Artikel mit dem Tag „Minna Dearon“

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  • Willkommen zu Hause...

    Die Tage gingen ins Land seit seiner Rückkehr nach Turpin House und er war zufrieden. Über die Woche hatte er sich immer wieder die Bücher seiner Minengesellschaft durchgesehen und festgestellt, dass sein Geschäftsführer die Geschicke ganz in seinem Geiste fortgeführt hatte. Es lief fast ein bisschen zu gut, aber darüber beschwert man sich natürlich nicht.

    Auch die Entwicklungen in Turpin House stellten ihn überaus zufrieden. Zwar hatte er selbst zu Besen und Kehrblech, Schwamm und Scheuerbürste, Staubwedel und Tonne gegriffen, aber der Muff den das große Haus während seiner Abwesenheit angesetzt hatte, war beinah ganz verschwunden. Alles, mit Ausnahme dieses einen Zimmers im ersten Stock hatte er wieder ausgemistet und auf Vordermann gebracht. Dieses eine Zimmer jedoch, hatte er verschlossen, wie weiland, als er fürchtete der Drache könnte hineinplatzen und alles sehen was er dort vorbereitete.

    Irgendwas stimmte mit der Beleuchtung an der Haustür nicht,
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  • "Träume ich eigentlich?" fragte das Blondchen und lachte herrlich losgelöst auf. "Graham Turpin. Fischer oder Edelmann - bist du auch wirklich nicht auf den Kopf gefallen vorhin?" Sie kam einen Schritt auf ihn zu und ihre blauen Äuglein glitzerten herausfordernd als sie ihm die nächste Frage stellte, die Mundwinkel schelmisch hinaufgezogen: "Ich lasse den Badezuber voll und steige mit dir hinein… Das löst den Splitter und säubert die Schürfwunde. Was sagst du dazu?" Graham sah im nächsten Moment, einen Augenblick lang drein, als schwelle seine Zunge gerade auf das dreifache an und verschloss ihm seinen Hals und seine Luftröhre gleichermaßen. Nach einigen Augenblicken, in denen sie ihn so mustern durfte, entspannten sich seine Züge als er die Szene wohl vor seinem inneren Auge sah. „I-ich stoße dich nicht aus dem Zuber, Minna." hauchte er leis und fasste ihre Hände, legte seinen Blick in den ihren. "Wenn du das wirklich möchtest?" flüstert er und schenkt ihr ein[Weiterlesen]


  • Die Trauerweide tanzte mit dem Herbstwind, ihre Äste warfen verspielte Schatten an das Flussufer an dem gestern noch geschrien und getobt wurde. Die spärlichen Sonnenstrahlen der Jahreszeit wärmten nicht, gaben aber zumindest Licht – erhellten die Szenerie an den Wurzeln des Baumes. Es war die Blonde, die zuerst zu sich kam. Träge versuchte sie zu erahnen wo und warum sie dort war. Sie schnaufte als ihr der körperliche Schmerz bewusst wurde. Der Kopf pochte, die Wunde am linken Arm brannte und unweigerlich zog sie sich enger zusammen. Warum war es nur so schwer aufzustehen? Was hinderte sie daran sich zu erheben und warum war sie hier? Langsam drängten sich die Erinnerungen an den vergangenen Abend wieder in ihr Unterbewusstsein und sie musste beinahe würgen als ihr bewusst wurde was geschehen ist, was sie dazu veranlasst hatte die Nacht im Freien zu verbringen. Es brauchte eine Weile bis sie begriff, dass es die Last eines Körpers auf ihr war die sie neben dem Schmerz
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  • Aufbruch


    Das Schluchzen gellte durch die Halle. Laut und verzweifelt war es, während er sich auf den Stufen schüttelte. Vor einigen Momenten hatte er sie noch geküsst, und nun war sie verschwunden. Tränen rannten ihm über das Gesicht. Er konzentrierte sich auf jene Bilder die sie ihm im Geiste noch einmal wacher gerufen hatte. Zwar waren sie nie verschwunden, zeigten ihm Tag täglich wie er und Minna sich kennen lernten, wie sie ihm das Geständnis gemacht hatte und wie sie ihn auf die Dächer gezogen hatte, wie sie gemeinsam Zeit verbracht hatten und vieles mehr, doch nun waren sie wieder aufgefrischt, als wären sie gestern gewesen, bissen sich noch tiefer in seine Brust und ließen ihn sich für seine eigenen Taten hassen. Er schluchzte weiter, blieb liegen bis er sich irgendwann nicht mehr schüttelte, bis er sich irgendwann aufraffte und ihren Ring, den er noch besaß wieder fest mit den Fingern umschloss. Seinen musste sie an sich genommen haben, er konnte ihn nicht mehr finden.

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  • Es brauchte einen Augenblick bis sie begriff wo sie war. Bis sie auch die Kälte zuordnen konnte, die ihren Körper einhüllte. Benommen zog sie eines der Felle über sich. Noch bevor sie einschlafen konnte, holten sie ihre Gedanken ein:

    „Er schützt und beschütz. Der Tod gehört zum Leben. Ein Uneins gibt es darin nicht für mich.“

    Das Gleichgewicht unserer Welt steckt in den Gegensätzen. Ganz gleich ob Feuer oder Wasser, Hass oder Liebe – gehört der Tod in unser Leben wie das Leben selbst. Die Gegensätze begleiten einander und stützen sich gegenseitig. Was wäre das Leben wert, wenn es den Tod nicht mehr gäbe? Was würde kostbar werden von der Zeit, die wir haben, wenn wir sie in unendlichen Maßen ausschöpfen könnten? Welche Momente würden in Erinnerung bleiben, wenn man ausreichend Zeit hätte alles Erdenkliche zu erleben und zu leben.

    Sie drehte sich auf den Rücken und blickte zur Holzdecke der Hütte hinauf.

    „Er ist meine Familie. Und ich stehe immer an seiner Seite. Egal was da
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  • Dampf stieg von seinen Schultern auf. Er hatte schon eine Weile die Ruder herein geholt und aufgehört mit ihnen das kalte stille Wasser aufzuwühlen. Auch die Wellen die von seinem Boot ausgingen hatten sich in der Zwischenzeit verloren. Leicht bewegte sich der See unter seinem Boot, verzerrte sein Bild das er einen Augenblick lang betrachtete. Bei den Göttern, so konnte es nicht weitergehen.
    Es wusste das sich sein Gemüt heben würde. Aber wann? In drei Monaten? In fünf? Und bis dahin? Warten? Nein! Es musste sich jetzt etwas ändern. Das konnte es nicht sein, das war ihm klar, und in diesem Moment wusste er auch was er tun würde. Sein Atem kondensierte in der kalten Luft und hing als Wolke einige Sekunden in der Luft als er lachte. Es war ein diebisches Lachen, grad so als habe er einen wirklich guten Plan gefasst. Und das hatte er auch. Er würde ans Ufer rudern und sein Boot da fest machen. Er bräuchte von hier aus zwanzig Minuten, vielleicht fünfundzwanzig wenn er sich zeit ließe.
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