Artikel von „Lianne“ 14

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • „Ach, mein Karli!"
    Die von Schleiern durchzogenen Augen der alten Frau leuchteten warm auf, als "Karli" das Wohnzimmer betrat. Faltige, von Altersflecken gezeichnete Hände legten sich kurzerhand sanft auf die Wangen des Angesprochenen. „Was ist das schön, dass ich dich noch sehe bevor ich abreise. Ach, wie schön!“

    „He… Ja. Hallo Oma.“ Grüßte der neunjährige Bub mit einer Mischung aus Freude und peinlicher Berührtheit ob dieser verbundenen Begrüßung seiner Großmutter, bevor die Freude schließlich die Oberhand gewann und junge, kräftige Arme sich um die schmale Taille der Alten schlangen. „Musst du denn wirklich schon los? Bleib doch noch ein bisschen.“

    „Ach Schatz.“ Sie strich dem Jungen zärtlich über den Rücken. „Es ist schon so diesig, nicht lang und es ist ganz dunkel. Wenn ich jetzt nicht losgehe… du weißt doch, was für ein Temperament Opa hat. Er sitzt sicher schon am Tisch und wartet brummig auf sein Essen.“ Bei dem Gedanken daran musste die Alte schmunzeln –[Weiterlesen]
  • Der treue Wandersmann

    ~Schnelle, fröhliche Melodie~


    Viele kleine Fädchen, die machen eine Schnur.
    Viele kleine Rädchen, die bilden eine Uhr.

    Doch von allen Mädchen, ja, da bleib ich stur.
    Doch von allen Mädchen, da lieb ich eines nur.

    Fiderallala fiderallala, fiderallalalalaa
    Fiderallala fiderallala, da lieb ich eines nur.


    Viele kleine Pfädchen, werden zu einer Spur.
    Viele kleine Städtchen, seh ich auf meiner Tour.

    Doch von allen Mädchen, ja, da bleib ich stur.
    Doch von allen Mädchen, da lieb ich eines nur.

    Fiderallala fiderallala, fiderallalalalaa
    Fiderallala fiderallala, da lieb ich eines nur.
    [Weiterlesen]

  • Die gar traurige Ballade vom kleinen Leiterreiter
    - Für Rosalie und Levin -


    Ein grüner Frosch auf eine Leiter
    Mal kletterte, da war er heiter.
    Ganz, ganz oben wollt er stehen
    Um über seinen Teich zu spähen.

    Doch, oh weh, was ist geschehen?
    Er traut sich nicht hinab zu gehen!
    „Die Sprossen wirken viel zu schmal,
    Da wär das Klettern eine Qual!

    Die Höhe… Na, ich schau einmal...
    Oh nein! Ich geh‘ ein andermal!“
    Denkt er bang, der kleine Streiter;
    Wird so zum ewig' Leiterreiter.


    (Und die Moral von der Geschicht':
    Ängstlichkeit, die hilft dir nicht!)

    [Weiterlesen]
  • Das Kekslied
    - Für Levin und Clara -

    (... und ihre Väter. Und Mütter. Und alle!)

    Schnelle, fröhliche Melodie

    Nach der ersten Strophe, die natürlich immer gleich beginnt, darf reihum immer ein Anwesender (ob Kind oder Erwachsener) seine Antwort geben, auf der die nächste Strophe aufbaut... und so weiter. Dabei darf im Takt geklatscht werden.


    Dein Papa der mag Kekse
    Mag Kekse
    Mag Kekse
    Dein Papa der mag Kekse
    Und WAS MAGST DU?


    (Clara:) Büastchen!


    Die Clara die mag Würstchen
    Mag Würstchen
    Mag Würstchen
    Die Clara die mag Würstchen
    Und WAS MAGST DU?


    (Levin:) Egs!?


    Der Levin, der mag Kekse
    Mag Kekse
    Mag Kekse
    Der Levin, der mag Kekse
    Und WAS MAGST DU?

    (...)
    [Weiterlesen]
  • Ein Schlaflied
    - Für Rosalie -

    (Melodie: "Schlaf Kindlein, schlaf")


    Rosa mein Herz
    Sei fern von Not und Schmerz
    Der Götter Segen sei mir dir
    Egal ob fort, ob nah bei mir
    Rosa mein Herz


    Äuglein mach zu
    Es ist die Zeit der Ruh
    Dann findest du im Träumeland
    Freud' und Spiel, ja allerhand
    Äuglein mach zu


    (Denn/Und) Dwayna hält Wacht
    Sie hat uns her gebracht
    Lieb' und Gnade schenkt sie frei
    Da ist auch viel für dich dabei
    Dwayna hält Wacht


    Der nächste in Ehr'n
    Gibt Mut dir dich zu wehr'n
    Er stärkt und trainiert seine Schar
    Sein Name, der ist Balthasar
    Der nächste in Ehr'n


    Melandru ist lieb
    Mag Frieden, keinen Krieg
    Ein jedes Vöglein hat sein Nest
    Auch dich hält sie gesund und fest
    Melandru ist lieb


    Lyssa mag spiel'n
    Tanzen und musiziern
    Was Wahrheit und was Lüge ist
    herauszufinden ist die List
    Lyssa mag spiel'n


    Wahrheit liebt Kormir
    Sie hält ganz fest zu dir
    Gib jedem sein' gerechten Teil
    Dann segnet sie mit Wissens Heil
    Wahrheit liebt Kormir


    Grenth wartet lang
    Am
    [Weiterlesen]
  • Lieber Käfer,

    ich schreibe dir heute mit betrübtem Herzen – ist das nicht eine wunderbare Formulierung?
    Ich habe sie in einem Roman gelesen und wollte sie selber einmal niederschreiben.

    Eigentlich ist ja alles wie immer.

    Ich arbeite viel, und wenn ich nicht arbeite, bin ich zu Hause.
    Irgendwie ist es schon humorig, das ich jetzt, wo du fort bist, das Leben führe das du dir damals immer gewünscht hast.
    Hätte ich da schon gewusst, das es gar nicht so schlimm ist wie ich immer dachte, hätte ich deinem ewigen Drängen auf ein ruhigeres Leben vielleicht zugestimmt.
    Jetzt ist es wohl zu spät.

    Ein bisschen anders ist es in letzter Zeit aber doch geworden.
    Die Linda, die wir eingestellt haben um die Zweigstelle in Beetletun zu besetzen, arbeitet nicht mehr für uns.
    Der Grund dafür ist kein schöner: Sie hat gestohlen.
    Das haben wir aufgrund von Unregelmäßigkeiten in den Büchern heraus gefunden. Ich wollte darüber gern erst einmal in Ruhe mit ihr reden, aber Liese ist da ein bisschen… [Weiterlesen]
  • Lieber Käfer,

    ich hoffe, es geht dir gut, wo auch immer du bist, und du leidest weder Hunger, noch Durst, noch sonst irgendwas. Am besten tanzt du hinter den Nebeln munter herum.
    Es ist schon eine ganze Weile her, das ich dir das letzte Mal geschrieben habe. (Ich hab direkt mal nachgesehen, und der letzte Brief an dich ist tatsächlich schon über 2 Monde her. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!)
    Vielleicht ist das auch gar nicht so schlimm, denn unsere Briefebox, die ich im Kleiderschrank oben links hinter den Mützen versteckt habe, die ist schon ziemlich voll. Ich hab sie damals, als die beiden Liesen eingezogen sind, vom Nachttisch aus da hin verfrachtet, weil ich nicht wollte, dass sie sie finden. Immerhin ist das ja unser kleines Geheimnis. [Hier wurde ein lachendes Mondgesicht gemalt]

    So, was wollte ich denn?
    Ah, richtig. Ich habe dir vom Lük geschrieben, nicht?
    Von früher müsstest du den noch kennen, so ein braun gebrannter, großer Löwensteiner, der vor ner Weile
    [Weiterlesen]
  • Er stand mir gegenüber – so nah, das die kleinste Bewegung dazu führen würde, das wir uns berührten.
    Doch wir berührten uns nicht. Wir bewegten uns nicht.
    Mein Körper fühlte sich so schwer an, das ich nicht die kleinste Regung von mir geben konnte.

    Und so schaute ich in das Gesicht, das mir so bekannt war; sah die kleinen, liebgewonnen Fältchen um Augen, die voll waren von Trauer. Verlor mich in diesem Blick, ohne das ich in der Lage war, die Verzweiflung aus diesem fort zu küssen.
    Wie lange standen wir uns so gegenüber, schweigend, bewegungslos? Wie lange hatte ich seine Mimik angesehen, das mir allein von dem sich mir bietenden Bild ganz elend wurde?

    Ich konnte ihn nicht trösten.

    Und plötzlich drängte sich mir ein Gedanke auf, eine Gewissheit machte sich in meiner Seele breit, die ich nicht aufhalten konnte, so sehr ich auch versuchte, sie in irgendeine Ecke meines Bewusstseins zu drängen und zu vergessen, bevor ich ihr ganz gewahr wurde: Dies war ein Abschied.

    Panik überkam
    [Weiterlesen]
  • An Arlassia, Salmaviertel
    Oder: Geschenkartikel-Gaumenfreuden-Genußcafé „Herzlich“, Melandruhochstr.
    Oder: Hugh, Wirt der Wunderlampe im Ossaviertel
    Götterfels


    (Montag vormittag)

    Liebe Arla,
    wir sind gestern Abend wohlbehalten am Flüchtlingslager bei der Blutstromküste angekommen. Aufgrund des Platzmangels hier nehmen wir Cheffi ein gutes Stück von seinem Platz im Zelt weg, aber bisher hat er noch nicht gemeckert. Vielleicht denkt er ja, sein Schnarchen ist Strafe genug für den Platzraub.

    Hier regnet es die ganze Zeit; unsere Lieferung, unsere Kleidung und alles, was hier gelagert wird, alles das kreucht und fleucht, ist nass oder zumindest klamm. Ein ekelhaftes Gefühl, wie die Sachen an einem kleben: Von der Kleidung angefangen über den Sand, der hier in Massen rumliegt, bis hin zur Asche der Feuer, die vom Wind irgendwie immer genau in mein Gesicht geweht wird, zwischen Hut und Tuch vorbei ab an Nase, Mund und Wangen.
    Käfer sagt, ich seh schon aus wie eine richtige
    [Weiterlesen]
  • „Riechst du das?“ Fragte er und legte seinen von Irritation durchdrungenen Blick auf sie.
    Nein, sie roch nichts. Aber sie -sah-.

    Dunkler, rußiger Rauch suchte sich seinen Weg in die Höhe des Nachthimmels, gar nicht weit entfernt von dem Ort, von wo aus sie beobachtete: Dem Balkon ihres Heims. Nicht fähig einen klaren Gedanken zu fassen spürte sie Schrecken und Panik aufsteigen, welche ihr einen Moment lang die Kehle zuschnürten.

    Rauch, Feuer... Wo brennt es? Rauch... so viel Rauch...

    Blasse Gedankenbilder von der brennenden Wunderlampe kamen ihr ins Gedächtnis, doch sagte ihr irgendetwas, das diese Bilder nicht die Ursache für den Zustand waren, in dem sie sich gerade befand. Eine tiefe Trauer durchzog die vorherrschende Panik, ein Gefühl von schwerem Verlust... als würde sie gerade ihr Heim verlieren. Ein Heim, das es schon lange nicht mehr gab. Oder nie gegeben hatte.

    Was fühlte sie gerade? -Wieso- fühlte sie gerade?
    Rauch, Feuer... Hilfe!

    „Lass uns nachschauen.“ sagte er… [Weiterlesen]