Zwei Morgen, eine Stadt

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Es ist einer diese seltenen, stillen Augenblicke in der Stadt an der göttlichen Küste. Die Fenster sind weit geöffnet und die Nacht kann sich noch nicht vom Tage trennen. Die Stunde des Tages, wo selbst die frühen Aufsteher sich für Herzschläge noch einmal in den Betten drehen und mancher Wanderer auf den Straßen wie ein kleines, fremdes Körnchen wirkt.
    Götterfels war ein Herz und die Leben daran das fließende Blut in den Kammern, die Regungen ihrer der Impuls für den Lebensschlag und gerade schlug es eben langsam, noch sacht bis es den ganzen Tag einen raschen Puls aufnehmen würde.
    Genau in dieser Stunde weckte eine Dienerin Faye leise aus dem Schlaf, sodass der Fürst nebst ihr noch weiter ruhen konnte. Celestina war hungrig und sie fragte nicht nach dem Schlaf ihrer Eltern, aber daran sind sie mittlerweile gewohnt. Vorsichtig hilft man der Baroness in die Schuhe, in den Morgenmantel und führt sie zum schon bereits in Tuch gewickelten Kinde. Im hochadligen Haus waren auch solche Abläufe gewohnt, man muss sich nur wenn man will selbst in die Wiege beugen und am frühen Tag war Faye mehr als dankbar darum es nicht zu müssen, mehr noch seit die zweite Schwangerschaft sich immer deutlicher an ihr zeigte. Die kleine Prinzessin war bereits gewindelt und gekleidet bis Faye erschien. Sorgsam entblößte sie ihre Brust nachdem sie auf dem weichen, gewärmten Möbelstück Platz genommen hatte, ließ sich Celestina reichen und flüsterte ihr einen feinen Morgengruß zu: „Guten Morgen Sternchen. Hast du gut geschlafen?“ Ihre Tochter sah aus großen Augen zur jungen Mutter auf, hob die Fingerchen und berührte ihre Haut als sie sich beugte ihr einen Kuss auf die Stirn zu geben. Ein Augenblick für einen Künstler, wie die junge Schwangere in feinstem Morgenrock, mit fein geschlossenem, kastanienbraunem Haar und mit einer Decke über den Knien und dem gewölbten Bauch da saß um ihr Kind zu stillen. Die Fenster geöffnet, die erste Wärme einlassend und mit sich, der Welt und dem eigenen Leben im Einklang.

    Gleiche Stadt, anderer Ort..

    „Vince..“ „Kacey...“ „Vincent?!“ „Kay?!“, ein Seufzen folgte vom Blondchen: „Die Mädchen weinen.“ „Ja, ich höre es.“, er drehte sich um und schob die Decke über die blanke Schulter herauf. Währendessen unweit des Bettes ein zweistimmiges Konzert der eher unangenehmen Art und Weise erklang. Nur kurz ignorieren, vielleicht schliefen sie ja wieder ein? Vielleicht war ihnen nur kurz eine Laus über die Leber gelaufen und sie waren so gnädig noch ein wenig zu schlafen, nur ein wenig. Kay kuschelte sich an den blanken Rücken eines nicht großen, aber doch geübt trainierten Mannes und zwang sich die Augen zu zuhalten. Nur kurz, nur noch ein wenig, bitte flehte sie innerlich eh sie unvermittelt die Decke zurückschlug und damit nicht nur sich blank zog, sondern auch ihn. „Sie hören nicht auf.“, ein wenig, nur ein ganz klein wenig genervt um die eigene Feststellung, dies sei erlaubt nach den letzten Wochen. „Windeln oder Fläschchen?“, fragte sie den Kerl, der sich die raue, noch unrasierte Wange strich und hernach mit beiden Händen durch die Haare ging im Sitzen: „Ich war in der Nacht mit den Windeln dran, deine Aufgabe.“ Er zog sich seine Hosen über und verschwand aus dem Raum, während sie ein Nachthemd über den Kopf brachte und auf baren Füßen zur Wiege ging. Dort hatten sich Sarah und Martha mittlerweile rote Köpfe verpasst, denn sobald eine etwas lauter schrie, musste die andere nicht nur mithalten, sondern übertreffen. Vorgebeugt entkommt Kay mit gerümpfter Nase ein: „Öy weh..sag noch einmal wer Kinder riechen so wundervoll, der kennt dann euch noch nicht. Ihr zwei kleinen, niedlichen Dotterblumen.“ und doch muss sie selbst grinsen bei den Worten. Mittlerweile ist man gar nicht schlecht darin die Zwillinge aus dem Bettchen in die Arme zu holen. Beide. Drüben am Wickeltisch angekommen bekam Martha den Bauch gekrault, während Sarah einhändig von der verschissenen Windel befreit wurde, für's Säubern braucht es dann aber wieder beide Hände und die eben stiller gewordene Martha brüllte einmal mehr protestierend und Mama machte mit: „VIIIINCE...WAS MACHT DIE MILCH.“ und von unten kam Antwort: „KOCHEN.. ALSO NOCH NICHT.“ Es klingelt an der Notfallglocke für die Apotheke, während Kay noch zu verstehen gab:„DENK AN DIE SCHMELZFLOCKEN.“
    „Verdammt!“

Kommentare 9

  • Fel Erian -

    Und hier sehen Sie warum Herr Erian ziemlich glücklich ist das es mit den Kindern zwischen Mensch uns Sylvari nicht klappt

  • Samuel -

    Danke für die schöne Ablenkung an einem recht eintönigen Arbeitstag. Schön geschrieben und das RP wiedergegeben. <3

  • Ovy -

    Ach Zwillinge hat sie bekommen? Da hätten ein vorgewärmter Platz und jemand der einem die Schlappen anzieht auch nicht viel geholfen.

    Ich mag ja wie man in Teil eins den Komfort hat direkt alles gewindelt und erledigt zu haben ohne das auch nur in Gedanken genauer benennen zu müssen, in Teil zwei die Scheiße aber beim Namen genannt wird.

    • Diadrah -

      Jupp, Kay hat Zwillinge bekommen, die Würfel hatten entschieden, sowas mach ich nie aus dem Bauch raus. :) Freut mich, dass es dir gefallen hat.

  • Motte -

    Das finde ich SEHR gut! Tolle Gegenüberstellung zweier Leben mit Kindern und tatsächlich auch recht lebensnah verfasst. :D

    • Diadrah -

      Dankeschön und gleichwohl ein tolles Kompliment von jemandem, die weiß, wie es ist mit Kindern. <3

  • Willow -

    Ein ganz normaler Alltag mit Zwillingen man will sie bemitleiden aber auch ein Tränchen wischen... <3 btw.Katzen sind auch so schlimm wenn es um Futter geht!

    • Diadrah -

      Ja.. Kay wäre auch mit einem Kind wohl voll ausgelastet gewesen. :D