Artikel mit dem Tag „Melandru“

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  • Anrufung eines Naturgeistes / Ernteritual / Naturritual




    Ich neige mein Haupt in Ehrfurcht
    Vor dir
    Die du aus den Feuern kommst
    Tochter Melandrus
    Die du bist gezeichnet
    Vom Feuer Balthasars
    Hienieden
    Zu schützen und zu heilen
    Uns Götter Kind'
    Und all bös' Gefahr
    Die da kommen will über uns
    Zu vernichten und verbrennen
    Zu leiten und zu weisen
    Jene
    Die da wahrhaftig suchen
    Den göttlichen Weg


    In Demut knie ich vor dir
    Du Feurige
    Gewächs des Lebens
    Gewächs des Todes
    Die du gerufen wirst
    Holler und Keilken
    Ellhorn und Hölder
    Du Fliederfrau
    Gepriesen als Eller
    Ich rufe dich an
    Dich, die du gebierst
    Segen und Heil
    Im Überfluss
    Doch giftig strafst
    Den Ehrlosen
    Der dich blind verkennt


    Heilige Königin Sommer
    Die du wirkst im Winter
    Das Feuer ziehst
    Das Feuer nährst
    Zu Feuer wirst
    Gräme mir nicht
    Wenn ich andächtig
    Nehme von deinem Heil
    Sei mir gnädig
    Du Tochter der alten Weisen
    Und teile mit mir
    deine Kraft
    Das ich sie nutze
    Einzig und stets
    Für der Menschen Wohl

    Auf das deine Gabe
    Das
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  • Bekenntnis


    Mein Herz, mein Verstand, mein ganzes Sein ist erfüllt von der Einen, der alten weisen, die da Schöpfung bringt.

    SIE hat mich gerufen mit dem lieblichen Gezwitscher der Vögel,
    Mit dem geheimnisvollen Rauschen der Bäume,
    Mit dem begehrenden Tosen der Flüsse,
    Mit dem trauernden Heulen der Wölfe
    Und dem grollenden Donner der Himmel.
    Wo ich auch lausche: IHR Ruf erschallt mir ringsumher.

    Gesegnet bin ich tausendfach, IHRE Stimme zu vernehmen:
    Ich kenne keine Einsamkeit, so lange SIE mit mir ist.

    IHR Werk erblicke ich in der starken Erde, die mich hält,
    Im sanften Wasser, das mich erfrischt,
    In der zarten Pflanze, die mich heilt,
    In der süßen Frucht, die mich nährt,
    In den Kreaturen, die mir Freunde sind.
    Wo ich auch schaue: IHR Werk ist allerorts.

    Gesegnet bin ich tausendfach, IHRE Zeichen zu entdecken:
    Ich leide keinen Mangel, so lange SIE mit mir ist.

    Mein Herz, mein Verstand, mein ganzes Sein ist erfüllt von der Einen, der alten weisen, die da Schöpfung bringt.

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  • Hast Leben genommen
    Schmerz spöttisch verlacht
    Gepeingt mit Wonnen
    Durch die ganze Nacht.
    Erst Hände, dann Füße
    Geschnitten entzwei
    Geschickt gar als Grüße
    Im Gesicht letzter Schrei

    Sechs von Sechs
    Und drei noch mehr
    Spotten und morden
    Sollst du nimmermehr

    Nehm' Efeu und Rose
    Von der Hasel ein Blatt
    Saft spendet Zeitlose
    Männlein schneid' ich glatt
    Vom Herz eine Träne
    Eine Garbe vom Schaf
    Ibenbaum spendet Späne
    Mohn säuselt von Schlaf

    Sechs von Sechs
    Und noch einmal drei
    Ich rühre nun an
    Was deines bald sei

    Sechs von Sechs
    Und drei obendrein
    Dieser Trunk der Natur
    Mag der letzte wohl sein





    (Inspiriert durch einen vor einer ganzen Weile stattgefundenen, kleinen privaten Miniplot.
    Aufgeschrieben um mein Versprechen an Travon einzuhalten, auch, wenn es diesmal eine etwas andere Gedichtart geworden ist.)



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  • Aus "Der siebte Tag" von Everardus Reynfrey
    Kapitel 5, 8. Absatz

    Verlesen zur Gedenkfeier der Brücke 1330n.E.
    und zum Philosophieunterricht "Liebe und Tod" von Priester Samuel Blestem

    Brice sah fahl im Angesicht zu Boden und sprach mit leiser, gebeutelter Stimme, kratzend im Hals und über leerem Magen, "Die Fahnen sind wie Geister, Schatten dieser Tage. Die Triebe wachsen ohne alle Erntehände des letzten Herbstes erwarten zu dürfen. Das Kinderlachen meines Herzens ist verstummt und ich lese nie mehr Spreu vom Weizen, denn jene, die mit mir das Brot teilten sind nicht mehr hier." Er kauerte, bedeckt von Schmutz und Asche und in den Schlieren stummer Tränen, deren Rinnsale die Haut rein waschen wollten. Da reichte Aubrey ihm die zarte Hand und bat ihn sich zu erheben. Die Schwaden letzter Brände zogen dunkle Striemen über ihrem krausen Haar durch die blaue Himmelskuppel und der schwere Geruch von verfallenen Träumen lag in der Luft. Aubrey gestattete ihm sich aufzugeben, wenn er
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  • Doricsee, vor Neulehmwald - zu einer friedlichen Zeit


    „Sie wäre eine fantastische Schwiergertochter! Kennenlernen solltest du sie, wirklich. Dafür lohnt es sich auch mal in die Stadt zu gehen!“ Der alte Bocksbeutler lachte herzhaft, schob sich die Pfeife wieder in den Mund zurück und kraulte sich den Rauschebart. Die Angelrute lag lose in der Hand des Mittsechzigers.
    „Du bringst das Boot zum Wackeln und vertreibst die Fische.“, murrte sein halb so alter Sohn, ebenfalls mit ansehlicher Gesichtsbehaarung, Pfeife und Angelrute ausgestattet.
    „Sie hätte mich auf der Stelle geheiratet, wenn ich halb so alt gewesen wäre. Du bist also die natürliche Wahl, Skoyvn. Das bekommt ihr also ganz fix hin, nächstes Jahr gibt es dann Enkel Nummer Acht.“
    „Neun, Papa. Du hast schon acht.“
    „Ach, richtig!“ Der Alte lachte auf. „Also, machst du's?“
    Der Mann schüttelte den Kopf, wusste er doch nicht mal von wem sein Vater da schon wieder sprach.
    „Jung, blond, scharfzüngig und eine Priesterin
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  • Alles was ist und alles was lebt
    Alles das steht und alles das geht
    Singt dir Lobpreis, weise alte.

    Das Wasser lobt dich mit fröhlichem Plätschern,
    die Erde lobt dich mit vielfältiger Frucht.

    Der Moa lobt dich mit keckem Gekrächz.
    der Wolf mit heulender Sehnsucht.

    Die Blume lobt dich mit schönster Blüte,
    der Baum mit seiner raschelnden Wucht.

    Alles was ist und alles was lebt
    Alles das steht und alles das geht
    Singt die Lobpreis, weise alte.

    Auch ich will dich loben, auch ich will dich preisen!
    Mein Herz, meine Gedanken seien erfüllt von dir.

    Meine Worte, meine Taten seien Dank und Lob.
    Ich singe und tanze, lebe und liebe dafür.

    Dein Segen über Erde und Wasser, über Tier und Kraut;
    dein Segen mit den Menschen, dein Segen mit mir.

    Alles was ist und alles was lebt
    Alles das steht und alles das geht
    Singt dir Lobpreis, weise alte. [Weiterlesen]
  • Vor vielen vielen Jahren, als die Götter noch unter uns weilten, zog eines Herbstes Melandru, die Göttin der Natur, aus in die Welt mit dem hehren Ziel, Frieden zu schaffen zwischen den Völkern.
    Sie, welche als älteste und weiseste der Götter bekannt war, wusste schon damals um die Gefahren, welchen wir alle uns sehr viel später einmal stellen müssen, und wollte den Lebewesen dieser Welt die bestmögliche Verteidigung ermöglichen: Ein Band des gegenseitigen Respektes und der Freundschaft sollte gesponnen werden, auf das ein jedes Lebewesen Seite an Seite, eins und stark, gegen jene stehen würde, die sich gegen das Volk der Menschen und das Leben an sich vergehen würden. Doch den Völkern Tyrias fehlten die Weisheit und die Einsicht der Nährenden, und so stieß sie immer wieder aufs Neue auf Misstrauen und Ablehnung.
    Ein gescheiterten Versuch, zwei Völker zu einen, traf sie besonders hart, und so ging sie in einen nahegelegenen Wald, um dem schwer auf ihr lastenden Kummer freien Lauf zu… [Weiterlesen]