Abschied

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  • Lyude: “Warst du es nicht, die mir vor kurzem gesagt hat, ich solle sie gehen lassen?”
    Riotea: “Ja aber... Entschuldige.”
    Das sich ihre und Lyudes Meinung zum Gegenteil kehren, war Riotea in den letzten Wochen oft aufgefallen. Aber sie schwieg und lies Weiolet zu sich und ihrem Bruder kommen. Zwar wusste sie noch immer nicht wie sie sich Eve Sweeney gegenüber verhalten sollte und fand Lucius Allocer noch immer gruselig, aber riss sich zusammen und ließ beide machen.
    Mit grüner Kreide in der Hand, ging Eve in die Mitte des Raumes und fing an einen großen Schutzkreis mit nekromantischen Symbolen zu zeichnen. Die meisten schienen es mit gewohnten Augen zu betrachten. Für Riotea war es das erste Mal das sie einen vollständigen sah und das auch noch von so nah. Als Eve sich zurückzog und ihre Hände am Rand auf der Kreide platzierte, fing er an in einem eigenartigen Grün zu Leuchten. Lucius stellte Sillas Schädel in die Mitte und sah einmal in die Runde. Der Schädel war noch immer mit den bunten Perlenketten geschmückt.
    Lucius: “Diejenigen die kein Blut sehen können, schauen kurz weg.”
    Weder Weiolet, noch Lyude oder Riotea sehen weg, stattdessen nahm Lyude beide in die Arme und drückte sie an sich.
    Eine letzte Warnung und Lucius zog die Handschuhe aus, den Dolch vom Gürtel und die Klinge durch seine linke Handfläche. Das Blut tropfte haltlos auf den Schädel und Riotea konnte sehen wie er etwas sprach, aber kein einziges Wort hören. Kaum später leuchteten ebenso Grüne geisterhafte Ketten um den Schädel herum auf und zersprangen wie Glas. Auch die Hand- und Fußfesseln des Geistermädchens zersprangen. Silla war frei.
    Ängstlich klammerte Riotea sich an Lyude und sah zu ihm hoch. Es war keine Angst, die ihm im Gesicht stand. Aber er weinte ebenso wie Riotea und Weiolet wohl gerade wollte.
    Riotea: “Sie findet ihn... oder?”
    Sie war kaum hörbar mit ihrer gebrochenen Stimme und wohl nur Lyude konnte wissen wen sie meinte. Traurig sah er zu ihr runter.
    Der Blütenzauber. Die Rosenblätter waren für Silla und Neal gewesen. Sonnengelbe Rosen für das kleine Mädchen, das die Farbe so sehr geliebt hat. Weiße Rosen mit blauen Blütenrändern, ein markantes Zeichen von Lyude, als Abschiedsgeschenk für Neal.
    Lyude: “Sie findet ihn, ganz bestimmt.”
    Riotea wusste es und sah nochmal zu Weiolet. Es tat ihr im Herzen weh, aber keiner von beiden hatte den Mut gehabt es ihr vorher zu sagen.
    Lucius: “Bist du bereit in die Nebel zu gehen, dort wo du hingehörst?”
    Er sah zu Silla, wirkte zufrieden.
    Silla: “Ja, aber vergiss mir nicht die tolle Mütze und den Anhänger mit ins Grab zu legen.”
    Riotea hatte ihr zum Abschied eine gestrickte Tiger-Mütze geschenkt, so wie ihre.
    Eve: “Du bist ein tapferes Mädchen und die Nebel werden sicher an den Orten wo du bist, die Fröhlichkeit von dir wiederspiegeln.”
    Eve klang stolz, Riotea fand das sie fast Mütterlich klang.
    Silla: “Tut mir leid, das mit dem Pendel und dem Erschrecken. Pass ja auf meine Schwester auf... Bitte.”
    Eve: “Im Nachhinein war das mit dem Pendel schon witzig und es war ganz du und dein Humor. Alles gut und ja, wir werden weiter auf Weiolet Acht geben, als wäre sie unsere Tochter.”
    Das Geistermädchen sah zu Lucius hoch und dann zu Weiolet.
    Silla: “Beerdigst du mich bei unserem Haus, bei dem Grabstein vom Mama und Papa?”
    Nickend sah Weiolet zu Silla.
    Weiolet: “Das habe ich dir versprochen und ich werde dir ganz oft schöne Blumen darauflegen.”
    In ihrer Stimme fehlte die Kraft, weil sie alles versuchte um nicht los zu weinen.
    Lucius: “Das werden wir machen, wenn du bereit bist, führe ich dich in die Nebel.”
    Silla: Besser Vorbereitet kann man nicht sein.”
    Lucius: “Gut.”
    Sanft lächelte er das Geistermädchen an und ließ ein zweites Mal Blut aus seiner Hand auf den Schädel tropfen. Wieder bewegte er die Lippen, doch nichts war zu hören. Als sich das Portal formte, wich Riotea zurück. Im ersten Moment sah man nichts, dann eine endlos scheinende Blumenwiese auf der mitten drin ein Haus stand. Riotea musste man nichts erklären, um zu verstehen was man dort sah.
    Weiolet: “Warte mal... da ist kein Wald... aber... Ist es...?”
    Sie löste sich mit geweiteten Augen von Lyude und trat einen Schritt vor. Er machte keine Anstalten sie aufzuhalten. Silla sah ebenso voller Vorfreude durch das Portal.
    Silla: “Das... das ist unser Haus. Werde ich da... also... wird?”
    Das Geistermädchen sah zu Lucius hoch und der Graf nickte ihr zu.
    Lucius: “Ja. Dort kommst du hin. Wo du hin gehörst.”
    Kaum hatte er das gesagt, öffnete sich die Tür des Hauses und zwei Personen traten heraus. Auch dieses Mal musste man Riotea nicht erklären, wer die beiden waren. Weiolet und Silla reagierten mit Tränen und Weiolet fiel auf die Knie, die Hände an die Lippen gelegt.
    Lucius. “Geh zu ihnen. Sie warten auf dich.”
    Silla: “Mama... Papa...”
    Das Geistermädchen sah noch ein letztes Mal in die Runde und dann zu Weiolet.
    Silla: “Entschuldigt, es waren 10 Jahre. Ich wünsche euch allen ein schönes Leben. Nutzt jeden Moment, so lange ihr sie noch habt. Man lebt nur einmal... Ich grüße Mama und Papa von dir. Sei ja tapfer und erfüll die deine Wünsche, Weiolet. Ich hab dich lieb.”
    Nickend sah Weiolet ihr nach.
    Weiolet: “Stell ja nichts an und... und nimm sie auch von mir in den Arm.”
    Mit einem winken verschwand sie durch das Portal und wenig später landete sie in den Armen ihrer Eltern. Ein letzter Blick und Lucius schloss das Portal wieder. Eve stand auf und ging zu ihm. Einen Moment sah Rio zu Lyude hoch, er hatte die Augen geschlossen und stand einfach nur da, die Tränen auf den Wangen. Sie fiel zu Weioelt auf den Boden und nahm sie einfach in den Arm, ließ Weiolet an ihrer Schulter weinen. Der Knoten in ihrem Hals wurde immer größer, bettelnd sah sie zu Lyude hoch. Es dauert einen Moment bis er die Augen öffnete und sich zu seinen Schwestern kniete. Die Arme um Weiolet gelegt, flüsterte er ihr etwas zu und Riotea konnte sehen wie etwas in ihr noch mehr Risse bekam und zerspringen wollte...

Kommentare 4

  • Zehn Luu -

    Ist wirklich schön geworden^^

  • Pleja -

    So schön geschrieben. Das ist einer dieser RP Abende die man wohl nie vergisst und du hast ihn so wunderschön mit deiner Geschichte festgehalten. Danke das man nochmal eintauchen konnte in diesen bewegenden Abend mit so viel Emotionen sowohl IC wie OC. <3