Artikel aus der Kategorie „Charaktergeschichten (alt)“ 1.468

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Sie lebte in unterschiedlichen Welten. So liess es sich am besten beschreiben. Sie blieb eine Träumerin. Auch, nachdem sie aus dem Traum erwacht war. Sie träumte sich in ihre Welt der Romane, voll von Rittern, bösen Drachen und holden Prinzessinnen. Voll von Liebe, Mut, Rachegelüste und Intrigennetze. Voll vom wahren Leben, welches aber mit dem jetzigen wenig und doch viel gemeinsam hatte. Auch in ihrer Realität gab es Drachen, die es zu erschlagen galt, adlige Mädchen, deren Herzen voller Hoffnung auf die wahre Liebe eines ebenso adligen Mannes warteten. Intrigen wurden in den Rängen der Menschen und Asura gesponnen, Rachegelüste gefühlt von verletzten Norn und Charr.
    Sie erkundete die Welt der Bücher auf die gleiche Weise, wie sie mit offenen Augen durch die Welt wanderte, bedacht jedes noch so kleines Eckchen in ihrem beblätterten Kopf aufzubewahren. Sie wollte eine Bibliothek aus Momenten der Schönheit und Momenten des Leids aufzeichnen. Erinnern, wenn sie wieder durch die[Weiterlesen]
  • Wasser. Reinigende Kraft, uralte Macht. Heilung.
    Man hatte ihr damals im Hain gelehrt, dass Wasser das Element der Heilung war. Wasser beruhigte, kühlte, lebte. Durch den Traum lag ihr der Umgang mit dem Lebensfluss und lehrte sie zur Elementarheilerin. Wasser war Leben, Erde schützte das Leben und Luft war der Atem, die Quelle des Lebens.
    Feuer war bloss Energie. Feuer war die zerstörerischste Kraft unter den vieren. Seine Hitze versengte Körper und Geist. Es verbrannte die Erde zur Einöde und die Luft erfüllte es mit giftigem Rauch. Es zerstörte alles Lebendige und liess nichts als kalte Asche zurück.


    Ein wandernder Blick zeigte das zur Einöde gewordene Schlachtfeld, welches vor ihr ausgebreitet dalag. Vor den Toren der Festung der Wachsamen. Die Erde war verseucht und verbrannt und viele Leichen, teils die Soldaten der Wachsamen, teils die der Diener Zhaitans, dem Alt-Drachen, türmten sich meterhoch. Langsamen Schrittes bewegte sich der dünne Körper der Heilerin zu einem[Weiterlesen]
  • Es war früher Abend und der Himmel schien düster. Durch die Strassen wandelte die kleine Gestalt, den Mantel eng um sich geschlungen und die Kapuze in der abendlichen Düsternis weit ins Gesicht gezogen. Das Leder war von der dauernden Nässe mehr als feucht geworden und ein gängiges Platschen liess sich von den Stiefeln vernehmen, wenn diese wieder durch eine Regenlache wateten. Ihre Schritte führten sie vom Grenth-Schrein fort.

    „Dunkelheit umgibt Euer Herz... Emotionslose Kälte Euer Sein… Und der Tod folgt auf Eurem Fuss…“

    Das Flüstern verfolgte sie durch die Strassen. Schritt für Schritt lief es ihr hinterher, huschte von einer Hausecke zur nächsten, blieb in ihren Ohren hörbar, wenn auch kaum mehr als ein Hauch.

    „Düsternis hüllt Euch ein, wie ein schwarzes Seidentuch… und die Krähen verraten den Hörigen Euren Standort in der nebelverhüllten Nacht.

    An solchen Abenden sehnte ihr fragiler Körper nach Wärme eines trockenen Zimmers. Nach der Weichheit einer einfachen Matratze,[Weiterlesen]
  • Zweifel

    Ihre Beine hingen über dem Nichts, der Balkon im zweiten Stock war ihr wie die beste Wahl erschienen. Nicht um irgendetwas dummes zu tun, nur um dieses leichte Angstgefühl zu verspüren, wann immer man in die finstere Tiefe starrte.

    Deshalb hast du so wenige Freunde. Und tust dir immer und überall schwer.

    Wortlosgriff sie nach den Schokoladenpralinen, die sich irgendwo in Fannys Geheimvorrat für schlechte Zeiten hatten finden lassen, aber als sie den Blick auf die perfekten kleinen Kugeln richtete verging ihr der Appetit. Seit die Stimme Jormags gefallen war wusste sie, dass niemand anders die Kritikaussprach, als sie selbst. Die Person, die wieder und wieder protestierte und hinterfragte. Es gefiel ihr ganz und gar nicht, es machte ihr sogar Sorgen. Und irgendwie war es ihr auch gleichgültig.

    Es sollte dir nicht gleichgültig sein, dass du gerade eine Freundin verloren hast. Dass du noch mehr Freunde verlieren wirst, weil du nicht anders kannst als mit einem überlegenen[Weiterlesen]
  • Die Kinder waren ins Bett gebracht, die Küche wurde aufgeräumt. Da geht Yuni ins Wohnzimmer setzt sie sich zu ihrem Mann der dort bereits auf dem Sofa mit einer Flasche Bier und der Aktuellen Zeitung sitzt. Durch den prasselnden Kamin wird das Wohnzimmer mit wohliger Wärme gefüllt.

    ''Du könntest deine Tochter durchaus öfter Loben.'' die Worte klingen sanft und ehrlich als sie die Teetasse kirrenden auf den Unterteller absetzt.

    ''Yuni,'' erhebt der Mann das Wort. ''Amaya soll mit Takumi unser Leben, wenn wir nicht mehr arbeiten können, absichern. Verstehst du das nicht?''

    Die Frau schüttelt verständnislos den Kopf. ''Schatz, Amaya bringt doch schon gute Leistungen. Ihr Lehrer für Wassermagie lobt sie in höchsten Tönen, im Theater bekommt sie ständig die Hauptrollen, in ihrem Kampfträ...''

    Doch der Mann unterbricht seine Frau, ''Sei endlich still, Yuni! Amaya soll, verdammt nochmal das leisten was Taku auch hinbekommen hat. Er hat es zu etwas gebracht und sie ist zu nichts[Weiterlesen]

  • ⌘ ⌘ ⌘ ⌘ ⌘ ⌘



    "Wohin gehst du, wenn du mich nicht dabei haben kannst?", hörte Celeste die feine Stimme der älteren. Ihre Ziehschwester, zu der sie sonst ein inniges Verhältnis hat. Lange herrschte eine lange Pause in der die Morgayne das Mädchen mit den langen, dunkelbraunen Haaren ansah. Ihr Gesicht unergründlich. "In mich. Auf der Suche nach mir."

    Hazel sah dabei unsäglich Unglücklich aus und auch betroffen. "Celi, ich... Ich bin doch hier und versuche alles mögliche, dass du... Du bist und auch du sein kannst und hier sein kannst. So, wie ich dich kennengelernt habe." Doch Celeste sank den Kopf zu ihrer beiden Hände. Ihre, die in Hazels gebettet waren und gehalten wurde. Aufgehalten.

    "Das verstehst du nicht. Benimm' dich nicht wie ein beleidigtes Kind, Hazel. Lass es mich mit einfachen Worten sagen." Dabei wand sie ihre Hand aus den Fingern der heranwachsenden Frau. "Ich kann nichts dafür, dass du dich alleine fühlst wenn ich mal nicht da bin. Du musst auch alleine mit dir
    [Weiterlesen]
  • 〄 〄 〄 〄 〄


    Irgendwie war Sehnsucht immer nur ein Wort gewesen für mich. Ein Wort, was ich nur aus Erzählungen kannte. Es war immer wie eine Hülle, die zu weit Weg war um den Inhalt zu erkennen.

    Und auf einmal warst du da. Du hattest mich an die Hand genommen. Von deinen Lippen war ich abhängig. Ich war abhängig davon, was du mir sagtest. So schenktest du mir mehr, als ich verdient hatte. Ich hörte dir gern zu.

    ... Und mit dir kam die Sehnsucht.

    Auf leisen Sohlen hatte sich die Sehnsucht nach Jahren angeschlichen. Behutsam, um nicht entdeckt zu werden. Lange gelang das Versteckspiel. Ich spürte sie, aber ich war mir derer noch lange nicht bewusst.

    Bis zu dem Abend, als du dich entschieden hattest für immer zu gehen.

    Eine große Welle von Sehnsucht brachte mich Tage später zu Fall und verschlang mich gierig. Nun wusste ich es. Ich wusste wie weh Sehnsucht tat und wie wichtig du mir die Jahre über geworden warst.

    Nun weiß ich, wie sich Sehnsucht anfühlt.

    Als würde
    [Weiterlesen]
  • ⸸ ⸸ ⸸ ⸸ ⸸ ⸸


    Als ich sie kennenlernte war sie anders. Sie war zwar schon immer anders, aber zu ihrer Andersartigkeit kam noch Traurigkeit hinzu. Sie war nicht verwöhnt und dennoch musste und muss auch heute noch ihre Familie sich nicht um den darauffolgenden Tag sorgen. Sie forderte nie etwas ein. Nie Süßigkeiten - wie ein Kind es sonst tat... und sie forderte nie Liebe.

    Schon früh hatte sie gemalt und gezeichnet. Erst waren es Herzen, dann waren es Wiesen und Sonnen- Aufgänge, oder Untergänge. Kinder malten die Sonne gelb und die Wiesen grün - doch das wollte sie nicht so. Es entsprach zwar nicht der Realität, doch zwischen Irrealität und Realität konnte sie nicht entscheiden. Das konnte sie nie. Dafür war sie nie geschaffen.

    Sie war eine Realistin mit einer zu Pessimismus neigenden Ader. Vielleicht war sie aber auch nur eine Träumerin, die den Kopf in den Wolken hatte.



    Es war ein stickiger Tag und schwüle Luft erdrückte einen. Ihre
    [Weiterlesen]
  • ‡ ‡ ‡ ‡ ‡ ‡ ‡ ‡ ‡

    Es war einmal eine ausgesprochen fleißige Honigbiene. Sie liebte es von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang von Blüte zu Blüte zu fliegen. Denn sie liebte ihre Arbeit. Andere Bienen aus einem anderen Bienenschwarm fragten sie:


    "Wie kann man die Arbeit lieben?"


    "Nun,", antwortet die fleißige Honigbiene: "Ich liebe nicht die Arbeit, sondern liebe es wie jede einzelne Blüte und Blume riecht. Ich liebe, dass sie so unterschiedlich aussehen und wie unterschiedlich Groß sie sind. Ist es Euch noch nicht aufgefallen?" Und da flog sie auch wieder von dannen und hinterließ die anderen Bienen nachdenklich zurück.

    "Stimmt. Für uns ist das alles so Selbstverständlich, dass wir vergessen haben wie schön die Natur ist. Wie schön Blumen sind und duften."

    Eine der Bienen blendete beim nächsten Flug die Umgebung aus, als sie über die Blumenwiese flog und genoss den Geruch in der Luft und staunte nicht schlecht.

    "Jetzt weiß ich warum die fleißige Honigbiene es
    [Weiterlesen]