Choya und ein nicht befolgter Rat

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  • Trotz wenig Schlaf war sie Putzmunter. Ihre Pistolen waren gereinigt, geölt und geladen. Sie hatte gut gefrühstückt und im Gegensatz zu Erik, hatte sie keinen Alkohol am Morgen getrunken. Argwöhnisch hatte sie ihm in die Augen gesehen, nachdem er sein Bananenbier geleert hatte. Aber trotz, dass er keine glasigen Augen hatte, konnte sie ihm nicht so recht glauben, dass er nüchtern war.
    Schon gar nicht, als sie eine Weile lang nördlich von Amnoon herum geirrt waren um dann im Steinbruch auf die Choya zu treffen, deren Rippe sie brauchten.
    Angekommen sahen sie vereinzelte Choya und Riotea war überrascht, dass es sogar verschiedene Farben gab.
    Erik: “Dann lasst uns mal auf Choya-Jagt gehen. Da sie hier die Arbeiter terrorisieren, sollte wir keine Sorgen haben, dass wir unschuldiges Leben auslöschen.”
    Riotea: “Die Rippen sind bei allen gleich, oder?”
    Natalie hatte sie nur verwirrt angesehen.
    Natalie: “Was? Eh... Weiß nicht...”
    Riotea: “Na, da sind... grüne... blaue und sogar rote Choya.”
    Erik hatte seinen sanften Gemütszustand und lächelt erst Riotea und dann Natalie an.
    Erik: “Ich gehe nicht davon aus. Ich denke nicht, dass es einen Reifezustand gibt.”
    Einen Moment musste Riotea dann aber doch darüber nachdenken.
    Riotea: “Also die großen sind ausgewachsen, sie haben die reifen Rippen... Wenn man davon ausgeht, das Choya Früchte sind.”
    Erik: “Womöglich hast du Recht. Dann lasst uns nur die besiegen, die es verdienen.”
    Mit erhobener Hand sah Natalie zu Riotea und Erik.
    Natalie: “ ‘ch... Eh ‘ch hab Choya schon probiert.”
    Riotea: “Also, ist Choya eine Frucht oder Gemüse?”
    Tatsächlich war sie etwas überfordert mit der Frage.
    Natalie: “Frucht.”
    Kurz, knackig, direkt, typisch Natalie halt. Einen Moment lang war Riotea am überlegen, einen Choya zu fangen und zu einem Obstkorb zu verarbeiten, wenn er so oder so schon ausgeweidet werden sollte.
    Erik: “Dann sollten wir uns etwas Fruchtfleisch einpacken. Bin gespannt wie es schmeckt.”
    Innerlich musste Riotea grinsen. Es war nicht das erste Mal das sie und Erik scheinbar die gleichen Gedanken hatten.
    Natalie: Is’ giftig, wenn’s nich’ gut zubereitet is’.”
    Das wiederum gefiel Riotea dann doch weniger. Kurz schüttelte sie sich durch und sah sich dann im Steinbruch um.
    Riotea: “Für den Zauber brauche ich freie Sicht auf die Choya, es ist aber egal ob auf gleicher Höhe oder von einem Aussichtspunkt.”
    Bevor sie aber eine geeignete Stelle finden konnte, hörten die drei rufe aus einer der Ecken im Steinbruch. Das kleine Lager der Minenarbeiter. Eine der Frauen winkte sie heran und rief ihnen zu.
    Verwundert sahen sich Natalie und Riotea an, bevor sie zu Erik sahen, der scheinbar Angstfrei und unbekümmert auf die Leute zuging.
    Erik: “Ich denke die Dame möchte etwas von uns.”
    Verwirrt gingen die beiden Frauen ihm nach und stellten sich hinter ihm in die Gruppe. Sie bat die Drei um Hilfe, die Choya von den Arbeitern fern zu halten. Da die Drei wussten, das intakte Choya-Rippen selten waren, kam ihnen der Umstand doch sehr gelegen.
    Erik: “Nun das klingt nach etwas, was wir nicht ausschlagen sollten.”
    Natalie: “ ’ch soll auf Choya einstech’n? Ach du Scheiße...”
    Offenherzig hatte Erik beide angesehen und damit wohl den Entschluss bestätigt.
    Also wagten sie sich weiter in den Steinbruch hinein und trafen auch schon auf den ersten, nicht ganz so großen grünen. Erik und Natalie waren schnell bei der Sache, Riotea zögerte einen Moment, schoss dann aber doch. Der Choya zerplatze wie eine auf dem Boden zerschellende Wassermelone. Aber beide wichen zurück. Gerade als Riotea sich fragte warum, explodierte der Choya und verbrannte. Sie konnte nur einen Moment dastehen und sich die schwelenden Überreste ansehen, während Natalie und Erik gerade dabei waren einen kleinen roten anzugreifen.
    Jedes Mal, wenn Thimorn und Sharatur sie vor den Choya gewarnt hatten, tat sie es ab und wollte ihnen nicht glauben. Jetzt wurde ihr dann aber doch bewusst, warum es den beiden so ernst damit war.
    Der kleine rote Choya war gerade in Flammen aufgegangen, als sie ihnen nachrannte. Beide waren mit Choya-Schmodder bekleckert, aber unversehrt. Es folgten eine Handvoll mehr, bevor Erik Natalie zurückhielt.
    Erik: “Gute Arbeit, ihr zwei.”
    Er meinte es ehrlich, das sah man ihm an, während Natalie sich noch von der Pampe befreite und zu ihm rüber sah. Ihn schien es nicht zu stören und Riotea war immer zu weit weg gewesen, wohlbedacht ihnen nicht mehr zu nahe zu kommen.
    Natalie: “Danke... Eh, putz dich ma’.”
    Erik: “Ich werde die Sachen später waschen, Momentan ist es Sinnlos.”
    Merklich unruhig sah er sich um und auch Natalie schien die gleichen Gedanken zu haben.
    Erik: “Es ist plötzlich so ruhig.”
    Natalie: “Weil’s still is’. Diese Choya sind echt fies.”
    Erik: “Sie greifen meist vereint an und ziemlich hinterlistig.”
    Unterhalb ihrer Ebene waren vereinzelte Choya zu sehen.
    Erik: “Dort unten, wie ich mir dachte.”
    Bevor er aber wieder losstürmen konnte, drehte sich Riotea zu ihnen um.
    Riotea: “Das war interessant aber..., wenn sie explodieren, dann zerstören sie auch ihre Rippen. Von hier Oben hätte ich eine gute Sicht auf einen. Ich brauche nur ein Ziel, aber der Schuss könnte verhindern, dass er explodiert und damit die Rippe zerstört.”
    Man konnte Eriks Überlegungen sehen. Schließlich nickte er Riotea zu.
    Erik: “Dann versuche es, Rio. Du schaffst das schon.”
    Innerlich war sie sich nicht mehr ganz so sicher, aber dennoch drehte sie sich um und suchte sich einen fetten roten aus, den sie einfach nicht verfehlen konnte. Mit beiden Pistolen in den Händen drehte sie um und zielte auf den Choya.
    Riotea: “Also gut... du bist mein Ziel.”
    Einen Moment schloss sie die Augen und konzentrierte sich auf den Zauber. Verharrte in einer völlig regungslosen Haltung und hielt den Atem an. Spürte aber, dass der Zauber nicht wirkten wollte, wie er sollte und riss unbedacht die Augen auf. Im nächsten Moment flüsterte sie nur ungewollt den Auslöser, die Pistolen richteten sich aus und sie feuerten beide ab. Der Schuss löste sich ohne ihren Willen und die Kugel kreuzten ihre Wege übereinander hinweg, inmitten des Choya. Sie hatte seine Brust getroffen und ihn damit zum Explodieren gebracht.
    Riotea: “Verdammt... Das war nichts... Tut mir leid!”
    Nervös suchte sie schon das nächste Ziel. Aber dieser war weiter weg.
    Natalie: “Das... sah doch ganz gut aus... für mich...”
    Riotea: “Ich muss näher ran...”
    Erik: “Mach dir keine Gedanken darüber. Es wird irgendwann funktionieren. Womöglich schon beim Nächsten. Probiere es einfach nochmal.”
    Er legte ihr besänftigend die Hand auf die Schulter, aber Riotea riss sich los und ging weiter zur Kante, kniete sich hin und sah auf den anderen Choya, einen großen blauen. Sie wollte den Zauber wirken, komme was wolle und vor allem, wollte sie Natalie und Erik nicht enttäuschen. Innerlich spielten ihre Eitelkeit und ihre Angst vor dem versagen ein böses Spiel mit ihr, aber äußerlich verharrte sie regungslos mit erhoben Waffen und geschlossenen Augen. Natalies und Eriks Stimmen versickerten ungehört hinter ihr, was auch immer sie ihr sagen wollten, es erreichte Riotea nicht mehr.
    Es dauerte vielleicht keine Fünf Minuten, aber für Rotea wirkte es wie eine Ewigkeit. Der Zauber war da, pulsierte wie der langsamer werdende Puls durch ihren Körper und sammelte sich in ihren Händen und dem linken Auge. Erst als der Schmerz zu groß wurde, riss sie die Augen auf und den Kopf hoch. Silbriges Licht umhüllte die Pistolenläufe und ließ Rioteas linkes Auge aufleuchten. Wieder dauerte es kaum Zwei Sekunden, bis die Pistolen sich ausrichteten und feuerten. Die Kugel trafen den Choya jeweils über den Augen und kreuzten ihre Wege übereinander hinweg.
    Bis auf das leichte spritzen an der Austrittswunde, passiert aber nichts. Der Choya rührte sich nicht mehr, blieb nur regungslos stehen. Kein umfallen und zerplatzen, wie eine aufgeschlagene Wassermelone, kein explodieren und in Flammen aufgehen, kein Geräusch, nicht einmal die Augen zuckten mehr.
    Der Zauber verschwand wie eine erstickte Kerzenflamme und vom Leuchten blieb nur noch die Erinnerung übrig. Blinzelnd sah Riotea auf den Choya.
    Riotea: “ Ähm... also das ist... Hab’ ich nun oder...?”
    Verwirrt kratzte sie sich zwischen ihren Locken.
    Erik: “Soll das so...?”
    Auch Natalie schien so verwirrt wie Erik zu sein. Im nächsten Moment kam Riotea der Gedanke, der Schuss könnte die Explosion nur verzögert haben. Unbedacht sprang sie auf und stolperte auf den Choya zu.
    Riotea: “Egal, wir brauchen die Rippe!”
    Jeder ihrer Schritte wurde unsicherer, das Adrenalin verließ sie schneller als gedacht. Ihre Pistolen landeten wieder in ihren Halftern an der Hüfte und die Hände griffen zitternd an die Dolche unter ihrem Mantel. Sie kniete nicht, sie fiel auf die Knie und schlug die Klingen mittig in den Choya-Leib.
    Alles kam so wie er es immer sagte. Jedes einzelne Detail. Die schwindende Kraft, der Schmerz, das viel zu schnell sich auflösende Adrenalin und auch der Sehverlust machte sich bereits bemerkbar. So oft hatte er sie gewarnt und ihr erklärt es nicht zu tun und sie hatte sich wieder gegen seinen Rat gestellt, ihn ignoriert.
    Der Zauber forderte seinen unausweichlichen Tribut.
    Kreidebleich riss sie den Bauch auf und vergrub ihre Hände in dessen Fruchtfleisch, bis sie die Rippen erreichte und eine davon mit einem matschich-brechenden Geräusch herausbrach. Erik erreichte sie als erstes.
    Erik: “Und? Wie sieht es auch?”
    Dicht gefolgt von Natalie.
    Natalie: “Igitt...”
    Stolz und mit zitterndem Arm, hielt sie die Choya-Rippe in die Höhe. Wenn sie vorher sauber geblieben war, hatte sie sich jetzt umso mehr mit der Pampe eingesaut. Sie hörte noch das Blut in ihren Ohren rauschen, bevor sie nur noch Schemen und Schatten sah.
    Erik: “Nun, dann haben wir das, was wir brauchen. Perfekt. Rio ich bin stolz auf dich. Ausgezeichnete Leistung.”
    Der Arm sank kraftlos und zitternd zu Boden, nur der klebrige Saft hielt die Rippe noch in ihren Händen...
    Sie: "Nimm den Lappen mit..." - Er: "Wofür einen Lappen? Ich gehe jagen!" - Sie deutet auf seinen Kumpel.

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