Artikel aus der Kategorie „Charaktergeschichten“ 826

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    "Das Klingeln einer kleinen Messingglocke über der Tür, verriet mein Eintreten in das kleine Antiquariat. Der Ton zauberte mir ein Lächeln auf meine Lippen. Ich schloss die Tür hinter mir, drehte mich mit geschlossenen Lidern in das Geschäft und sog die Luft des Laden förmlich in mich hinein, es war der Duft vergangener Leben. Viele würden den Geruch als muffig bezeichnen, für mich war es eine Komposition aus unzähligen wissbegierigen Lesern, wie ich eine bin.
    Ein neues Buch roch eher stechend und ein bisschen säuerlich von der Leimung. Dieser Duft verfliegt irgendwann.
    Um so länger ein Buch in Besitz einer Person ist, nimmt es nach und nach den Geruch des Eigentümers, seines Hauses und seines Lebens an, dazu kam die Note des Zersetzungsprozess von Papier und den dazugehörigen Einbänden.
    Immer wieder glaubte ich auch Vanille und Gras dazwischen zu riechen. Den Dunst von Staub sog ich nur zu gerne mit in mich hinein, immerhin gehörte er dazu wie ein Zahnrad zu einer Uhr.
    Wenn man
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    Es ist schon wieder passiert. Jemand hat etwas gestohlen! Das ist ja schon letzte Woche passiert. So kommt es mir in den Kopf, wie ich auf meiner Bank vor dem Haus sitze. Als Oberhaupt der Gemeinde muss ich den Dieb ausmachen und bestrafen, das ist meine Aufgabe. Der Täter und seine Familie sollen verbannt werden, zum Wohle unserer Gesellschaft, denn Diebe können wir hier nicht brauchen. Eine Gruppe Büttel kommt auf mich zu, einer von ihnen spricht zu mir: „Oberhaupt, wir haben den Dieb gefasst. Die gesamte Beute war bei ihm…bei eurem Bruder.“ fügt er mit einem Anflug von Bedauern hinzu. Ich erhebe mich schnell. „Was?“, frage ich, „Wo ist er?“ Da wird er schon vor mich gebracht. Er ist gefesselt und sein reuevoller Blick trifft mich mitten ins Herz. „Kleiner Bruder, was hast du gedacht?“ Mein Gesicht drückt Enttäuschung und Furcht über ihn aus. Ich lasse mir einen Moment Zeit. Irgendwie warte ich darauf, dass jemand es sagt, dass es nicht so war. Jemand
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    Der Raum ist fast dunkel, nur die abendliche Sonne scheint in den Raum hinein, es ist angenehm warm. Die weißen langen Vorhänge wehen sanft im sommerlichen Wind während die blonde Schneiderin an ihrer alten, versilberten Harfe sitzt. Sie trägt ein weißes Sommerkleid, eine Kette um den Hals und die Haare fallen ihr in leichten Wellen über den schmalen Rücken. Die Harfe ist schon lange im Familienbesitz und hat bei weiten schon bessere Tage hinter sich. Die Augen sind neugierig und voller Spannung auf die Frau gerichtet die sehnsüchtig auf das erklingen des Instruments warten. Der Raum, in dem sich das Publikum und die Harfenistin befinden, ist liebevoll eingerichtet. Ein pinker, großer Quaggan sitzt wachend auf einem Stuhl, von der Decke hängt ein Kronleuchter der allerdings aussieht wie ein Piratenschiff aus einem bekannten Märchen. Ebenso steht die Harfe im Raum, in diesen Zeiten ein wichtiger Bestandsteil des Zimmers. Die Finger der
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    Teil I - Im Angesicht des Todes | Teil II - Hof der Gnade | Teil III - Aufgebahrt | Teil IV - Du bist das Rätsel


    Nach einem wichtigen Geschäftstermin in Tonteich breche ich zum Heimweg nach Götterfels auf. Der Weg ist weit, darum bin ich mit dem Pferd gekommen, obwohl ich sonst viel lieber laufe.

    Das gemütliche Schaukeln des Pferderückens lockt mich, die Gedanken schweifen zu lassen. Ich muss an meine Nachtwanderung von letzter Woche denken. Und an die seltsame Begegnung dort mit dir. Ich denke daran, wie ich dich, einen verschrobenen Jäger, an seinem tödlichen Abschuss gehindert habe. Und daran, wie ich versucht habe das verwundete Wild mit den kümmerlichen Überresten meiner Sanitäterausbildung bei den Seraphen zu retten. Wie abstrus, und du hast mir sogar geholfen. Dass wir es nicht geschafft haben, kümmert mich wenig, denn zumindest ich habe mein bestes gegeben. Aber was immer wieder in meine Gedanken zurückkehrt, das bist du. Im Grunde bist du nur irgendeiner der… [Weiterlesen]
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    RIotea: “Es tut mir leid, aber ich brauche einen Moment für mich.”
    Sie hatte nicht auf eine Antwort gewartet oder sich noch einmal umgedreht, sondern ging einfach. Erst im Hafen realisierte sie wohin sie ihr Instinkt geführt hatte. Ans Wasser, wie immer, wenn sie traurig war, führte sie ihr inneres Navi ans Wasser. Den Blick auf den Horizont gerichtet, folgte sie dem Ufer vom Hafen weg.
    Die Sonne war schon längst untergegangen und die vielen Sterne leuchtet am dunklen Nachthimmel. Der Sichelmond versteckte sich hinter Wolken, die wie Schleier aus Seide am Himmel hingen.
    Als sie glaube die Stadt nicht mehr hören zu können, ließ sie ihren Rucksack in den Sand fallen, zog den Mantel und die Handschuhe aus und stellte ihre Stiefel daneben. Das Halstuch knotete sie an die Rucksackriemen und sah auf das Meer hinaus.
    Ihre Brille auf, rannte sie ins Meer hinein und schwamm, einfach nur dem Mond entgegen. Das Land war schon entfernt als sie zurückblickte und die Lichter der Stadt sah. Riotea… [Weiterlesen]

  • Sie saß oben auf der Hütte und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Sie mochte die südlichen Zittergipfel. Der Übergang von schneebedeckten Bergen zu sattem, saftigem Grün hatte sie jedes Mal gefangen. Lange waren sie nicht hier gewesen. Und auch, wenn das Hüttenoberhaupt nach wie vor ein grimmiger Griesgram war, konnte sie Jokell nach so vielen Jahren ansatzweise verstehen.
    Ihr Blick schwenkte zur Seite, als sie jemanden neben sich hörte. Die Mundwinkel zuckten nach oben. Auf nackten Füßen kam ihre Tochter zu ihr gelaufen. Sie sprang ihrer Ma an den Hals und ließ sich auf deren Schoß fallen. Die wilden roten Locken von Mutter und Tochter sprangen eifrig durch den Schwung. Sie lachten. Die Blicke gingen hinaus auf das weite Feld im Lornars Pass. In der Ferne konnte man mehrere Erdelementare aufragen sehen. Kaum eine Bewegung taten sie. Und selbst wenn, waren diese langsam und bedächtig. Mit einem leisen, zufriedenen Seufzen drückte Monennia ihre Tochter eng an sich. Für
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  • Im nächsten Moment finde ich mich auf dem Schlachtfeld. Die Schlacht ist vorbei. Meine Soldaten stehen hinter mir, vom Kampf gezeichnet. Vor uns steht ein Feldherr mit seinem Gefolge, seine restlichen Soldaten sind auf dem Feld verteilt, teilweise tot, manche blutend. Unsere Mission jedoch ist nicht vorbei. Die Ziele sind die zentralen Zelte im Lager, die noch nicht zusammengebrochen oder von feurigen Pfeilen versengt sind. Darin sind Geiseln, die hier festgehalten werden. Zivilisten, Gefolgsleute und…meine Familie! Das wird mir plötzlich klar. Wochenlang habe ich um sie gebangt und gebetet. Verzweiflung und Wut steigen in mir auf. Mein Hass gilt dem, der die Entführung angeordnet hat, und dieser steht nun verwundbar vor mir.

    „Aha, Leutnant Dachs. Ihr habt uns geschlagen, Gratulation.“, krächzt dieser schleimig. „Ihr werdet uns doch nichts tun, solange wir die Geiseln haben. Das könnte ungesund für ihre werte Schwester werden.“

    Mit einem Handwink führt er diese vor. Sie wird mit
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  • Maeve's Beichte

    "Ihr dürft ihn nicht durch die Schleuse lassen," sagte Maeve Auhöfer und knetete dabei ihre Hände. Sie war Empfangsdame im Vanhoven Naturkunde-Museum, eine unscheinbare Brünette in einem mausgrauen Kostüm, Rehaugen und eine Hornbrille rundeten die Erscheinung ab. So zu dem Kurator zu sprechen kostete sie all ihren Mut, zumal sie eine Regelverletzung begangen hatte und sich die Schuld an dem Unheil gab, das sie sich nun zu beichten anschickte. Aber bei Don Vanhoven konnte sie nicht auf viel Verständnis hoffen, heute umso weniger, da die Jacarandas geliefert worden waren und er begeistert alle Hände voll zutun hatte. Aber es musste heute sein um größeres Unglück zu verhüten.

    "Fräulein Auhöfer, er arbeitet für die Abtei und recherchiert für eine Studienschrift," schmetterte Don ihre Bedenken ab und ließ seine Aufmerksamkeit bereits wieder von ihr ab und in seine Pergamente fließen.

    "Nein," widersetzte das Fräulein und trat einen Schritt näher an seinen Schreibtisch.
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  • ☙ ☙ ☙ ☙ ☙


    Die untergehenden Sonne trug zu einem wunderschönen Farbenspiel bei. Der rötliche Ton ließ das herbstliche Blattwerk förmlich strahlen. Der Herbst war vergleichsweise Bunt und ließ Celeste friedlich lächeln. Alles wurde welk und neigte sich dem Ende zu. Zum Winter hin würde alles grau und dunkel sein.

    "Erinnerst du dich, damals, als wir durch die Baumwollfelder getobt sind und uns vor Lachen nicht mehr eingekriegt haben?", fragte die ältere, schöne Frau. Sie schmunzelte und sah in die Ferne.

    "Wie könnte ich das jemals vergessen? Wir sind mit der Natur eins gewesen und sind beim herumtoben ständig umgefallen. Meine Mutter hat ständig nach uns gerufen und um Ordnung gebeten.", dabei lachte die Schwarzhaarige auf und lächelte Hazel lieblich an.
    Der Wind striff kalt über die beiden herüber. Man hörte Astwerk arbeiten und die Blätter raschelten. Den angrenzende Wald liebten die beiden schon immer.

    Die dunklen Augen Hazels suchten die schönen, blauen der Morgayne. Doch… [Weiterlesen]