Das ist mein Weg

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  • Warten war noch nie seine Stäke gewesen. Natürlich sollte man sich immer vorbereitet und gut durchdacht in ein Abenteuer stürzen und in seinem jetzigen Fall traf das noch viel mehr zu als ohnehin. Wer weiß... vielleicht hatte er einen Fehler gemacht. Vielleicht hätte er sich nich davon abbringen lassen und nicht klein bei geben sollen. Vielleicht hätte er einfach mal seinen sturen Kopf durchsetzen müssen - das tun, wofür er bekannt war.
    So saß er nun hier, eine ganze Weile schon, umgeben von Eis, Schnee und dem unseligen Treiben im Kessel unter ihm und die Ungeduld fraß ihn beinahe auf. Mit jeder Sekunde, die verstrich, nagte es schlimmer in ihm. Mit jeder Minute wurde der Kampf in seinem Kopf heftiger gefochten. Der Kampf, den sein Herz gegen seinen Verstand führte. Der Kampf, der schon längst entschieden war. Aber das konnte sich dieser Mann nicht eingestehen. Oder vielmehr wollte er es nicht.

    Er nahm noch einen Schluck aus seiner Flasche. Es war weniger darin, als er erhofft hatte und so schüttelte er sie und warf sie neben sich in den Schnee. Mühsam erhob er sich und fiel nach vorne auf die Knie. Er löste seine Rüstung und zog das Messer aus dem Feuer, das er entfacht hatte, um nicht zu erfrieren. Die Klinge glühte und als er sie vor seine Brust hielt, spürte er die Hitze durch seinen gesamten Leib wallen. Langsam führte er das Messer näher und als es seine Haut berührte, zischte es. Seine Haut warf Blasen und brodelte, doch entschlossen führte er die Klinge über seinen Leib und zeichnete ein Muster, dann noch eines und ein drittes. Der Alkohol von eben war zu wenig gewesen, um den Schmerz zu betäuben. So umarmte er ihn und - ja, fast schon genoss er ihn, denn er wusste, wofür er das hier tat.

    Mit einer Hand voll Schnee kühlte er die Haut, ehe er die Rüstung wieder anlegte. Ein kleiner Schnitt an der Hand reichte, um ihm bluten zu lassen, daraufhin schmierte er sich sein eigenes Blut ins Gesicht. Die Weihe war abgeschlossen, nun gab es kein Zurück mehr. Er musste gehen, seinen Weg weiterverfolgen, ungewiss, was vor ihm lag. Doch er tat dies mit reinem Herzen, klarem Verstand und felsenfester Entschlossenheit. Sein Herz hatte den Kampf gewonnen und er war froh.

    Zurück lies er nur den kleinen Stein, in den er einige Worte geritzt hatte.

    "Ich habe meinen Weg gewählt. Mögen die Geister euch behüten."

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