Tom

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  • Wie die Kutsche über die abgeschiedenen Wege holperte, musste Nikolai an Tom denken.
    Er fragte sich, wie seine Gedankenwelt urplötzlich gerade zu diesem Mann springen konnte. Erinnerten ihn die Bäume draußen irgendwie an Maguuma? Roch es nach Banditenlager oder summte irgendwo eine nervige Mücke?
    Keines davon.
    Vielleicht war es dieser kalkulierende, nachdenkende Blick seines Gegenübers und Nikolai Riethveld fragte sich, was der Inquisitor gerade wieder ausheckte. Die beiden Männer waren still, schauten mal hier hin, mal dort hin. Nikolai sprach ohnehin nur, wenn er gefragt wurde. Das war die erste Lektion, die er Tom zu verdanken hatte.
    Diesem Allerweltsbandit, der wie so viele andere ein Laufbursche für Cornwall gewesen war. Es hätte auch Gerrit gewesen sein können. Oder vielleicht Schosch, der irgendwann während der Rückreise nach Götterfels am Fieber krepiert war.
    Aber nein, Tom hatte das Glück… oder Unglück gehabt, in das Gespräch mit Nikolai und Cornwall zu platzen, um irgendeinen Vorfall in den Außenposten zu melden. Der Leibwächter schmunzelte, wie er an diese Szene dachte.
    Nach seiner Reise bis ins stickige Dickicht Maguumas hatte er wahrscheinlich ausgesehen wie der letzte räudige Penner, gegen den das Gesindel von Götterfels‘ Gosse noch Models waren. Nikolai hatte noch förmlich den Geruch von seinem eigenen Schweiß und Moskitoscheiße in der Nase. Dass der Inquisitor ihn überhaupt auch nur angesehen hatte, glich eigentlich einem Wunder. Aber schließlich war er deswegen ja auch den weiten Weg gegangen. Von dem verhassten Götterfels immer weiter nach Westen.
    Für ein Wunder.
    Und er hatte eines gefunden. Cornwall musste gar nicht viel sagen und Nikolai wusste, dass er die Person war, auf die er all seine letzten Hoffnungen setzen würde. Sollte Krytas Erlösung irgendwann kommen, dann durch diesen Mann und Nikolai Riethveld würde sich seine Belohnung verdienen. Stück für Stück diejenigen fallen sehen, die ihm alles genommen hatten.
    Ob Tom wusste, dass er noch circa 5 Minuten zu leben hatte, nach seinen Worten an Cornwall? Nikolai hatte es nicht gewusst. Wie auch. Er war kein Mörder. Zumindest bis zu dieser Sekunde.
    Sein erster Auftrag war „sich um das Problem zu kümmern.“ Nicht das vom Außenposten, wie er zunächst blauäugig dachte. Nein, wenn Cornwall ein Problem mit jemandem hat, dann gibt es dafür nur eine Lösung.
    Nikolais Soldatenausbildung kam ihm zugute, als er den schon panisch flüchtenden Tom nach nur wenigen Metern im Lager einholte. Der arme Kerl versuchte sich zu wehren, strampelte und hoffte vergebens mit seinem Messer sein Leben zu retten. Cornwalls neuer Hund war schneller und musste sich in dieser Sekunde entscheiden. Nikolai traf diese Entscheidung binnen eines Atemzuges. Toms letzte Geräusche waren ein erschrockenes Gurgeln, ehe er zu Boden sank und die Ehre hatte, Nikolai Riethvelds erstes Opfer im Auftrag von Inquisitor Cornwall zu werden. Durch seinen Tod gab der arme Bursche 2 wichtige Lektionen an seinen Henker weiter.
    Spreche nicht, bis du aufgefordert wirst.
    Sei besser niemals Cornwalls Problem.

Kommentare 7

  • May -

    *bucht eine Lehrstunde*

    Sehr schönes Ende!

  • Motte -

    Uuuh, sehr cool! Ich mag besonders den letzten Absatz, diese Lektionen, die Rietveld durch das Schicksal des armen Toms gelernt hat, das er ja selbst besiegelt hat.

  • Margos -

    Wunder schön <3 Das RP war einfach toll und Riethveld hat zum Glück schnell gelernt^^

    • Tashi -

      Oh ja, diese Peinlichkeit hatte er sich danach bestimmt nicht nochmal gegeben! :D

    • Margos -

      Die KÖNNTE er sich nicht nochmal geben xD Aber ich freue mich das du bald wieder dabei bist! :3