Artikel mit dem Tag „Norn“

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  • Feuchtes Erdreich drückt sich zwischen den nackten Zehen hinauf. Die blasse Haut ist bereits vom Dreck verklebt. Gras, Bucheckern, Eichelhütchen und Stückchen von Rinde. Es stört sie nicht. Im Gegenteil. Kurz bleibt sie sogar stehen. Der Blick geht nach unten zu den Füßen, bewundernd auf das Kunstwerk. Die Mundwinkel rücken weit in die Höhe. „Oh!“, tönt es verzückt und ein heiteres Kichern folgt sofort. Die Zehen des Mädchens wackeln auf und ab. Und unter aufmerksamen Blicken verfolgt sie die abfallenden Matschklumpen. Den Verlust der Stachelschale einer Buchecker. Dem breiten Lächeln tut es keinen Abbruch. Der Entdeckerlust ebenso nicht.


    Weiter führen sie ihre Schritte, immer tiefer in den Wald hinein. In der Ferne liegt der gewaltige Schemen des Wolfsfelsens in der Stille des Waldes. Die roten Löckchen hüpfen wild auf dem Schopf. Sie rennt einige Schritte weit. Holt Schwung. Und springt in eine flache Pfütze. Laut schallt das Lachen durch den Wald. Glockenhell und klar. Die… [Weiterlesen]
  • Ein rauer Wind blies durch das hochgelegene Tal und die Norn auf den Wachposten zogen ihre Felle enger um die Schultern. Hier oben im Norden war alles gefährlich. Neben den Drachendienern, die vermehrt auf die Barrikaden der Gemeinschaft prallten, setzten die Naturgeister den Norn hier stark zu. Doch man beschwerte sich nicht, denn es gehörte einfach zum hiesigen Leben. Hinter den Barrikaden aus Holz, Stein und gefrorenem Schnee tummelten sich die Norn des Rabenlied Klans in ihren alltäglichen Aufgaben. Es wurde gekocht, gegessen, Kinder lernten den Umgang mit allerhand Waffen (sofern sie sich geschickt genug anstellten und Willen zeigten), Krieger schärften ihre Klingen, Rüstungen wurden ausgebeult und Schilde geflickt. Weiber und Kerle plärrten Befehle und Ansagen quer durch die Gemeinschaft. Es war ein Tag wie jeder Andere.


    Sie hatte ihren Schild vor sich in den Schnee gestemmt und dieser lehnte locker an ihren Beinen. An ihrer Seite stand Skrýmir. Ihr Bruder hatte die Arme vor… [Weiterlesen]
  • Er stand vor dem Schrein der Leopardin.
    Er stand hier schon so lange das sich eine dünne Schicht Schnee auf seinen Schultern gebildet hatte. Die einzelnen Kristalle hatten sich verflochten und bildeten eine feine Puderdecke, welche mit einem sachten Pusten, oder einem Wedeln der Hand erneut aufgebrochen und davon geweht werden konnte.
    Den Blick empor gehoben zu der Schnitzerei, welche den Kopf des erhabenen Tieres zeigte. Leicht geöffnet das Maul, die Ohren gespitzt und der Blick wachsam nach vorne gerichtet schien es als würde das Tier jeden Moment lebendig werden und zu ihm hinab steigen. Doch das Leben hier hatte erst vor wenigen Tagen sein bitteres Ende gefunden. Frischer Schnee war inzwischen gefallen und doch wusste Havar genau, dass sich unter der weißen reinen Schicht noch immer das Blut der Tiere befand. Sie hatten ihr Leben für den Schrein gegeben. Sie hatten ihn verteidigt. Sie hatten ihn beschützt und am Ende wahrscheinlich damit schlimmeres verhindert. Ihm war fast… [Weiterlesen]
  • Er spürte die Kälte des vereisten Bodens an seinen Knien. Die Härte des Untergrundes drückte gegen seine Stiefel und die Hose. Schwer waren die Atemzüge der anderen Norn, die an seiner Seite auf die Knie gefallen waren und schweigend ausharrten. Vor ihnen türmte sich ein gewaltiges Totem auf. Sicher bräuchte man drei gestandene Norn, die auf den Schultern des Anderen standen um auch nur annähernd die Höhe dieses Totems zu erreichen. Der Jäger starrte auf die raue Eisfläche vor sich, die den steinernen Boden überzogen hatte.
    Kleine Wölkchen drangen aus seiner Nase, als er tief ausatmete. Sie alle waren angespannt. Doch Angst hatte keiner. Der Letzte in ihrer Reihe der ängstlich gewesen war, stützte sich vor ungefähr fünf Tagen von einer Klippe. Niemand hatte ihm nachgesehen.


    Geduldig warteten sie. Gefühlt seit Stunden. Und nichts geschah. Das Totem, das einen aus Eis geformten Drachen zeigte, starrte aus scheinbar funkelnden, aber leeren Augen auf sie hinab. Das Maul war zu einer… [Weiterlesen]
  • Leise summend sitzt sie in der Hütte und das Feuer wirft Schatten auf ihre Gestalt, die wie ein Schauspiel umher springen. Gemächlich, als könne sie nichts auf der Welt aus der Ruhe bringen, kämmt sie sich mit den gespreizten Fingern die langen, dicken Locken über die Schulter auf den Rücken und fasst diese anschließend mit beiden Händen zu einem lockeren Zopf zusammen. Im Takt wiegt ihr Kopf hin und her, während sie weiterhin die Melodie eines Liedes summt, das sonst eigentlich die Vorbereitungen auf einen Kampf ankündigt. Nun schließen sich die schlanken Finger um das Leder, welches den Messergriff umgarnt und nach so häufiger Benutzung schon speckig und beinahe eins geworden ist. Der Stahl der schlanken Klinge blitzt auf, als sie das Messer anhebt und sich das Licht des Feuers in dem blank polierten Stück spiegelt. Sie führt das Messer hinter ihren Kopf, setzt es oberhalb ihrer Hand an den locker gefassten Haarzopf an und zieht mit einem Ruck durch. Ratsch!


    Ruckartig öffnen sich
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  • Weitsicht


    Der Blick wanderte hinüber zu der Halle des Raben. Sie bildete sich ein, die beiden Schamanen dort noch zu sehen und in ihren Gedanken hörte sie die Welpe unaufhörlich schwatzen. Feuer in Flaschen, hatte Rasca den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Weib atmete tief durch. Sie war sich sicher, dass der Wildfang nicht wie befohlen zu Sigfasts Gehöft gegangen war. Doch sie wusste, dass das Wolfsrudel offene Ohren und Augen hatte. Der kleine Rotschopf würde schon nicht verloren gehen.
    Sie hatte noch etwas zu erledigen.


    Eine ganze Weile später saß sie hoch oben auf dem Wolfsfelsen. Die Finger drehten den abgegriffenen Stab vor und zurück, während sie Löcher in die Luft starrte.
    Sie hatte ihre Waffe erhoben. Mitten in den heiligen Hallen des Raben. Gegen einen Anhänger des Gefiederten. Monennia brummte kehlig. War es eine respektlose Geste, dass sie sich schützen wollte? Sie kratzte sich unschlüssig die Wange.
    Das erste Urteil war vorschnell gefällt. Doch selbst die Rabin… [Weiterlesen]
  • „Denke immer daran: Alles kommt im richtigen Moment zu dir. Sei also geduldig.“
    Eifrig nickt der Junge und als die hochgewachsene Frau eine kleine, dunkle Holzscheibe mit Schnitzerei zum Vorschein bringt, da hellt sich das Gesicht des Kindes noch mehr auf. Sie nickt.
    „Nimm sie. Jetzt gehört sie dir. Damit erinnerst du dich immer an meine Worte und weißt, wie sehr ich dich liebe.“



    Er hatte den Schal bis über die Nase gezogen und der aufmerksame Blick ruhte auf der Norn, die sich unterhalb seines Versteckes im Wäldchen herumtrieb. Erst vor Kurzem hatte er sie gefunden, wo er ihr doch bereits seit einigen Tagen immer mal wieder folgte. Sie war beinahe so leise wie er. Der Wind rauschte in kurzen Böen durch die Bäume und Sträucher, irgendwo schrie eine Eule und hinter sich konnte er bekannte Schritte im Schnee hören. Das Pfeifen der Nase verriet ihm, dass einer seiner Brüder sich näherte. An seiner Seite blieb er stehen. Pfriiiii – Pfriiii. Der Jäger schaute nicht auf, grüßte nur mit… [Weiterlesen]
  • Langsam und in Erinnerungen versunken verlies die Rabin wieder die große Halle, um von der obersten steinernen Treppenstufe den Blick über das verschneite und zum Teil vereiste Nordheim schweifen zu lassen. Von dort konnte man nahezu über das gesamte Dorf blicken. Es war eine Festhalle, die gleichzeitig einem Wachturm gleich kam um alles im Auge behalten zu können. Aber niemand war in diesem Dorf auf Streit aus. Fraja wob ihre Gedanken erneut in Erinnerungen, dachte an den letzten Streit der zwischen um einem anderen Jungen des Dorfes entfachte. Sie stritten darum, welcher ihrer Pfeile eines Holztiers am nächsten war. Björn, so war der Name des Jungen, war sich ziemlich sicher, dass er den Holzeber am ehesten getötet habe, galt er als Sohn eines talentierten Jägers doch als Favorit. Fraja hingegeben war sich ziemlich sicher, dass ihr Pfeil es war, der das Tier zur Strecke gebracht hätte. Jung und Wild wie beide waren, gerieten sie einander und teilten gegenseitig Schläge… [Weiterlesen]

  • Ein kaum hörbares Quitschen ertönt, während der Zapfhahn des großen, mit Eisen beschlagenen Bierfasses von der Hand der blonden Jungnorn zur Seite gedreht wird. Zu laut ist es in dem Wirtshaus von Rekkins Rast. Der große Raum wird von Gelächter und Gebrülle der feiernden Norn erfüllt. Torel Ragnisson erklimmt hinter Astrid gerade einen der belandenen Tische, um eine Prahlerei von sich zu geben, die es in sich hat. Er wird wieder über Heldentaten berichten. Von Wölfen, die er gejagt hat. Von Svanir, die er verprügelt hat. Von Weibern, die er geschwängert hat. Am Tisch daneben knallen die drei Norn, deren Namen Astrid noch nicht kennt, zum dreizehnten Mal ihre leeren Krüge auf das Holz des stabilen Tisches und fordern lauthals nach frischem Nornbier.
    Ein solches Bier will Astrid gerade zapfen. Die ersten Tropfen des Gesterngetränks dringen aus der weiten Öffnung des Zapfhahns und fallen herab in die Untiefen des großen, nornischen Kruges. Mit dem ersten Tropfen fällt auch der… [Weiterlesen]
  • 2 - Dolyakruh

    „Sei nich‘ so albern.“ Iida schnaufte und sah dem Kolkraben dabei zu, wie er vor ihr auf dem erdigen Boden hin und her hüpfte. Er klackerte mit dem Schnabel, wie immer wenn er gerade nur Schalk im Kopf hatte.
    Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Jaja, Erinner‘ mich daran dir Käfer zu sammeln. Faule Schwarzfeder.“ Eine Pause entstand, in welcher die Jungnorn den Verband um ihren blutenden Oberarm wickelte. Der Rabe flatterte kurz auf und sprang dann wieder hin und her. „… danke, Rök.“
    Er klackerte.
    Sie verdrehte die Augen, knotete den Verband umständlich fest.
    „Raaaak!“, tönte der Rabe.
    „Jetz‘ übertreib mal nich‘! Immerhin hab ich die auch ganz schön verdroschen!“ Trotzig schob Iida die Unterlippe vor, sah zum Tier. Rökkvi legte den Kopf in den Nacken und das Klickern, das er erzeugte, klang schier wie schadenfrohes Lachen.
    „Du hättest ihnen auch früher auf den Kopf scheißen können.“ Die Jungnorn murrte und stopfte den Rest des Verbandszeuges zurück in den
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  • Verschneit war der Pfad, dem sie schon seit Tagen gen Norden folgt. Fern war das Ziel, welches Fraja auserkoren hatte. Es muss nun schon eine Woche vergangen sein, als sie von Hoelbrak aus aufgebrochen war, um sich auf den Weg in ihre alte Heimat zu machen. Sie war noch ein Mädchen, fünfzehn Winter jung, als sie ihre Heimat verließ und eben jenen Pfad nutzte um zweiter gen Süden zu wandern, bis sie in Hoelbrak ihr neues Zuhause fand. Bei Karur, ihrem Lehrmeister der ihren weiteren Lebensweg als Rabenschamanin an dort begleitete.

    Nun ist sie vierzig Winter alt und der Pfad kam ihr selbst nach 25 verstrichenen Jahren immer noch vertraut vor, fast als hätte sie ihn jeden Tag beschritten. Verschneit war jener seit jeher und der Schnee knarzte unter jedem ihrer Schritte, drückte den Stiefelabdruck in jenes Weiß. Der herabfallende Schnee umspielte nur sanft ihr Gesicht. Die Flocken kamen einem streicheln gleich, immer wenn sie ihre Haut berührten. Das machte für Fraja den Weg nur… [Weiterlesen]
  • Ruhig lag die Straße vor ihr, im sonst so geschwätzigen Städtchen. Langsam hob sie eine Hand, drehte die Fläche nach oben und fing eine der Flocken von denen sich bereits vereinzelt welche auf ihr nieder gelassen hatten. Tief war der Atemzug, den die noch junge Norn tat. Die Nase wurde in die Höhe gereckt. Es war kälter hier, als bei ihrem letzten Besuch. Er war schon lange, lange her gewesen.
    Damals.
    Iida grinste zahnlückig.
    Damals, da war sie oft mit Inaee zur Kaninchenjagd gegangen. Sie hatte den Dolyakulf und seine Elena besucht, war ausgebüxt. Mit dem Legendensänger war gefeilscht worden und der Bäckerin hatte sie ganz brav das Dachbeet nicht völlig platt getrampelt. Lücke hatte den Zahn gefunden – Iidas Zahn und mit Nastrai war sie in den Ecken der Hütte rumgekrabbelt, um nach Spinnen zu suchen. Die ersten Schritte zur großen Legende war sie gegangen. Sie knutschte zum aller ersten Mal mit Varg. Mit ihrem Varg. Ihrer besten Freundin war sie über den Weg gelaufen. Und
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  • Sie schob sich durch das Unterholz, während sie ihr Ziel nicht aus den Augen verlor. Majestätisch stolzierte das schwarzgefiederte Tier durch den Wald. Bei jedem großen Schritt wippte der Kopf am langen Hals ein wenig. Die Federn glänzten. Sie wurden geschüttelt damit die wenigen Schneeflocken, die durch die Baumkronen drangen, zu Boden fielen.
    Langsam und zielsicher setzte sie einen Fuß vor den Anderen, bewegte sich grazil zwischen den Bäumen und Sträuchern hindurch. Sie berührten ihren Körper nicht einmal ansatzweise, was ihr dabei aber nicht seltsam vorkam. Kurz nur wanderte ihr Blick an ihr selbst hinab, um den Fuß neben einem Ast in den Schnee zu setzen und nicht darauf. Sie stockte.
    Wann hatte sie ihre Stiefel ausgezogen?
    Blinzelnd hob sie den Blick wieder an, um das Ziel ihrer Jagd nicht doch noch aus den Augen zu verlieren. Dabei griffelte sie nach der Rabenfigurine, die sie schon so lange auf der Jagd begleitete. Abermals ein Stocken.
    Wann hatte sie vergessen ihren Gürtel[Weiterlesen]
  • Seine rechte Gesichtshälfte war taub, als er aufwachte. Taub vor Kälte.
    Der kindliche Körper ließ sich nur sehr langsam bewegen. Die steifen Muskeln reagierten träge und verspätet, als Misha die Hände unter sich durch den Schnee zog um sich aufzustützen. Es war kalt. Der grelle Schnee unter ihm, der durch das fleckige Sonnenlicht, welches seinen Weg durch die Baumwipfel fand, angestrahlt wurde, tat ihm in den Augen weh, sodass er sie nochmal zukniff und sich dabei langsam auf den Unterschenkeln sitzend aufrichtete.
    Seine linke Schläfe pochte. Und die dunklen Flecken im Schnee verrieten ihn, dass er verwundet sein musste. Doch er spürte außer dem Trommeln in der linken Schläfe keinen Schmerz. Nicht mal Angst oder Panik verspürte das Nornkind, wie es mitten in einem verschneiten, einsamen Wald irgendwo in den Zittergipfeln saß.
    Misha stand auf und seine klaren blauen Augen erfassten die Umgebung. Seine verschrammten Arme griffen zu seinen Schultern und zogen den alt wirkenden Umhang
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  • Sie standen im Kreis und die hellen Stimmen schnatterten aufgeregt durcheinander. Zwischen ihren Beinen lag ein Sammelsurium an Stöcken: Lange, kurze, dicke Äste und dünne Ästchen. Welche, an denen noch ein paar Blätter hingen und welche, von denen schon ein Teil der Rinde abgepopelt war.
    Ein Junge mit schwarzen struppigen Haaren und Dreck im Gesicht verschränkte die Arme. „Die darf mitspiel‘n!“ Ein Anderer, der raspelkurzes blondes Haar hatte, schüttelte vehement den Kopf. „Ne!“, herrschte er den Dunkelhaarigen an. „Die is‘ zu klein! Un‘ zu langsam. Un‘ außerdem haben wir nich so viele Schwerter!“ Er deutete auf den Haufen von Stöcken.
    „Sóla kann meins hab‘n!“, erwiederte Jonne rasch und der Blonde der auf den Namen Jannis hörte schnaubte. Er schaute zwischen den Beiden Geschwistern hin und her, schüttelte wieder den Kopf. „DIE IS‘ ZU LANGSAM!“, schrie er und stampfte mit dem Fuß auf. Er schrie trotzig, wie er es immer machte wenn etwas nicht nach seinem Willen lief. Die anderen… [Weiterlesen]
  • „Käpt‘n…? Sie is‘ wieder da.“ Die Tür schob sich nach einem vorsichtigen Klopfen langsam auf und der Kopf einer hellgrauen Asura schob sich hindurch. Große, strahlend weiße Irden suchten nach der Gestalt des Kapitäns. Dieser stand über den Tisch gebeugt und brütete über einer Ansammlung an Karten, Schriftrollen und Logbüchern. Er strich sich über den dunklen Bart, dessen Schwarz hier und da bereits von grauen Haaren unterbrochen wurde. „Wir können se‘ auch wieder vom Pier spülen!“ Man hörte das hämische Grinsen deutlich in der piepsigen Stimme. Der breite, von Furchen und Narben übersähte Norn sah nun doch auf. Oder eher hinab. Er brummte tief. „Hartnäckig‘s Ding…,“ Einige Augenblicke vergingen, in denen die Asura die Hoffnung wägte, abermals ein lästiges Blag von den Docks spülen zu dürfen. Oder mindestens den Anblick zu genießen. Der Kapitän aber griff nach seinem Hut und schob sich mit schweren Schritten durch den Raum. Als er an der Asura vorbei durch die Türe schritt,[Weiterlesen]



  • „Wer soll mich besingen, in den Todesschlaf mich schleudern, wenn ich den Pfad des Todes geh‘ und der Weg ist kalt, so kalt.
    Ich habe die Lieder gesucht, ich habe die Lieder gesungen, als der tiefste Brunnen mir die Tropfen gab, von Todesvaters Versprechen.
    Ich weiß alles, Rabe, wo du deine Augen versteckst.“


    Schweigend war sie den Weg zurück gegangen. Vertieft in eigene Gedanken, aus denen sie doch immer wieder gerissen wurde. Riesenbezwingerin. Es klang hervorragend.
    Die Schlacht war gewonnen, der Preis jedoch hoch gewesen. Viele Brüder und Schwestern waren gefallen und in die Nebel gegangen. Und der Stein, den sie nur durch Zufall gefunden hatte, er wog gefühlt unendlich schwer unter den Lagen des Wolltuches.
    Der Plan war gänzlich aufgegangen und es war ein einziger Triumph, dass die Horde an Drachenbrut so ahnungslos und naiv den Pfad entlang gewandert war. Tork hatte nicht zu wenig versprochen und ein paar Mal musste sie darüber grinsen, was sein Können aus der Brücke… [Weiterlesen]
  • Mit zusammen gezogenen Brauen grinste der kränklich bleiche Norn auf und sprach seine Forderung mit sichtlicher Freude. „Ich wähle den Kampf.“ Schwerfällig stemmte er sich auf beide Beine und griff fester nach seiner Axt, die bereits Blut geleckt hatte an diesem Tag. Die Rothaarige machte noch einen zügigen Ruck nach vorne, um die seltsame Kugel einzusammeln und in einem Tuch zu verbergen. Für dieses Stück war später noch genügend Zeit. Sie knüpfte das Bündel an ihren Gürtel.
    Drei lange Schritte setzte sie durch den Schnee, als der verdorbene Kämpfer mit gezogener Axt auf ihren Bundkerl zuschlurfte. Im Augenwinkel sah sie, dass ihre Rudelschwester ebenfalls die Hand an den Köcher legte und einen Pfeil zog. Sie tat es Arya gleich. Sie waren bereit, doch hatte Monennia für sich selbst beschlossen vorerst zu warten. Björn Halgorson hatte ein Opfer gebracht. Was er aber mit dem Blick in die Zukunft gemeint hatte, darauf konnte sie sich jetzt gerade noch keinen Reim machen.
    Schwer hing die… [Weiterlesen]
  • Es dämmert gerade, als das Weib sich in den Fellen regt und der Schmerz heftig durch ihren Knöchel zuckt. Kurzzeitig wirkt es, als betäube er ihr gesamtes Bein. Leise murrend dreht sie sich auf den Rücken, wischt sich den Schweiß von der Stirn und schnauft nach oben zur Hüttendecke. „Dreck…,“ brummt sie leise und rau aus. Tapsige Schritte erregen direkt darauf ihre Aufmerksamkeit und sie sieht an den Rand des Lagers. Dort steht ihr Sohn, sieht sie mit verschlafenen Augen an und gähnt herzlich. „Ma.. uuuuahrg!“ Jonne schmatzt und klettert ins Lager. Über seinen tief schlafenden Pa hinweg, schlüpft er zu seiner Ma unter die Felle und schmiegt sich an. „Was machst du denn schon auf den Beinen mein Fratz?“ Sie streicht ihm mit den Fingerkuppen sacht von der Stirn zur Nasenspitze. Immer wieder. Das gefällt ihm. Das hat die Ma schon gemacht, als er noch ganz klein war. Direkt drückt er sich noch etwas mehr an den warmen Körper seiner Ma und schnauft schwer seufzend durch. „Is war wach…[Weiterlesen]
  • Wo bist du nur,
    du Rabe den ich einst fand.
    tragtest mich auf eine Spur,
    die meinesgleichen Glück entbrandt

    begleitet hast du mich,
    durch dunkle Pfade Tag und Nacht.
    schütztest mich vor dem Stich,
    der Schmerz und Kummer entfacht.

    Bring nach Haus mein unruhig Herz,
    auf dass ich Ruhe verspür,
    Nimm von mir, all meinen Schmerz,
    wenn ich dich so sanft berühr

    Beschütz die nächsten, die ich liebe,
    ob im Herzen, oder meiner Nähe
    Es gibt sonst nichts was mir noch bliebe,
    außer das Glück, dass ich dann sähe
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