1. Portal
  2. Forum
    1. Recent Activities
    2. Users Online
    3. Search Members
    4. Team
  3. Calendar
    1. Upcoming Events
  4. Gallery
    1. Albums
  5. Blog
    1. Articles
  6. Lexicon
  7. Projekte
    1. Chatbreaker
    2. Discord
    3. Meta-Gilde
    4. Mentoren-Programm
    5. WARP
  • Login
  • Register
  • Search
Blog Articles
  • Everywhere
  • Articles
  • Pages
  • Forum
  • Blog Articles
  • Events
  • Gallery
  • Lexicon
  • More Options
  1. Guild Wars 2 - Rollenspielcommunity
  2. Blog
  3. Blut, Macht und Erbe

Das dicke Schwein (oink, oink)

  • Dermoth Cantrell
  • November 21, 2025 at 5:42 PM
  • 169 times read
  • 5 Comments
Triggerwarnung: Gewalt, "Fatshaming" Wording

Der Philosoph und Schriftsteller war an diesem Abend gemeinsam mit seinem Klienten und engeren Vertrauten Baron von Cantrell in das Anwesen Giovanni Truffes zum Essen eingeladen worden. Truffe entsprang zwar nicht der aristokratischen Schicht, hatte sich aber in Kryta durch sein Fuhrwerk Unternehmen einen stattlichen Ruf aufgebaut. Gelegentliche Aufträge für Ministerium und Krone, hatten ihn gute Kontakte im politischen Spektrum beschafft, wobei manch einer munkelte, dass es genau anders herum gewesen sei und jene Vertraute oder Schuldner ihm viel mehr jene ertragreichen Geschäfte vermittelt hätten. Doch dies war wohl genauso gut mit der Frage nach der Henne und dem Ei gleichzusetzen.

Da saßen sie nun an einer langen Tafel, in einem Haus, was dem mancher Adeligen und Minister in nichts nachstand. Regelrecht fürstlich war aufgetischt worden: Spanferkel, unzählige Schüsseln gefüllt mit Serviettenknödeln, Soßen, Tatar, Kaviar, eine Platte mit Seehecht. Die Leckereien waren üppig. Und das mussten sie auch sein, denn der Gastgeber war nicht nur ein Feinschmecker- sondern auch ein Vielfraß. Mit seiner nicht sonderlich herausragenden Körpergröße, war er ungefähr so lang wie er breit war. Auf dicken Stelzen, watschelte er regelrecht durch die Gegend und schien gesundheitlich Jahrzehnte schlechter gestellt, als er in Tyria eigentlich wandelte. Das voluminöse Fettpolster um seine Körpermitte führte dazu, dass der Mann gut eine Armlänge vom Tisch entfernt sitzen musste, da ihn sonst die Kante in den Wanst stechen würde. So steckte er sich die Serviette auch gleich eines Lätzchens in den Kragen, statt sie gemäß der Etikette über den Schoß zu legen.
Dantes Gesichtszüge waren glatt. Ein Stück Hecht, sowie ein paar Kartoffeln lagen auf seinem Teller. So ziemlich das einzige an Hauptspeise was auf der Tafel nicht in Fett ertränkt war.
Nachdem das Essen gebracht worden war, war an seichter Konversation oder dem eigentlichen Grund, weshalb sie hier waren nicht mehr zu denken. Truffe hatte sich auf die reichhaltige Nahrung gestürzt, wie ein Ertrinkender auf ein Rettungsseil. Teilweise mit den Händen das Essen vertilgend, war dem Gespräch eine gefräßige Stille gewichen. Der Philosoph hatte durch seinen Kontakt gewusst, dass der Unternehmer am zugänglichsten war, wenn er gesättigt und ein wenig angeschwipst war, aber mit einem solchen Benehmen hatte man doch nicht gerechnet. Ekel keimte in ihm auf, setzte sich in der Magengegend fest. Die ersten Anzeichen von Sodbrennen machte sich breit, ehe Dante den Blick zu seinem Vertrauten wandte.
Emerick von Cantrell saß eine Spur steifer als sonst da. Außenstehende würden das warm wirkende Lächeln auf seinen Lippen, als nachsichtig, freundlich und vor allem echt auffassen. Er- der schon einige Jahre das Vergnügen hatte - konnte sehen, wie sich etwas angewidertes hinter seinen Augen regte. Das seine Begleitung das eigene Leid teilte machte es nicht unbedingt leichter es zu tragen. Dante zwang sich zurück zum Gastgeber zu sehen, während er mit dem Messer ein Stück vom Hecht auf die Gabel schob.
Giovanni hatte unterdessen nach einer kleinen Tomate gegriffen, in die er herzhaft hinein biss. Zur Hälfte, sodass die Frucht in seinem Mund aufplatzte und das blütenweiße Lätzchen um seinen fetten Hals mit leicht roten Wasser bespritzt wurde.
Das Gesicht des Schriftstellers spannte sich eine Spur mehr an und es schien mit einem Mal, als würde sein Blick glasig, als würde er keinen Punkt mehr vor sich fixieren, sondern gedanklich weit weg driften...

„Der braucht doch nichts, ist eh nur ein dürres Gerippe, macht nicht mehr lang“, hallte die dumpfe Stimme eines Jungen gleich eines Rauschen durch sein Ohr.

„Wir brauchen nicht Alle von Euch als Geisel“, hatte ihn sein gelbzahniger Kerkerwächter verraten.

„Drei von uns könnten leben, wenn er es nicht täte.“ Das war seine eigene Stimme gewesen. Jene als Kind. Keine 10 Jahre alt.

Nicht eine Sekunde haderte er mit sich. Die ersten Schläge waren dafür da ihn sein Bewusstsein zu nehmen. Die unzähligen darauf folgenden dagegen waren dem Umstand geschuldet, dass er nicht wusste wie man mordete. Und irgendwann verspürte der Hass in ihm Befriedigung. Nein, es war ein Hochgefühl. Gleich eines Rauschzustands. Denn es nahm nicht ab, gewann an Intensität mit jedem Schlag. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wer ihn davon abgehalten hatte weiter den längst leblosen, dicken Körper unter sich zu schänden. Nur das Bild was sich ihm bot, hatte sich eingebrannt. Da war kein Gesicht mehr gewesen. Und es hatte ihn nicht abgestoßen...

„Mister Bruni?“, holte ihn der vertraute, reife Bariton Cantrells wieder in die Gegenwart.

Dante blinzelte. Die Tafel vor ihm tauchte wieder auf.

„Fühlt Ihr Euch nicht wohl, Herr Philosoph? Ihr habt bisher kaum etwas angerührt. Dabei gelten meine Köche, als begnadet.“ Der Gastgeber klang beinahe eine Spur gekränkt. Dante fand, dass seine Stimme wie ein Grunzen klang. Er hob den Kopf an und sah den verfetteten Mann direkt zu Angesicht. Tomatenwasser inklusive Samen liefen ihm den Mundwinkel hinab.
Der Blick wurde wieder auf die Tafel gesenkt und erneut klang ein Rauschen in seinem Ohr. Der Griff um das Fischmesser festigte sich. Im peripheren Blickfeld konnte er die Hand Giovannis mit den Stummelfingern und der Vielzahl teurer Ringe erspähen. Das Rauschen wurde lauter.

Das Fischmesser bohrte sich durch Fleisch, Sehnen, Knochen und zum Schluss Holz. Der Mann schrie wie am Spieß. Es klang wie eine quiekende Sau...

„Mister Bruni“, wiederholte der Baron nun eine Spur deutlicher. Ein erneutes Blinzeln. Dante sah sich, beinahe erstaunt wirkend, um. Truffe und Cantrell starrten den Philosophen an. Der Vertraute sah eine Spur besorgt aus, während Truffe die Schweinsäuglein geschmälert hatte und so wirkte, als überlege er, ob Bruni geistig minderbemittelt sei. Dante erhob sich zügig zu seiner vollen Größe, ohne das Einverständnis der Adeligen einzuholen. „Ich entschuldige mich, werte Herren“, ließ er trocken wie eh und je verlautbaren und ergriff seinen Gehstock. „Mein Magenleiden.“ Tok. Tok. Tok. Raschen Schritts verließ er das Esszimmer, sowie das Anwesen... und kehrte nicht zurück.

  • Quote
  • Previous Article Mein letzter Wille

Comments 5

Estelion
December 1, 2025 at 12:15 PM

Spätestens seit der Rückkehr des Königs kennen wir alle die verheerende Macht von Tomaten.

Schöne Bildsprache, gut zusammengesetzt :smiling_face:

Dermoth Cantrell
December 1, 2025 at 5:35 PM
Author

Das Easter Egg war tatsächlich bewusst ja :grinning_squinting_face: Gibt sogar noch eins, aber das ist eher was für Zocker.

Vielen Dank! Freut mich sehr, wenns nett zu lesen war :grinning_face_with_smiling_eyes:

Estelion
December 8, 2025 at 11:17 AM

Was ist das Zweite?

Dermoth Cantrell
December 8, 2025 at 1:22 PM
Author

Bei Stronghold gibt es einen Gegner der das Schwein heisst, mit einer Gefechtskampange mit dem gleichen Titel wie das Kapitel. Sein richtiger Name ist Truffe. 😅

Estelion
December 9, 2025 at 10:09 AM

Ah nice, okay, das hätte ich nicht erkennen können, Stronghold hab ich nie gespielt. Still funny though

Categories

  • Charaktergeschichten

Archive

  1. 2025 (2)
    1. November (1)
      • Das dicke Schwein (oink, oink)
    2. August (1)

Tags

  • Adel
  1. Privacy Policy
  2. Legal Notice
Powered by WoltLab Suite™ 6.1.13