Verbunden

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  • Damals...




    Mary erschauderte.

    Sie wusste, das der Priester sie liebte, doch es wahrlich zu spüren war überwältigend für die Sylvari. Für einen Moment stockte dem zarten Wesen der Atem, und für einen Moment war vergessen was der eigentliche Zweck ihrer Verbindung war. Wie ein Rausch pulsierte die Emphatie durch ihren Körper und sie spürte Fel so unsagbar nah. Mary merkte garnicht, wie Tränen aus den geschlossenen Augen rannten, über die leicht verdunkelten Wangen hinweg.

    Dem Menschen, dem ging es nicht anders. Er kannte das nicht. Zumindest nicht so. Natürlich hatte er eine gewisse Verbindung zu seinen Schützlingen, vor allem zu Caylen, der Sylvari ja nicht völlig unähnlich war, aber nichts übertraf diesen Sturm der zarten Gefühle der ihn umwob als das Blümchen sich mit ihm verband. Dabei kniete sie nur vor ihm im gemeinsamen Lager, draussen das heimelige leise Zirpen der Grillen. Es hatte Abgekühlt, weshalb beide in einer Decke eingewickelt waren. Er wusste, wie Mary heilt. Und dies war nicht die erste Sitzung dieser Art. Jedes Mal kostete es die Sylvari viel Kraft, doch für ihren Menschen würde sie alles tun.
    Und ihn so spüren zu können war Preis wie Belohnung zugleich. Denn sie durfte die Konzentration nicht verlieren, sich nicht vom lieblichen Lied ablenken lassen. Und so sehr die Sylvari es auch genoß Fel zu spüren, sie hatte Arbeit vor sich. Nerven mussten zusammengefügt werden. Eine Aufgabe die sie nun schon seit Jahren verfolgte. Doch sie wurde besser.
    Die Sylvari wusste wie es ging, spürte sich in den Körper des Mannes ein, seinem Gefüge, seinem... Netz. Eine andere ihres Volkes hatte dem Blümchen dies einst gelehrt. Sie wollte ihren Menschen heilen, sie wollte es so sehr, und vor allem Sylvari hatten eine ganz besondere Beziehung zu dem Leben. Den Lebewesen. Ihresgleichen zu behandeln war soviel leichter, sofern sie Träumer waren. Ihre Emphatie war offen, und eine familiäre Vertrautheit war meistens ebenso direkt verhanden. Denn dies war die Grundverraussetzung. Sich zu öffnen. Vertrauen. Ohne dies hatte Mary keinen Zugriff zum Körper des anderen, zum Geist. Zum Sein.

    Die ersten Versuche sich um die Hände des Priesters zu kümmern waren wahrlich überwältigend für sie gewesen, und schlugen wundervoll fehl da sich Mary nicht konzentrieren konnte. Menschen erzählten oft von Rauschmitteln, und das hier, das fühlte sich an wie ihr ganz persönliches Rauschmittel. Doch mit der Zeit, mit Übung wurde es besser. Nicht nur bei ihr, sondern auch bei Fel. Und das war berauschender als jedes verbundene Gefühl der Welt.

    Stunden vergingen ehe die pinke Syvari in die Arme des Priesters sank, ohnmächtig und kraftlos. Ein, zwei Tage würde sie nun schlafen, das wusste der Mann und striff dem Blümchen durch die Blätter, innig in eine Umarmung gezogen ehe er den zarten Körper auf das Lager bettet. Es dauert kaum bis auch er an der Seite der Sylvari einschläft, die er nicht gedenkt loszulassen.

    Nicht jetzt.
    Nie mehr.

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