmerten, freute man sich.
    Nicht, weil der Hund ein so wunderschönes Fell hatte, sondern weil er so loyal war, stets zurück zu eilen, wenn man ihn rief.
    Man erfreute sich an seiner Loyalität und darin lag die Essenz.… [Weiterlesen]
  • Der Schmerz brach explosionsartig über ihren Verstand herein und war doch so flüchtig wie der Wind selbst, der sie und Andra zuvor noch drohte, von der hohen Brücke zu fegen.

    Sie spürte die Klauen in der Brust, das ziehen und zerren, wo der natürliche Widerstand ihres Körpers mit Leichtigkeit überwunden wurde und der Dschinn sich nahm, was er eingefordert hatte.
    Es war ein schmerzvoller, aber gnädigerweise schneller Tod den sie vor sich sah, manifestiert in schattenhafter Gestalt eines alten Urwesens, dem sie die Tür zur Zelle geöffnet hatte. Sie glaubte ihn sogar lächeln zu sehen, dann explodierte wirklich irgendwas um sie herum.
    Schrillend pfeifte es in ihren Ohren, während die Sicht vom schillernden Kristallnebel behindert wurde.
    Der Schmerz? War dem drückenden Gefühl in den Lungen gewichen, wo der feine Staub sich bei jedem Atemzug ablagerte und zum husten animierte.
    Leza blinzelte, als irgendwo in der unendlichen Ferne ihr Name erklang.
    Lag da Dringlichkeit im Klang?
    Allzu… [Weiterlesen]
  • Tage zuvor:

    "...sobald wir die Wächtersteine deaktiviert haben, sperren wir den Dschinn ins neue Gefäß. Alles andere wäre zu gefährlich."
    Wut erwachte in ihr, Unverständnis über die Selbstverständlichkeit, über Freiheit und Gefangenschaft anderer zu bestimmen.
    Wer gab ihnen das Recht hierzu, ausser die Angst?
    Und sollte Angst wirklich ein ausreichender Grund sein dürfen, um einem Wesen die Freiheit zu nehmen, die man selbst sehnte?
    Sah denn niemand diesen Widerspruch, dass Gefangenschaft nichts verbesserte?
    Und ein kleiner Teil von ihr flüsterte im grauen der Gewissheit, dass sie alle einmal Gefangenschaft kennenlernen sollten, um der Freiheit den Wert zusprechen zu können, die sie verdiente- und gleichsam wusste sie, dass nur die Wenigsten, aus dieser Lektion das richtige lernen würden.

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    Leza hatte sich mittlerweile wieder beruhigt, soweit es die Umstände denn zuließen.
    Das Land war nicht gnädig gewesen und die letzten Tage hatten viel Energie gekostet und alles… [Weiterlesen]
  • Leben, oder Leben lassen?

    Ein logisch denkender Geist, hätte das Leben gewählt, hätte es bejaht, befürwortet.
    Doch sie hätte sich anders entschieden, ohne großes zögern. Ein Leben konnte grausam sein. Ein Leben konnte Gefangenschaft und Ketten bedeuten, doch das Leben, leben zu lassen, bedeutete soviel mehr, nahm man sich die Zeit, darüber zu sinnieren.
    Es ratschte leise, als das kühle Metall seine Arbeit tat und ein Teil von ihr zu Boden fiel.

    Geld oder Gesundheit?

    Sie hätte das Geld gewählt, sehr lange Zeit. Nicht aus Raffgier, nicht weil sie es schätzte; Aber das eigene Wohl, besaß noch weniger Wert. Ihre Herrin wusste warum und obwohl sie glaubte, Lyssa würde es nicht gut heißen, redete sie sich ein, dass sie es doch verstand und vielleicht, nur vielleicht auch Nachsicht zeigte.
    Geld war einfach gestrickt. Geld war nützlich. Geld betrog dich nicht, Geld wollte nicht gepflegt werden und Geld tat nicht weh, wenn es langsam schwand.
    Geld, war der einfachere Weg.

    Vergänglichkeit,[Weiterlesen]
  • Der laute Knall erschütterte das gesamte Gemäuer des kleinen Hauses und fegte sogar zwei Schindeln vom Dach, die klirrend auf dem Gehweg zersprangen und einer Passantin fast das Leben kosteten, als das alte Weib vor Schreck zusammen fuhr.

    Im Epizentrum des Schreckens indess, hustete sich die Hausherrin die verdorrte Seele aus dem Leib und zog lautstark die Nase hoch, bevor sie die Brille aus dem Haar pflückte und sich wieder aufsetzte.
    Sie sah nichts.

    Das Brillenglas war genauso verrußt wie der Rest der Priesterin und trug die letzten, bunten Funken zur Schau, wo die magische Entladung sich optisch verlor. Beinahe hätte es schön ausgesehen, wäre all dem nicht so ein bestialisch lauter Knall voraus gegangen, der noch immer in ihren Ohren klingelte und die gesamte, nahe Nachbarschaft geweckt hatte.
    War es so geplant gewesen?
    Gewiss nicht.
    Hatte sie deswegen ein schlechtes Gewissen?
    Natürlich nicht.

    Schwerfällg bückte sich Leza nach den Überresten des bis vor kurzem noch intakten… [Weiterlesen]
  • Mehr als kritisch wurde die Takelage des Dreimasters beäugt, dessen chaotische Anordnung, dem Laienverstand der Priesterin einen Streich spielte. Sie ergab keinen Sinn, ebenso zweifelte sie daran, dass die Segel ihr volles Potenzial in der Ausbreitung entfalten konnten. Sie würden sicherlich an den dicken Seilen hängen bleiben, reissen und sie alle in den Tod stürzen.
    Ebenso war sie davon überzeugt, dass die erste Welle auf hoher See, das flache Schiff einfach umreissen und zum U-Boot umfunktionieren würde.
    Kurzum: sie traute dem Gefährt nicht, über dessen Deck sie langsam mit ihrem Gehstock krückte, um die Beschaffenheit der Oberfläche zu prüfen.

    Leza war schon jetzt etwas bleicher um die Nase geworden, obwohl die Gewässer weitestgehend ruhig waren und das Schiff somit kaum bewegte; dennoch war ihr speiübel.
    Der logische Teil ihres Verstandes wusste natürlich, dass die Symptome des Unwohlseins, ein Streich ihrer Abneigung und des Unbehagens waren und körperliche Warnreize… [Weiterlesen]
  • ~Blutstromküste, 1318 n.E.


    Der Wind trug Kinderlachen mit sich, dessen Ursprung zahlreichen Kehlen entsprang. Musik der Freiheit, der Unbeschwertheit, die das rauschende Meer an der Küste nur begrüßte. Sie tollten im Sand, bauten Burgen damit und sammelten Muscheln, oder bekriegten sich mit Holzschwertern.
    Zwei wagemutige unter ihnen, hatten sogar einen Kampf mit einem Krebs begonnen und führten ihn tapfer, bis das Tier irgendwann doch einen glücklichen Treffer landete und einem der Buben ins Bein zwickte.
    Dem erschrockenen Schrei, folgten kurze Tränen und ihnen die unerbittliche Verfolgungsjagd der spottenden Brüder, die den Burschen aufgezogen hatten.


    Am Rande dessen, im Schatten einer Steilklippe, saßen die wachenden Erwachsenen mit jenen, die es langsam wurden.
    Der Großteil der Anwesenden bestand aus Mitgliedern der Jiung Sippe, die hier an der Küste lebte. Ihre Kinder waren es auch, die unbeschwert am Strand tollten.
    Kuraiko empfand sie als wild und forsch. Vor allem aber[Weiterlesen]
  • "Jetzt habe ich die Sicht der Soldatin, des Korporals. Doch wie würde die Frau, wie würde Caprice die Frage beantworten?"

    Sie hatte das Gesicht zum Fragesteller direkt vor Augen. Das so oftmals lustlose Gesicht des Obergefreiten, belebt von einem seltenen Moment der Neugier. Caprice hatte ehrlich geantwortet und doch, im Nachhinein, viel zu unzureichend. In dem Moment, wo Drew ihr die Frage stellte, hätten weit mehr Antworten erfolgen sollen. Antworten, die das Leben bejahten und die sie nicht wie eine Suizidgefährdete, kampfsüchtige Irre wirken ließ.

    Ein Schweißtropfen viel ihr ins Gesicht, während der ruppige Atem der ihr entgegen stieß, die herbe Note billigigen Whiskys und Rauchkräuter in sich trug.

    "Nehmt euren Hund an die Leine, Leutnant."

    Wie gerne hätte sie in diesem Moment zugeschlagen. Nicht mal wegen der Worte, sondern der bloßen Art des Mannes. Feldwebel Sturm...der Mann der den Schutz des Volkes predigte und sich- zumindestens in ihren Augen- doch nur einen Scheiß[Weiterlesen]