Artikel mit dem Tag „Arlassia“

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  • Arlassia schlug die Augen auf und blinzelte. Irgenwie fühlte sie sich beobachtet und als der Traumschleier sich zur Seite bewegte, blickte sie in ein Paar haselnussbraune Augen. Da saß ihr kleiner Schrecken im elterlichen Bett und starrte die Mutter regelrecht wach. Die schwangere Frau zog die Decke über den Kopf, es war doch noch viel zu früh. Draußen war gerade die Sonne über den Horizont geklettert und der morgendliche Dunst verzog sich nur langsam. Röschen protestierte, indem sie ihrer Mutter die Decke wieder vom Gesicht zerrte. "Is hab gesehn, dass du wach bist, Mama!" empört war das Stimmchen des kleinen Wonneproppen und Arla kam nicht umhin leise zu lachen. "Röschen, was ist los? Es ist noch viel zu früh. Konntest du nicht mehr schlafen?" Arla schob sich im Bett nach oben und sah die dreineinhalbjährige Rosalie an. "Hast du schlecht geträumt?" Sie breitete die Arme aus und Röschen krabbelte hinein, kuschelte sich an die Mutter und schüttelte vehement den Kopf. "Nein, hab gut[Weiterlesen]
  • "Mama! Los! Snell!" Rosalie stand an der Tür, trug nur ein Stiefelchen und trippelte von einem Fuß auf den anderen. "Mamaaa! Looos!" immer quengliger wurde das kleine Kitz und Arlassia hatte alle Mühe dem Zappelschrecken den zweiten Stiefel anzuziehen. "Röschen. Wenn du nicht still hältst, kann ich dich nicht anziehen." lachte sie, jedoch wurde ihr Einwand vom Töchterlein ignoriert. "Was habt ihr denn vor, Tante Dia und du, hm? Habt ihr Pläne?" das Reh schnaufte leise, als sie sich aufrichtete und nach dem gelben Regencape ihrer Tochter griff.

    Das Kind wirbelte herum, so dass die dunklen Locken flogen und die Haselnussaugen sahen die Mutter ernst an. "Ja! Pläne!" Welche das waren, hielt das sonst so mitteilungsfreudige Kind zurück. Arlassia schob die Brauen in die Höhe und zog die Nase kraus. "Verrätst du mir auch, welche Pläne ihr habt?" Schweigen. Stille. Nur ein Kopfschütteln und ein ernster Blick des Kindes. Wie sie da stand in ihren dunkelblauen Latzhosen und dem roten… [Weiterlesen]
  • Leise Schnarchgeräusche drangen an sein Ohr und schoben die Traumwelt aus seinem Kopf.
    Eben noch war er am Strand der Südlichtbucht gelegen mit einem Becher Rum in der rechten Hand und in der Anderen der runde, wohlgeformte Hintern der wunderschönen Dunkelhaarigen. Doch je näher er dem Erwachen kam umso schwerer und schmerzhafter wurden seine Glieder. Sie verlangten nach einem ausgiebigem Strecken, doch der Wunsch wurde ihnen schnell verwährt, als der Fuß bereits am Bettende anstieß.
    Auch konnte der den rechten Arm nicht heben. Irgendetwas hielt ihn fest.
    Die Augen geöffnet musste er ein paar Mal blinzeln, um sie an das Licht im Raum zu gewöhnen. Es war noch früh am Morgen und die Sonne schob sich noch keine Stunde durch den zarten Stoff der Vorhänge. Und noch während sich die grünen Augen ans Sehen gewöhnten, merkte er den Druck auf der Brust.
    Er wollte den Nacken heben und nachsehen was dort drückte, doch der Nacken war steif und schmerzte, als er nur minimal den Kopf vom Kissen… [Weiterlesen]


  • Pure Bestürzung war in ihrem Gesicht zu lesen. Kein Ton kam über ihr über die Lippen, die sich verbissen aufeinander drückten. Selbst Rosalie war mucksmäuschenstill in diesem Moment, denn wenn die Mama so aussah bedeutete das in der Regel nichts Gutes. Die Fingerknöchel traten weiß hervor, so sehr verkrampften sich die Hände zu Fäusten und auf der Stirn zeigte sich eine steile Falte. Eine Zornesfalte. Das sie nicht vor Wut laut aufschrie war nur dem Umstand zu verdanken, dass ihre Tochter im Raum war. Das Augenblau starrte auf die acht silbernen Münzen vor sich auf der Tischplatte. Sie waren nicht echt, es war Falschgeld. Gut gemacht, keine Frage denn weder ihr Aussehen, noch ihr Gewicht ließen auf eine Fälschung schließen. Und wenn ihr die Münzen nicht aus der Hand gefallen wären, dann hätte sie niemals bemerkt, dass sie nicht echt waren. Allein das es acht Silber waren, allein diese Tatsache sagte ihr, wer sie betrogen hatte. Die Luft um die zarte Frau flirrte und… [Weiterlesen]
  • „Rosalie! Nein!“ rief sie, ehe sie in schallendes Gelächter ausbrach. Das kleine Mädchen saß wie vom Blitz getroffen mit erschrocken aufgerissenen Augen und offen stehenden Mund auf ihrem Po. Mit einem lauten Plumpsen war sie auf ihrer Kehrseite gelandet und über und über mit flüssiger Schokolade besudelt. Arlassia hatte sich nur kurz zum Schrank umgedreht und das hatte das kleine Lockenköpfchen als ihre Chance gesehen, sich die süße Nascherei vom Tisch zu stibitzen. Leider waren die Beinchen und Ärmchen noch zu kurz und so war das Kind nur an die Schale mit dem Schokoladenguss gekommen, indem es sich ordentlich reckte und streckte. Das hatte zu dem geführt wozu es einfach führen musste, die Schüssel kippelte und der Inhalt entleerte sich über dem Kind. „Nun bist du der Kuchen, Röschen.“ lachte sie noch immer. Rosalie verzog das Gesichtchen und die Lippen schoben sich schmollend vor. Arlassia wusste, was nun folgen würde. Und richtig, die dicken Tränchen… [Weiterlesen]
  • Ihre Beine baumelten in der Luft, das Kinn hatte sie nach oben gereckt. Arlassia saß im Fenster, auf ihren Schoß der kleine Schrecken. Die Nacht war kühl und sternenklar, Rosalie reckte das Fingerchen und rief "Da! Mama!" als eine Sternschnuppe den Himmel etwas mehr erleuchtete und schließlich erlosch. Arlassia lächelte und gab ihrer Tochter einen dicken Kuss auf die Wange. " Eine Sternschnuppe, Röschen. Du darfst dir nun etwas wünschen." flüsterte sie dem Kind ins Ohr. Röschen sah zur Mama und die braunen Augen wurden groß. "Rosa mag Snee!" Arla musste leise auflachen und wieder folgte ein Kuss auf die Pausbacke des kleinen Lockenköpfchens. Rosalie würde ihren Schnee bekommen. Dieses im Herbst und Winter so seltene Phänomen einer Sternschnuppe würde dafür sorgen. Oder Arlassia. Oder Lucius. Seit dem Geburtstagsausflug nach Hoelbrak war Rosalie völlig besessen von den feinen weißen und kalten Kristallen.

    Beide waren dick eingepackt und Rosalie kuschelte sich müde an ihre Mutter. Der… [Weiterlesen]
  • Dieser kleine Abriss ist die Folge von „Neun Jahre“ und die Vorgeschichte zu „Nein!“



    Seit einigen Tagen schon bewohnte sie die billige Unterkunft und so langsam würde es Routine. Das war nicht gut. Sie wollte ihr Leben nicht so dahin fristen und damit zufrieden sein. Sie wollte mehr. Und eigentlich doch nicht viel. Die fast Sechzehnjährige lag auf ihrem unbequemen Bett mit der durchgelegenen Matratze und starrte aus dem Fenster. Mit einem Ruck saß sie plötzlich auf, schwang die nackten Beine aus dem Bett und noch während sie das tat, griff sie ihre Klamotten und zog sich an. Das wenige Hab und Gut was sie besaß war schnell gepackt, die Rechnung beim Wirt beglichen und dann stand sie auf der Straße. Mal wieder. Sie sog die kühle Morgenluft tief in ihre Lungen. Es roch nach Regen. Natürlich. Was auch sonst. Immer wenn sie sich wieder auf der Straße einfand, fing es an zu regnen. Unwillig und mit einem Blick zurück zur Herberge stiefelte sie los. Da war es wenigstens… [Weiterlesen]
  • Erschöpft kroch sie buchstäblich auf ihr Sofa. Sie ließ sich mit dem Gesicht voran in ein Kissen auf den Bauch fallen und stöhnte leise. Sie fühlte sich, als hätte eine Herde Dolyaks sie überrannt. Das hatte sie so nicht erwartet. Sie dachte, sie wäre gut vorbereitet gewesen. Lachhaft! Kein Buch der Welt hätte ihr das vorher sagen können. Sie hatte zwar gewusst, oder zumindest geahnt dass es anstrengend sein würde, aber so hatte sie sich das Ganze nicht mal in ihren schlimmsten Befürchtungen ausmalen können.

    Sie startete einen Versuch sich vom Sofa hoch zu drücken, ließ es aber direkt wieder sein. Müde. So müde. Ausgelaugt hatte er sie und die letzte Energie aus ihr gequetscht. Der dunkle, charismatische und schweigsame Mann. Er hatte nicht locker gelassen, hatte sie nicht aus seinen Fängen entfliehen lassen bis er endlich Befriedigung erfuhr. Sie befürchtete, das nächste mal würde es nicht weniger anstrengend sein, eher hatte sie die wage Vermutung, er würde mehr fordern.… [Weiterlesen]
  • „Wach auf!“ drängelte eine Stimme die langsam in ihr Bewusstsein vordrang. „Los! Wach auf!“ ziemlich ungeduldig war der Unterton, eigentlich…hatte die Stimme den Klang von… In nur Bruchteilen von Sekunden saß sie senkrecht im Bett, die blauen Augen weit aufgerissen und starrte die Stimme an. Die Person zur Stimme. Aber das konnte nicht sein. Oder doch? „Na endlich! Wir müssen reden! Jetzt!“ sprach die Person die dreist auf ihrer Bettkante saß und nun versuchte, ihr die Bettdecke weg zu ziehen. Arlassia krallte ihre Finger in die Decke und zerrte mit erbostem Blick ihr Eigentum zurück über ihre Blöße. „Lass das!“ kam es fauchend und ihr Gegenüber lachte. „Wovor soll ich jetzt Angst haben? Vor mir selbst?“ kicherte sie auf der Bettkante. Ja. Sie selbst saß dort. Arlassia. Oder jemand der exakt so aussah wie sie und so sprach, sich so bewegte. „Sag mal, wann hörst du denn endlich auf mit dem Blödsinn?“ Bettkanten-Arla sah ihr vorwurfsvoll entgegen. Die Decke bis zur Nase gezogen sah sie… [Weiterlesen]
  • Müde und erschöpft lag sie in ihrem Bett. Rosalies gleichmäßige Atemzüge drangen an ihre Ohren und das ließ die Mutter auflächeln. Sie konnte mal wieder nicht schlafen. Obwohl sie müde war und Schlaf dringend von Nöten gewesen wäre.

    Ihre Gedanken sprangen umher, drehten sich im Kreis, hüpften auf und ab. Es schien als hätten diese einzelnen Erinnerungsfetzen, die aktuellen Gedanken und alles was ihr noch im Kopf herum spukte nichts miteinander zu tun. Das machte sie wahnsinnig.

    Da war Rosalie. Das Glück welches ihr dieses Kind jeden Tag schenkte, aber auch die Sorgen welche sich immer mal wieder in ihr Herz schlichen. Zudem der Blick in die haselnussbraunen Augen ihrer Tochter. Die Augen des Vaters. Wo auch immer der Kerl sich hin verzogen hatte. Groll stieg in ihr auf, brachte die Säure aus ihrem Magen mit nach oben. Arlassia brachte sich in eine aufrechte Position und atmete den Schmerz weg. Das Mittel aus der Apotheke hatte ihre Beschwerden gelindert, aber nicht geheilt. Von… [Weiterlesen]
  • "Manchmal reicht Liebe einfach nicht!" Immer wieder hämmerte sich dieser Satz in ihr Bewusstsein, verfolgte sie bis sie irgendwann spät in der Nacht endlich einschlafen konnte. Selbst im Schlaf dachte sie an den Augenblick, in dem ihre kleine Traumwelt wie ein Kartenhaus in sich zusammen brach. Bis noch vor einigen Tagen hatte sie Träume. Wähnte sich endlich angekommen. Träume, die er ihr geschenkt hatte. Und die mit diesem Satz wie Seifenblasen platzten. War sie wütend? Nein. Sie fühlte keinerlei Groll in sich, kein Vorwurf der sich in ihre Gedanken schob und sie vergiftete. Traurig? Ja, das war sie. Zutiefst. Hatte es etwas an ihrer Liebe geändert? Nicht im geringsten. Sie funktionierte einfach. Ging ihrem täglich Brot nach wie vorher, pflegte freundlichen Umgang mit Kundschaft, Nachbarn und Geschäftspartnern. Am Abend... wenn sie allein im Lampenschein saß und die Wäsche faltete, da erlaubte sie sich Momente der Schwäche. "Manchmal reicht Liebe einfach nicht." [Weiterlesen]
  • „Mamaa! Maaaaaamaaaaaa!“ Arlassia runzelte die Stirn und widerstand der Versuchung, sich einfach die Decke über den Kopf zu ziehen. Stattdessen quälte sie sich aus ihrem warmen und gemütlichen Bett, tapste barfuß zur Tür und sah sich dort noch einmal sehnsüchtig nach ihren Federn um. Es nützte nichts. Rosalie war wach, putzmunter und wollte aus ihrem Gitterbett. Und das aber zackig! Zumindest verriet das der fordernde Tonfall des kleinen Mädchens. Müde und auf nackten Sohlen, mit völlig verwuschelten Haaren und im Hemd ihres Liebsten schlich die Liese zum Zimmerchen ihres kleinen Mädchens und öffnete die Tür. „Auf! Mama!“ fröhlich zwitschernd wurde sie vom Lockenköpfchen begrüßt und sofort fiel die Müdigkeit von ihr ab. „Guten Morgen, Röschen. Na? Du hast ja gute Laune heute.“ lachte die Liese und hob ihr Kind auf den Arm. Rosalie quietschte und schlang die Ärmchen um Mamas Hals. „HAMM!“ war das nächste was das Mädchen von der Mutter forderte.… [Weiterlesen]
  • Höchst konzentriert lief der großgewachsene Kerl durch die götterfelser Straßen. Jeder Schritt wurde sorgsam gesetzt, um bloß nicht zu viele Geräusche zu machen, oder gar eventuell umzuknicken. Die hellgrünen Augen suchten die Gebäude zu beiden Seiten ab. Irgendwo musste es doch sein. Er hatte es doch auch schon einmal gesehen, wenn auch nur von außen, aber genau das sollte ihm ja eigentlich nun helfen. Der Himmel wurde immer dunkler und von kleinen, manch gar winzigen Sternen bespickt. Da stopte der Kerl, mit dem Blick nach oben und suchte nach einen Stern, welcher manchmal rötlich zu schimmern schien. Doch kaum kam das warme Schaukelschiff zum Stehen, öffneten sich zwei dunkle Knopfaugen. “Luuuuc, nis haltööööäääääähhh“, gähnte Rosalie langgezogen und der Rest ihres Protests blieb in müden, schlummrigen Gedanken hängn. “Wir sind gleich da. Dann geht's ins Bett.“ Das Mädchen schlang erneut die Arme um seinen Hals und kuschelte sich an. Auch wenn ihm… [Weiterlesen]
  • Sie saß allein auf ihrem Lager und blickte zum Fenster hinaus. Gerald und Adele schliefen ihren Rausch aus, es ging noch vor kurzer Zeit hoch her in der heruntergekommenen Bude. Betrunken stritten sie immer und nicht selten flog der eine oder andere Gegenstand durch den Raum. Arlassia hielt sich dann bedeckt und verkrümelte sich in ihre Ecke, zog den Kopf ein und ließ die zwei austoben. Nach lautstarken Auseinandersetzungen folgte auch immer eine lautstarke Versöhnung, wenn die beiden übereinander herfielen und Arla hatte jedesmal Angst um den altersschwachen Küchentisch dabei. Sie war jetzt etwa Neun Jahre alt und dank ihrer beiden "Gönner" hatten die Augen des Mädchens deutlich mehr gesehen als sie sollten.

    Jetzt blickten eben diese Augen in den Nachthimmel und hofften, daß sich die Wolken verziehen mögen. Seit das Mädchen allein war, hatte sich eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt und endlich riss die Wolkendecke auf. "Da bist du ja!" rief sie leise und sprang von ihrem… [Weiterlesen]
  • Neun Jahre hatte sie bei Gerald gelebt. Bei Gerald und Adele. Wie beschrieb man dieses seltsame Paar? Arlassia stiefelte den Weg vom Galgenhügel zurück in die Stadt und hing ihren Gedanken und Erinnerungen nach. Sie ließ Gerald somit hinter sich. An dem würden sich nur noch die Krähen gütlich tun und so erfüllte er zumindest tot einen guten Zweck. Zu Adele würden sie keine zehn Pferde zurück kriegen. Natürlich… sie hatte beiden eine Menge zu verdanken, aber nicht nur Gutes.

    Die ersten Jahre waren fast wie in einer richtigen Familie. Zumindest war es das, was das kleine Mädchen sich darunter vorstellte. Adele war gebildet und wusste dem Mädchen das Lesen, Schreiben, Rechnen und Handarbeiten beizubringen und mit ihren sechs Jahren verwunderte es das Lockenköpfchen nicht, daß eine Straßendirne dazu in der Lage war. Sie musste mal eine sehr schöne Frau gewesen sein, doch der Zahn der Zeit und der übermäßige Alkoholkonsum hatten ihre Spuren auf dem drallen Weib hinterlassen. Das[Weiterlesen]
  • Arlassia saß mit angezogenen Knien im Unterschlupf von Finn. Seit einem Jahr war sie jetzt hier und der Junge hatte ihr eine Menge beibringen können darüber, wie man auf der Straße zurecht kam. Nun aber saß sie den dritten Tag allein in der kleinen Hütte und Finn kam einfach nicht zurück. Das war nicht seine Art. Er kam immer zurück. Das Mädchen sorgte sich um den frechen Burschen, der ihr ein großer Bruder geworden war. Arlassia erinnerte sich an ihren ersten gemeinsamen Tag.

    "Guck Kleine. Hier wohnste nu." hatte er damals zu ihr gesagt, als er sie zu einem kleinen provisorisch errichteten Verschlag geführt hatte. Dort war alles verbaut worden, was er finden konnte und so war eine kleine, völlig windschiefe Schlafstätte entstanden. "Ich bring dir alles bei was de wissen musst. Sonst biste bald tot." So oft wie er das wiederholte, machte er dem Kind eine Wahnsinnsangst. Natürlich war es Absicht von dem Burschen mit der Zahnlücke. Er hatte Spaß daran, sich vor dem kleinen Ding… [Weiterlesen]
  • Es war eine laue Vollmondnacht im Sommer des Jahres 1307n.E. In einer recht heruntergekommenen kleinen Hütte irgendwo im Königintal saßen ein Mann mittleren Alters mit gebeugten Schultern und großen schwieligen Händen und eine deutlich jüngere und sehr blasse Frau am schmucklosen Holztisch. Der Mann roch nach Schweiß und Sägespäne und war fast kahl auf dem großen Kopf. Die Frau hatte tiefrote Ränder unter den blauen Augen und fahle eingefallene Wangen. Sie war mit Sicherheit schwindsüchtig so wie sie aussah. Sie schluchzte leise und der Kerl fuhr sie grob an: "Flenn nich, Louise. Das Balg muss weg. Werd'n selber nich satt und jetz fängt die auch noch mitter Feuerfunzelei an." Er rieb sich mit der schweren Hand durch das müde und grobschlächtige Gesicht. Die Härte seiner Worte traf die Frau mit den dunklen verfilzten Haaren unvermittelt und ließ sie aufheulen. Der Holzfäller seufzte leise, stand auf und umrundete den einfachen Tisch. Er legte seiner Frau die Hände… [Weiterlesen]
  • Unerwartete Wende


    Endlich waren ihre zerschnittenen Füße verheilt. Wie sie es hasste, nicht das tun zu können wonach ihr war. Sie war sicher nicht leicht zu ertragen gewesen, so unleidlich und unbeweglich. Es war ihr ein Dorn im Auge, sich nicht selbst komplett um ihre Tochter kümmern zu können. Stattdessen hatte dieses rothaarige Mädchen viel übernommen, wenn Lucius nicht abkömmlich war. Das hatte ihr insgeheim schwer Bauchschmerzen verursacht und sie hatte versucht sich nichts anmerken zu lassen. Jetzt, wo sie wieder laufen konnte, ging sie jeden Tag mit ihrem Kind zum Strand und auf dem Rückweg immer am Portal nach Götterfels vorbei in der Hoffnung, Neuigkeiten aus der Heimatstadt zu erfahren. Auch heute würde sie wieder den Umweg über den Portalplatz machen.

    Löwenstein gefiel ihr eigentlich ganz gut. Jeden Tag an den Strand zu gehen tat ihr gut und Rosalie hatte so viel Freude daran im Sand zu buddeln, Muscheln zu suchen und Krebse zu ärgern. Arlassia beobachtete das… [Weiterlesen]