Ein Krieg zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Schlagworte

    Trigger möglich Trauer, Krieg


    Geschichte

    Die Zeit war für sie stehengeblieben, während sie sich für alle anderen weiterdreht.
    Renata fühlte sich leer und starrte auf die kraftlose Hand ihres Mannes, die sie seit mehreren Wochen zu halten schien.
    Sein Hände, die sie so oft hielten, vor Kraft gerade zu strotzten, die sie zärtlich streichelten, waren nun dünn und wirkten zerbrechlich. Ohne ein Gespür für die Tageszeit, saß sie auf einem alten Holzstuhl neben dem Bett, in dem ihr Mann lag.
    Ihre erste große Liebe lag da vor ihr gezeichnet und entstellt von den Grausamkeiten des Krieges.
    Liebvoll und zärtlich strich sie über seine Hand, während er schlief.
    Ob sie wirklich schon drei Wochen jeden Tag, von den ersten Lichtstrahlen bis zu den Letzten an seinem Bett im Hospital saß, hätte sie nicht sagen können. Außerhalb des Hospitals funktionierte sie nur wie das mechanische Orchester.
    Ihre Augen waren kraftlos und erschöpft, auch, wenn sie sich zum Essen zwang und ihr Gesicht schminkte, nur um hübsch für ihn zu sein. Die Zeichen des Krieges sah man ihr nach all den Wochen auch an, selbst wenn sie ihre Tränen vor allen verbarg.
    "Du musst stark sein, Renata. Kämpfe!", sprach sie immer wieder zu sich selbst.
    Doch in ihrem Herzen kämpften Hoffnung und Verzweiflung einen unerbittlichen Krieg.
    So wie einst John an der Seite seiner Kameraden. Ihr Mann öffnete seine Augen und sah sie an.
    Geschwächt röchelte er, als wolle er etwas sagen. Schlagartig bekam Renata Gänsehaut.
    Würde er sie wieder darum bitten, wie all die Tage zuvor?
    Langsam beugte sie sich zu seinen Lippen, um ihm zu lauschen.
    Am ganzen Leib zitterte sie. „Ich liebe dich, bitte töte mich.“ flehte er seine Ehefrau röchelnd an
    "I am who I am. Your approval isn't needed."

Kommentare 16

  • Minna -

    Eine Frau mit vielen Facetten. Ich traue es ihr zu, denn ich glaube, dass sie mit ganzem Herzen liebte und eben auch soweit ging... :(

    • Aegi -

      Danke das für den ersten Satz, das freut mich wirklich sehr das gerade du das so siehst nach unseren schönen RP Momenten. <3 Zu dem zweiten Satz hülle ich mich in Schweigen.

    • Minna -

      <3

  • Vetkin -

    Kurz, bündig und kraftvoll. Hast du toll gemacht <3

  • Travon -

    Hat sie es getan? - ist die Frage, die mich interessiert nach diesem Text. Wie weit darf und sollte Liebe gehen?
    Interessantes Gedankenspiel, das du damit anregst.

    • Aegi -

      Genau das wollte ich erreichen. Alles andere wären zu dicke Spoiler.

  • Pierre -

    "Ich liebe dich, bitte töte mich." unheimlich. Ein Krieg fordert eben mehr Opfer, als nur die auf dem Schlachtfeld. Ich finde das bringst du sehr schön rüber. Manchmal brauch es nicht viele Worte um Gefühle zu transportieren.

  • Motte -

    Eine kraftvolle Geschichte in wenigen Worten!

  • Margos -

    Kurz, aber dennoch aussagekräftig. Ich bin gespannt was Renata tut, das Richtige für sich oder für ihren Mann?

    • Aegi -

      Das wird wohl ein Geheimnis der Vergangenheit bleiben. :)

  • Orianna -

    Ich sagte es schon vorhin... Gänsehaut! Mega Geschichte, ich mag es auch wenn es sehr traurig ist.