Meine Geschichte...

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  • Achtung! Traurig, Blutig, Tod


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    ''Es war bereits Nachmittag als ich den zweiten Versuch unternahm, meinen eigenen Geburtstagskuchen zu backen, und es am Ende sogar hin bekam. Der erste war, man konnte es wohl nicht besser sagen, einfach nur Kohlrabenschwarz und es fehlte nicht mehr viel um ihn als Brikett zu bezeichnen. Es sollte ein einfacher Marmorkuchen mit einer Schoko Glasur und bunten Streusel werden und zum Schluss sah er sogar recht gut aus! Es war dieser eine Moment wo ich so etwas wie eine immer stärker werdende Zufriedenheit verspürt habe. Den Kuchen packte ich in einen Korb, zu dem ich weiße Rosen hinzulegte. Die Lieblings Blumen meiner Mutter. Mein Zwanzigster Geburtstag, der für mich irgendwie besonders war, den ich nur meine Eltern nachfeierte. Ein klein wenig aufgeregt war ich schon und ich machte mich fertig indem ich ein weißes Kleid anzog, welches Knielang dessen Ende von Rüschen und Spitzen bedeckt war. Meine blonden Haare hatte ich zu einem wunderschönen Zopf gebunden und ich trug mit vollem Stolz meinen Kranz den mir meine Mama zum Geburtstag geschenkt hat. Es war einfach verpackt, gewesen, ein einfacher Karton, der Kranz ein gebettet in Samt, mit der Aufschrift, "Für mein Blumenmädchen." Es war so schlicht und dennoch bedeutete mir der Inhalt die Welt. Es war ein wunderschöner silberner Kranz, in seiner Machart so schlicht und doch wieder so einzigartig. Ranken waren um diesen gebunden, mit grünen Blättern an den Enden.

    Es war schon Abend als ich in meinem weißen Kleid durch die Straßen von Götterfels zog. Ich schloss die Augen und nahm einen Duft von der frischen Abendluft, ich liebte diesen und konnte mir kaum etwas Besseres vorstellen. Der Mond war über den Stadtmauern zu erkennen und die Sterne boten ein wahres Lichterfest über dem Himmelszelt, welcher an in dieser angebrochenen Nacht so klar wie das Wasser in der Südlichtbucht war. Die Sterne leuchteten so hell wie kleine Sonnen. Es war eine besondere Nacht und ich wusste mit einem Mal, das mich etwas Besonderes erwarten würde, auch wenn ich nicht einmal ahnen konnte was es war, so war dieses Gefühl doch tief in mir verankert und wärmte mich aufs innerlichste.

    Einige Freunde meiner Eltern traf ich immer wieder nebenbei auf den Straßen, welche mich noch beglückwünschten und mir für meine Zukunft alles Gute wünschten. Es war ein erwärmendes Gefühl so viel Freundlichkeit zu begegnen. Selbst die beste Freundin meiner Mutter hatte ich noch getroffen und sie schenkte mir sogar noch einen Kuchen aus ihrer Bäckerei. So schlitzohrig wie ich schon damals war, hatte ich gleich den Plan gefasst ihn für meinen Kuchen auszugeben. Ich ging weiter, hing meinen Gedanken nach wie schön dieser Abend noch werden konnte, bis ich einen Mann an einer Laterne sitzen sah. Er weinte bitterlich und wirkte ärmlich. Von einem auf den anderen Moment traf es mich, ein kurzer Moment der Schuld ging durch meine Glieder und lähmte mich für den Moment. Meine Muskeln verloren jegliche Anspannung und ich ging ganz langsam zu dem Mann hinüber, versuchte aber nicht zu mitleidig auszusehen, auch wenn es mir sehr schwer viel. Ich ging in die Hocke und öffnete das Körbchen und bot ihm meinen ganzen Selbstgebackenen Kuchen an. Ich war ehrlich und sagte das es nicht der beste sei, aber das ich gerne ihm den Kuchen geben würde. Er nahm es zwar an, doch als ich weiter ging ließ mich der Gedanke nicht los wie es dem Mann am Ende der Nacht noch ging, ob er sie überlebte, was mit ihm los war. Doch allein mit einem Fremdem zu sein, das konnte niemals gut Enden und so ging ich weiter und versuchte den Gedanken der Schuld in mir zu verbannen der dort in mir aufkeimte. Als ich an der Lampe vorbeikam, prügelten sich wie immer ein paar die betrunkenen Gäste. Einerseits fand ich es spannend und eine Ablenkung zu dem vorherigen Ereignis, aber die Vorfreude auf den Besuch bei meinen Eltern überwog, so ging ich schnurstracks weiter in Richtung Hause Jones und richtete noch einmal mein Kleid und den Kranz auf meinem Kopf, dessen Silber so wunderschön im Mondschein schimmerte.

    Ich klopfte an der Türe und wartete darauf das die Türe geöffnet wurde, doch als die Sekunden zu einer Minute wurden, klopfte ich noch ein paar Mal an. Immer noch war nichts zu hören, oder zu sehen und so entschied ich mich über den Gartenzaun zu klettern. Ich hatte mit einem Mal ein ungutes Gefühl da es sich gerade alles so merkwürdig anfühlte, so viel anders als sonst. So ging ich also hinter das Haus und wollte gerade den Schlüssel aus dem Blumentopf holen als ich bemerkte das die Türe zum Garten hin schon offen stand. Ich streckte meinen Kopf zwischen den Türrahmen in das Haus hinein und schaute mich etwas um. Die Schranktüren standen alle offen und alles sah regelrecht durchwühlt aus, aber die versilberte Harfe meines Vaters habe ich sofort erkannt wie sie dort in einer Ecke stand. Es war unheimlich und hatte das Gefühl fliehen zu wollen, und auch wenn mein Körper krampfte, so gewann die Sorge um meine Eltern. "Mama? Papa?" rief ich mit erstickter Stimme in das Haus, es war kaum ein Hauch, aus Angst das mich etwas Geisterhaftes anfallen konnte, eine nicht fassbare Gefahr, die mich überwältigen konnte, ohne dass ich etwas dagegen zu unternehmen vermochte.
    Es kam keine Antwort, kein Ton und ebenso kein Klang aus dem Haus, es fühlte sich an als wäre die Zeit stehen geblieben und ich in einer Blase gefangen, aus der ich nicht ausbrechen konnte und welche mich unter ihrem Ballast drohte zu zerdrücken. Selbst das überall die Lampen leuchteten, machte es einfach nicht besser, die Angst übermannte mich in Wellen, ließ mich immer wieder kurz stehen bleiben und ich spürte die Flüssigkeit in meinen Augen, wie es in meinem Kopf immer realer wurde, das ich merkte das ich nicht in einem Traum war, sondern das dies hier Realität war, auch wenn ich nicht wollte das es real wurde. Meine Kehle schnürte sich regelrecht zu und das Atmen viel mir schwer, so als würden Eisige Finger meine Lunge packen und sie zusammen drücken bis sich ein Eisiger Kloß in meinem Hals bildete. Zitternd ging ich weiter und holte aus der Schublade in der Küche ein kleines scharfes Messer, nichts was gefährlich für andere war, doch meine Finger spannten sich um das Metall und es gab mir einen trügerischen Schein von Sicherheit.

    Immer wieder blieb ich stehen, versuchte jedes Geräusch im Haus zu erfassen, ein knarren von Holz, eine quietschende Türe, ein Scharren an den Wänden, doch es war still und nur die Geräusche der Straße drangen Dumpf in das Gebäude hinein, so hörte ich noch eine Kutsche vorbeifahren und für einen Moment wollte ich Hilfe schreien, doch ich traute mich nicht, ich konnte immer noch jemanden auf mich Aufmerksam machen, aber aus irgendeinem Grund den ich mir selber nicht erklären konnte, rief ich am Ende doch noch einmal, "Mama... Papa?" das waren die einzigen Worte die ich aus meiner Lunge quetschen konnte, da spürte ich schon eine Träne meine rechte Wange herunter laufen und ein leises. "Bitte..." konnte ich noch hinterher hauchen. Die Pistole meines Vaters die vor der Treppe lag, die Kugeln, die über den Boden rollte als ich näher kam, ließen mir allerdings das Blut in den Adern gefrieren. "Papa... Mama." rief ich jetzt etwas enthusiastischer da die Angst um meine Eltern und das ihnen was passiert sein konnte immer realer wurde und es nicht nur ein Gedanke war, der sich in meinem Kopf herumtrieb.

    Als keine Antwort kam, lief ich gleich nach oben in das Schlafzimmer meiner Eltern, es war mir mit einem Mal egal ob noch jemand hier war, ich wollte nur wissen ob meinen Eltern was passiert ist. Ich wollte das sie in Sicherheit waren. Doch als ich die Türe zum Schlafzimmer öffnete, welches nur noch vom Mondschein selbst erhellt wurde, konnte ich sie dort liegen sehen. Das Blut auf dem Boden das in der Nacht einfach nur wie ein dunkler Teppich wirkte. Ich ließ das Messer fallen was klirrend auf den Holzboden aufkam, langsam ging ich zu ihnen hin und ein weiteres ersticktes, "Mama... Papa" kam aus meinem Mund, doch es hatte keine Kraft, da war keine Luft, welche die Worte noch kraftvoll hätte wirken lassen, können. Ich ging zwischen ihnen zu Boden und meine Knie wurden voll von dem Rot der beiden Körper meiner Eltern. Es war so unwirklich, ich wollte es nicht wahrhaben. Es war wie ein böser Albtraum und ich wollte aufwachen. Als ich aber die Hand meines Vaters mit meinen Fingerkuppen berührte zersprang dieses Bild eines Traumes und wurde Wirklichkeit. Sie waren Tod, ich war allein und diese Erkenntnis traf mich wie ein Hammerschlag gegen meinen Hinterkopf. Ich weinte mir die Augen aus. Jede Menge Tränen rinnen meinen Wangen entlang, tropften in das Blut meiner Eltern. Ich fiel in Ohnmacht. Als ich aufwachte, dachte ich zuerst wieder an den Traum, ich war so froh wieder wach zu sein, bis ich merkte das ich nicht zu Hause auf dem Bauernhof, in meinem Bett lag, bis ich merkte das ich in einer Dickflüssigen Pfütze lag und 2 Körper neben mir und mit einem Schlag wurde mir klar dass ich nicht geträumte hatte, das ich wirklich hier war, das mein Kopf mir zu Anfang nur ein Streich gespielt hatte und die Realität nicht wahrhaben wollte die jetzt in die Erkenntnis umsprang das dies hier das wirkliche Leben ist.

    Als die Seraphen mich fanden, lag ich immer noch weinend auf meinem Vater. Die Nachbarn hatten ihnen gemeldet das aus dem Hause Jones Schüsse zu hören waren. Sie packten mich, sie zogen und zerrten mich weg, auch wenn ich es nicht wollte, sie waren unerbittlich und brachten mich einfach weg von meinen Eltern. Ich kreischte und weinte wie noch nie. Immer wieder haben sie mich befragt, was ich weiß, wer das getan hat, sie fragten sogar ob ich es getan hatte. Diese Fragen, diese unaufhörlichen Fragen und in meinem Hinterkopf pochte dieser Schmerz auf mir. Sie machten es nicht besser und ich wollte mich vor dieser Welt einfach nur noch verstecken. Und bis heute habe ich keine Antworten bekommen auf das wie und warum.

    Stets war mein Blick gesenkt und Renata hörte mir die ganze Zeit dabei zu und streichelte meinen Rücken. Die Vergangenheit hatte mich in dem Moment eingeholt, sie fühlte sich erneut so real an als wäre es gerade eben passiert, doch diese einfache sachte Berührung von ihr vermochte diese Dunklen Gedanken zu verbannen und zum allerersten Mal konnte ich über das reden was damals war und ich fühlte mich so unendlich befreit an, als hätte ich mich aus einem tiefen Loch gegraben und das erste Mal erneut den Strahl einer Sonne wahrgenommen, ein unschätzbares Geschenk was mir Renata in diesem Augenblick machte.“




Kommentare 11

  • Mia -

    Ich finde besonders schön an dieser traurigen Geschichte, dass sie beinahe zeitlos geschrieben ist. Es könnte in beinahe jeder Zeitepoche gewesen sein.
    Traurig finde ich sie trotzdem. :(

    • Orianna -

      Danke freut mich sehr !<3
      Es ist halt eine Geschichte die ihr Leben prägt !

  • Mahr -

    Wirft viele Fragen auf! Zum Beispiel, wie passt das geschilderte nun mit dem zusammen, was du mir ooc sagtest und was auch Kai in der Lampe gesagt hat? Ist da Mesmerei im Spiel gewesen? Was ist da passiert?
    Aber auch: was für eine Rolle spielt der weinende Mann? Bestimmt war's der!
    Was mich aber verwirrt ist, dass die ganze Geschichte eine Erzählung zu sein scheint. Das ist an sich eine coole Idee, aber die Erzählung endet gar nicht beim letzten Absatz, sondern erst am Ende. Also... erzählt sie jemandem davon, wie sie Renata von ihrerer Vergangenheit erzählt? Inception? xD

    • Orianna -

      Vielleicht ist das eine Erzählung die noch nicht geschehen ist? ! Illuminati confirmed

    • Orianna -

      Nein. Orianna erzählt praktisch die Geschichte dir ooc! Und was das alles auf sich hat... finds raus!

    • Aegi -

      Mahr hat wieder so viele Fragezeichen über seinem Kopf ich kann sie sehen. :P

  • Samuel Pershing -

    Ein sehr schöner und ergreifender Einblick in den Charakter <3 :3

  • Motte -

    Ich finde es besonders schön, dass sie sich Renata anvertraut. Geschichten über Freundschaft sind mir mit die liebsten. <3