Kapitel 3 Sterne

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  • Kapitel 3: Sterne



    Unmöglich ist etwas nur, wenn wir nicht lange genug nach einer Lösung suchen und nicht flexibel genug sind auf Alternativen auszuweichen.


    Auf den ersten Blick scheint sehr viel unmöglich, aber mit dem fortlaufenden Studium erkennt man, dass die Lösung oft gar nicht so fern liegt, wie man am Anfang meint. Zumeist ist die Lösung eines Problems auf magischer Ebene etwas sehr naheliegendes und in vielen Fällen gibt es zu dem einen Weg, der einem am Anfang vorschwebte eine Alternative, die sehr viel leichter umzusetzen ist.

    Trotzdem darf ein Magier keinesfalls vergessen, dass nur weil etwas naheliegt, es nicht die beste Option sein muss. Offen für Alternativen sein bedeutet nicht, dass man aufhören muss, das eigentliche Ziel zu verfolgen und etwas scheinbar unmögliches in Angriff zu nehmen, es heißt nur, dass man sich nicht auf eine einzige Lösung versteifen sollte, wenn mehrere möglich wären.


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    "Was hat man dir den beigebracht?"
    Sie kam gar nicht dazu, diese Frage zu beantworten, denn nachdem Sibian sie gestellt hatte, folgte die nächste Frage. Sibian war deutlich schneller im Fragen stellen, als sie darin, diese zu beantworten.

    "Was wäre etwas....in unserer Welt....was du dir nicht vorstellen kannst?"

    Dieses Mal allerdings hatte er nicht viel Zeit, sich noch eine Frage auszudenken, denn nach einigen Sekunden hatte sie die passende Antwort auf die aktuelle gefunden.

    "Hm .... Zu den Sternen reisen."Das kann ich mir nicht vorstellen, obwohl ich es gerne wollte."

    Die Sterne. Die Sterne zu bereisen war wohl die einzige Sache, die in ihrer Lebenszeit tatsächlich nicht mehr möglich sein würde.
    "Ich... würde die Sterne gerne einmal aus der Nähe sehen. Oder auch nur einen Stern."

    Was genau meinte sie eigentlich mit den Sternen? War es wirklich das helle Licht der Sterne oder die Weite des Universums, die sie in ihren Bann zog? Oder war das Ziel der Reise nicht sehr viel eher auf der Erde selbst gelegen? Im Grunde... warum wollte sie die Sterne eigentlich sehen?

    Hoffnung.

    Die Antwort war, dass es um die Hoffnung ging.
    Sterne waren ein Symbol für Hoffnung und Hoffnung... das brauchte sie dringend.
    Ernüchtert fuhr Marena fort.

    "Was man mir beigebracht hat... Hm... Nun, in erster Linie, dass es ausreicht, Heilmagie zu beherrschen und sich darin weiterzubilden. Das... ich eine wunderbare Heilerin sein werde, ohne wirklichen Nutzen aus dieser Ausbildung ziehen zu können und das bis auf Heilung und ein paar kleine Schutzzauber... Magie in meinem Leben keine große Rolle spielen würde. Mir... wurde gesagt, dass es gefährlich und für eine Adlige nicht angemessen ist, instinktiv Magie einzusetzen oder den Unterricht weiter als notwendig zu vertiefen. Einfach nur mit meiner reinen Magie, instinktiv und aus Freude am Lernen mein Wissen zu vertiefen... das stand nie zur Debatte. Arkane Magie..."

    Sie stockte, senkte den Blick. Marena griff in den Sand und ließ diesen wieder zwischen den Fingerspitzen hindurchrieseln.

    "Deine reine Magie hm?"

    Die Flammen erloschen und es war ihm anzusehen, dass er für einen Moment überlegte. Marena beobachtete jede Bewegung genau. Die Art wie er seine Hand an den Oberkörper heranführte und sie dann wieder ausstreckte, ein kleines grelles Licht in dieser haltend.
    Fasziniert weiteten sich ihre Augen, die Kinnlade klappte herab.
    Ein Stern.
    Er hatte einen Stern geschaffen.
    Na gut, ein wirklicher Stern war es nicht, aber es sah beinahe täuschend echt aus und im Grunde... war es egal, ob das nun ein richtiger Stern war oder nicht, denn sie spürte das altbekannte Gefühl in sich aufsteigen, dass den scharfen Schmerz in ihrem Inneren für einen kleinen Moment einfach überlagerte. Hoffnung.

    "Die reinste, nutzbare Energieform. arkane Magie. Die reinste, vielseitigste nutzbare Form."

    Sibian sprach nicht weiter, fast schien er inne zu halten und auch wenn sie nicht hinsah, konnte sie ahnen, dass er ihr Gesicht genau betrachtete.

    Sie konnte den Blick nicht abwenden von dem Stern in seiner Hand, sie konnte nicht anders, als zu lächeln, so breit und intensiv, dass es bereits zu schmerzen begann und sie konnte die aufkommenden Tränen nur mit größter Mühe zurück halten. Sterne am Nachthimmel waren eine Sache. Sterne bei sich, Sterne, die man selbst schaffen konnte, Sterne die man in sich trug eine ganz Andere.
    Was war die heutige Lektion des Tages? Vermutlich hatte sie die wichtigsten Dinge schon wieder vergessen, so fixiert wie sie auf diese kleine Spielerei war.
    Sibian hatte... er hatte das Tor zu einer anderen Welt geöffnet. Ihr Herz schlug eine Spur schneller, sie wusste nicht einmal, ob er noch etwas gesagt hatte, als sie ihm eine weitere Frage stellte.

    "Arkane Magie... das... ist es, was wir... instinktiv nutzen?"
    "Wir nutzen sie immer, nur normalerweise nutzen wir sie um damit die Elemente zu beeinflussen, aber richtig gebündelt, in der richtigen Menge, kann auch die reine, arkane Magie gefährlich sein. Allerdings ist das etwas wozu wir später kommen werden."

    Später.
    Irgendwann.
    Irgendwann würde sie auch Sterne schaffen können, kleine magische Sterne. Und irgendwann würde sie Anderen dieselbe Hoffnung schenken können, die er ihr geschenkt hatte.

    "Die reichste Magieform, die wir beherrschen."
    Korrigierte - ergänzte - er sie.

    "Die Reinste und Vielseitigste."
    Korrig... - ergänzte - er sich.
    Eine Weile war es wieder still und sie hatte ein weiteres Mal das Gefühl, dass er eine Reaktion welcher Art auch immer von ihr erwartete.
    Aber sie war gar nicht in der Lage weiter zu reagieren. Seine Worte waren wie das Plätschern eines fröhlichen kleinen Baches im Hintergrund. Wobei Sibian weder fröhlich, noch ein Bach, noch im Hintergrund war.
    Er stand vor ihr und betrachtete mit einer Spur Missmut, wie sie den Gesichtsausdruck später deutete, ihr strahlendes Grinsen, mit dem sie nur den Stern beachtetet.



    Spoiler anzeigen
    Und wieder eine Gemeinschaftsproduktion mit Sibian <3
    "Ich passe auf sie auf. Ich muss ja nicht bügeln."
    "Das nächste Mal fliehen wir nach dem Essen!"
    "Zu schade. Ich mochte diesen Stein."
    "Kein Krieg zu gewinnen mit euch! Keiner!"
    "Gefühle sind wie Charrpanzer."
    ~ Marena Tares


Kommentare 2

  • Lain -

    Die kleinen Kapitel sind wirklich schön geschrieben, kurz aber mit viel Gefühl, und auch wenn man nicht tausend Details erfährt, so kann man sich doch ein bisschen was über die beiden Charaktere zusammenreimen. Das Interpretieren macht hier in dem Falle auch sehr Spaß. <3

    Ich freue mich schon auf mehr!

    • Vivea -

      Vielen Dank! <3
      Es ist schön, wenn dass die Geschichte anklang findet und es macht wirklich Spaß, weiter zu schreiben, bei so nettem Feedback!