Artikel mit dem Tag „Alejandro“

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  • Erster Akt.

    „Oh, nun sei doch nicht so.“ Alejandro seufzte, auch wenn es das amüsierte Schmunzeln nicht aus dem perfekten Schnitt seiner Miene vertreiben konnte. Das nahm der Beschwichtigung irgendwie jeden guten Willen, auch wenn das Bedauern echt war. Der Fürst saß vor dem Brunnen, hatte ein Glas Rotwein in der Hand und wärmte die freie Brust neben der Knopfleiste des offenen Hemdes in der Abendsonne. Im Gegensatz zu Gale hatte er jedoch nicht auf dem steinernen Absatz Platz genommen, der das Wasserspiel säumte, sondern thronte auf einem Stuhl aus dem Kaminsaal. Roter samt, für die wohlgeborene Kehrseite.

    „Nein, ich wusste, dass du mich auf den Arm nimmst, als ich es aussprach,“ entgegnete Gale. Die hochgewachsene Anführerin der Rosengarde murrte in sich hinein, zog die Brauen aneinander und umklammerte ihren Wein um den weiten Glasbauch mit allen zehn Fingern.. Mit zusammengezogenen Brauen kannten sie ziemlich alle Wachgardisten. Mit Schmollmund allerdings nicht. Ihr… [Weiterlesen]


  • Abschnitt I – Nach bestem Wein

    Dieses Pochen in den Schläfen, der schwere Nacken und letztlich der unwiderstehliche Geschmack von Vergorenem vom Vorabend. Ein Auge blieb zusammengekniffen, das andere suchte Halt am gewellten Himmel des Bettes, an Stoffbahnen, die andere nicht ein mal anziehen durften. Und neben ihm... niemand? Das musste die suchende Hand erfahren und der Geist verstand es Herzschläge später mit einem resignierenden Schnauben. Kein Blond, kein Rot, kein Brünett. Wie ungewohnt und beschämend dieser ungewöhnliche Morgen doch war. Zwar nur vor sich selbst, aber das reicht ihm im Grunde auch schon um den Sonneneinfall zu trüben. Auf dem Schränkchen neben dem Bett stand ein Silberkelch mit aufgelöstem Mädesüß und zerstoßenen Minzblättern um den Atem erträglicher zu gestalten. Jemand, der sein Blut metaphorisch gegen den Wein getauscht hatte umarmte morgens nur den eigenen Kater. „Naoko...“ rief die belegte Stimme. Der Mann zwang sich die Augen zu… [Weiterlesen]