Maeve's Beichte

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  • Maeve's Beichte

    "Ihr dürft ihn nicht durch die Schleuse lassen," sagte Maeve Auhöfer und knetete dabei ihre Hände. Sie war Empfangsdame im Vanhoven Naturkunde-Museum, eine unscheinbare Brünette in einem mausgrauen Kostüm, Rehaugen und eine Hornbrille rundeten die Erscheinung ab. So zu dem Kurator zu sprechen kostete sie all ihren Mut, zumal sie eine Regelverletzung begangen hatte und sich die Schuld an dem Unheil gab, das sie sich nun zu beichten anschickte. Aber bei Don Vanhoven konnte sie nicht auf viel Verständnis hoffen, heute umso weniger, da die Jacarandas geliefert worden waren und er begeistert alle Hände voll zutun hatte. Aber es musste heute sein um größeres Unglück zu verhüten.

    "Fräulein Auhöfer, er arbeitet für die Abtei und recherchiert für eine Studienschrift," schmetterte Don ihre Bedenken ab und ließ seine Aufmerksamkeit bereits wieder von ihr ab und in seine Pergamente fließen.

    "Nein," widersetzte das Fräulein und trat einen Schritt näher an seinen Schreibtisch. "Ihr versteht nicht. Ich war Essen mit ihm und er war ganz grauenvoll zu mir."

    Don hob den Blick zu ihr, einen stumpfen Ausdruck in den Augen.

    "Fräulein Auhöfer, Eure persönlichen Differenzen mit dem Mann werden seiner wissenschaftlichen Arbeit nicht im Wege stehen."

    Maeve's Augen füllten sich mit Tränen und sie stand dort wie ein gerügtes Kind. Auf blankes Unverständnis zu stoßen war wie eine erneute Demütigung.

    "War's das?" fragte Don knapp, eindeutig mehr an seinen Schriften interessiert als an ihr.

    "Nein," sagte Maeve mit bebenden Lippen.

    Don sah sie immer noch an, seine Geduld schien jedoch langsam zu ermüden.

    Zögerlich
    zupfte sie ihr adrett gebundenes Halstüchlein ab und offenbarte ihm die Strangulationsmale an ihrem Hals.

    Jetzt, endlich, hatte sie seine Aufmerksamkeit. Alarmiert kam er um den Schreibtisch herum und betrachtete eingehend, was sie ihm zeigte.

    "Wer weiß davon?" fragte er.

    "Nur Ihr... ," sagte sie fast tonlos, etwas überrascht darüber, dass das seine erste Frage war.

    Sie verstockte unter seinen Blicken, ließ ihn sie aber betrachten.

    "Ich werde seiner Schwester schreiben," sagte Don schließlich. "Kein Wort zu niemanden."

    Lebe, liebe, lache und ruf auch mal die Oma an!

    <3

    Keep calm and wash your hands.

Kommentare 16

  • Willow -

    Man da kommt man Heim und versteht plötzlich alles...Schuft, der Elende... Wie sagt die böse Königin ? KOPF AB!

  • Thalaniel -

    Mhh.. Wenn Sozialpädagogen schon zur Therapieberatung wegen häuslicher Gewalt müssen, dass ist es auch durchaus nachvollziehbar, wenn ein Abtei-Gelehrter keinen Zutritt zum Naturkundemuseum bekommen sollte... Wie immer die Spannung aufgebaut und schlussendlich kann man sagen: Ich hoffe, Don lässt bei seiner Ankunft die Seraphen rufen... ò_ó

    • Motte -

      Dankeschön! Aber wait - what? Was ist denn das mit den Sozialpädagogen und der häuslichen Gewalt?

    • Thalaniel -

      Ach, hab von einer Dozentin für den Bereich häusliche Gewalt gehört, dass sie unter anderem einen Sozialpädagogen bei sich in der Gewalttherapie hatte. War eine interessante Story.

    • Motte -

      Okay, ja das ist ungewöhnlich. XD

    • Thalaniel -

      Es erleichtert zumindest die anschliessende Therapie, da Dinge wie Reflexion auch in der Ausbildung gelernt werden. ^^

  • Amnesyas -

    Welcher Schuft würde es wagen?! Immer auf die Mauerblümchen!

  • Elisabeth Dale -

    Ja so ein böser aber auch! <3

  • Harlem -

    Na sowas!