Ein Sommertraum

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  • In stiller, heißer Sommernacht, mitten im Salmaviertel, dem großen Wohnviertels der menschlichen Stadt Götterfels wälzt sich der junge Student Maxién in seinem Bett. Das Haus, welches aus drei Etagen bestand, war nur von seiner Großmutter, ihm und seinem Haushasen bewohnt. Unter ihm schlief seine alte, schwache Großmutter, nur eine Treppe hinab. Jede Nacht würde er auf Ihr Schnarchen hören – Sie lebt noch. Er selbst schlief schon lange nicht mehr so friedlich wie einst. Was manch anderer für Albträume halten würde hielt er für Realität. Visionen, die seinen Verstand und Geist zerfressen. Unklar und doch so echt. Nicht zuzuordnen, doch so eindeutig. Eine Plage und ein Segen zugleich.

    Der Blonde junge, knapp 17 Jahr sprach bisher nicht davon. Weder mit seinen Freunden, noch der wenigen Familie die übrig blieb – die alte Frau die Treppe hinab. Das Zimmer des unerfahrenen Magierlehrlings war direkt unter dem Dach, das oberste Geschoss des Hauses. Die Treppen waren nicht das Problem. Auch nicht die Enge. Viel mehr war es die Hitze, die dröhnend und quälend auf den empfindlichen Burschen einprügelte. Schon draußen konnte er sie kaum aushalten, da war es wirklich kein Wunder, dass es drinnen noch schlimmer sein würde. Die Decke, die bereits kräftig ausgedünnt wurde, ihre Wollfüllung war nun in einem Sack. Für den Winter aufbewahrt, lag halb auf seinem Oberkörper und bedeckte gerade mal die Hüfte und hing zu großem Teil an der Seite des Bettes vorbei. Die jugendliche Haut war mit glasklaren Perlen versehen. Tröpfchen, die langsam hinabrannen und von der Wärme immer weiter und weiter gezwungen wurden. Das Licht, welches zur Hochsommerzeit kaum mehr verschwand, beleuchtete den Raum ein dezentes Stück. Die Sonne ging heutzutage kaum mehr ganz unter.

    Eine Stunde des hilflosen Leidens zogen daher. Maxien würde die Wärme nicht abstellen können. In Nächten wie diesen fragte er sich immer, wie seine Großmutter, dessen Körper so viel schwächer als seiner war, dass aushalten konnte. Mit Haar, welches wirkte, als wäre er unter einem Wasserfall gewesen und schwerem Atem scheint es endlich so weit. Die Azurblauen Augen waren die ganze Zeit schon geschlossen, ansonsten würden sie wahrscheinlich binnen Sekunden austrocknen. Unsanft, wie ein abstürzender Kopter rutscht der Knabe in die Welt der Träume. Augenblicklich stach ein Gefühl direkt in seine Seele. Etwas war anders. Es war, als wäre er dabei. Als wäre er ein Auge, das alles mitsah. Er befand sich in einem alten Haus, dessen Wände bereits beinahe zerfallen waren. Schimmel und Spinnennetze regierten hier und die Krabbeltiere und Ratten waren die Bediensteten. Unkontrollierbar geht der Traum fort. Kaum, war Maxien angekommen ging es los. War er es? Sah er es aus einer Perspektive? War er nur ein Zuschauer? Es war zu unklar um dies zu sagen. Aus dem Schatten des dunklen, kalten Hauses trat eine Gestalt. Mit klackenden Schritten und rasselnden Ausrüstungsgegenständen. Es musste ein Gerüsteter sein. Eventuell ein Söldner, der Absatzstiefel trug? Man konnte es nicht genau sehen. Als wäre die Figur bis auf die Silhouette hin in dichte Nebel gehüllt.

    Auf der anderen Seite der Wand zwischen Realität und Imagination röchelte der menschliche Wasserfall, welcher seine Matratze nun beinahe mit einem nassen Abdruck versah. Er zitterte, trotz der Hitze. Er röchelte, wand sich. Seine Hülle wollte aufwachen. Irgendetwas stimmte nicht. Es war nicht so, wie es sein sollte. Es war wie Ohnmächtig zu sein und dennoch komplett in der Lage seinen Körper zu steuern. Doch er schlief. Tief. Gefesselt, wie mit Ketten außerhalb des klaren Bewusstseins gehalten. Die Gestalt im Traum tat lediglich einen einzelnen Ruck. Es knallt. Der Schall des Schusses? Hiebes? Der Explosion? Hallte noch viele Momente durch den Verstand des jungen Magiers, der nie zuvor etwas Derartiges erlebt hatte. Doch konnte er nicht reagieren. Sein Traum würde ihn nicht loslassen.

    Ein lautloser Schrei entrinnt er Kehle. Doch niemand war gewarnt. Nichtmal das sonst schreckhafte Häschen in seinem Zimmer. Die Seele leidet, die Kehle ringt und das Herz trommelt. Fetzen eines Gesprächs schallten durch seinen Kopf wie das Getrommel eines Hagelsturms. Hilfeschreie, Beleidigungen, bettelnde Worte. Doch er konnte nichts genau ausmachen oder verstehen, als wäre es eine fremde Sprache. Urplötzlich nahm der Halt des Traumes ein Ende. Nach dem Knall, welcher den Traum pausierte und beinahe schon vorwurfsvoll ein Gewitter aus Worten in den Verstand des Blonden schickte, folgte ein dramatisches und alarmierendes Geräusch. Ein Rumsen. Wie ein Sack, der auf den Boden fällt. Ein Stein der umkippt. Irgendwas war zu Boden gefallen.

    Mit einem schnappenden Luftzug erwacht Maxien. Trotz des Muskulösen und außergewöhnlich starken Körperbaus, welcher ohne Zweifel durch mehr als körperliches Training hervorgerufen wurde, war er zu schwach um sich selbst aufzurichten und blieb liegen. Röchelnd, keuchend und jammernd. Der blaue Blick lag starr auf der Decke über ihm, als sein Hirn scheinbar keine Ruhe kriegen sollte. Denn nun war die Zeit der Reflexion gekommen. Was war das? Warum kam es zu mir? Bin ich besessen? Grenth schütze mich! Ein Zeichen? Den Rest der Nacht würde das Küken wohl schlaflos verbringen müssen.

Kommentare 4

  • Mahr -

    Woooow! :O Was 'ne Geschichte! Hammer! Bis auf ein paar wenige Stellen hat es sich sehr klar und verständlich gelesen, trotzdem sehr bildhaft und lebendig. Mir gefällt auch die Aufteilung deiner Absätze (IDEAEM? xD), die das ganze so schön gliedern. Und ich finde es inhaltlich super spannend! Fesselnd! Im Rp wirkt er so unbeschwert, aber er hat ein Geheimnis - du verrätst etwas über ihn von dem du schreibst dass niemand es erahnt, aber du verrätst kaum was es ist, wirfst mehr Fragen auf als du beantwortest. Finde ich super. Auch wie du so viele schöne Details eingebaut hast, die nicht vom Thema ablenken, es aber lebhafter gestalten.
    Gefällt mir wirklich sehr! :D