Lehre der Toten

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  • Lehre der Toten

    Der Junge stand in der Bibliothek, genau gesagt in dem Teil über Naturwissenschaften. Gelangweilt überflog er die Buchrücken, „Natur in Flur und Berg der Zittergipfel“, „wunderbare Vegetation von Maguuma“, „Meine Reise durch die Pflanzenwelt der Nebo-Terasse“. Eindeutig der Pflanzenteil. Der Junge seufzte, aber die Worte seines Vaters hallten im Kopf nach: „Was interessierst du dich nur für diesen Jagdquatsch und den Weinanbau. Beschäftige dich mit richtigen Wissenschaft Junge!“ Innerlich hatte er seinen alten Herren verflucht, war aber der Anweisung gefolgt, da Widerspruch zwecklos war. Deswegen stand er nun wo er war.


    Weiter überflogen die grünen, jugendlichen Augen die Einbände. Doch dann stockten sie „Die Realität und andere Irrtümer“. Greogij stutzte über den Titel, ein Titel der er eher im Magierteil der Bibliothek vermutet hätte. Ein Teil der seit dem Tod seiner Mutter ungenutzt war. Der Junge hatte sie zwar nie kennengelernt, aber sein Onkel erzählte ihm immer, das sie sehr magieaffin gewesen war. Im Gegensatz zu Greogijs Vater, der Magie verabscheute. Seine Neugier war geweckt, nicht wegen des Titels, sondern wegen der Anomalie des Ortes. Er griff nach dem Buch und zog es aus dem Regal. Das Buch kippte, aber aus dem Regal ließ es sich nicht ziehen. Es gab ein leises Klicken und die Wand neben dem Bücherregal schwang ein Stück auf.

    Der Junge hob überrascht die Augenbrauen, die Lustlosigkeit sich in diesem Bibliotheksflügel aufzuhalten, war auf einmal verfolgen und seine Neugier obsiegte. Sämtliche Gefahren die der Raum beherbergen könnte, gingen ihm nicht durch den Kopf. Stattdessen träumte er von Schätzen und Geheimnissen. Der Raum war recht klein. Linksseitig befanden sich zwei Bücherregale und rechts stand ein großer Schreibtisch auf dem ein Buch lag. Doch der Blickfang im Raum war ein Rüstungsständer der mittig stand. Auf ihm ruhte eine lange weiße Robe, verziert mit Stickereien an Ärmeln und Brust. Über der rechten Schulter hing ein roter Umhang mit einer weißen Stickerei. Greogij trat näher und strich über den Stoff, betrachtete das Symbol des Umhangs, fuhr mit den Fingern über die Bögen und Querstiche von diesem. Seine Hand wanderte zur Robe, über die Anstecknadel aus poliertem Gold, herab an den langen Ärmeln.

    Immer noch fasziniert trat er an den Schreibtisch und beschaute sich das Buch. Auf dem braunen Ledereinband befand sich das selbe Symbol wie auf dem Umhang der Robe. Er griff das Buch auf und schlug zur ersten Seite. Dort standen nur ein paar Wörter: „Ehre den Unsichtbaren und mögen sie euch zum Ruhm führen Äbtissin Lucaria.“ Greogijs Augen weiteten sich als er den Namen seiner Mutter las. Er war so sehr in diesen einen Satz vertieft, das er nicht die Schritte hörte die sich näherten. Erst die Worte ließen ihn aufhorchen und zurückkehren:

    „Also hast du das wahre Erbe deiner Mutter gefunden.“




    ((Signatur von Tashi und die Erlaubniss sie zu nutzen auch))

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