Artikel aus der Kategorie „Charaktergeschichten (alt)“ 1.474

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    Man hörte die Regentropfen auf den die Straßen von Götterfels trommeln wie eine seichte Melodie, gemischt mit dem Knattern und Knarren von Kutschen Reifen und das Klackern von Pferdehufen, ergab dies ein Lied dem die meisten Bewohner der Stadt in ihren Häusern zu entkommen versuchten. Hier und da sah man vereinzelte Personen in Regenmänteln und unter Regenschirmen.
    Die Nacht war unheimlich, eine junge Frau im Kleid und in einem roten Regencape war das auffälligste in der Dunkelheit. Schniefen und schluchzen hörte man sie im verbogenen ihrer Kapuze . Sie weinte bitterlich und der Himmel mit ihr. Schwermütig und langsam war ihr Gang, ihr Haupt gesenkt. Man sah ihr an das sie nicht ganz wusste wohin sie will, bis es sie letztendlich an das Haus der befreundeten Bauunternehmer- Zwillinge trieb.

    Verheult wie sie war, kam sie dort an dem dunklen Gebäude an, in dem anscheinend niemand mehr wach war. Trotzdem klopfte sie an der Türe und hoffte inständig das
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  • Du hast mir Rosen geschenkt. Sie sind so wunderschön. In einer Vase stehen sie auf meinem Nachttisch. Sie erinnern mich an dich und geben mir dieses warme, kribblige Gefühl im Bauch. Ich bin so aufgeregt dich das nächste mal zu sehen. Ich kann nur noch an dich denken. An deine Berührungen, deine Blicke, dein Lachen, dein Gang, deine Worte, die mir versprachen, dass du bei mir bleibst und du mir zeigen wirst, wie schön Liebe ist. Noch nie hat sich jemand so sehr für mich interessiert. Ich bin überwältigt. Du gibst mir das Gefühl jemand zu sein. Ich fühle wie mich wie eine Person. Du nimmst mir all meine Ängste und Sorgen. Ich muss nie wieder alleine sein, denn ich habe dich an meiner Seite. Mit dir brauche ich keine Angst mehr vor der Zukunft zu haben, oder davor, was andere Leute von mir denken. Denn ich habe dich. Und solange ich dich habe, kann mir der Rest der Welt gestohlen bleiben. Du bist das Beste was ich jemals gesehen habe. Wie du denkst, wie du dich bewegst. Wie… [Weiterlesen]
  • "Du bist spätestens zur elften Abendstunde wieder zu Hause", schreit mich meine Mutter an, nachdem wir zu lange über eine Uhrzeit diskutiert haben.
    "Mit wem willst du dich überhaupt treffen?"
    "Du triffst dich nicht mit ihm."
    "Wenn du es wagst, kannst du dir sicher sein, dass du nie wieder ein Fuß in dieses Haus setzen wirst."

    Ich stehe schon in der Tür, drehe mich um und schaue meiner Mutter ins rote Gesicht. Sie sieht aus wie eine dumme Krabbe. Ich würde sie gerne von mir wegschubsen, doch sie ist meine Mutter. Ich schaue sie für einige Momente schweigend an, in denen sie mich weiterhin anschreit. Es prallt an mir ab, wie ein Ball an der Wand. Unberührt, gelangweilt schaue ich ihr in die wütenden Augen. Bis der Bogen überspannt wird. Irgendwas zerspringt in meinem Kopf, als sie schreit: "Du bist nicht mein Sohn. Mein Sohn würde sich nicht so unsittlich verhalten."

    Zum ersten mal klappt mir der Mund erschrocken, erschüttert auf. Meine Mutter kommt sofort auf mich zu gerannt, als
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  • Festtage mit der Familie waren immer lustig.
    Im Hause Theinfeldzelebrierte man mit Leib und Seele einen Wohlstand, dem man nicht angehörte. Man putzte sich heraus und zeigte, wie gut es einem ging. Dann lud man alle guten und schlechten Freunde ein um ihnen genau das unter die Nase zu reiben. Clara konnte sich nicht erinnern, wann ihre Eltern sie das letzte Mal so stolz präsentiert hatten. Haben sie das je? In ihrer Heimat hatte sie einen guten Ruf. Sie war eine bescheidene Berühmtheit und ihre Kunst sehr beliebt. Clara schüttelte Hände, lächelte und signierte Kupferstiche, die ihre Eltern im Kontor verhökerten. Ihre Mutter lachte stets und herzte sie wie ein lang vermisstes Stofftier. Clara konnte nicht sagen, dass sie ein schlechtes Verhältnis zu ihr hatte. Das stimmte nicht. Ihre Mutter war immer streng aber liebevoll gewesen, aber auch sie hatte ihre Tochter irgendwann resigniert aufgegeben als klar wurde, dass Clara ihnen keine adlige -oder irgendeine- Partie an Land… [Weiterlesen]
  • Wann hatte der Wanderer das letzte mal seine Augen geschlossen?
    Er weiß es nicht mehr. Manchmal fallen ihm die Augen zu, wenn die körperliche Erschöpfung endlich seine innere Unruhe und Rastlosigkeit besiegt. Aber wann hatte er das letzte Mal bewusst seine Augenlider sinken lassen und sich aus freien Stücken der Finsternis gestellt?
    Er weiß es nicht mehr. In seiner Jugend, gewiss, aber wie weit liegt das schon zurück? Die Wahrnehmung von Zeit ist ihm sowieso längst entglitten.

    Nun sitzt er hier, auf der uralten Holzbank meilenweit entfernt von menschlichem Leben, und erfährt das, was er schon fast wieder vergessen hat.

    Dabei erinnert er sich unweigerlich an ein lang vergangenes Gespräch mit seinem Großvater Merlin. Sie hatten sich über Sinneswahrnehmungen unterhalten. Er hatte ihm erklärt, dass das Sehen der wichtigste Sinn des Menschen sei. Das Auge sei unser schärfstes Sinnesorgan, darauf verließen wir uns am meisten. Damals hatte er seinem Großvater widersprochen. Ihm sei… [Weiterlesen]