Artikel mit dem Tag „Götterfels“

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  • OOC Anmerkung: Der nachfolgende Text ist bewusst sehr provokant geschrieben. Ich möchte aber erwähnen (was eigentlich klar sein sollte), dass es sich dabei um die Meinung und die Stimme des Charakters Beatrix Drobovik und -nicht- um meine persönliche Meinung oder Einstellung zu den Dingen handelt. Ich bitte dich, du interessierter Leser, das zu berücksichtigen und auch zum Ende hin nicht zu vergessen.

    Die Geschichte entstand vor der Grundlage der neusten Ausgabe vom Volkshelden. Es ist sinnig sie zu lesen, ehe man sich dieser Geschichte zuwendet. Danke an dieser Stelle an wen auch immer...Es war eine grandiose Vorlage für den Charakter.



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  • Ein Messgerät...
    ...kleine Gesten und Gräten.

    Eine kleine Kurzgeschichte



    Tyria, Götterfels - Genauer noch: Ein unbedeutender Teil im westlichen Marktviertel.


    Ein Ort, wo man nicht lebte sondern vegetierte und den eigenen Verfall mitansehen konnte.
    Ein Viertel, so schief, krumm und kränkelnd, dass - wenn gegrüßt wurde -, der Abschied ein hüstelndes Gute Besserung war. Wo Atmen gleichsam Röcheln war.
    Eine Gosse, in der Quacksalber in zerfallenen Anbauhütten angesehene Ärzte waren, und rudimentäre Kenntnisse über Omas Allheilmittel gegen alles als Akademikerwissen gegolten hat. Brüchige Hausfassaden und Strassenwege, deren schlammspuckenden Steinrinnen dickflüssige, braune Bracke förderten, und in verwinkelten Schmutzgassen, durch brütende Sommerhitze beleidigende Gerüche, dreckige Dämpfe und Bazillengewürm aufquoll.
    Wenn man sich jetzt noch einen Lausbuben vorstelle, der barfuß über Kloaken sprang, schwertführend mit Ästen in Fekalien stocherte, der
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  • Die Morgensonne küsste das Gesicht und schien auf die athletisch definierte, weibliche, aber dafür breite Schulter, gerahmt von blonden Strähnen und weißen Laken. Ein Loch in der Winterwolkendecke, das die Lebensgeister in einem kleinen Zeitfenster zu wecken vermochte. Die Kehle rau vom Löwenblut und Apfelschnaps, seufzte die Verschlafene wohlig und anregend für Ohren, die eine erwachsene Frauenstimme zu schätzen wissen. Es war schon hell geworden? Vermaledeit. Die Anführerin der Rosengarde blinzelte gegen das Licht an und rieb sich den Schlafsand aus den Augenwinkeln. Das kleine Kratzen war nicht so schlimm wie der eigene vom Alkohol geschwängerte Atem. Sie glaubte, die Vorhänge zur Nacht geschlossen zu haben und wollte doch eigentlich zeitig geweckt werden. Eigentlich. Auf dem Nachttisch reflektierte eine leere Weinflasche die Helle in braungrünen Fehlfarben. Beim Spaziergang mit Miu hatten die beiden Damen und Angestellten des Fürstenhauses beschlossen gehabt, nicht
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  • Abschnitt I – Nach bestem Wein

    Dieses Pochen in den Schläfen, der schwere Nacken und letztlich der unwiderstehliche Geschmack von Vergorenem vom Vorabend. Ein Auge blieb zusammengekniffen, das andere suchte Halt am gewellten Himmel des Bettes, an Stoffbahnen, die andere nicht ein mal anziehen durften. Und neben ihm... niemand? Das musste die suchende Hand erfahren und der Geist verstand es Herzschläge später mit einem resignierenden Schnauben. Kein Blond, kein Rot, kein Brünett. Wie ungewohnt und beschämend dieser ungewöhnliche Morgen doch war. Zwar nur vor sich selbst, aber das reicht ihm im Grunde auch schon um den Sonneneinfall zu trüben. Auf dem Schränkchen neben dem Bett stand ein Silberkelch mit aufgelöstem Mädesüß und zerstoßenen Minzblättern um den Atem erträglicher zu gestalten. Jemand, der sein Blut metaphorisch gegen den Wein getauscht hatte umarmte morgens nur den eigenen Kater. „Naoko...“ rief die belegte Stimme. Der Mann zwang sich die Augen zu… [Weiterlesen]
  • Himmelblaue Iriden leuchteten ihm entgegen, als sein schneeweißes Gesicht sich der glatten Oberfläche näherte und er einen ansehnlichen Jüngling mit nachtschattendunklem Haar erkennen konnte, der ihn charmant anlächelte. Arvid war zufrieden mit seinem Äußeren – aber damit das so blieb, musste er etwas tun. Es störte den Burschen nicht, dass er im Gegensatz zu manch anderem Novizen manchmal eine halbe Ewigkeit im Bad- und vor dem Spiegel verbrachte. Die feingliedrigen Finger strichen die schwarzen Strähnen aus dem Antlitz, welche sich gelockert hatten, und gaben somit den Blick auf feine, dunkle Augenbrauen frei. Ohne sich umdrehen zu müssen, erkannte der Raylin anhand der Reflexion, dass die Tür hinter sich geöffnet wurde und ein älterer Herr eintrat. Groß, stattlich gebaut – und dennoch war das Haupthaar schon leicht ergraut und das schöne Braun glich immer mehr einer verblassenden Erinnerung.
    „Puh, ist's hier gerade heißer im Raum geworden?“, säuselte der Kormirgläubige mit… [Weiterlesen]
  • Höchst konzentriert lief der großgewachsene Kerl durch die götterfelser Straßen. Jeder Schritt wurde sorgsam gesetzt, um bloß nicht zu viele Geräusche zu machen, oder gar eventuell umzuknicken. Die hellgrünen Augen suchten die Gebäude zu beiden Seiten ab. Irgendwo musste es doch sein. Er hatte es doch auch schon einmal gesehen, wenn auch nur von außen, aber genau das sollte ihm ja eigentlich nun helfen. Der Himmel wurde immer dunkler und von kleinen, manch gar winzigen Sternen bespickt. Da stopte der Kerl, mit dem Blick nach oben und suchte nach einen Stern, welcher manchmal rötlich zu schimmern schien. Doch kaum kam das warme Schaukelschiff zum Stehen, öffneten sich zwei dunkle Knopfaugen. “Luuuuc, nis haltööööäääääähhh“, gähnte Rosalie langgezogen und der Rest ihres Protests blieb in müden, schlummrigen Gedanken hängn. “Wir sind gleich da. Dann geht's ins Bett.“ Das Mädchen schlang erneut die Arme um seinen Hals und kuschelte sich an. Auch wenn ihm… [Weiterlesen]
  • „Du weißt, wie scheiße das schmeckt, ja?“, die speckigen Finger strichen fahrig über das zweite Kinn des untersetzten Mannes, während seine braunen Mausaugen den Rotschopf aus dem breiten Gesicht anfunkelten, „widerlich!“
    Demonstrativ presste er die fülligen Lippen aufeinander, um dann beim Ausspucken den Kopf etwas nach vorn zu recken, sodass der Speichel und ein paar zerkleinerte Essensreste auf den dürren Fingern des jungen Mannes landeten. Dieser zog die bleichen Hände im ersten Moment erschrocken zurück, senkte dann aber nur demütig das Haupt: „Es tut mir leid, Herr, aber ich bin leider kein...“
    „Kein Koch? Pah, sei dir sicher, so hoch denke ich schon gleich gar nicht von dir“, blaffte der Dicke nur ärgerlich und wischte sich mit dem schmutzigen Ärmel den Mund ab.
    Der Zorn brannte weiterhin in seinen Adern, die am kahlen Schädel bereits hervortraten. Er war noch wütender auf seinen Lehrling als sonst. In einer willentlich energischen Geste fuchtelte er mit der fleischigen Hand… [Weiterlesen]
  • Träge blätterten seine dürren Finger durch die hochwertigen Seiten seines dicken Lehrbuches. Die Sonne ging in einem wunderschönen orange-gelben Leuchten am ruhigen Himmelszelt unter, doch genießen konnte er das Farbspiel nicht. Stattdessen vermied er es, direkt hinaufzusehen, wissend, dass ihn der Anblick der hellen Schutzkuppel erwartete, welche während des Angriffes des Weißen Mantels in einem mächtigen Zauber von der Königin selbst über die große Stadt gespannt worden war.

    Seufzend drückte der junge Mann den Rücken gegen das noch leicht warme Gestein hinter sich, während er den Folianten aufgeschlagen auf seinem Schoß ruhen ließ. Die Belagerung versah ihn nicht mit Furcht oder gar Todesangst, doch das Leid aller anderen um ihn herum zermürbte ihn. Allen voran jenes von… Erschöpft verschränkte der Novize die dürren Arme vor der Brust, sodass der weiche Stoff leise reibend über den seines weißen Ornats fuhr. Ihn plagte das Gefühl, nicht helfen zu können – nicht mal… [Weiterlesen]