Artikel aus der Kategorie „Gedichte“ 61

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  • Tractatus Höggeri Speckfaustus VII

    Als der Riese endlich genug geschlafen hatte, schlug er die Lawine die ihm zur Decke diente bei Seite und begrub irgendein Dorf in einem fernen Gebirge darunter. Er raffte sich ächzend auf. Nicht weil es ihm schwer fiele, aber wenn solche Massen in Bewegung geraten, dann geschieht dies nicht geräuschlos. Er streckt sich lang und stob mit den austreckten Armen ein paar Sterne durcheinander. Die Menschen im Süden freuten sich über die Sternschnuppen die über den Himmel rauschten und richteten ihre Wünsche an sie, doch Högger hörte sie nicht. Er blickt sich um und begann seine Reise fortzusetzen. Der Wechsel von Tag und Nacht war dem Riesen nur wie ein Blinzeln und er wanderte lange und still.

    Das alte Fasse des Nordens, der Knochenspieler, Immerzorn und Nimmermüd, hatte viel gesprochen, gesungen, geflucht und gelacht. Seine Stimme war der erste Donner der knallte und bis heute widerhallt. Seine ersten Worte, gaben den Dingen ihre wahren Namen und so
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  • Kritzel mich in
    krakeligen Lettern
    mache mich klein

    Und dich
    Dich schreibe ich in
    schönster Kalligraphie

    achte sogar beim setzen
    des i-Punktes auf Perfektion



    Und ich höre
    Nicht in mich herein
    aber dafür dir stundenlang zu

    Ich höre wie du lachst
    Das schmunzeln in deiner Stimme
    Den Erzähler-Unterton in Geschichten

    Dein Atmen
    Und selbst dabei höre ich dir gerne zu



    Wie Du überzeugt bist
    Von dem was Du tust
    Von Dir und Deiner Tugend

    Mich selbst erkenne ich nicht
    aber dich
    Dich kann ich lesen wie ein offenes Buch

    Vor lauter schön geschrieben dichs, du und dir
    Habe ich das krakelige mich links liegen lassen



    Was sind meine Träume
    Überzeugungen
    Und wofür will ich mich einsetzen

    Was ist mein Ding
    Für was will ich mich durchsetzen
    Meinen Lebenssinn




    Zwischen den Zeilen da finde ich ja vielleicht
    mich?
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  • Vielleicht mach' ich eigentlich gar nichts richtig,
    denn wer sagt uns heut' noch, was Wahrheit und was Pflicht is‘?


    Wer bist du und wieso sagst du mir, woher ich komm' und was ich bin?
    Was können wir wissen, wenn wir nicht einmal Licht sind?


    Ich spüre den Hass in mir, weiß' nicht, aus welchem Grund.
    Ich such' mich in meinen Tagträumen, verliere mich stund‘ um stund‘.


    Allein, monoton und stumm.
    Ich leb' in Träumen, die Realität ist jung.


    Warum ist es falsch, wenn Frau, Frau liebt?
    Warum Hass, wenn Liebe auf der Hand liegt?


    Alles, was wir wollen, nur die Freiheit;
    Egal, ob hier oder im Traum – das ist die Wahrheit.

    Ich spür' die Unruhe in mir, weiß nicht, aus welchem Grund.
    Ich komm' nicht klar im Leben mit Veränderung.


    Die Zeit zu verschenken war dumm,
    denn am Ende bleiben uns doch nur Erinnerung'.


    Warum schwächen wir andere Menschen?
    Warum wollen alle immer kämpfen?


    Fragst du dich auch selbst, warum du auf der Welt fristest?
    Wer bist du, wenn du die ganze Welt um
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  • "Und wieder gibt es Sahnekuchen,
    am Abend stinkt dann Plätzchenteig",
    hörte man das zahme Fluchen
    vom Griesgram selbst: Dem Mistelzweig.


    "Dem Kistengrab erneut entsprungen,
    nur um wieder rumzuhängen",
    keift es murmelnd und gedrungen
    zu monotonen Winterklängen.


    "Derselbe Platz wie jedes Jahr." -
    wieder wurd's die harsche Decke.
    "Zum Glück diesmal kein Knutschepaar,
    auf dass es mich am Arsche lecke."


    Doch wie er just zu End' gesprochen,
    wie sollte es auch anders sein,
    wird niemals Tradition gebrochen,
    Der Mann samt Weibe kam herein.


    Wenn Mistelzweige eines könnten,
    nämlich mit den Augen rollen,
    und Götter das auch nicht vergönnten,
    Käm' das hinzu, zum Übelwollen.


    "Ich freu' mich, dass ich bei dir bin",
    grinst die Trägerin des Kleids.
    "Da krieg' ich wieder Würgereiz ...",
    sprach darauf der Isegrim.


    "Küss' mich, du süßes Sternenkind" -
    "So zünd' mich bitte jemand an",
    erfleht die Mistel über'm Mann
    und wünscht sich fortan, sie wär' blind.


    Das Paar verfiel in einen Kuss,
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  • Vom geopferten Volk

    Es ward einst ein Volk,
    weit vor unserer Zeit,
    Gesäumt von Erfolg,
    es prächtig gedeiht.

    Ihre Hämmer schwingen auf, und wieder hinab,
    Auf kräftig und andächt‘ge Weise.
    Sie schufen ein Land, in den Tiefen fernab.
    Die Zypresse knarzte leise:

    Es wuchs ein mächtiges Königreich.
    Durch Schmiedekunst so einflussreich.
    In verschneiten Gipfeln, lebten stolze Wesen.
    Doch in eigenen Reihen, ein Verräter gewesen.

    Dagnar Steinhaupt säte Verrat,
    hinzu kam Bedrohung von den Mursaat.
    Es wanderte Deldrimor auf unsich’rem Pfad.
    Und so wurde geschwächt, einst stärkster Staat.

    Ihre Hämmer schwingen auf, und wieder hinab,
    Auf kräftig und andächt’ge Weise.
    Sie schufen ein Land, in den Tiefen fernab.
    Der Wind winselte leise:

    Sie retteten Tyria vor Primordus Erwachen.
    Mit dem größten Opfer stellten sie sich dem Drachen,
    Die überlebenden, tapferen Deldrimor Zwerge,
    ewig einsam leben sie nun, tief unter dem Berge.

    Gefeiert wären die tollkühnen Helden.
    Tyrias Wächter wurden sie nun.
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  • ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼

    Du bist wie die Sonne;
    lässt alles um dich kreisen.
    Wer zu nah kommt, der verbrennt
    während andere vereisen.

    Ich will aber für dich die Welt sein,
    voller Leben und doch so klein.
    Irgendwann wird dein Feuer nicht mehr sein,
    Aber solang' brauche ich deinen schein'.

    So Sonne ich mich ganz allein in deinem Licht,
    deine Hitze gilt nur für mich.
    Nur wegen deiner Wärme,
    habe ich Furcht davor das ich sterbe.

    ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼ ☼
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