Artikel mit dem Tag „Geister der Wildnis“

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  • Gahan war sich mittlerweile garnicht mehr sicher, wie lange er schon unterwegs war. Eine Woche? Vielleicht zwei? Oder ist doch schon ein Monat ins Land gezogen? Er wusste es nicht. Doch war dies auch nicht von Bedeutung, so hatte er eh nicht vor in nächster Zeit nach Hoelbrak zurück zu kehren. Gahan hatte nichts was ihn dort hielt, weder Familie noch besonders viele Freunde. Selbst die Geister hatten ihm noch nie sonderliche Aufmerksamkeit geschenkt, so hatte er nie das Glück, wie die meisten seines Volkes von einem der Geister im Traum besucht worden zu sein. Er war gerade mal Anfang Zwanzig und so war er noch nie alleine so lang und so weit von Zuhause entfernt, doch dieses Gefühl, welches er seit nun einiger Zeit in sich hatte, verließ ihn nicht. Es tauchte ständig in seinen Träumen auf und plagte seine Gedanken bei Tag. Der Jungnorn wusste nicht was es zu bedeuten hatte, doch irgendwas in seinem Inneren sagte ihm, dass er die Antwort in welcher Form auch immer, im Norden finden[Weiterlesen]
  • Sie lehnte mit dem Kopf am Stützbalken der Rudelhütte und schloss die Augen für ein paar tiefe und ruhige Atemzüge. Es waren anstrengende Tage vergangen und dabei hatte sie kaum etwas getan. Rundgänge, die nicht in den Räumen des Wolfsrudels endeten; Versuche, die Stiefel für ihre Rudelschwester zu fertigen; Schneestunden mit dem Sohn, der immer wissen wollte warum denn Vivi nicht nahe der Hütte saß und die Schnauze in die Luft streckte. Gefasst hatte sie es dem Kind erklärt und Jonne hatte den Tod der grauen, alten Wölfin halbwegs verstanden. Er hatte sie angegrinst, geklatscht und ihr erklärt, dass Vivi – so wie er die Wölfin nannte – nun bei ihrem Bruder war.

    Nun lächelte sie ihrem Kerl ins Gesicht, doch konnte sie den Schmerz nicht verbergen, der noch immer in ihr brannte.
    „Wie geht es deinem Arm?“
    Er hob den Blick von der Wurst, die er gerade schnitt und reckte ihr ein Stück davon entgegen, auch wenn sie zuvor verneint hatte. Sein Blick suchte dabei den Ihren und sie hielt ihm… [Weiterlesen]
  • Langsam setzte die Norn einen Schritt durch die große Türe und sah in die Halle des Wolfes. Schon oft war sie hier gewesen und schon oft hatte sie ihrem Totem ein Opfer dargebracht. Doch heute schien es ihr um ein vielfaches wichtiger und ernster zu sein, als je zuvor. Tief atmete sie durch, nickte dem Verkünder des Wolfes zu, als sie ihn passierte und die Stufen hinunter ging. Er sah ihr einen Moment lang nach, widmete sich jedoch wieder seinen Pflichten. Die Lautstärke und das Getümmel, welches wie üblich in dieser Halle herrschte blendete sie gänzlich aus, denn das Abbild des Wolfes zog sie zu sich.
    Sie ging auf den Schrein zu und neigte das Haupt vor der Schamanin, die dort stand als hätte sie gewusst, dass die rothaarige Norn heute mit einer Opfergabe kommen würde. Schwer fiel die Wölfin auf ihre Knie, legte die Hände auf ihre Schenkel und neigte ihren Oberkörper nach vorn gen Boden, bis ihre Stirn beinahe den blanken Stein berührte.
    Leise, mehr einem Raunen gleich, sprach die… [Weiterlesen]
  • Es war schon ein gutes Gefühl, den jungen Nachwuchs neben sich stehen zu sehen mit einem kleinen Beil in den Händen. Allein, wie er immer wieder zu ihm aufschaute versetzte dem älteren Herz des Legendenkoches einen Schauer, der sich durch den Körper zog. Sein Sohn. Und nun endlich war er trittsicher genug, um den ersten Umgang mit dem Beil zu lernen. Später würde es dann zur Axt übergehen, eine schöne Große. Vielleicht eine Breitaxt oder doch einen Schild dazu… nun, das würde das Training zeigen.
    Heute wollte er Jonne zeigen, wie man die Waffe richtig hielt und ordentlich schwang. Dazu hatte er extra einen größeren Holzklotz ganz gelassen, welchen der Sohnemann auch im Nachhinein noch als Übungsobjekt nutzen konnte. Fleißig hatte der Kurze ihm geholfen, den Klotz vom Schuppen auf den Hof zu rollen, wenn er ihm auch hauptsächlich zwischen den Füßen herum getreten war. Doch das war eben so und das wurde schmunzelnd abgetan. Immerhin hatte der Nachwuchs es nur gut gemeint.
    So stand er… [Weiterlesen]
  • Draußen tobte ein scharfer, kalter Wind. Die Schneeflocken, die in Richtung Boden kamen und auf einen Widerstand trafen, stachen wie kleine Nadeln die unnachgiebig auf ihr Ziel einschossen. So konnte man nur erahnen, welch ein Sturm in der Nacht wüten würde und was seine Kraft alles anzurichten vermochte.
    Durch diesen nahenden Sturm bahnte sich ein Norn, der den Kragen seines Mantels eng hielt und der sich gegen den Wind und die nadelspitzen Schneeflocken kämpfte. Vorbei an der Halle des Raben, trieb es ihn weiter zu der Halle der Großen Bärin. Die beiden gewaltigen, aus Eis geschlagenen Bären wachten wie immer an den Seiten der Halle, während das Totem selbst von seinem Thron oberhalb der Tore hinunter zu grollen schien. Und wo sonst das Feuer hoch über den Toren hell brannte, da flackerte es heute nur mehr, ob des schneidenden Windes. So konnte der junge Bursche nicht anders, als einen flüchtigen aber ausreichenden Augenblick lang hinauf zu sehen und das Schauspiel… [Weiterlesen]