Auf den Ersten Tanz...

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  • Ich lief allein im langsamen Gang durch das Vertraute Städtchen Götterfels und dem Ossa Viertel Richtung Rurikstadt. Ich war gekleidet mit einem langen Blauen Kleid, das ich mir für diesen Abend schneiderte. Es war kalt und es rieselt leise der Schnee des Himmels herunter. Ich war gedanklich ganz wo anders und blickte oft verträumt zum Himmel hinauf während die Schneeflocken auf meiner Haut meines Gesichts landeten. Es fühlte sich durch die Kälte an wie Nadeln, die meine warme Haut leicht piekten als der Schnee auf diese traf. Mein Kopf war mit den Planungen des Abendsterns und den Aufträgen meiner Schneiderei beschäftigt. Es war bitterlich kalt, aber ich wusste das ich bald auf dem Winterball sein werde und dass es dort warm ist. Ich hätte ja zügiger laufen können aber die Winterliche schlafende Stadt fesselte mich an ihrer Schönheit. Es war schon wirklich spät und trotzdem spielten noch wenige Kinder zufrieden auf den Straßen. Sie veranstalteten Schneeballschlachten und bauten Schneemänner. Ich lief sachte daran vorbei und beschaute ein wenig die lachenden Kinder. Sie erinnerten mich an mich selbst wie ich immer mit den Kindern der Bäckersfrau spielte.

    Ich war bereits in der Rurikstadt und sah schon die Schlange an der Rurikhalle. Alle hatten eine Begleitung nur ich war gefühlt die einzige ohne und deswegen war ich direkt unzufrieden. Mich krauste es schon direkt das ich überlegte wieder zurück zu gehen, in mein Warmes Bett, das Daheim so treu auf mich wartete. Ich fühlte mich direkt einsam und allein gelassen. Ich hätte einfach in meiner Wohnung bleiben sollen.
    Nach kurzer Beobachtung des regen Treibens entschloss ich mich dann doch dafür die Halle zu betreten, vielleicht sind ja dort welche die ich kenne? Bevor ich, aber los ging beschaute ich mein eigenes Spiegelbild in einem Schaufenster. Ich richtete meinen Kranz den ich von meiner Mutter geschenkt bekommen hatte und mein Kleid, das ich selbst schneiderte, richtete ich auch nochmal zurecht. Wieder galt der Blick zur Halle. Die Damen waren alle so schön gekleidet. Sie hatten lange Ballkleider an und hatten eine passende Begleitung wodurch ich ein klein wenig Neid verspürte. Ich fühlte mich einsam da mein Freund mich allein auf den Ball geschickte hatte. Ich wollte so gern mit ihm tanzen. Aber er was in dem Sinne ein langweiliger Miesepeter. Er hatte nie großes Interesse auf solche Feiern zu gehen. Es erfüllte ihn nicht. Mich aber schon denn die Musik trieb mich an und lies mich auf dem Parkett schwerelos wirken. Ich liebte das. Dennoch hatte ich deswegen ein gutes Gefühl für den Abend der mich nicht los lies. Mein gutes Gefühl erklärte ich durch, dass es wohl gute Musik geben wird.


    Ein letzter Blick galt mir selbst im Schaufenster. Ich legte noch eine Strähne hinter mein Ohr und dann kam mir eine Idee. Ich wollte es um mich schneien lassen. Ich zauberte mir mit meiner Mesmerei, die ich von meinem Vater vererbt hatte kleine Schneeflocken um mich. Es kostete mir nicht allzu viel kraft, aber das war das i-Tüpfelchen meines Aussehens da die Flöckchen im Mondschein himmlisch schimmerten und ich war nun ein wenig zufriedener mit meinem Gesamtbild. Ich nickte mir selbstischer im Fenster selbst zu. Das kann ja nur gut werden! So ging ich etwas unsicher auf die Halle zu und zeigte den Wachen meine Karte vor. Selbst sie schauten verblüfft drein als sie mich allein kommen sahen. Als ich eintrat und die Gäste der Halle betrachtete kam mir die Erkenntnis - Ich kannte hier wirklich keinen. Bis auf zwei Kunden die meine Kleider an dem Abend trugen. Da kam schon der Stolz in mir hoch.
    Nach einer gewissen Zeit, als ich suchend über die Fläche schaute kam mir die Erkenntnis. Ich bin allein. So stand ich da. Vor der Tanzfläche in meinem Kleid wie bestellt und nicht abgeholt. Es machte mich so traurig allein hier zu sein da ich gerne jemanden dabei gehabt hätte den ich gut kannte. Es zog mich runter. Es zog mich runter wie ein Anker, an dem ich gefesselt war und dieser im Wasser versenkte wurde. Ein schwerer Seufzer entweicht meinen Lippen als ich mich an einen Stehtisch stellte und das rege treiben beschaute. Die Kleider der Damen gingen herrlich auf als ihre Partner sie energisch drehten. Sie sahen alle so glücklich und unbeschwert aus. Wie Prinzessinnen. Wie gern ich doch nur auch auf der Tanzfläche stehen würde und tanzen wollen würde. Das Gefühl der Unzufriedenheit breitete sich in mir aus. Ich bemerkte aber nicht wie zwei oder drei Herren hinter mir standen und sich eine Partnerin suchten und darüber diskutierten wer der Herren mich zum Tanz auffordern wird. Einer von denen kam nach einer Ewigkeit zu mir und meinte das er mich gerne zum Tanzen wollen würde. Natürlich nickte ich etwas überrascht und er geleitete mich auf die Tanzfläche. Es war ein Bankier. Irgendein Baron mit dem ich das Vergnügen hatte! Er war jedenfalls auch im Abendstern einmal zu besuch. Die Musik spielte ruhige Melodien zu dem man besonders gut Walzer tanzen konnte auf dessen ich mich in den Tanz wiegte.


    Ich fühlte mich nun auch nicht mehr ganz so allein denn ich hatte immerhin meinen ersten Tanz. Dennoch es hätte irgendwie besser sein können. Nach einem kurzen Tanz führte er mich wieder galant runter und dann kam da schon der Nächste Mann heran. Als meine zufriedenen Augen sein Gesicht erfassten ging innerlich in mir etwas vor. Ich kannte diesen Mann irgendwo her, nur wusste ich nicht mehr ganz woher. Ich wusste aber, dass er meine Schneiderei aufsuchen wollte und dass er mit mir unbedingt den Kontakt halten will. Trotz allem war dieser Herr, den sein Name mir nicht mehr einfiel, irgendwie besonders. Ich hatte ein Bauchgefühl, das mir sagte, das dieser Herr ein großes Herz hätte. Er führte mich an der Hand, wie ein Gentleman auf die Tanzfläche. Wir gingen in die passende Haltung für diesen Tanz, als er aber währenddessen sein Wort erhob und mir seinen Nachnamen nannte fiel mir direkt wieder alles ein. Das war damals im Auktionshaus als wir uns das erste Mal getroffen hatten. Doch dort hatten wir nur sporadisch Worte gewechselt. Jedenfalls hat er mich zwischen Auktionshaus und Winterball nicht in meiner Schneiderei aufgesucht obwohl er es versprochen hatte! Er meldete sich nicht ein einziges Mal bei mir. Es wunderte mich nicht denn Männer bringen doch meistens leere bedeutungslose Versprechungen an den Tag. Die ersten Schritte wurden im Takte der Musik gemacht und dieser Kerl mit seinen grauen Augen wickelte mich dermaßen um den Finger das ich ein eigenartiges Gefühl zu ihm verspürte. Er war so charmant, galant, freundlich und klug. Er lächelte mich stets mit seinen Klugen Augen an und riss mich auf einer verblüffenden Weise immer mehr in seinen Bann. Er drehte mich weg und holte mich direkt wieder näher an sich heran. Dabei ging mein Rock weit auf und ich fühlte mich gleich wie eine Prinzessin. Ich fühlte mich gleich wie in meinem Lieblingsmärchen dessen Melodie ich gleich im Kopf hatte. Ich fühlte mich so schwerelos und ausgeglichen bei diesem Tanz, als hätte ich keinerlei sorgen mehr. Denn die Musik des Balls hatte ich gänzlich ausgeblendet so wie auch die Leute die um uns ausgelassen feierten und tanzten. Meine dunklen blauen Augen galten in dem Moment nur ihm und ich hätte schwören können das mich nichts in dem Moment hätte rausreißen können bis da aber diese Schwarzhaarige ankam und ihn mir förmlich wegschnappte. Er entschuldigte sich bei mir und meinte das er gerne mit mir weiter tanzen würde, aber er müsse los. Ein wenig traurig war ich schon da dieser Tanz von mir aus nie ein Ende haben hätte können.


    Er führte mich noch vom Parkett und ging mit einer anderen Dame weg, trotz meines Gefühls, das er ja ein großes Herz hätte, wusste ich das er gewiss ein Frauenheld ist. Ich blickte ihm nach und er mir… Es wirkte beinahe so als würde er mich direkt wieder schnappen wollen, um mich auf die Tanzfläche zu zerren. Ein Blick den ich nie vergessen werde und der deutlich Eindruck bei mir gemacht hatte. Ich schnaufte zufrieden durch und ging in den Garten, wieder allein. Ich verblieb da eine lange Zeit und schaute beseelt zum Himmel hinauf. Es war zwar kalt und der Atem am Dunst erkennbar doch war ich gerade glücklich und zufrieden mit der Welt.
    Es wurde spät und machte mich auf dem Weg zum Ausgang. Da begegnete ich ihn schon wieder. Er lächelte mich an. Er lächelte mich so an das mir das Gefühl vorher nur noch verstärkte. Ich muss ihn wiedersehen, so viel war mir klar. Er ging mir ab den Tage nicht mehr aus dem Kopf durch seine bemerkenswerten juvenile Charakterzüge.
    So ging ich wieder nach Hause, in meinem langen Kleid stapfte ich durch den Schnee Richtung Ossa Viertel. Immer noch hatte ich den Herren im Kopf und er wird da auch so schnell nicht mehr raus gehen. Denn er hat einen unglaublichen Eindruck bei mir zurückgelassen. Er hätte sicherlich mit mir alles machen können denn ich war vollkommen in seinem Bann gezogen. Ich war wie verzaubert. Es war ein befremdliches Gefühl in meinem Körper, aber irgendwas sagte mir, dass es das noch nicht alles war.


Kommentare 17

  • Tamara Rabenstein -

    Hmm.. du kannst sehr gut schreiben. Mich hats aus Langeweile in den Geschichtenbereich verschlagen und inzwischen bin ich durchs "rückwärts" lesen hier angekommen.

    Mir gefallen deine Geschichten bisher sehr, sie rufen auch unter anderem mein seltenes Bauchkibbeln hervor. Gute Leistung, das Kribbeln ist für mich ein Zeichen das mir etwas sehr sehr sehr sehr gut gefällt. Schaffen wenige Leute, direkt einfallen tun mir grad nur 3 RPler und alle andern Situationen schaffen nur Filme/Anime und Spiele.

    Großes Lob ; ich hoffe ich hab von hier aus noch ein paar Stunden was zu lesen xD (eine Benotung würd ich gern geben aber leider gibt's in Schulen noch keine 0)

  • Motte -

    Es ist super spannend für mich, den Moment aus Orianna's Perspektive zu erleben. Zumal dieser Tanz eben auch nachhaltig Eindruck auf Gervais gemacht hat. Ich mag auch die Szene vorher, wo sie sich im Schaufenster betrachtet. Du hast ein Händchen für so kleine prägnante Stimmungsbilder. <3